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Banden bilden - auch gegen Bedrohungen

Eingestellt, eingestellt, eingestellt: Was wir vom Fall Katja Diehl lernen müssen

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Die deutsche Mobilitätsexpertin & Autorin Katja Diehl wird beleidigt und entwertet. Vielfach. Die Täter agieren oft nicht mal anonym, sie sind schnell gefunden - doch die Staatsanwaltschaften stellen die Verfahren ein. Dahinter steckt ein strukturelles Problem, das gelöst werden muss. Was wir aus den Erfahrungen von Katja Diehl lernen können und müssen. (Öffnet in neuem Fenster)

Liebe Flauschis!

Grüße von meinem Balkon in Bratislava, wo ich weile, weil VOLT, die erste pan-europäische Partei, mich auf ein Panel am heutigen Sonntag geladen hat. Leider parallel zur Session über Technofaschismus, aber das Leben ist nunmal nicht perfekt.

Bratislava ist wunderschön - und die Hölle für Radfahrende. Ich habe gestern über 10.000 Schritte gemacht eine Zahl, die ich wegen meiner chronischen Erkrankungen eher nie erreiche. Mein Ziel ist es immer 3.000 Schritte an Tagen ohne Crash zu schaffen.

Weil ich mein Rad fast nur geschoben habe.

Irgendwann in ferner Vergangenheit muss es hier mal besser gewesen sein, unfassbar verrottete Zeichnungen auf den Autostraßen zeugen davon. Den ganzen Tag über habe ich nur fünf Radfahrende gesehen, aber Massen von Lieferfahrern - muss ich nicht gendern, es waren nur Männer. Diese armen Menschen werden hier von Menschen mit mehr Geld nicht nur einem prekären Job ohne Absicherung, sondern auch einer fehlenden Infrastruktur ausgeliefert.

Schonmal drüber nachgedacht? (Solche Gedanken kamen mir gestern…)

https://loops.video/v/gdVHKRhn6D (Öffnet in neuem Fenster) (Öffnet in neuem Fenster)

Der sechste Teil von #UnplugBigTech für euch!

Vom WhatsApp-Zwang zu Signal: Der pragmatische Weg in digitale Freiheit.

Die bittere Realität: WhatsApp als Standard
WhatsApp dominiert nicht wegen technischer Überlegenheit, sondern weil es der soziale Standard ist. Wenn in Kita, Schule oder Verein „WhatsApp-Gruppe“ gesagt wird, steckt dahinter selten eine bewusste Entscheidung – sondern ein sozialer Reflex. Wer nicht mitmacht, verpasst Infos oder gilt als „kompliziert“. Genau so entsteht der Lock-in-Effekt: Nicht durch Technik, sondern durch Gruppendruck und Gewohnheit.

Dabei ist WhatsApp eine Datenschutzfalle im Gewand der Bequemlichkeit. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt zwar den Chatinhalt – aber nicht die Metadaten. Wer mit wem kommuniziert, wie oft, zu welchen Zeiten und aus welchem Netz – diese Begleitdaten sind oft aussagekräftiger als eine einzelne Nachricht. Daraus lassen sich Beziehungen und Routinen ableiten, auch wenn der Chattext selbst verschlüsselt bleibt. Und das Telefonbuch-Abgleich bedeutet: Selbst Menschen, die WhatsApp nie nutzen und nie zugestimmt haben, landen im Meta-Ökosystem!

Da ich diesen “überall” veröffentliche und wieder sehr viel Besserwisserei am Start ist (anstatt sich auch mal zu bedanken, was Mike Kuketz und ich hier so pro bono machen), zwei Artikel für das Vermeiden von Mansplaining :) durch diese Newsletter-Ausgabe:

  1. Einwand: Es ist nicht zu schaffen, andere dorthin zu bewegen, allein beruflich brauche ich Whatsapp…!!

    1. 2018: "Whatsapp und Snapchat sind gängige Apps auf Smartphones. Der Autozulieferer Continental hat seinen Mitarbeitern nun die Nutzung dieser Apps untersagt. Grund ist die neue Datenschutz-Grundverordnung. Andere Unternehmen teilen die datenschutzrechtlichen Bedenken. (Öffnet in neuem Fenster)"

    2. Ich habe ein halbes Jahr bei Fielmann gearbeitet und den juristisch empfohlenen Umzug auf Diensthandys von WhatsApp zu Threema begleitet. War ein riesiger Aufschrei, aber Fielmann hatte das prüfen lassen und es war schlicht nicht DSGVO-konform. Sie hätten von ALLEN Kund*innen die Einwilligung holen müssen. Vielleicht hilft das Menschen bei euch, ihre beruflichen Verantwortungen mal zu überdenken und ggf. Klagen zu vermeiden nach Auskunftspflicht.

  2. Einwand: Wie schlecht habt ihr denn bitte recherchiert? Wirklich sicher ist nur Threema (oder eine noch abwegigere Alternative, die kein Mensch nutzt):

    1. Die Messenger-Debatte ist kaputt. (Öffnet in neuem Fenster)

    2. Ist der Messenger Signal »Big Tech« – oder nicht? (Öffnet in neuem Fenster)

    3. Die große Messenger-Übersicht – kompakt, kritisch & direkt. (Öffnet in neuem Fenster)

Wie ich euch schon mitteilen musste, ist der Talk von Raùl Krauthausen und mir auf der republica als einziger Talk aufgrund technischer Probleme leider nicht aufgezeichnet worden. Wir werden daher unsere “Flauschi-Talks” (also die Einladung für für unsere Abonnent*innen) zusammenlegen - am Montag, den 12. August von 19 bis 21 Uhr - und den Talk zwar nicht wiederholen, aber ähnliche Themen adressieren.

„Aktivismus, Hass im Netz und wie weiter?"

Wir wollen offen darüber sprechen, wie leicht es Tech-Plattformen anderen machen, Menschen zu bedrohen und einzuschüchtern. Und wir werfen einen ehrlichen Blick auf unseren Aktivismus rund um Mobilität und Barrierefreiheit – warum er nötiger denn je ist, und was uns trotzdem antreibt.

Nach dem Gespräch bleibt natürlich Zeit für eure Fragen und den gemeinsamen Austausch.

Dolmetschung in deutsche Laut- und Gebärdensprache ist bestätigt.

Wir freuen uns sehr, dich dabei zu haben!

Da dies ein geschützter Raum sein soll, findet sich die konkrete Einladung am Ende - also dort, wo nur zahlende Abonnent*innen mitlesen können. Vielleicht ein Grund, vom Subscriber zur Abonnentin zu werden? :) Hier findest du die Übersicht über meine Abopakete.

(Öffnet in neuem Fenster)

Und damit zum “titelgebenden” Thema,

wo ihr ein nicht unerheblicher Teil von seid, weil ihr mir mit euren Beträgen für den Newsletter ermöglicht, arbeitsfähig zu sein. Die Reaktion(en) auf den Beitrag von Veronika und Sebastian Bohrn Mena, die in Österreich zusammen mit Natascha Strobl und anderen Betroffenen von Hass und Bedrohung die Bundesstiftung comun (Öffnet in neuem Fenster) gegründet haben (eine inhaltliche Schwester von Hateaid, die aber zudem auch unbürokratisch Geldmittel für Verfahren bereitstellt) waren wie erwartet: Von der einen Seite massive Bagatellisierung und Verächtlichmachung, von der anderen Seite großes Erschrecken und Mitgefühl. Beides zeigt, wie wichtig es ist, Bedrohungen als Betroffene nicht zu verschweigen, sondern zum Thema zu machen.

Und ja: Ich überlege jedes Mal, ob ich es mache, weil die Wucht im Anschluss erfahrungsgemäß echt überbordend ist. Aber da ich durch euch mittlerweile mehrere Freelancer bezahlen kann, die meine Mails und die Recherche sowie die Anzeigen komplett übernommen haben, mache ich das. Klar, ich hätte das Geld gern auf meinem Konto - who I am to lie? :D Aber das Leben ist, wie es ist. Und so zahle ich halt für meinen Selbstschutz, um arbeitsfähig zu bleiben und keine miesen Kompromisse (aka. schweigen) machen zu müssen.

Ich habe in meiner Selbstständigkeit lernen müssen, was es bedeutet, die eigene Privatadresse ein paar Wochen im Impressum stehen zu haben. Um mich dann um die Verweigerung der Auskunftspflicht kümmern zu dürfen. Das kostet Zeit, Nerven und Geld. Der Staat schützt nicht. Also schütze ich mich selbst.

Digitale Gewalt ist kein Einzelfall-Problem. Es ist strukturell. Einzelne Kommentare mögen juristisch als „zu allgemein" gelten. Aber hunderte Kommentare, Probeabos und Pizzasendungen an die Privatadresse, Gewaltfantasien – sie entfalten gemeinsam eine Wirkung, die sehr real ist.

Sie verändern, wie man lebt. Ob man schreibt. Wie man öffentlich spricht. Ich tue es. Weil ich glaube, dass die Alternative schlimmer wäre. Aber ich zahle dafür einen hohen monetären, mentalen und zeitlichen Preis. Und darüber werde ich nicht schweigen. Denn das Tätersystem gehört abgeschafft.

Ich habe eine politische Forderungsliste:
  • Verpflichtende Schulungen für Polizei und Staatsanwaltschaften

  • Staatlich finanzierte Schutzmaßnahmen für Betroffene

  • Klarere gesetzliche Grundlagen für die Verfolgung und Bestrafung digitaler Gewalt

  • Strengere Regeln für Plattformen, deren Algorithmen Eskalation belohnen

Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest: Empfehle mich als Speakerin und Moderatorin. Wir sind mehr. <3

Hier (Öffnet in neuem Fenster) gehts zum Beitrag von Veronika und Sebastian.

Hier (Öffnet in neuem Fenster) zu meiner Podcast Folge mit Veronika und Lobbycontrol (Christina Deckwirth).

(Öffnet in neuem Fenster)

Und weil im Zuge dieses Artikels viele erstaunt waren, dass ich meinen Schutz “nicht einfach so” zahlen kann, weil im Gegensatz zum Beginn meiner Arbeit diese in ein Abseits geraten ist, teile ich euch auch gern meine Gedanken dazu. Und ja! Ich weiß, dass ich mich verletzlich mache, wenn ich all das offenlege, aber wie wollen wir die Welt verändern, wenn nicht mit großen Visionen im Re-Konktakt zu unserer Mitwelt und uns selbst? Hier empfehle ich den Talk (Öffnet in neuem Fenster) “Angegriffen und alleingelassen: So beeinflusst digitale Gewalt unsere Demokratie” zwischen Anna-Lena von Hodenberg (Hateaid), Carmen Wegge (MdB SPD) und Sophia Maier (Journalistin), wo Sophia klar statuiert, dass sie nicht schweigen will, obwohl viele ihr dazu raten. Weil DAS die Täter stark machen würde und nicht ihre eigene Selbstermächtigung ÜBER die Täter durch Kommunikation.

Das Hass gegen mich wirkt, in Sachen Zeit, mentale Gesundheit und Belastung - und in Sachen finanzielle Einbußen sogar doppelt. Und da machen leider "alle" mit.

Mich hat ein Hilferuf von den Riffreporter*innen erreicht, den ich gern mit euch teilen möchte:

Über Mobilität wird viel gesprochen. RiffReporter berichtet seit fast zehn Jahren darüber, wie Menschen im Alltag tatsächlich von A nach B kommen – in der Stadt und auf dem Land. Die Journalist:innen zeigen, wo Alternativen zum privaten Auto bereits funktionieren und welche Ideen sich auch andernorts umsetzen lassen. Sie schauen dorthin, wo Mobilität Menschen ausschließt, sie hinterfragen bestehende Strukturen und berichten über Themen, die oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommen: fehlende Barrierefreiheit, den Gender Gap in der Mobilität oder die Frage, warum Radfahren immer wieder ideologisch aufgeladen diskutiert wird.

RiffReporter ist ein unabhängiges, werbefreies Online-Magazin mit rund 100 freien Journalist:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie internationalen Korrespondent:innen, die aus Afrika und Südamerika berichten. Sie arbeiten zu Klimathemen, Frauengesundheit, Long Covid, sozialer Gerechtigkeit und anderen gesellschaftlich relevanten Fragen.

Aktuell läuft auf Startnext ihre Crowdfunding-Kampagne: 50.000 Euro sollen helfen, eine Finanzierungslücke zu schließen, nachdem eine zugesagte Förderung weggefallen ist.

Link Startnext: https://www.startnext.com/riffreporter (Öffnet in neuem Fenster)

Link RiffReporter: https://www.riffreporter.de/de (Öffnet in neuem Fenster)

Zum letzten Newsletter gab es eine Reaktion, auf die ich gern eingehen möchte. Hier ging es vor allem um die Klärung des Begriffes “baulich getrennte” Radwege und subjektive Sicherheit auf dem Rad. Beziehungsweise, dass es fatal sei, “Menschen vor dem Radfahren Angst zu machen”. Da ich denke, dass das für euch alle spannend ist, habe ich dazu meine Gedanken hier noch einmal formuliert:

Baulich getrennte Radwege retten Leben – nicht weil sie Unfälle unwahrscheinlicher machen, sondern weil sie sie physisch unmöglich machen. Ein Lkw, der abbiegt, kann einen Radfahrenden auf einem durch Bordstein, Poller oder Grünstreifen getrennten Weg schlicht nicht erreichen. Die Trennung ist Frage der Physik: Stahl trifft nicht auf Mensch, wenn Stahl gar nicht hinkommt.

Immer wieder wird eingewendet, dass zu viel Fokus auf Gefahren Menschen vom Radfahren abschrecke. Doch diese These dreht die Realität um!

Bis zu 80 Prozent der Menschen geben in Umfragen an, dass sie mehr oder überhaupt erst Rad fahren würden, wenn sie sich dabei sicher fühlen.

Das benennt z.B der ADFC ja auch in seinem Artikel mit mir (Öffnet in neuem Fenster), den ich letzte Woche bereits teilte. Die Angst ist also nicht das Problem – sie ist die ehrliche Beschreibung eines realen Zustands. Wer diese Angst kleinredet, statt die Infrastruktur zu verändern, schützt den Status quo, nicht die Menschen.

Die Konsequenz ist klar: Nicht die Kommunikation über Gefahr ist das Problem, sondern die Gefahr selbst. Wer Radverkehr fördern will, muss sichere Infrastruktur bauen. Alles andere ist Symptombekämpfung.

So - und nun merke ich, dass entweder das Wlan versagt hat oder steady, denn die Links der Woche sind nach dem Speichern weg. Sorry, ich habe grad keine Kraft mehr, das nochmal zu schreiben. Ich war auf der General Assembly von VOLT hier in Bratislava und durfte über “soft mobility” sprechen.

https://loops.video/v/ggqyBO9-Ug (Öffnet in neuem Fenster)

Und irgendwas an Inhalt fehlt hier auch zudem noch, aber ich erinnere es nicht, seht es mir bitte nach, dass ich ins Pacing gehe. (Öffnet in neuem Fenster)

AH! Katjas Kolumne (Öffnet in neuem Fenster), die gab es natürlich noch.

Und heute kam mein Podcast mit François Bausch raus (Öffnet in neuem Fenster), den ich auch ausgiebig beschrieb, jetzt müsst ihr ihn einfach nur noch hören :) Es tut mir wirklich leid, aber ich brauche jetzt Ruhe - danke für euer Verständnis!!

Hier wie versprochen der Link zum Zoomraum von Raùl:

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