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Ulrike Herrmann: Geld als Waffe

00:00:00 Einleitung und allgemeine Kritik an "Geld als Waffe" Wolfgang und Stefan äußern grundlegende Kritik an Ulrike Herrmanns neuem Buch. Sie bemängeln eine fehlende theoretische Fundierung und logische Widersprüche in der Hauptthese, wonach autokratische Staaten wie Russland und China Kriege vorrangig zur innenpolitischen Ablenkung von wirtschaftlichen Schwächen führen würden. Die beiden vergleichen Herrmanns Argumentation mit den Werken anderer Autoren wie Branko Milanović, Adam Tooze und Patrick Kaczmarczyk und stellen fest, dass tatsächliche geopolitische Interessen in Herrmanns Analyse zu kurz kommen.

00:39:50 Russlands wirtschaftliche und historische Entwicklung Die Hosts diskutieren Herrmanns historische Herleitung der russischen Wirtschaftsstruktur vom Zarenreich über die Sowjetunion bis hin zur Herrschaft von Wladimir Putin. Wolfgang skizziert die Darstellung des Buches, nach der der russische Staat primär auf Repression und den Ausbau des Verwaltungs- und Militärapparates setze. Stefan verweist auf Brüche in der Argumentation des Textes, insbesondere bei der Annahme, Putin wolle das Volk durch Kriegsabenteuer einen, was angesichts unpopulärer Zwangsrekrutierungen und massiver Verluste zu gegenteiligen Effekten führen müsste.

01:17:16 Chinas Aufstieg und geopolitische Ziele Das Gespräch wendet sich dem Buchkapitel über China zu, in dem der wirtschaftliche Wandel unter Mao Zedong und Deng Xiaoping bis zu Xi Jinping nachgezeichnet wird. Stefan und Wolfgang hinterfragen die Prämisse, dass ein möglicher chinesischer Angriff auf Taiwan als Ablenkungsmanöver für innenpolitische Defizite, wie etwa das fehlende Rentensystem, dienen solle. Sie argumentieren stattdessen, dass Chinas Handeln stark von der aktuellen geopolitischen Lage und dem Agieren der USA abhänge und verweisen auf den anhaltenden Bedarf der chinesischen Wirtschaft an globalen Exportmärkten.

01:44:00 NATO, Atomwaffen und Europas Rolle In diesem Abschnitt fassen Wolfgang und Stefan die verbleibenden Buchkapitel zu Atomwaffen, Wirtschaftssanktionen und der Rolle westlicher Militärbündnisse zusammen. Wolfgang kritisiert Herrmanns Schilderung der westlichen Akteure, die im Buch lediglich als passive Beobachter des Weltgeschehens beschrieben werden. Stefan lehnt zudem Herrmanns Schlusspointe ab, in der sie massiv durch gemeinsame europäische Schulden (Eurobonds) finanzierte keynesianische Aufbauprogramme für die Ukraine fordert, und verweist dabei auf die strengen Vorgaben der deutschen Verfassungsrechtsprechung.

01:58:06 Fazit und Einordnung in den publizistischen Kontext Zum Abschluss vergleichen Wolfgang und Stefan die aus ihrer Sicht mangelnde Konsistenz in Herrmanns Publikationen mit dem inhaltlichen Anspruch an eigene Buchprojekte. Stefan verdeutlicht an seinen Werken zur Demografie und Gesellschaft, dass eine durchgehende argumentative Linie entscheidend sei, welche er bei "Geld als Waffe" im Vergleich zum Vorgängerbuch der Autorin vermisst. Die Episode endet mit einem kurzen Ausblick auf den kommenden Live-Salon.

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