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Lebensbücher (Paket 2 & 3)

Es gibt Bücher, bei denen man schon beim ersten Satz spürt, dass sie bleiben werden. Nicht, weil sie laut sind – sondern weil sie sich leise und beharrlich mit dem eigenen Denken verbinden, bis man sie nicht mehr aus sich herauslösen kann.

Judith Schalanskys Verzeichnis einiger Verluste (2018) ist so ein Buch. Es befasst sich literarisch mit Dingen, die verschwunden, vergessen, versunken oder ausgestorben sind.

Die Vorbemerkung ist ein einziger Satz, der unten mit der Seite endet und poetisch aufzählt, was unserer Welt während Schalanskys Arbeit an diesem Buch alles abhanden gekommen ist, was zerstört, verschwunden, (aus)gestorben, verloren ist. Ein Satz, der mehr Welt und mehr Wunder enthält, als manche Bücher auf hunderten von Seiten.

Schon der Titel ist eine Einladung zur Genauigkeit — und zur Zärtlichkeit: ein Verzeichnis, kein

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