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Trumpeten, Melonis Apostel, Delfine und schöne Geschenke

Trump sagt Europa den Kampf an, so nachzulesen im jüngsten Dokument der US-Sicherheitsstrategie (Öffnet in neuem Fenster) - und was meint dazu Giuseppe Conte, Chef der Fünfsterne, einst von Trump zärtlich auch Giuseppi genannt? »Lasst Trump einfach machen«, sagt er (Öffnet in neuem Fenster), praktisch im Chor mit Éric Zemmour, Anführer der französischen Rechtsextremen: »Trump ist der Einzige, der die europäische Zivilisation verteidigt« und - natürlich - dem AfD-Abgeordneten Maximilian Krah: »Trump übertrifft meine ohnehin schon hohen Erwartungen.« Und so marschiert die europäische Rechte vereint hinter Trump - und damit auch hinter Putin.

Österreich, Ungarn, Italien und Polen sind in der Langversion des Dokuments sogar als Länder aufgeführt, mit denen die USA „stärker zusammenarbeiten sollten … mit dem Ziel, sie aus der [Europäischen Union] herauszulösen“, kurz: dank der Hilfe von Österreich, Ungarn, Italien und Polen die EU zu zerlegen.

Und was sagt Giorgia Meloni dazu? Verwehrt sie sich dagegen wie der österreichische Kanzler Stocker? Nein, sie sagt gar nichts. Warum auch? Soll sie sich ihr Ansehen kaputtmachen, schließlich wird sie doch allenthalben als “Trump-Flüsterin” geschätzt und die Medien wetteifern darum, Giorgia Meloni hochzuschreiben (Öffnet in neuem Fenster): Faschismus mit Herz.

Und wenn man sieht, wie sich in Italien in diesen Tagen praktisch das gesamte politische und kulturelle Establishment auf der Bühne bei Atreju drängelt, weiß man, dass Italien vor allem eins siegt: der Opportunismus. Atreju ist das Festival der rechten Brüder Italiens: Atréju, eigentlich eine Figur aus Michael Endes “Die unendliche Geschichte”, ist Namensgeber von Melonis jährlicher Kundgebung, zu Gast war hier bereits nahezu jeder, der bei den Rechten Rang und Namen hat: neben Viktor Orban auch Steve Bannon, Elon Musk oder die Le-Pen-Enkelin Marion Maréchal (Öffnet in neuem Fenster).

Heute drängelt sich bei “Melonis Woodstock” (Öffnet in neuem Fenster) praktisch das gesamte politische und kulturelle Establishment Italiens, von Chefredakteuren wie Marco Travaglio, der früher mal davon gelebt hat, regierungskritisch zu berichten, über den einstigen Fünfsterne-Aktivisten Roberto Fico, der für öffentliches Wasser kämpfte und heute als Regionalpräsident Kampanien mit exakt denjenigen an der Macht sitzt, die das Wasser privatisiert haben, bis hin zu linken Abgeordneten Debora Serracchiani (Öffnet in neuem Fenster), die nie links war. Und wenn man sie alle dort sieht, versteht man, was mit dem Motto "Alles muss sich ändern, damit sich nichts ändert" gemeint ist, auch wenn man keine Zeile des Romans »Der Leopard (Öffnet in neuem Fenster)« (ital. Il Gattopardo) gelesen hat. Es gibt praktisch keine relevante Opposition mehr in Italien. Giorgia über alles.

Und da sie so siegreich ist, wird sie weiter belohnt. Etwa von der Unesco, deren unheilvolle Rolle ich im Hinblick auf Venedig (Öffnet in neuem Fenster) schon oft beschrieben habe. Jetzt hat die Unesco die italienische Küche zum Weltkulturerbe (Öffnet in neuem Fenster) ernannt. Okay, sie ist da nicht kleinlich, bei der Gelegenheit hat die Unesco auch isländische Badeanstalten zum Weltkulturerbe (Öffnet in neuem Fenster) ernannt.

Abgesehen davon, dass es in Italien zunehmend schwierig ist, italienische Küche zu finden, gab es “die” italienische Küche nie - sie war immer eine Küche der Regionen. »Wir haben uns für den einfachen Weg entschieden: eine beruhigende und touristisch lukrative Idee zu verherrlichen, als wäre sie eine einzige jahrtausendealte Tradition. Eine Küche, die es paradoxerweise nie gegeben hat. Eine große verpasste Chance. Wir hätten uns der Welt mit unserer Wahrheit präsentieren können: einer Geschichte von Elend, Einfallsreichtum, Improvisation, Migration und ständigem Wiederaufbau. Wir aber haben uns für die Postkarte entschieden«, schrieb (Öffnet in neuem Fenster) der Historiker Alberto Grandi, der schon in seinem von mir gelobten (Öffnet in neuem Fenster) Buch “Mythos Nationalgericht” (Öffnet in neuem Fenster) mitleidslos festgestellt hat, dass es in der italienischen Küche vor allem um Selbstvermarktung geht.

Was es sonst noch gibt? Unser Delfin (Öffnet in neuem Fenster) schwimmt immer noch im Markusbecken herum. Hier ein Foto der Küstenwache von vor drei Tagen:

So wie er aussieht, geht es ihm gut. Seine an der Rückenflosse erlittenen Verletzungen seien gut verheilt (Öffnet in neuem Fenster), berichten die Biologen der Universität Padua. Und das ist im Moment die einzige Nachricht, die mich wirklich bewegt.

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Sie können natürlich auch eins (gerne auch zwei) meiner Bücher (Öffnet in neuem Fenster) verschenken, am besten natürlich, wenn Sie dazu in eine Buchhandlung Ihres Vertrauens gehen. Für “Diventare italiana” (Öffnet in neuem Fenster) die italienische Übersetzung meines letzten Buches, habe ich ja ein paar Promo-Videos gedreht, also zu drehen versucht. Ähem. War nicht ganz einfach, wie Sie hier sehen können …

https://www.youtube.com/watch?v=-e61G_Mqmjg (Öffnet in neuem Fenster)

Einen beschaulichen dritten Advent wünscht Ihnen, Ihre Petra Reski

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