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Unzivilisierung | Februar 2026

Liebe Leserschaft,

ich habe diese Woche etwas über den Krieg geschrieben — in Erinnerung daran, dass sowohl Russland (Öffnet in neuem Fenster) als auch die Ukraine (Öffnet in neuem Fenster) regelmäßig Menschen zum Dienst an der Waffe zwingen:

Unzivilisierung

Da liegt er. Tot. Soldatisch eingekleidet.
Von einem Mord mag aber niemand sprechen,
weil hier der Job als Kombattant entscheidet:
Rein völkerrechtlich war das kein Verbrechen.

Die Grenze aber ist schon längst verschwommen;
der Tote selbst hat dieses Spiel verdorben:
Er ist nicht freiwillig hierher gekommen
und hat sich nie um diesen Job beworben.
So ist der tote Mann – genau genommen –
als Zivilist in Uniform gestorben.

Wer jetzt die Mörder sucht, der findet sie
nicht unter jenen, die ihn niederstreckten.
Die eigentlichen Täter bleiben die,
die ihn in die Soldatenkleidung steckten.


Die Gelegenheiten, zu denen ihr mich ein letztes Mal mit meinem Programm “Durchbruch” auf der Bühne sehen könnt, sind inzwischen sehr übersichtlich: Ich spiele nur noch am morgigen Freitag im Düsseldorfer “Kom(m)ödchen” sowie Ende März im Zebrano-Theater in Berlin-Friedrichshain.
Mit dem einen oder anderen Gedicht werde ich mich aber auch danach wieder zu Wort melden.

Friedliebende Grüße
Michael Feindler

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Kategorie Monatsgedichte

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