Zum Hauptinhalt springen

Rollenspielpädagoge im Interview

Paul Cossmer, Rollenspielpädagoge, posiert vor einem blaugrauen Hintergrund mit einem Muster aus gezeichneten D20-Würfeln. Er trägt einen goldbraunen Pullover und einen leuchtend grünen Schal, der dynamisch zur Seite weht. Er hat schulterlanges braunes Haar, einen Kinnbart und blickt selbstbewusst nach oben links.

Wir sollten mehr spielen.“ – Paul Cossmer erklärt, wie DnD Kindern und Jugendlichen hilft, zu lernen, zu wachsen und Gemeinschaft zu erleben.

Heute möchten wir den Blick einmal bewusst über den eigenen Spieltisch hinaus richten – hin zu großartigen Menschen in der Rollenspielszene, die mit ihrer Arbeit wirklich etwas bewegen.

Im Spotlight: Paul Cossmer von „Keep on Rolling“ – Spielleiter, Rollenspielpädagoge und jemand, der zeigt, wie viel mehr Pen & Paper sein kann als „nur“ ein Spiel.

In unserem Interview spricht Paul über seinen Weg vom Improvisationstheater hin zur rollenspielpädagogischen Arbeit, darüber, wie Pen & Paper Jugendlichen helfen kann, über sich hinauszuwachsen, und warum ein Tisch manchmal genau die richtige Distanz bietet, um sich wirklich zu öffnen.

Freut euch auf ehrliche Einblicke in den Alltag zwischen Würfeln und Gruppenarbeit, bewegende Geschichten aus der Praxis – und die Frage, was passiert, wenn ein Spiel plötzlich sehr real wird.

Magst du dich für unsere rollenspielbegeisterte Community zunächst kurz vorstellen?

Hi! Ich bin Paul Cossmer. Ich kreuche als Rollenspielpädagoge, Spieler und Spielleiter bei Keep on Rolling (Öffnet in neuem Fenster) im Internet herum. Wenn ihr mich irgendwo im Internet findet, dann hat es eigentlich immer etwas mit Games, Bildung oder beidem zu tun.

Banner mit grünem Hintergrund und dem Schriftzug „KEEP ON ROLLING“ neben einem stilisierten Würfel-Icon. Rechts daneben eine Reihe von acht Porträts verschiedener Personen, die jeweils Würfel oder Spielmaterial in den Händen halten und unterschiedliche Gesichtsausdrücke zeigen. (Öffnet in neuem Fenster)

Wie ist eigentlich die Idee entstanden, deine Leidenschaft für Dungeons & Dragons mit der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen zu verbinden? Gab es einen bestimmten Moment, in dem du gemerkt hast: „Das gehört zusammen!“?

Bevor ich so richtig angefangen habe mit Jugendlichen Pen&Paper zu spielen, habe ich mich mehr in der Theaterrichtung bewegt. 2013 fing ich mit Poetry Slam an und rutschte in ein Besetzerprojekt in Köpenick (RIP Heim(e)lich). Hier gründete sich ein Improvisationstheater, bei dem ich als Theaterpädagoge Improvisationstheater unterrichtete.

Die Verbindung zwischen Theaterspielen und Pen&Paper haben mich dabei interessiert. Für Jugendliche ist es manchmal schwer aus der Haut zu kommen, mit Pen&Paper aber gibt es eine physische Barriere, aka den Tisch, hinter dem sie Zuflucht finden.

Als ich mich dann noch wissenschaftlich damit beschäftigte, fand ich den Begriff des Bleedings. Er beschreibt die Erfahrungen, die man aus dem Spiel als Charakter nimmt. Wenn man aus einer Rollenspielrunde 5 Jahre später erzählt, ist es kein „Mein Charakter hat den König gestürzt“, sondern „Ich habe den König gestürzt“.

Im Berliner Jugendfreizeitzentrum „U5“ begleitest du Kinder und Jugendliche mit pädagogischen Rollenspielen. Welche Inhalte oder Szenarien greifst du dabei besonders häufig auf und wie genau gestaltet sich dein Arbeitsalltag zwischen Würfeln, Vorbereitung und Gruppenarbeit?

Dass Jugendliche zocken, sieht man in verschiedenen Studien (z.B. JIM-Studie 2024 (Öffnet in neuem Fenster)). Der Jugendclub Jugendfreizeiteinrichtung U5 (Öffnet in neuem Fenster) gab dem Konzept eine Chance. Seitdem bieten wir wöchentliche Runden an und haben zwischen 12-15 Spielende aus einem Pool von 30 Jugendlichen. Das Leben kommt da manchmal einfach dazwischen.

In meiner Vorbereitung einer Runde achte ich darauf Wissen zu recherchieren und dieses auch parat zu haben. „Wie liefen mittelalterliche Turniere ab?“ kann ich dann auf Nachfrage beantworten. In die Story arbeite ich entweder Entscheidungen ein, die ihre Empathie fördern, oder Momente, die mir aufgefallen sind. Damit meine ich Förderung der Selbstwirksamkeit.

Jugendliche können Pen&Paper benutzen, um ihr eigenes Selbst zu stärken. Das kann eine Dialogszene, ein Kampf mit einem Fokus auf Jugendliche oder klassisch aus Kampagnen bekannt, Backstory sein. Ich als Pädagoge achte darauf, dass es nachbesprochen wird, wenn zu einer heiklen Situation kommt. Andere Beobachtungen gebe ich an das Team weiter, die in der offenen Jugendarbeit weiter darauf eingehen können.

Derzeit haben wir ein eigenes Pen&Paper erarbeitet, das mit Deckbuilding und Dicepccool Mechaniken arbeitet. Das Deck ist deine Fähigkeiten, die man ziehen muss, um sie auszuführen. Jegliche Lore und jegliche Mechaniken sind von den Jugendlichen entstanden. Der Prototyp kann sich echt sehen lassen. Dabei lag im letzten Jahr der Fokus sehr stark auf dem Design von einem eigenen Pen&Paper und die Analyse von verschiedenen Systemen. Dieses Jahr wollen wir uns wahrscheinlich wieder mehr auf das Spielen konzentrieren. Es wird jedoch von den Jugendlichen mitentschieden.

Wie reagieren Jugendliche, die vielleicht zum ersten Mal mit Pen & Paper in Berührung kommen? Gibt es besondere Momente, die dir dabei im Gedächtnis geblieben sind?

Viele Jugendliche haben keinerlei Berührung mit dem Hobby und es kann am Anfang überwältigend wirken. Mit dem Jugendclub zusammen haben wir viel in Beziehungsarbeit gesteckt, sodass sie es ausprobieren. Viel hat auch damit zu tun, Pen&Paper verständlich in einem Satz zu erklären. Es ist ein Elevatorpitch. Ich beschreibe es immer als „Computerspiel am Tisch zusammengespielt, bei der du die Geschichte selbst bestimmst“.

Wenn sie es dann gespielt haben, haben sie Eigentum am Charakter und damit auch einen Grund weiterzuspielen. Ich finde es immer wieder toll, wenn so Jugendliche das erste Mal mit kreativen Arbeiten in Berührung kommen.

Viele Momente sind mir im Kopf geblieben, einen erzähle ich euch (Ohne Namen natürlich, weil Jugendschutz): Die komplette Kampagne war darauf ausgelegt einen Lich aufzuhalten, den sie durch Zeitreise selbst erschaffen haben. In einem Dungeon um einen Gegenstand zu bekommen, um den Lich zu zerstören, hat ein Spieler einen Wunsch Zauber bekommen. Alle Jugendliche waren darauf bedacht, diesen Zauber einzusetzen, um mit ihm den Lich zu besiegen. Also haben sie zusammen 30-50 min diskutiert, wie man es formuliert. Die Zeitreise machte es so komplex.

Das schönste war, das der Zauber von einem Jugendlichen gesprochen werden musste, der eher auf der schüchternen Seite war. Er hat es erfolgreich ausgesprochen und wurde von seinen Peers gefeiert. Heute hat er ein gutes Selbstbewusstsein und macht seine Ausbildung zum Erzieher. Ich bin sehr stolz auf ihn und alle die Beteiligt waren.

Ich muss im Allgemeinen sagen, dass aus allen Menschen, die mein Projekt besuchen großartige Menschen geworden sind. Da geht mir bei jeder Geschichte das Herz auf. Letztens meinte einer meiner Jugendlichen, dass wenn er 18 wird, mehr als die Hälfte seines Lebens mit mir Pen&Paper gespielt hat. Das ist eine so krasse Ehre, es kommen mir immer noch die Tränen bei dem Gedanken.

Wie erlebst du die soziale Dynamik am Spieltisch? Inwiefern hilft das gemeinsame Erzählen von Geschichten den Jugendlichen, sich selbst oder andere besser zu verstehen? 

Im Spielstil arbeite ich mit Methoden, die ein Durchwechseln ermöglichen. Es gibt also immer wieder Personen, die neu zusammenspielen (West-Marches oder auch One-Shots bzw. Few-Shots mit zusammenhängender Geschichte). So können ständig neue Leute dazustoßen und sich in die Gruppen einfügen. Es gibt immer Personen, die Wortführende oder stiller sind. Beide Spielstile sind bei mir willkommen. Wichtig ist den stillen Personen den Raum zu geben, wenn sie sich beteiligen wollen. Da sehe ich meine Aufgabe auch auf die Redeanteile zu achten, sodass alle Personen, die möchten,  mitdiskutieren können. Das Thema “Räume schaffen” ist unglaublich wichtig. Es bedeutet auch, dass man Jugendliche manchmal in die Schranken weisen muss, wenn sie zu viel reden. Das muss auch erst einmal gelernt werden.

Gibt es bestimmte Themen – etwa Diversität, Toleranz oder Selbstwirksamkeit –, die du gezielt in deinen Kampagnen einarbeitest?

Das Thema Finanzierung gibt mir an manchen Punkten die Themen vor. Projekte vor allem in der kulturellen und außerschulischen Bildung sind meistens bis immer nur für ein Jahr finanziert. Wir können nicht einfach sagen, dass Pen&Paper und Spielen die Jugendlichen fördert. Nein wir müssen das Rad immer neu erfinden, um eine Konstante zu sein. Viele Förderprogramme sind sogenannte Anschubsfinanzierungen, die ab einen gewissen Punkt von selbst laufen sollen. Woher das Geld dafür kommt, kann aber auch niemand in der Politik sagen. Hierdurch setzen wir inhaltliche Schwerpunkte, mit denen wir uns beschäftigen.

Dieses Jahr ist es die Hintergrundgeschichte und wie sie ein Charakter prägt. Hierzu nutzen wir das Tag-System aus City of Mist (Öffnet in neuem Fenster). Neben den klassischen D&D-Regeln können die Spielenden bestimmte Eigenschaften aus ihrer Backstory anstimmen. So bekommen sie Extramodifikatoren. Das System haben wir mit Jugendlichen getestet. Bis jetzt läuft es sehr gut.

Gesellschaftliche Themen, die immer mitschwingen gibt es natürlich auch. Ich nehme beispielsweise das Thema Queerness einmal auf, um verschiedene Perspektiven und Ansätze zu erklären. Im Team achten wir auf eine Multiperspektive. Wir achten dabei, dass alle Perspektiven von männlich über nonbinär bis weiblich abgedeckt werden. Ich als weißer Cis-Mann kann bei manchen Themen nur bedingt weiterhelfen, dabei kann ich nur an Personen vernetzen, die ihre Erfahrungen teilen können.

Im Start mit den Jugendlichen stellen sich die Jugendlichen mit Vornamen und Pronomen vor. Danach folgt die Charaktervorstellung ebenfalls mit Pronomen. So wissen wir sowohl von Person als auch vom Charakter, wie man die Person in ihren Pronomen anzusprechen hat. Im Spiel selbst achten wir in der Improvisation auch auf Beschreibungen, die nicht nur binär gedacht werden. Ich will auch nicht zum 5.Mal einen Charakter namens Kevin der Mensch treffen. Es ist eine Haltung, die man sich immer wieder in den Kopf bringen muss. Nein es muss nicht immer der König sein, nein es müssen nicht Dienerinnen sein. Patriarchale Strukturen können schon in der Vorbereitung hinterfragt werden. In der Arbeit mit Jugendlichen ist das besonders gewinnbringend, da ihnen so eine weitere Perspektive gegeben wird.

Ein Thema, mit dem ich mich derzeit auf einer theoretischen Ebene beschäftige, ist das Thema der feudalistischen oder kolonialen Erzählungen im Rollenspiel. Wenn man als Abenteuer:innengruppe in ein Dorf/Königreich kommt, zu dem man kein Bezug hat, aber die eigene Lösung den Dorfbewohner:innen aufdrückt, produziert das ein koloniales Denken. Die Perspektive der Dorfbewohner:innen geht verloren oder ist in der Erzählung unwichtig. Am Ende bekommt man eine Burg und Gefolgschaft, über die man herrschen soll. Wir als Personen drücken den Charakteren dann die eigenen Werte auf, mit denen wir unsere Charaktere geschrieben haben. Diese stammen aus unserer eigenen Sozialisation.  Ist es aber das gleiche Wertebild, das die Einheimischen haben. Wie schreibt man Abenteuer, um solche Perspektiven zu reflektieren ohne sie reproduzieren. Im Sinne der Dekolonalisierung der eigenen Perspektive denke ich viel darauf rum und versuche mich entsprechend zu belesen.

Grundsätzlich ziele ich mit meinen Kampagnen zwei Ziele: Zum einen möchte ich den Jugendlichen eine Möglichkeit geben, sich auszuprobieren. Sie bekommen so einen hohen Leistungsdruck und Zukunftsangst in der Gesellschaft. Jugendliche brauchen den Raum auch einmal sie selbst zu sein. Zum anderen möchte ich ihnen Perspektiven geben, eine bessere Welt zu gestalten. Die Weltlage lässt einen ja sehr erschrecken, jedoch können wir in Pen&Paper den Jugendlichen den Raum geben Themen zu verarbeiten. Wir konfrontieren sie dann nicht mit Rassismus, Krieg oder Polizeigewalt. Wir nehmen positive Perspektiven auf und verknüpfen sie im Nachhinein mit der realen Welt.

Werbebanner für „Hexenblut Met" vor einem mystischen lila-violetten Hintergrund. Links steht in großer weißer Schrift: „Süsses Hexenblut – Probiert unseren Met". Rechts sind zwei dunkelblaue Glasflaschen mit dem Etikett „Hexenblut" abgebildet. Die Etiketten zeigen je eine illustrierte Elaynie im Jugendstil-Stil mit leuchtend roten Haaren. (Öffnet in neuem Fenster)

Du unternimmst mit deinen Rollenspielgruppen auch Reisen, um themenbezogene und bildungsorientierte Kampagnen durchzuführen – unter anderem nach Prag.
Wie integrierst du solche Reisen in die pädagogische Arbeit und in einen D&D-Kontext?

Diese Art von Kampagne möchte ich deutlich mehr noch machen. Wir hatten das große Glück über die Call of Cthulhu Regeln in Prag eine wöchentliche Kampagne zu machen. Ich muss auch zugeben wir haben dort sie auch ziemlich durch die Kampagne durchgepeitscht. Wir hatten jeden Tag in zwei Teile geteilt: Einen erlebnispädgogischen und einen Tischrollenspiel – Teil. Beides hat sich gegenseitig beeinflusst. Am Vormittag haben wir uns am ersten Tag die Prager Burg angeschaut. Hierbei gab es eine Art Schnitzeljagd, bei dem sie Fotos machen sollten. In der Burg gibt es die Goldmachergasse. Hier begann das Pen&Paper Abenteuer und die Gruppe musste InGame Bücher katalogisieren. Dabei fanden sie einen geheimnisvollen Raum, in den sie immer wieder teleportiert werden. Ich werde jetzt nicht das ganze Abenteuer spoilern. Die Ergebnisse und Entscheidungen aus den Runden hat dann den nächsten Tag beeinflusst. Ein Bücherdieb hat ein wichtiges Grimore gestohlen. Damit haben wir die Suche nach Mister X gespielt, im öffentlichen Nahverkehr von Prag. Sie haben Mister X nicht gefangen und damit wichtige Informationen nicht bekommen. Dieses Hin und Her ging die ganze Fahrt so. Es hat mega Spaß gemacht.

Ich habe eine ähnliche Idee für eine D&D Kampagne verbunden mit einer Wanderung in Polen, habe aber dafür noch nicht die Mittel gefunden. Wer Ideen hat, hit me up! :D

Was wünschst du dir für die Zukunft der Rollenspielpädagogik – sei es in der Jugendarbeit, an Schulen oder in anderen Bildungsbereichen?

Das kann ich kurz und simpel halten: Wir sollten mehr spielen. Der Leistungsdruck belastet uns alle zu sehr. Wir sollten schauen, mehr zu spielen und so zu lernen. Das ist auch ein Grund, warum ich als Lehrkraft nicht an eine einzelne Schule gegangen bin. Die Bildungslandschaft muss sich ändern. Auch dass ab 18 Schluss ist mit Förderung ist ein Hindernis, was ich gerne verändern möchte. Wir lernen lebenslang und sollten Institutionen haben, durch die wir unterstützt werden.

Wenn wir auf den Rollenspielaspekt schauen, wünsche ich mir mehr Personen, die Pen&Paper pädagogisch einsetzen. In meiner Wahrnehmung sind es viele männlich gelesene Personen, die den Schritt gehen, sich daraus einen Beruf zu schaffen. Ich wünsche mir mehr Perspektiven, die nicht männlich sind. Katrin Fischer hat beispielsweise ein cooles pädagogisches Rollenspiel namens EduTale (Öffnet in neuem Fenster) entwickelt. Es gibt einen FLINTA*-Discord fürs D&D spielen. Solche Räume braucht es, damit wir in unserem Hobby wachsen können.

FLINTA* (alternativ auch FLINT) ist ein Akronym, das für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, transgeschlechtliche und agender Personen steht. Ein FLINTA*-Server ist ein geschützter virtueller Raum (Safer Space). Er dient dazu, einen Austausch ohne patriarchale Strukturen und Diskriminierung durch Cis-Männer zu ermöglichen.

Hier jetzt auch einen expliziten Apell an dich, wer es hier liest:

Erstmal Hi und Danke, dass du das Interview bis hier her gelesen hast <3. Deine Konsumentscheidung verändert das Hobby und die Professionalisierung in dem Hobby. Wenn du das 5. Mal D&D kaufst, zeigt du Hasbro, dass sich nichts verändern muss. Wenn du dich aber auf für dich fremde Perspektiven und auf Indietitel einlässt, wirst du krass bereichert. Ich als Cis-Mann habe einiges gelernt als ich „Charmante Schwertlesben (Öffnet in neuem Fenster)“ gelesen habe. Ich will es immer noch spielen.

Der Gedanke sich auf etwas neues einzulassen, ist gruselig. Die Handlung daraus ist anstrengend. Je öfter wir unsere Komfort Zone verlassen, desto mehr wachsen wir. Jede Person macht das in dem eigenen Tempo. Als Erwachsene legen wir den Grundstein, was für die zukünftigen Generationen angeboten und auch entwickelt wird. Ich bin ein großer Fan davon Spiele einzusetzen, die nicht unbedingt für die Pädagogik angedacht war. So kommt man in der Lebenswelt an und macht die drei wichtigen Dinge: Spielen, Lernen und Wachsen.

Im September letzten Jahres hast du gemeinsam mit Jakob Saß das „Game Change Lab (Öffnet in neuem Fenster)“ gegründet. Worum handelt es sich bei dieser gemeinnützigen Organisation genau und was ist eure Mission?

Paul steht vorne in einem Klassenraum und zeigt auf eine projizierte Präsentation an einem großen Bildschirm. Mehrere sitzende Zuhörende verfolgen den Vortrag aufmerksam an Tischen mit Unterlagen und Notizen. Der Raum ist hell beleuchtet und mit Whiteboards sowie technischer Ausstattung ausgestattet.

Die Firmengründung und das Anlaufen der Firma ist auch der Grund, warum ich so lange für diese Fragen gebraucht habe. Nochmal Sorry! <3

Game Change Lab setzt den Gedanken „Spielen, Lernen und Wachsen“ fort und befasst sich weiter mit dem Thema. Wir setzen nicht nur Pen&Paper, sondern auch Videospiele und Gesellschaftsspiele ein. Man kann aus allem Lernen. Ich hatte eine 8. Klasse in Mathe mit Mario Kart unterrichtet. Wir haben anhand der Items Stochastik und Wahrscheinlichkeiten erlernt.

Paul und Jakob stehen vor einer weißen Wand und halten gemeinsam einen Stapel Bücher und eine Switch in den Händen. Paul steht links. Er trägt eine Brille und hat lange Haare. Jakob steht rechts neben ihm und lächelt in die Kamera.
Paul Cossmer und Jakob Saß

Unsere Mission ist es die Brücke zwischen Gaming und Bildung zu sein. Wir wollen Bildungseinrichtungen ermutigen, mehr Games einzusetzen und wir wollen Publisher mehr ermutigen in Bildung zu investieren. Für uns ist das ein WIN-WIN-WIN. Win für die Lernenden, weil sie mit Spielen lernen. Win für die Lehrkräfte, die ihre Inhalte Zeitgemäß unterrichten. Zuletzt Win für die Spielentwickler, denn wir schaffen es nicht alles zu spielen. So werden auch neue Spiele gezeigt, die vielleicht keine Lootboxen besitzen.

Links zu Paul & seinen Projekten

Danke, lieber Paul!

Wir hoffen, euch hat dieser Einblick genauso inspiriert wie uns. Paul zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in unserem Hobby steckt – wenn wir bereit sind, es neu zu denken. Vielleicht nehmt ihr aus diesem Interview ja nicht nur neue Perspektiven mit, sondern auch die Motivation, selbst einmal etwas auszuprobieren – am Spieltisch, in euren Gruppen oder darüber hinaus. Denn am Ende bleibt vor allem eines hängen:

Geschichten verbinden uns. Und manchmal können sie sogar ein kleines Stück die Welt verändern. Danke, dass ihr dabei wart – und bis zum nächsten Spotlight.

Unsere Dice Trays und Würfel erwarten dich im Shop von Cat in the Dice Bag. (Öffnet in neuem Fenster)

Kategorie Community

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von Dice Actors und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden