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September

Ich…

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feiere: meinen 51. Geburtstag. Der war am letzten Sonntag. Ich hatte meine ganze Familie eingeladen. Und meine Freunde. Wollte keine Geschenke, nur gute Worte (und Spenden für ein wohltätiges Projekt). Stimmt es eigentlich, dass Leute tendenziell weniger feiern? Wie schade wäre das. Wir brauchen doch die Unterbrechungen unseres Alltagtrotts, die Umarmungen, das Lachen, das gemeinsame Essen, das Gefühl von Verbundenheit. Wegmarken unseres Lebens sollten gebührend gefeiert werden. Oder?

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Mein Bruder et moi
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wünsche: mir für mein neues Lebensjahr, dass es ein ganz normales wird. Normal ist gut. Normal ist Segen. 

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fühle: Alle Gefühle. Geburtstagsstress-Nachwirkungen. Sehr viel Liebe an meinem großen Tag. Freude. Erschöpfung. Drei Tage später eine heftige Welle der Trauer am Todestag meines Vaters. It’s a bit much. Very much.

höre: den Regen auf die Terrasse pladdern und die Uhr ticken. Ich liebe das wirklich sehr und der pünktlich hereinbrechende Herbst lädt mich ein, in eine andere Gangart zu schalten. 

sehe: aus dem Küchenfenster die Straße vor meinem Haus, gesäumt von alten Eichen.

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esse: die Ergebnisse veganer Koch- und Backversuche. Kung Pao Rosenkohl. Kürbis-Risotto. Gewürzkuchen mit Pflaumenmus. Die große Tochter ist seit kurzem auf pflanzenbasierte Ernährung umgestiegen, was mir eine perfekte Gelegenheit bietet, mein Repertoire zu erweitern und weniger tierische Produkte zu kaufen. Außerdem: nächste Woche bin ich zu Gast in einer veganen Kochsendung (Öffnet in neuem Fenster)und ich muss bis morgen zwei Rezepte liefern. Deshalb steh ich gelinde gesagt etwas unter Druck. 

warte: Auf Brennholz. 

….fürchte mich: Vor dem Riesenberg Brennholz vor meinem Haus. Den muss ich nämlich in den Schuppen tragen und stapeln. Da stoße ich als Alleinstehende wieder an meine Grenzen. 

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lese: endlich wieder ein bisschen mehr. Die letzten Wochen litt ich an einer Leseflaute. Alle Bücher aus der Bücherei brach ich nach wenigen Seiten ab, weil der Funke nicht überspringen wollte.

genieße: dieses Puzzle und das Spiel, die ich beide von meinen Töchtern zum Geburtstag bekam. Und ihre selbstgestalteten Karten mit den liebsten Worten, die ich zehnmal am Tag lese. 

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trage: wieder meine Dr. Martens und warme Hosen. Die modetechnisch herausfordernde Zeit des Sommers ist vorbei. Willkommen Strickpullis und Stiefel und Unterhemden und Wollmäntel!

schaue: Wohlfühlserien. Ich kann mich sehr schlecht auf neue Serien und Filme einlassen, weil sie zu viel kognitive Anstrengung erfordern (die ist bei mir abends aufgebraucht) und ich ein Gefühl von „Nachhausekommen“ brauche. Momentan hier ganz groß: The Nanny (Öffnet in neuem Fenster) und natürlich Gilmore Girls.  (Öffnet in neuem Fenster)

mache: etwas Neues aus Altem. Dieses Nachttischchen habe ich am Straßenrand gefunden – fünf Minuten bevor der Mülllaster kam. Nur abschleifen und ölen (Welches Öl könnt ihr empfehlen)? Farbig streichen? Einige der Flächen mit schönem Papier verzieren? Was meint ihr? 

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hoffe: dass das Gespenst des weltweiten Rechtsrucks und die unglückselige Verheiratung des Christentums mit Geld und Macht an uns vorüberzieht.

kaufe: unsere Herbstgarderobe hauptsächlich auf Vinted. Außerdem steht seit Ewigkeiten auf meiner Einkaufsliste: Akkuschrauber, Kaffeemaschine, Bügeleisen, Gartenschere. 

spare: soviel ich kann. Jeden Monat fließt ein wenig Geld in unterschiedliche Spartöpfe. Es ist ein ermächtigendes Gefühl, meine eigenen Finanzen zu managen. 

stricke: einen Pullunder für die große Tochter (auf ihren Wunsch). Das Bündchen ist leider sehr wellig geworden. Ich werde es aufribbeln und nochmal stricken müssen. Nur bin ich ratlos, wie ich das „Wellige“ verhindern kann. Irgendwelche Strickexpertinnen am Start?

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staune: über das Voranschreiten der Zeit. Nächste Woche melde ich meine Tochter bei der Fahrschule an. What??? 

male: abends zur Entspannung kleine Bilder. 

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schlafe: seit langem wieder schlechter. Wache zwischen halb vier und fünf auf. Vielleicht sind das noch die Nachwirkungen der stressigen Tage, die hinter mir liegen. 

liebe: das Nachhausekommen meiner Kinder am Nachmittag. Dann kochen wir Tee und setzen uns aufs Sofa. Ich zünde ein paar Kerzen an und tu so, als hätten wir schon tiefsten Herbst. 

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arbeite: viel. Das neue Semester beginnt und deshalb füllt sich in meinem Teilzeitjob an der Uni die To-Do-Liste rasant. 

freue mich auf: Die Aufzeichnung der Kochsendung (Öffnet in neuem Fenster) nächste Woche. Ein ruhiges Wochenende. Das erste Feuer im Ofen. Wenn alle lästigen Termine Anfang Oktober hinter mir liegen (Elternabende, Impfen, Kieferchirurg, Notar). 

möchte: wieder mehr im Garten arbeiten. So viel ist in den letzten Wochen liegengeblieben, die Schnecken haben meinen Spitzkohl vernichtet und die Braunfäule hat meine letzten Tomaten dahingerafft. 

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...frage: euch! Was macht, hört, lest, fürchtet, denkt, fühlt, kauft, hofft und feiert ihr?

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