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Katastrophieren (Part 1)

gefährlicher Blumenstrauß, zur Sicherheit angekettet


Dear fellow creator,
– auf Deutsch: Liebe kollegiale Kreatur,

Heute habe ich ein Foto auf Instagram gesehen, auf dem einer Autorin nach ihrer Lesung Blumen überreicht wurden. Zuerst habe ich mir gedacht: “Wie schön”, und freute mich für sie – zwei Sekunden später switchte das Hirn nach Spiegelneuronenland und ich musste mir vorstellen, wie es wäre, wenn ich so einen Strauß direkt zum Applaus bekommen würde 💐😬

Aufgrund der Tatsache, dass ich damit nicht sofort von der Bühne springen könnte – nach einem kurz geratenen, aber sehr netten “Dankeschön!” – sondern die soziale Erwartung bestehen würde, dass ich mich jetzt mit meinen Stängeln eine unbestimmte Zeitspanne lang begutachten lassen soll, hätte ich Angst, eine oder mehrere der folgenden Übersprungshandlungen auszuführen:

Mögliche Übersprungshandlung Nummer 1)
Unkontrolliertes Herumwedeln mit dem Bouquet
Links, rechts, oben, unten. Das sieht eventuell auf Foto- und Videoaufnahmen gleich weniger ehrwürdig aus… könnt’ ich mir vorstellen.

Mögliche Übersprungshandlung Nummer 2)
Den Strauß einer Person hinter, neben oder vor mir ins Gesicht schlagen, weil ich spontan dachte, es wäre eine lässige Geste, meine Schnittrosen mit anderen “zu teilen” und sie ohne jegliche Vorwarnung jemanden zuzuwerfen.

Mögliche Übersprungshandlung Nummer 3)
Oder ich könnte – und das ist insgeheim mein Lieblingsszenario – auf die Idee kommen, Olympionik:innen nachzueifern, die unter Blitzlichtgewitter in ihre Medaillen beißen. Ich sehe es schon direkt vor mir, wie ich da stehe und unter großem Raunen meine Seitenzähne in die schönen Blumen versenke.

Dieser Text ist übrigens, als ich am Schreibtisch saß, entstanden.

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