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Am unscheinbaren Tag (6)

ROHFASSUNG

Nacht

Im Fjord werden Möbel aufgebaut, Kartons gestapelt und erste Sächelchen in und auf die Schränke verteilt. Auf Chippendale-Sekretär im Esszimmer dekoriere ich die drei silbernen Kannen. Erbstücke meines Lieblingsmenschen. Verborgen bleibt die Bedeutung des in die größte der Kannen eingearbeiteten Monogramms „ES“.

Jetzt, am gemeinsamen Ort, vermischen sich unsere Dingelchen. Ich lasse zu, was bei der ersten Frau unmöglich war. Trotz der körperlichen Nähe und des gemeinsamen Kindes war eine Verschränkung unserer Habe in ein großes Durcheinander für mich undenkbar. War das damals ein Zeichen für die Unvereinbarkeit unserer beiden Leben?

Mit meinem Lieblingsmenschen kümmert mich das heute nicht. Alles mag zusammen in eine Schublade oder hinter eine Schranktüre geräumt werden. Es fühlt sich gut an, wenn unser Zeugs sich vermengt und berührt. Alles soll untrennbar vermischt sein.

Später, am frühen Nachmittag, verabschieden wir das Räumkommando am Gartentor. Der Oberräumer springt noch einmal auf die Ladefläche des Lasters. Er übergibt das letzte Stück. Es ist der Gartenrechen meines Vaters. Der mit den Kerben im Stiel.

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