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Geld oder Liebe (Traumjob Autorin 1)

Eine Wand mit dem Spruch: "Heute Vormittag 11 Uhr den 'Schimmelreiter' beendet, heut Abend 5 Uhr ihn als Wertsendung von 3000 M. zur Post gebracht."
Storms Tagebuch 9.2.1888

Vom Schreiben leben zu können - für einige ist das ein Wunschtraum. Schreiben als Beruf - ist es wirklich ein Traumberuf?

Ja, ist es. Aber für viele von uns nur, wenn wir, wie bei allen Tätigkeiten, bereit sind, Kompromisse einzugehen. Ich stelle drei wichtige Klippen vor, die es zu umschiffen gilt.

Das liebe Geld

Klar: Lieferst du den ultimativen Bestseller und lebst fortan von Tantiemen, hast du kein Problem mit Geld. Wahrscheinlicher könnte es sein, dass du vom Blitz erschlagen wirst.

Daher solltest du dir die Frage stellen: Wie viel muss es mindestens sein? Und was zahlen Verlage aktuell denn eigentlich?

Großverlage zahlen aktuell rund 5000 - 8000 Euro pro Buch. Mehr ist natürlich fein und möglich, weniger aber leider auch, gerade bei Debüts.

Und: Den Mindestlohn zugrunde gelegt, müssen also drei bis vier Bücher pro Jahr geschrieben werden.

Jedes Jahr!

Das Geld wird auch nicht sofort komplett gezahlt, sondern in zwei bis drei Vorschussraten aufgeteilt.

Folgende “Ereignisse” sind üblich:

  1. Rate bei Verlagsabschluss: Wenn der Vertrag ausgehandelt und unterschrieben wurde

  2. Rate Manuskriptabgabe: Sofern die Rohfassung bereits fertig ist, fallen die erste und diese Rate zusammen ODER

    Manuskriptannahme: Manche zahlen erst, wenn Lektorat und Korrektorat abgeschlossen sind.

  3. Rate bei Erscheinen: Der Tag der Veröffentlichung des Buches. Zwischen der ersten und der letzten Rate können durchaus 12-18 Monate vergehen.

Wenn du das Schreiben zum Beruf machen möchtest, solltest du Verlagen bereits weitere Projekte anbieten, noch bevor das aktuelle Buch erscheint.

Wenn du einigermaßen erfolgreich bist, kommen mit der Zeit Tantiemen, Lesungshonorare und ähnliches dazu. Und auch höhere Vorschüsse, aber selbst das klappt nicht immer und vielleicht nicht auf Dauer bzw. regelmäßig. Außerdem dauert das. Bei mir waren das ca. acht Jahre. Meine Ausschüttungen der VG-Wort belaufen sich nach wie vor auf ein paar hundert Euro.

Hinzu kommt die Unsicherheit, die wohl jede Selbstständigkeit begleitet.
Gerade im Buchmarkt passieren viele Dinge, die wenig beeinflussbar sind. Wenn sich deine Bücher nicht verkaufen, wirst du im Folgejahr keine drei Verträge für drei weitere Bücher bekommen.

Kategorie Schreibtipp (Autorich)

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