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Was kostet Sie mehr: 18.000 Euro für einen dualen Studierenden pro Jahr – oder 180.000 Euro für die Agentur, die Ihr Unternehmen nie wirklich verstehen wird?

Liebe Macherinnen und Macher,

es war ein Bild mit Symbolkraft, das sich Anfang Mai in Berlin bot. Rund 4.000 Entscheider aus Politik und Wirtschaft versammelten sich zum Wirtschaftstag 2026. Ein Jahr nach dem Amtsantritt der neuen Regierung war die Erwartungshaltung enorm. Doch was als Aufbruchssignal gedacht war, endete in Ernüchterung.

Während in unseren DHBW-Hörsälen täglich in Problemlösungen gedacht wird und diese umgesetzt werden, verliessen während der Abschlussrede von Bundeskanzler Friedrich Merz ein Drittel der Zuhörer den Saal und gingen ans Buffet [1]. Die Präsidentin des Wirtschaftsrates, Astrid Hamker, hatte zuvor nicht mit Kritik gespart: 96 Prozent der Mitglieder halten das Reformtempo für zu langsam [2]. Die Diagnose ist eindeutig:

Wir bluten ganz langsam aus in den Unternehmen und treiben unsere jüngsten Nachwuchsgenerationen in die Arbeitslosigkeit.

Was für eine Katastrophe! Statt in Problemlösungen im Rahmen eines dualen Studiums zu investieren, überweisen wir regelmäßig große Geldscheine an Agenturen, die mit ihren Geschäftsmodellen vielerorts noch in den 90er Jahren feststecken und mit billigen KI-Anwendungen ihre Kunden abzocken – auch weil viele glauben, unsere Agenturen betreiben Voodoo mit Zaubersoftware, die nur sie beherrschen.

Der Kanzler selbst beschwor in seiner Rede zwar auch den Glauben an die Industrie und die Zukunft. Doch wie Dr. Peter Geigle, CEO der Maha Gruppe, in einem viel beachteten LinkedIn-Beitrag treffend zusammenfasste: "Glaube ist nicht eine Strategie. Die Industrie kann nicht auf Glaube bauen." [3] Und Unternehmen kommen auch nicht mit Glauben voran, sondern mit Tatkraft. Und wo steckt die? In unseren jüngeren Generationen!

Die Frustration über die Politik ist zwar verständlich, aber sie darf nicht zu unserer eigenen Lähmung führen, indem wir falsche Entscheidung treffen:

FÜR alte Geschäftsmodell und GEGEN neues Denken mit jungen Menschen.

Die Standortromantik mit laufender Maschine

Wir erleben derzeit eine gefährliche Kaskade in vielen Unternehmen: Aus der politischen Lähmung entsteht eine kühle mathematische Analyse der Standortnachteile. Daraus folgen Warnungen an die Politik, die schließlich in tiefer Frustration münden. Am Ende bleibt oft nur noch die vage Hoffnung auf bessere Rahmenbedingungen und halt … der Glaube.

Doch Hoffnung ist der Feind von Machern. Ein treffender Kommentar unter Dr. Geigles Beitrag brachte es auf den Punkt: "Kein Werkleiter geht nach einem Produktionsausfall vor die Mannschaft und sagt: 'Ich glaube an die Linie.' Der muss sagen, was abgeschaltet, repariert, priorisiert, entschieden und finanziert wird." [3]

Und wer glaubt, die Jugend wird es schon richten, der glaubt auch, das ein depressiver Projektleiter in der Stagnation Projekte leitet.

Wer dann noch auf die große politische Wiederanlaufstrategie wartet, betreibt Standortromantik mit laufender Maschine. Wir können und dürfen nicht auf die Politik warten. Die Verantwortung für die Zukunft unserer Unternehmen und damit auch für unsere Gesellschaft müssen wir vorantreiben, indem wir die Jugend einbinden und mit Ihnen den Change bewirken können. Und das ist noch nicht mal schwer!

Vom Warten zum Machen: Die Rückkehr zur unternehmerischen Kernkompetenz

Es ist an der Zeit, dass wir uns auf das besinnen, was den deutschen Mittelstand über Jahrzehnte stark gemacht hat: das Machen. Wir müssen aus der passiven Beobachterrolle heraustreten und wieder aktiv gestalten. Das bedeutet konkret:

1. Produkte aus Überzeugung entwickeln Wir dürfen Innovationen nicht von Förderprogrammen oder politischen Vorgaben abhängig machen. Wir müssen Produkte und Dienstleistungen entwickeln, von denen wir zutiefst überzeugt sind, dass sie ein echtes Problem unserer Kunden lösen. Der Antrieb muss aus dem Unternehmen selbst kommen, aus dem tiefen Verständnis für den Markt und die Bedürfnisse der Menschen.

2. Faire Preise für echten Wert In Zeiten von Inflation und Kostendruck ist die Versuchung groß, an der Preisschraube zu drehen oder an der Qualität zu sparen. Doch nachhaltiger Erfolg basiert auf Vertrauen. Wir müssen Dienstleistungen und Produkte zu fairen Preisen anbieten, die ihren Wert rechtfertigen. Wer echten Nutzen stiftet, wird auch in schwierigen Zeiten Kunden finden und binden.

3. Gesellschaftliche Verantwortung durch wirtschaftliches Handeln Wirtschaft und Gesellschaft sind keine Gegensätze. Indem wir Arbeitsplätze sichern, Innovationen vorantreiben und Werte schaffen, leisten wir den wichtigsten Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Ein gesundes, handelndes Unternehmen ist das beste Sozialprogramm.

Die günstigste Investition, die Sie jetzt tätigen können

Wenn wir über das Machen sprechen, müssen wir auch über die Menschen sprechen, die es in Zukunft tun werden. Der Fachkräftemangel ist real – und er wird nicht durch politische Programme gelöst. Er wird durch unternehmerisches Handeln gelöst.

Ich sage Ihnen aus über 20 Jahren Erfahrung als Studiengangsleiter an der DHBW Mannheim (Öffnet in neuem Fenster): Die günstigste und wirkungsvollste Investition, die ein Mittelstandsunternehmen heute tätigen kann, ist die Ausbildung eines dualen Studierenden über drei Jahre.

Warum? Weil Sie damit gleich mehrere Probleme auf einmal lösen:

Kompetenz aufbauen statt einkaufen. Externe Agenturen liefern Ergebnisse, aber das Wissen geht mit ihnen. Freelancer kommen und gehen. Ein dualer Studierender bei mir in den digitalen Medien (Öffnet in neuem Fenster) und in der KI-gestützten Unternehmenskommunikation hingegen baut über drei Jahre systematisch internes Know-how auf – in Digitalstrategie, Projektmanagement, KI-Anwendungen oder Medienproduktion. Dieses Wissen bleibt in Ihrem Unternehmen.

Echte Projektergebnisse ab dem ersten Tag. Duale Studierende sind keine Zuschauer. Sie arbeiten an Ihren realen Projekten – vom Website-Relaunch über die Content-Strategie bis zum Employer-Branding-Konzept. Wissenschaftlich begleitet, aber mit direktem Praxisbezug. Viele Partnerunternehmen sind überrascht, wie schnell diese jungen Menschen produktiv werden.

Nachwuchsgewinnung ohne Risiko. Die Übernahmequote nach dem dualen Studium liegt bei über 85 Prozent. Das bedeutet: Sie gewinnen eine fertig ausgebildete Fachkraft, die Ihr Unternehmen bereits in- und auswendig kennt. Kein aufwendiger Bewerbungsprozess, keine monatelange Einarbeitung, kein Risiko einer Fehlbesetzung.

Wissenstransfer in Echtzeit. Was an der Hochschule gelehrt wird – aktuelle KI-Methoden, neue digitale Tools, Forschungsergebnisse – fließt direkt in Ihre Projekte ein. Gleichzeitig wirken duale Studierende als Impulsgeber: Sie bringen neue Perspektiven ein und hinterfragen eingefahrene Prozesse. Nicht weil sie es besser wissen, sondern weil sie es anders sehen.

Die Investition in einen dualen Studierenden ist ein Bruchteil dessen, was Sie für eine externe Agentur oder einen erfahrenen Festangestellten ausgeben würden. Und am Ende haben Sie nicht nur Ergebnisse, sondern einen Menschen, der Ihr Unternehmen versteht, Ihre Kultur lebt und Ihre Zukunft mitgestaltet. Das ist Machen in Reinform. [4]

Der Macher-Kompass für die kommenden Monate

  1. 💪 Nehmen Sie einen Dualen Studierenden in den Digitalen Medien (Öffnet in neuem Fenster) an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg noch in diesem Jahr 2026 auf (Start 1.10.26).

  2. 💪 Schaffen Sie Effizienz und Effektivität in den Routineaufgaben mithilfe von neuen digitalen Medien und Technologien. Ich berate für Start und Projektentwicklung (Öffnet in neuem Fenster) gern

  3. 💪 Beziehen Sie öffentlich Position. Erzählen Sie auf LinkedIn, in Ihrer Branche, in Ihrem Netzwerk, was Sie als Unternehmer gerade machen – nicht, was die Politik versäumt. Jede sichtbare Macher-Geschichte ist ein Gegenmittel gegen die kollektive Lähmung.

Ich wünsche Ihnen den Mut und die Entschlossenheit, in den kommenden Wochen genau diesen Weg zu gehen.

Ihr Prof. Dr. Gerald Lembke


Quellen:

[1] WELT (2026): Wirtschaftsrat der CDU: Noch während des müden Applauses für Merz geht ein Drittel der Zuhörer zum Buffet. https://www.welt.de/wirtschaft/plus69fa4449a7ce0ad4a07f0b4d/wirtschaftsrat-der-cdu-noch-waehrend-des-mueden-applauses-fuer-merz-geht-ein-drittel-der-zuhoerer-zum-buffet.html (Öffnet in neuem Fenster)

[2] Wirtschaftsrat der CDU e.V. (2026): Wirtschaftstag 2026: Mut zu Reformen. https://wirtschaftsrat.de/de/presse/medienresonanzen/wirtschaftstag-2026-mut-zu-reformen/ (Öffnet in neuem Fenster)

[3] Dr. Peter Geigle (2026): LinkedIn-Beitrag zum Kanzler-Auftritt beim Wirtschaftstag. https://www.linkedin.com/posts/dr-peter-geigle-a22b33140_merz-realismus-madeingermany-share-7457682034161905664-9b3L (Öffnet in neuem Fenster)


[4] Prof. Dr. Gerald Lembke (2026): Medienkompetenz aufbauen statt einkaufen – warum sich die duale Partnerschaft mit meiner Hochschule besonders lohnt. https://www.linkedin.com/pulse/medienkompetenz-aufbauen-statt-einkaufen-warum-sich-die-lembke-5fccf/ (Öffnet in neuem Fenster)

Kategorie Realisten-Report

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