22 Jahre war Karim El-Gawhary das Gesicht der ORF-Nahost-Berichterstattung, dann wurde sein Vertrag Ende Juni überraschend nicht verlängert. Offiziell begründet der ORF das mit einem Generationenwechsel und mit Sparvorgaben. Wir haben mit ihm über seine Gaza-Berichterstattung, die Anfeindungen in den sozialen Medien und den Preis von kritischem Journalismus gesprochen
Interview: Viktoria Kirner
Fotocredit: Minitta Kandlbauer
Die Chefredaktion: Nach 22 Jahren beim ORF wurde dein Vertrag überraschend nicht verlängert. Begründet wurde das mit einem “Generationenwechsel” und mit Sparvorgaben. Glaubst du das oder lag es doch an deiner Berichterstattung über Gaza und deinen Positionen?
Kommuniziert wurde mir vor allem das Argument “Generationenwechsel”. Aber ich habe natürlich viele, viele Angriffe wegen meiner Gaza-Berichterstattung erlebt, vor allem in den sozialen Medien. Und ja, da ist relativ viel Druck aufgebaut worden. Es gab immer den Versuch, meine berufliche Karriere zu beenden, den Aufruf, der ORF solle mich endlich loswerden. Ob das am Ende das Motiv des ORF war, muss man den ORF fragen.