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Klimaaktivismus, quo vadis? (Komm doch mit zum Kollapscamp)

Im Rahmen von Pressearbeit für das Kollapscamp (Öffnet in neuem Fenster) fragte mich gestern eine Journalistin unter anderem, ob es Klimaaktivismus gerade überhaupt noch gibt und woran wir gescheitert seien.

Gescheitert sind wir bezogen auf das eine Ziel der (dauerhaften) Reduktion von Emissionen und des Haltens der 1,5 Grad – Grenze. Gescheitert sind wir aber in vielen Dingen nicht, ist ebenso ganz klare Antwort auf diese Frage, denn Klimaaktivismus, wie er für viele Jahre in Aktionen auf die Straße, in Dörfer, Wälder und Kohlegruben getragen wurde, hat viel bewirkt. Diese Form des Aktivismus ist aber nun an ihre Grenzen gestoßen und muss sich deshalb ändern. Gescheitert ist appellativer Aktivismus, auch wenn einige das noch nicht einsehen und weiterhin von Regierungen und Konzernen erwarten, unsere Forderungen doch endlich umzusetzen, ihre Versprechen zu halten und unsere Bitten zu erhören.

Viele haben das aber verstanden und arbeiten inzwischen anders – mit anderen Aktionsformen, mit lokalen Organisierungen, mit Sabotage und langfristiger Ausrichtung auf ein breiteres, aber doch zusammenhängendes Themenspektrum. Das mag zwar manchmal weniger sichtbar sein, findet aber trotzdem statt und ist wesentlich angesichts der aktuellen Situation.

Für relevanten Klimaaktivismus und alle Kämpfe für soziale Gerechtigkeit muss oberstes Ziel sein, das Wirtschaftssystem anzugreifen. Auch wenn Regierungen, Justiz, Verfassungsschutz und Polizei das anders sehen und uns das spüren lassen, ist dies ein legitimes Ziel, was nicht im Gegensatz zur Verfassung und zur demokratischen Grundordnung steht, im Gegenteil.

schwarz-weiß Foto, Frontbanner einer Demonstration, Text: capitalism kills, smash it

Um das Wirtschaftssystem anzugreifen, gibt es meiner Meinung nach vor allem zwei Wege: solidarisch preppen und disruptive Aktionen. Beides führt für uns als „Aktivist*innen“ dazu, dass wir das Gefühl von Wirkmacht, Gemeinschaft und Erfolgen, größeren und kleineren „Siegen“ wieder mal erleben können und keine*r von uns kann leugnen, wie motivierend und damit relevant für’s Weitermachen diese Emotionen sind.

Disruptive Aktionen verursachen aus diversen Gründen Kosten und da sich im aktuellen Wirtschaftssystem alles um Geld, Kosten und Profite dreht, ist das auch einer der zwei Punkte, wo Aktivismus – sei es für’s Klima, gegen den Genozid in Palästina, für Gleichberechtigung, bessere Arbeitsbedingungen… - ansetzen muss.

Protest von Ende Gelände, Besetzung eines Baggers, Transparent: smash capitalism, her mit dem schönen Leben
Menschen ins weißen Maleranzügen, bunter Rauch

Solidarisches Preppen im Sinne der Schaffung von resillienten Netzwerken und Strukturen zur gegenseitigen Hilfe ist der zweite Punkt, an dem wir das Wirtschaftssystem attackieren können, denn wir entziehen uns ihm. Wir entziehen uns, weil wir durch Wissen, Fähigkeiten und andere Menschen nicht mehr auf das System und seine player angewiesen sind (sofern es aufgrund des stetigen Kollapses und der damit verbundenen Unmöglichkeit der Aufrechterhaltung unseres bisherigen Alltags überhaupt noch da und funktionstüchtig (gewollt oder ungewollt) ist), sondern uns gemeinsam anders helfen können. Um das spürbar werden zu lassen, ist es natürlich noch ein weiter Weg, für den es aber erstmal einen Anfangspunkt braucht.

Wir versuchen, mit dem Kollapscamp einen solchen Anfangspunkt zu schaffen und uns ist dabei bewusst, dass wir nicht alle Antworten haben und sicher noch lange nicht alle Themen, die in den diversen Kollapsdynamiken aufkommen werden, auf dem Schirm haben. Schon im Rahmen der Organisation und des Zusammenstellens des Programms sind wir auf Aspekte gestoßen, die wir zu Beginn nicht im Blick hatten und wir haben Strukturen entdeckt, die uns richtig viel Freude gemacht haben, weil teilweise doch schon mehr passiert, als auch wie gedacht haben. In diesem Sinne geht hiermit nochmal die Einladung an alle raus – stört das System, in Aktionen und beim Kollapscamp. (Öffnet in neuem Fenster)

Kartons, gelagerte Medikamente

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