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Warmes Bier, bitte!

Hüstel. Sagte ich im Sondernewsletter (Öffnet in neuem Fenster), das reguläre Piontextchen käme dann nächste Woche? Das wäre ja letzte Woche gewesen! Doch vom Piontextchen keine Spur … Hmm. Was zur Verzögerung geführt hat, erzähle ich im nächsten Newsletter, dem Juli-Rückblick. Jetzt gibt’s erstmal die überfällige Kurzgeschichte, die aus exakt 777 Wörtern bestehen muss.

Elf Menschen aus dem Piontextchen-Kosmos haben für die Challenge jeweils fünf sommerliche Begriffe beigetragen (Öffnet in neuem Fenster). Welche davon ich am Ende einbauen muss, entschied wie immer die Abstimmung. Hier ist das Ergebnis:

Ergebnis zur Umfrage für das Juli-Piontextchen 2026 mit 5 Begriffen. Es gibt einen Gleichstand zwischen Option 1 und 5.
Das wird mich sicher ins Schwitzen bringen ...

Wie du siehst, herrscht Gleichstand zwischen Kombi 1 und 5. Das sind die dazugehörigen Begriffe:

  • Hitze-Tsunami - warmes Bier - Schweißküsse - Schlammbowle - Sonnenstich

  • Poritzenschweiß - warmes Bier - Palmen - reibende Oberschenkel - Waffeleis

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an Lisa (Öffnet in neuem Fenster) und Ralf (Öffnet in neuem Fenster), die hier kreativ geworden sind, um mich herauszufordern. Offenbar haben beide eine Schwäche für warmes Bier 😉, was die Gesamtzahl der Begriffe auf neun heruntersetzt. Und da habe ich mir gedacht: Die baue ich einfach alle ein!

Triptichon aus Spaghettieis in der Waffel, Schatten einer Person mit Hut auf steinigem Sandboden mit Wasserflasche und Bierglas im Biergarten

In der folgenden Lesefassung der Geschichte habe ich die Begriffe farblich markiert. So kannst du auf einen Blick erkennen, wo ich sie benutzt habe. Im Podcast (Öffnet in neuem Fenster), mit dem du als Mitglied zusätzlich die Möglichkeit hast, die Geschichte zu hören, geht das natürlich nicht. Dafür kannst du da nebenbei ein paar Hemden bügeln.

Und nun will ich dich nicht länger auf die Folter spannen. Es folgen exakt 777 Wörter, inklusive Titel. Poritzenschweiß, Schlammbowle … bestimmt ist es wieder eine beschwingte Sommergeschichte (Öffnet in neuem Fenster) geworden. Oder vielleicht auch nicht?

Lies selbst!

Grüne Augen

Michael lag auf dem Bauch und atmete flach. Schweiß rann ihm über die Stirn, vermischte sich dort mit Staub und brannte in seinen Augen. Für einen kurzen Moment verschwammen die Palmen neben dem Haus, das er seit Stunden im Visier hatte. Nichts regte sich hinter den hohen Mauern. Ab und an jedoch wehten Kinderstimmen zu ihm herüber. Sie waren Boten einer Wahrheit, die seinen Auftrag um so vieles schwerer machten und die ohnehin graue Theorie weiter verblassen ließen. Denn der Mann, der sich da drüben verbarg, mochte sein Feind sein. Doch er war auch Vater und Ehemann, und dies war sein Zuhause.

Michaels Herz reiste 12.000 Kilometer in die Ferne. Er vermisste Sue und die Zwillinge. Gestern waren sie vier geworden. Wie lieb er sie hatte und dass er unentwegt an sie dachte, hatte er ihnen erst heute am frühen Morgen sagen können. Für die Kleinen war es da bereits Zeit gewesen, ins Bett zu gehen. Waffeleis hätten sie gegessen, hatte sein Sohn beim Videotelefonat freudestrahlend berichtet. Das Geburtstags-Highlight seiner Tochter war ein kleiner Mann mit Brille und Schnurrbart, der bunte Luftballons zu lustigen Figuren knotete.

Sue hatte tapfer gelächelt und ein bisschen beschwipst gewirkt. Sie wüsste nicht, was schlimmer wäre, hatte sie gescherzt: der Hitze-Tsunami oder die wunden, reibenden Oberschenkel unterm Rock. Aber eine Hose sei doch nun auch keine Lösung bei dem Wetter! Zur Feier des Tages hatte es für sie und ihre Freundinnen jedenfalls Schlammbowle gegeben, zur Abkühlung. Er fürchtete, dass dies nur die halbe Wahrheit war, hatte die dunklen Ringe unter ihren Augen jedoch nicht weiter kommentiert. Ohnehin war es Zeit gewesen, das Gespräch zu beenden. Noch einmal winken zum Abschied. Dann hatte er die Verbindung in die Heimat getrennt.

Eine Bewegung am Haus riss Michael aus seinen Gedanken. Hatte sich die Eingangstür gerade einen Spalt breit geöffnet? Blitzschnell rückte er seinen Körper zurecht. Unterbewusst registrierte er den Poritzenschweiß, an den er sich in den letzten Wochen wohl oder übel gewöhnt hatte. In Michaels Schläfen pochte es und er schluckte schwer, schmeckte Metall im trockenen Mund. Er atmete tief durch und fokussierte sich auf sein Ziel. Vor ihm flimmerte die Luft in der Mittagshitze. Die Tür öffnete sich ein Stück weiter.

Kategorie Piontextchen

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