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Seevogel-Samstag #2 Der Seeadler

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts litt die Population der Seeadler sehr unter dem Einsatz von Pestiziden, direkter Jagd und auch dem Verschwinden des Lebensraums für Wildtiere und Vögel. Durch starken Schutz breitet sich die Art nun seit den neunziger Jahren wieder aus. Laut WWF gibt es in Deutschland 580 Brutpaare. [1] Vor allem in Norddeutschland ist es möglich, sie zu beobachten. Da die meisten von ihnen Standvögel sind, also im Winter nicht in Richtung Süden ziehen, ist die Beobachtung sogar das ganze Jahr über möglich.

Erst ausgewachsene Seeadler haben weiße Schwanzfedern und einen gelben Schnabel.


Dabei sind sie leicht zu erkennen: Sie wirken wie ein Brett am Himmel. Mit einer Flügelspannweite bis zu 2,5 Metern und den sehr geraden und breit wirkenden Flügeln sind Seeadler unverwechselbar. Vom Boden aus kann man sogar häufig das Alter bestimmen: Während Jungvögel noch braune Schwanzfedern zeigen, verfärben sich bis zum dritten Lebensjahr weiß. Und auch der Schnabel färbt sich erst zu dieser Zeit von einem dunklen Grau zu Gelb.

Seeadler bleiben meist dauerhaft in einer Partnerschaft und besetzen gemeinsam ein Revier. Das Nest wird als Horst bezeichnet und wird von dem Adlerpaar gern aus dem Vorjahr weiter genutzt. Somit sparen sie sich den komplizierten Bau eines solch großen Gebildes und können früher mit dem Brüten beginnen. Solch ein Adlerhorst kann nämlich einen Durchmesser von zwei Metern und ein Gewicht von 600 Kilogramm erreichen. Das Weibchen brütet darin bis zu drei Eier aus während es vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Sobald die Küken geschlüpft sind, heißt es dann für beide Elterntiere Vollzeit-Carearbeit. Den ganzen Tag über sind sie nun mit der Jagd beschäftigt, um die schnell wachsenden Jungtiere zu versorgen.

Seeadler sind sehr gut an ihrer brettartigen Silhouette zu erkennen.

Seeadler brüten gern auf hohen, alten Bäumen in der Nähe von Gewässern. Hier jagen sie Wasservögel, Fische und auch Säugetiere. Doch auch Aas steht auf seinem Speiseplan. Im Winter Anfang 2026 sah man häufig eine große Anzahl Seeadler auf der zugefrorenen Ostsee, wo die Greifvögel in der Kälte verstorbene Wasservögel fraßen. In wärmeren Monaten sind Seeadler auch an Überresten von Säugetieren oder Enten zu sehen, die von menschlichen Jägern im Wald zurückgelassen wurden. Deshalb ist es weiterhin ein großes Problem, giftiges Blei als Munition zu verwenden wird. Die Seeadler nehmen dieses Gift in sich auf und es reichert sich - wie bei allen Prädatoren - in ihrem Körper an, bis es zu neurologischen Symptomen kommt und auch nicht selten ein Adler daran stirbt.

Auch wenn wir einen Aufwärtstrend in der Population der Seeadler sehen (weiter abwärts ging es eigentlich nicht), müssen die Tiere trotzdem weiter darin unterstützt werden, ihren Lebensraum neu zu besiedeln. Seeadlerhorste werden häufig von Menschen beobachtet und betreut, um Störungen möglichst zu vermeiden. So werden Schutzzonen rund um Nester in Wäldern festgelegt, in denen während der Brutzeit keine Waldarbeiten oder Jagden passieren. 

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[1] https://www.wwf.de/themen-projekte/artenlexikon/seeadler (Öffnet in neuem Fenster)

Kategorie Seevogel-Samstag

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