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Conan der Barbar (1982)

Im Hyborischen Zeitalter führt der junge Barbar Conan einen blutigen Rachefeldzug gegen den grausamen Halbgott Thulsa Doom und seinen verderbten Schlangenkult. Der Kultführer hatte einst Conans Eltern ermordet, sein Dorf gebrandschatzt und ihn selbst in die Sklaverei geführt. Doch durch seine Stärke als Gladiatorenkämpfer erlangte Conan die Freiheit und giert nun nach Vergeltung. Die Diebin Valeria, der Bogenschütze Subotai und der Zauberer Akiro helfen dem Barbaren bei seinem Vorhaben. Ihr Weg führt sie durch eine mystische Welt voller Magie, Gefahren und Monster, bis Conan schließlich seinem Erzfeind gegenübersteht und endlich seine Vendetta vollstrecken kann.

Conan der Barbar aus dem Jahr 1982 ist ein legendärer Genreklassiker nach Motiven von Robert E. Howard, der ab 1932 mehrere Fantasy-Storys über Conan den Cimmerier verfasste und im berühmten "Weird Tales Magazin" veröffentlichte. Die Figur des Conan wurde in weiteren Büchern, Comics, Filmen, TV-Serien und Computerspielen adaptiert. Conan der Barbar ist die erste Verfilmung des Stoffs und stammt von Regisseur John Milius, der zusammen mit Oliver Stone das Drehbuch schrieb. Dino De Laurentiis fungierte als Executive Producer. Arnold Schwarzenegger mimt den Conan eigensinnig und ikonisch. Ansonsten sind James Earl Jones als Thulsa Doom, Max von Sydow als König Osric und Sandahl Bergman als Valeria zusehen. Sven-Ole Thorsen, William Smith, Makoto Iwamatsu, Gerry Lopez und Nadiuska übernahmen weitere Rollen.

Der Film begründete das Subgenre des Barbarenfilms und löste die Barbarenfilmwelle der 1980er-Jahre aus. Doch keiner der zumeist US-amerikanischen und italienischen Epigonen erreichte je die Qualität und Tiefe des Vaters aller Barbarenfilme. Ohne Conan der Barbar gäbe es das Subgenre in der Form, wie wir es heute kennen, nicht.

Die Musik im Film spielt eine wichtige Rolle, sie hat eine erzählende Funktion und trägt mit ihrer Melancholie und ihrem Pathos das Gesamtwerk ungemein. Basil Poledouris komponierte und produzierte einen der ikonischsten und schönsten Soundtracks der Filmgeschichte.

Die Kritik war zur Zeit der Veröffentlichung eher skeptisch, wie das bei Kultfilmen, die etwas ganz Neues erschaffen, oft der Fall ist. Conan der Barbar wurde eine menschenverachtende und faschistoide Grundhaltung unterstellt und Arnold Schwarzenegger im selben Jahr für die Goldene Himbeere in der Kategorie "Schlechtester Schauspieler" nominiert. Das Werk galt als politisch rechter Film, und ja, das Zitat von Friedrich Nietzsche am Anfang und seine durchgehende "Poesie der Stärke" lassen einen das oberflächlich betrachtet schnell bestätigen. Doch die offensichtliche Martialität des Films wird immer wieder durch selbstironischen Humor gebrochen. Genauer betrachtet, fallen einem einige Elemente auf, die alles andere als konservativ sind: Die gesellschaftlichen Tabufelder Sex und Tod sind recht freizügig dargestellt, und Religion spielt hier eine unsympathische Rolle. Am Ende wird eine ganze Glaubensgemeinschaft mitsamt totalitärem Führer zu Klump gehauen, während die Götter der Heldenfiguren gerade gut genug sind, um zu helfen, mehr aber auch nicht. So erleben wir wahrscheinlich eines der tolerantesten Gespräche zwischen zwei Personen mit unterschiedlichem Glauben in der Filmgeschichte. Wenn der Umgang zwischen Andersgläubigen so undogmatisch und augenzwinkernd wäre, wie ihn Conan und Subotai pflegen, gäbe es weniger Krieg und Leid auf dieser Welt. Aber vor allem fällt es mir angesichts des diversen Casts und Sandahl Bergmans starker Rolle ungemein schwer, den Film als rechts zu bezeichnen. Man stelle sich das vor: Die Macher entschieden sich dafür, ganz ohne identitätspolitische Vorgaben.

Ich weiß nicht, ob es den perfekten Film gibt. Für mich ist Conan der Barbar auf jeden Fall sehr nahe dran. Hier stimmt alles: Dramaturgie, Stimmung, Musik, Atmosphäre, Kamera, Schauspiel, Story, Kulisse. Es wird nur wenig gesprochen; die Bilder und die Musik erzählen den Film, die Schauwerte lassen keine Sekunde Langeweile aufkommen. Das ist für mich die Definition eines guten Films.

https://www.imdb.com/de/title/tt0082198/ (Öffnet in neuem Fenster)
Kategorie Film