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Best-of-seven: Unsere Eishockey-Woche

von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer

In den Best-of-seven blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.

Thema der Woche: Frühes Play-off-Aus für Draisaitl und die Oilers

Vergangenes Jahr schafften es Leon Draisaitl und Connor McDavid noch ins Finale. Bild: Daniel Otten

„Das ganze Jahr waren wir ein mittelmäßiges Team. Wenn Du ein mittelmäßiges Team mit hohen Erwartungen bis, wirst Du am Ende sicher enttäuscht sein.” Besser als Connor McDavid kann man die Saison der Edmonton Oilers nicht zusammenfassen. Der Finalist der vergangenen beiden Jahre schied schon in der ersten Runde aus. Gegen die Anaheim Ducks war nach einer 2:5-Niederlage in Spiel 6 Schluss.

Wie tief die Enttäuschung sitzt, war nicht nur an McDavids Worten kurz nach dem Spiel zu hören. In einer Pressekonferenz legten er und Leon Draisaitl nach. „Die Organisation als Ganzes hat einen Schritt zurück gemacht”, sagte McDavid und Draisaitl meinte: „Wir müssen einfach besser sein.”

Da war bei beiden auch eine große Portion Hilflosigkeit zu hören. Die Situation der Edmonton Oilers wirft Fragen auf.

Was sind die Gründe für das frühe Aus?

Wir stellen uns mal Connor McDavid und Leon Draisaitl mit dem Gesicht vor, mit dem sie das Aus gegen die Ducks erklären mussten. Nur haben sie keine Eishockey-Ausrüstung an, keine Schlittschuhe an den Füßen, keinen Schläger in den Händen. Sie stehen einsam im kalten Edmonton und kurbeln abwechselnd gelangweilt an einer Drehleier.

Es ist immer wieder das gleiche Lied. Die Oilers haben mit McDavid den wohl besten Eishockeyspieler, den es je gegeben hat. Sie haben mit Leon Draisaitl einen weiteren Weltklasse-Stürmer, der dazu noch super mit McDavid harmoniert, vor allem im Powerplay. Sie haben mit Evan Bouchard einen der besten Offensiv-Verteidiger der Liga.

Alles schön und gut, aber das sind eben alles Offensivspieler. Die Probleme liegen seit Jahren in der Defensive und auf der Torwart-Position. Und wenn Leon Draisaitl sagt, dass die Oilers besser sein müssen, dann bedeutet das vor allem: in der Defensive. In der Serie gegen die Anaheim Ducks kassierte Edmonton 26 Gegentore in sechs Spielen, also 4,3 pro Partie. Man muss sich nicht besonders gut im Eishockey auskennen, um zu wissen, dass das einfach zu viel ist. Bei den vier Niederlagen waren es vier, fünf, sechs und sieben Gegentore. Wahnsinn.

Schon in der Regular Season war die Defensive schwach, 3,23 Gegentore pro Spiel bedeuteten Platz 25. Oder anders gesagt: Nur sieben Mannschaften waren schlechter als Edmonton. Die Oilers müssen als Mannschaft besser verteidigen, aber auch auf der Torwart-Position sind sie einfach (seit Jahren!) nicht gut genug. In der Regular Season setzten sie vier Goalies ein, keiner hatte eine Fangquote von mindestens 90 Prozent. In den Play-offs spielte Connor Ingram fünfmal, Tristan Jarry einmal. Die Fangquoten: 87,6 Prozent bei Ingram, 89,5 Prozent bei Jarry. Genau: Der Tristan Jarry, den die Oilers während der Saison für Stuart Skinner getradet hatten, um ihr Torwartspiel upzugraden. Jetzt machte er nur ein Play-off-Spiel. Die Oilers haben keinen Nummer-eins-Goalie. Sie haben ein Torwart-Problem.

Natürlich muss General Manager Stan Bowman auch die Tiefe des Kaders verbessern. „Wir brauchen ein paar neue Spieler”, sagte Bowman nach dem Ausscheiden. „Die Mannschaft wird nicht dieselbe sein wie heute.“ Zur Ehrenrettung: Nicht alles, was Bowman gemacht hat, ging in die Hose. Einer seiner ersten Moves war die Verpflichtung von Vasili Podkolzin, der jetzt in den Play-offs mit sechs Punkten (drei Tore, drei Assists) überzeugte, und auf den die Oilers auch in Zukunft bauen können.

Aber Podkolzin ist ein Stürmer für die ersten beiden Reihen. Die Probleme der Oilers liegen beim Scoring der Bottom Six, in der Defensive und vor allem: auf der Torwart-Position.

Wie lange ist das Fenster noch offen?

Der Vertrag, mit dem Connor McDavid spielt, hat keinen Discount, sondern einen Double oder Triple Discount. Für 12,5 Millionen hat der Superstar unterschrieben – und damit deutlich unter Wert. Das war ein klares Zeichen an die Organisation: Nehmt das Geld, investiert es in die restliche Mannschaft, so dass wir ein Team haben, das den Stanley Cup gewinnen kann. Ich verzichte dafür auf eine Menge Geld.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Der Vertrag läuft nur zwei Jahre. Genau so lange haben die Edmonton Oilers noch Zeit, den Stanley Cup zu gewinnen. Wahrscheinlich wird McDavid nicht noch einmal verlängern. In zwei Jahren ist er 31. Dann läuft ihm langsam aber sicher die Zeit davon.

Und stellen wir uns vor, die Edmonton Oilers sind in der Saison 2027/28, der letzten in McDavids Vertragslaufzeit, so mittelmäßig wie in dieser Saison. Dann wird sich spätestens im Januar die Frage stellen, ob sie ihren Superstar traden müssen, bevor er im Sommer vielleicht als Free Agent wechselt. Das heißt: Schon die kommende Saison wird für die Edmonton Oilers sehr entscheidend. Das Stanley-Cup-Fenster schließt sich bereits wieder.

Wie erholt sich Draisaitl von einer enttäuschenden Saison?

Kategorie Best-of-seven

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