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Wir brauchen keine „Förderschulen“

In „Sent from my wheelchair“ schreibe ich über meine Arbeit als Inklusions-Aktivist und über das, was Barrierefreiheit voranbringt (oder ausbremst).

Liebe Freund*innen der sozialen Gerechtigkeit,

die Erkenntnis ist nicht neu: Sonderwelten zu schaffen und zu erhalten ist das Gegenteil von Inklusion. Zu diesen Sonderwelten, die laut ihren Befürwortenden dem „Schutz“ und der „Förderung“ dienen, gehören auch die sogenannten Förderschulen, die ich weiterhin lieber Sonderschulen nenne. Denn: Sie sondern aus.

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Allen rechtlichen, ethischen und praktischen Einwänden zum Trotz bekennen sich Vertreter*innen reaktionärer Parteien in den letzten Tagen wieder hartnäckig zum Konzept „Förderschule“: So wollen etwa CDU und AfD in Mecklenburg-Vorpommern das Ende der Förderschulen von 2030 auf 2035 verschieben (Öffnet in neuem Fenster), auch in Sachsen-Anhalt (Öffnet in neuem Fenster) will der CDU-Bildungsminister das System der Aussonderung unbedingt beibehalten – die Liste ließe sich fortsetzen. 

Doch die schwerwiegenden und dringlichen Probleme unseres Bildungssystems lassen sich nicht einmal ansatzweise lösen, indem wir die Verantwortung wegschieben und nicht „normgerechte“ Schüler*innen frühzeitig aussondern. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels müssen wir stattdessen die Norm anpassen und ein Bildungssystem für alle schaffen. Nicht nur, weil es ein in der UN-BRK verankertes Menschenrecht ist. Sondern auch, weil wir es uns nicht mehr leisten können, jungen Menschen den Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt zu versperren, indem wir sie von Anfang an in viel zu enge Schubladen stecken.

Liebe Grüße
Euer Raul

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