Zum Hauptinhalt springen

Die Instrumentalisierung der Nostalgie

Ist die beste Zeit deines Lebens gestern oder morgen?

Ich habe ein wahnsinnig reichhaltiges, weises Podcast Interviews gehört. Der Autor Ocean Vuong (Öffnet in neuem Fenster) spricht im otherppl Podcast (Öffnet in neuem Fenster) mit Brad Listi über die Poesie der Namensgebung, unsere Fetischisierung von Expertentum, über seine Arbeit als Burger-Kellner, die Einwanderungsgeschichte seiner Familie, über die Poetik unserer Vornamen, über die spezifischen Beziehungen, die wir zu Leuten haben, mit denen wir zusammen arbeiten, und noch eine ganze Reihe anderer Sachen. 

In dem Interview sagt Ocean Vuong, dass er in einer Gegend wohnt, in der viele Leute Trump wählen. Und dass die Leute, die Trump wählen, bekanntlich finden, man sollte America great again machen. 

Vuong erzählt, dass er angefangen hat, diese Leute zu fragen, wann genau eigentlich ihrer Meinung nach diese greate Zeit gewesen ist. Die ja weder von Trump, noch von irgendwem sonst jemals spezifiziert worden ist.

War es great in den 1940ern, als Schwarze Menschen nicht auf der gleichen Parkbank sitzen durften wie Weiße und Billie Holiday auf dem Höhepunkt ihrer musikalischen Karriere war?

War es great in den 1950ern, als Frauen noch nicht selbstbestimmt verhüten konnten und der Wirtschaftsaufschwung allen Amerikanern eigene Fernseher und Telefone brachte?

War es great in den 1960ern, als der Vietnamkrieg stattfand und man endlich nicht mehr andauernd einen BH tragen musste?

War es great in den Achtzigern, als man konstant mit der Explosion der Atombombe rechnete, und Mobiltelefone in der Größe von Pflastersteinen mit an den Strand nehmen konnte?

Es gibt keine Zeit die offiziell great war, aber dennoch kennen alle die Antwort:

Kategorie Lifestyle

6 Kommentare

Möchtest du die Kommentare sehen?
Werde Mitglied von Mia Gatow und diskutiere mit.
Mitglied werden