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Da wäre mehr gegangen.

Über einen Satz, den wir alle sagen — und meistens nicht wissen, wovon wir reden.

Sie kam ins Ziel, stützte die Hände auf die Knie, schaute kurz hoch und sagte: "Da wäre mehr gegangen."

Ich kenne diesen Satz. Ich habe ihn oft im Coaching gehört, hundertmal. Ich höre ihn von Athlet:innen nach Rennen, von Vorständen nach Verhandlungen, von angehenden Jurist:innen nach Klausuren, von Menschen nach Beziehungen, in denen sie geblieben sind oder gegangen.

"Da wäre mehr gegangen."

Es ist ein scheinbar selbstreflektierter Satz. Er klingt fast bescheiden. Er sagt: Ich hätte mehr leisten können, ich hatte noch was im Tank. Was er aber meistens wirklich sagt, ist:

Ich wusste nicht, wie ich mehr geben kann im Moment der Leistung — ohne zu versagen.

Das ist ein Unterschied. Und es ist ein wichtiger Unterschied.

Beim Sport ist das gut zu beobachten, weil es Daten gibt. Wattzahlen, Pulswerte, Pace. Man kann hinterher draufschauen und nachrechnen. Im echten Leben gibt es diese Daten nicht. Da gibt es nur Erinnerungen, Gefühle und ziemlich viel kreative Selbsterzählung. Manche von uns haben darin olympisches Niveau.

Zurück zum Sport. Da zeigt sich oft: Die Person, die "Da wäre mehr gegangen" sagt, ist entweder die eine oder die andere von zwei Sorten.

Kategorie Erfahrungswelten

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