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MELONBALL

Viva Punk Rock Holiday!

Die Mitglieder von MELONBALL
Foto: ShmagiLiklikadze

Ox-Interview von Wolfram Hanke

Im fränkischen Underground tut sich was. Erst haben AKNE KID JOE ihren Siegeszug durch die Clubs dieser Republik angetreten. Jetzt macht sich schon wieder eine Punkband aus Nürnberg deutlich bemerkbar. Vor drei Jahren haben MELONBALL ihr Debütalbum „Breathe“ auf den Labels Thousand Islands Records (Kanada) und Lockjaw Records (UK) veröffentlicht. Melodischer Punkrock amerikanischer Prägung mit politischen Texten. Der Nachfolger heißt „Take Care“ und kommt via Rookie Records. Damit will die Band den nächsten Schritt machen. Sängerin Oli und Gitarrist Basti erklären im Interview, was mit dem neuen Album geplant ist und welche Bedeutung das Festival Punk Rock Holiday in Slowenien für die Bandgeschichte hat.

Wie hat das alles angefangen mit MELONBALL?

Oli: Wir haben uns alle beim Punk Rock Holiday im Jahr 2018 getroffen. Da haben wir schnell festgestellt, dass wir alle Musik machen können, und haben einfach beschlossen, eine Band zu starten. Erst waren es Basti, unser Bassist Jens und ich. Dann haben wir uns noch andere Leute und einen Proberaum gesucht. Und als wir startklar waren, kam Corona. Aber danach ging es ziemlich schnell los mit Shows und es macht immer noch Spaß.

Das Festival hat auch was mit eurem Bandnamen zu tun ...

Basti: Der Melonball ist tatsächlich der Signature-Drink vom Punkrock Holiday. Das ist ein quietschgrünes, alkoholisches Getränk mit allen möglichen Zutaten, alle Punks trinken das. Als es darum ging, einen Namen für unsere Band zu finden, sind wir ziemlich schnell auf die Idee gekommen, uns nach diesem Cocktail zu benennen.

Habt ihr vorher in anderen Bands gespielt?

Oli: Für keinen von uns ist es die erste Band. Wir waren alle schon in verschiedenen Projekten aktiv. Da ist aber nichts Größeres dabei. Jens war zum Beispiel bei MY FLINT, die kann man noch am ehesten erwähnen, weil die viel unterwegs waren. Ich habe mein Studium damit finanziert, dass ich bei Hochzeiten gesungen habe. MELONBALL ist für uns alle schon etwas Besonderes.

Das erklärt auch, warum ihr zwei Release-Partys spielt. In Nürnberg und in Graz.

Oli: Genau, weil die beiden aus Graz kommen.

Basti: Wir sehen uns aber schon als Band aus Nürnberg. Da ist unser Mittelpunkt, da haben wir angefangen, da ist unser Proberaum. Wobei die Herkunft einer Band auch irgendwie Schall und Rauch ist.

Oli: Wir proben nicht besonders regelmäßig. Das liegt daran, dass wir dieses Jahr fast jedes Wochenende gespielt haben. Da mussten wir nicht so viel üben. Aber normalerweise läuft das an Wochenenden und blockweise.

Ist Nürnberg eine gute Stadt, um eine Punkband zu gründen?

Oli: Natürlich kann man Nürnberg nicht mit Hamburg oder Berlin vergleichen. Solche Städte haben ein anderes Flair. Die Punk-Szene bei uns ist klein, aber umtriebig, würde ich sagen. Man kennt sich, aber es kommen trotzdem immer wieder neue Leute dazu. Es hat auch positive Seiten, wenn man sich gut kennt. Wir sind zum Beispiel schon seit vielen Jahren aktiv beim KNRD-Fest. Das ist ein DIY-Festival im Nürnberger Umland. Da helfen wir mit und bauen auf. Da kennen sich alle und das ist schön. Aber Nürnberg ist einfach Bayern und damit sehr konservativ. Immerhin liegt Nürnberg strategisch nicht schlecht. Hamburger Bands müssen weit fahren, um in den Süden zu kommen. Wir sind relativ zentral und kommen schnell in alle Ecken von Deutschland oder Europa. Das hat also auch Vorteile.

„Take Care“ heißt euer zweites Album, „Passt auf euch auf“, oder „Kümmert euch“. Ein Aufruf zur Solidarität?

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