
Liebe Leser*innen,
»Fahre nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann.« Der Spruch baumelt höhnisch an den Rückspiegeln vieler in den letzten Wochen verlassener Autos auf dem Standstreifen. Ihre Besitzer*innen sind aufgebrochen, um zur nächsten Autobahnkirche zu pilgern und den Heiland anzuflehen, Wasser in Benzin zu verwandeln. Denn auf ihn setzen die Deutschen nun ihr Vertrauen:
(Öffnet in neuem Fenster)Die neue Ausgabe gibt es ab Samstag an jeder Tanke, jetzt schon im Onlineshop (Print (Öffnet in neuem Fenster) oder PDF (Öffnet in neuem Fenster) oder in der App (Öffnet in neuem Fenster)) – oder am besten: im Abo! (Öffnet in neuem Fenster)
(Öffnet in neuem Fenster)Während die Bundesrepublik noch betet, hat Trump schon einen Weg gefunden, zumindest die Preise für Tran wieder zu senken.

(Öffnet in neuem Fenster)Weil der Wal nicht an der Studie teilnahm, gelang es Deutschland, sich den 17. Platz beim Weltglücksbericht zu sichern. Das Wichtigste zum World Happiness Report im Überblick:

In der Regierung zeigte man sich mit dem deutschen Aufstieg im Glücksranking zufrieden, man habe »aber auf dem Weg an die Tabellenspitze noch ein gutes Stück Arbeit vor sich«, so Bundeskanzler Merz, der umgehend ein Expertenteam, bestehend aus Eckart von Hirschhausen, Stefanie Stahl, Carsten Maschmeyer und Bundestrainer Julian Nagelsmann, zusammenstellte.
Man habe auch schon eine Strategie, um an weiteren Gegnern vorbeizuziehen. So stünden einige Nachbarländer zwar höher im Ranking, seien jedoch wirtschaftlich stark vom Exportweltmeister Deutschland abhängig. Mit Sanktionen und Strafzöllen könne man hier direkt auf das künftige Abschneiden einiger Besserplatzierter Einfluss nehmen.
Auch wolle man prüfen lassen, ob es überhaupt sein könne, dass von inneren und äußeren Konflikten gebeutelte Länder wie Mexiko (Platz 12) und Israel (Platz 8) bessere Positionen einnehmen.
Auf den Hinweis, dass ein entscheidender Faktor für Finnlands Spitzenposition der relativ gleich verteilte materielle Wohlstand im Land ist, entgegnete Merz: »Wir müssen nun selbstkritisch sein und Totalverweigerer in Sachen Glück härter sanktionieren. Will Deutschland den Titel holen, müssen alle mit anpacken.«
Auf die Frage nach seinem ganz persönlichen Glücksrezept antwortete Merz: »Eine Wanderung durchs Hochsauerland, sinnvolle Anlageoptionen, ein hart, aber fair ausgetragener Wahlkampf und nicht zuletzt die traditionelle Normfamilie. Und jetzt entschuldigen Sie mich: Ich muss mit ein paar Freunden aus der Automobilbranche zum Axtwerfen.«
Die Möglichkeiten, sich weiterzubilden und zu entfalten, haben ebenfalls Auswirkung auf das persönliche Wohlbefinden. Einen exemplarischen Glücksfall zeigt Eugen Egner:

Große Ereignisse werfen ihren Schatten nicht nur voraus, sondern auch hinter sich, weswegen sich Torsten Gaitzsch in seiner aktuellen Kolumne der Oscarverleihung widmet:

Heute: One Remake After Another
Es ist mir beinahe zu peinlich, um es zuzugeben: Von allen Filmen, die bei den 2026er Academy Awards in irgendeiner Kategorie ausgezeichnet oder nominiert wurden, habe ich lediglich einen gesehen (»Weapons«, Beste Nebendarstellerin). Mein Filmkonsumdefizit ist, möchte ich betonen, ausschließlich Zeitmangel geschuldet, nicht mangelndem Interesse. In der Liste der diesjährigen Oscarfilme befinden sich durchaus einige, die ich nachzuholen gedenke; und ein Blick auf jene zeigt wieder einmal: Es sind die originären, frischen, unverbrauchten Stoffe, die preiswürdig sind. Sieht man von sensationellen Beispielen wie »Der Pate II« oder »Die Rückkehr des Königs« ab, spielen Sequels und Prequels so gut wie nie eine Rolle bei Preisverleihungen (und ja, auch heuer findet sich mit »Avatar: Fire and Ash« zumindest eine Fortsetzung unter den oscarwürdigen Produktionen).
Warum also wirft Hollywood einen lauwarmen Aufguss nach dem anderen auf den Markt? Okay, diese Frage wurde schon zur Genüge von Leuten, die sich besser auskennen als ich, beantwortet. Mit einer Diskrepanz zwischen Kritik und Massengeschmack lässt sich unnötiger Quark wie »Scream 7«, »Harry Potter – die TV-Serie« oder die x-te Spider-Man-Iteration (Entschuldigung: »Sony’s Spider-Man Universe Reset«) nicht allein abtun.
Fakt ist: Wenn einem keine Überleitung einfällt, beginnt man einen Satz mit »Fakt ist«. Fakt ist jedenfalls: Nach bald 100 Jahren Tonfilm und 100 Jahren Academy of Motion Picture Arts and Sciences dreht sich die einstige TRAUMFABRIK im Kreis, steckt in der Recyclingmühle. (So ergeht es inzwischen auch der Videospielindustrie! Dass zurzeit gefühlt jedes zweite Game ein Remaster – bemerkenswerterweise häufig von jahrealten japanischen Titeln – und das »Gothic«-Remake der am heißesten erwartete Release 2026 ist, scheint mir symptomatisch. Aber das ist Stoff für eine separate Kolumne.) Mein Vater verlautbart mir gegenüber regelmäßig: »Komm du mal in mein Alter, dann kann dich kein Film mehr überraschen!« – Manchmal aber eben doch. Ich meine: William Shakespeare als Pingpong spielender Frankenstein? Chapeau!
Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:
Ihre TITANIC-Redaktion
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