von Harry Brenner

Aus dem Original-Skript Harry Brenners: Vor Wintereinbruch zogen wir in das Zehnerviertel, das heute noch so heißt. Unsere Unterkunft bestand aus einer Glasveranda und einem winzigen Raum, den wir uns anfangs zu fünft zum Schlafen teilten. In der Veranda fehlten zum Großteil die Glasscheiben, die schon während des Krieges und danach durch Papier ersetzt worden waren. Und gerade diesen strengen Winter 1946/47, der bekannterweise in den letzten achtzig Jahren zu den kältesten zählte, verbrachten wir in diesem Notquartier.
Ich hörte Mutter weinen, flehende Gebete an den Heiland richten, dann wieder Weinen, so ging es viele Nächte. Erst wenn ich merkte, dass sie einschlief, fiel auch ich in einen Dämmerschlaf. Ich registrierte jedes Geräusch, das von Mutter kam und konnte auf diese Weise später einige Selbstmordversuche verhindern.
Die Not allenorten bringt auch viel unmenschliches hervor. Diese folge wird fast ausschließlich aus dem Original Text Harry Brenners zitiert.