Es ist in etwa das Gegenteil von Black Friday. Ihr bekommt nichts billiger, sondern müsst etwas im Voraus bezahlen, damit ihr es überhaupt haben könnt. Klingt grauenhaft? Okay. Jetzt multipliziert das unbehagliche Gefühl mit 100, ungefähr so fühlt sich der wirtschaftliche Teil vom Indieverlegen im Endzeitkapitalismus an.
Und, ja, es, es klingt grauenhaft, aber es ist eine reelle Art, als Indieverlag mit Hilfe der Kund*innen überhaupt etwas verwirklichen zu können.
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https://frohmannverlag.de/products/mindestens-eines-wochenkalender-2026 (Öffnet in neuem Fenster)Beim neuen Frohmann-Produkt, dem Mindestens eines-Wochenkalender 2026, gilt das mit der Bedeutung der Vorbestellungen sogar in zwei Richtungen. Mit dem Kalendergeld wird erstens bei uns das nächste Buch finanziert, was unüblich ist, denn normalerweise wäre das Kalendergeld, ist das Merchgeld, für mich, Christiane Frohmann, zum Leben bestimmt, so wie auch die Abo-Einnahmen vom Umsehen lernen- und vom PGExplaining-Newsletter – es ist ja auch meine eigene kreative Arbeit, nicht die von Verlagsautor*innen.
Weil aber aus sehr verschiedenen Gründen lange nicht viel mit neuen Publikationen lief, habe ich auch lange keinen Verlagspreis gewonnen: Preisgelder halten einige wenige meiner Kolleg*innen am verlegerischen Überleben – über die Buchverkäufe selbst werden selbst im besten Fall nur die Produktionskosten von Büchern wieder eingespielt –, Frohmann aber eben nicht. Quelle 1 für neue Produktionen ist also temporär versiegt.
Quelle 2, die Einnahmen über Soli-Abos für eben diesen Newsletter, ist noch nicht entwickelt genug, um Geld für neue Projekte zu bieten, es reicht immer nur, um den Verlag nicht abwickeln zu müssen. Dürfte meine Schuld sein, weil ich zu selten schreibe, das hat auch wieder sehr verschiedene Gründe, aber da muss ich dringend mal ran. Der Umstand jedoch, dass viele von euch den Verlag seit Jahren am Leben halten helfen, ist eine der wenigen schönen Erfahrungen, die ich professionell mache, ohne sie selbst erzeugen zu müssen. Danke so sehr dafür.
Quelle 3, Honorare, die ich als Vortragende und Panelteilnehmerin bekomme und sonst ebenfalls direkt in den Verlag stecke (die berühmte Mischkalkulation), gibt es zur Zeit nicht. Ich bin lange nicht eingeladen worden, keine Ahnung, warum. Nein, nicht ganz richtig, Ahnung schon, aber kein Wissen, also sage ich dazu auch nichts.
Gerade stecke ich also nicht nur viel unbezahlte Arbeit, sondern auch mein eigenes, immer ziemlich knappes Geld in den Verlag, damit er wieder ans Laufen kommt. Praktischerweise habe ich durch die hochgefahrene Arbeit eh keine Zeit zum Geldausgeben, lebe also sehr sparsam.
Zurück zum Anfang: Die Vorbestellungen sind zweitens wichtig für mich, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viele Exemplare vom Kalender ich überhaupt verkaufen kann, das ist bei einem zeitsensiblen Produkt extrem hilfreich, andernfalls könnte ich am 1. Januar leicht auf einem Berg Kalender und Schulden sitzen. (Dass es ein bisschen arg zeitsensibel geworden ist, liegt teils an wirklicher Zeitknappheit, teils an meiner persönlichen mittelschweren Zeitblindheit: Ich arbeite leider oft so, als hätte ich für jedes Projekt parallele Zeiten, sorry dafür.)
Also kauft bitte Kalender. Viele. Per Vorbestellung. Wenn ihr sie einfach nur kauft, weil sie megatoll und das beste Geschenk für fast alle sind, ist das auch absolut in Ordnung.
https://frohmannverlag.de/products/mindestens-eines-wochenkalender-2026 (Öffnet in neuem Fenster)Kommt gut durch die Jahresendzeit.
XOXO,
FrauFrohmann
PS: Es gibt einen neuen Verlagsclaim.
Poetischer Tief- und Unsinn, nicht nur in Büchern.