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Das Suhlen in Melkfett ist tabu

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Liebe Leser*innen,

falls Sie vorhatten, sich auf die freie Stelle im US-Heimatschutzministerium zu bewerben, müssen wir Sie leider enttäuschen: Diese wurde bereits neu besetzt. Wenn Sie trotzdem »was mit innerer Sicherheit« machen wollen, versuchen Sie es doch hierzulande mal beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Einer, der auf den ersten Blick gute Chancen auf den Posten hatte, hat es am Ende dann doch nicht geschafft:

Christian Lindner steht auf einer Bühne und hält eine Rede mit Mikrofon in der Hand. 

Text: Jagt gerne Schmarotzer, sieht sexy aus, hat schonmal einen Hund getötet 

Wird ER Trumps neuer Heimatschutzminister?
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Augenzeugen berichten, der von Christian Lindner überfahrene Hund sei platt wie eine Bulette gewesen. Vorbeigehende Frikadellen-Fans hätten ihn nur deshalb nicht mitgenommen, weil sie unsicher waren, ob es sich nicht vielleicht doch um ein überfahrenes vegetarisches Ersatzprodukt handle. Und auch in deutschen Supermärkten bleibt die Verwirrung groß, denn Veggieburger dürfen gegen den Willen des EU-Parlaments weiterhin Veggieburger heißen. Was das genau bedeutet:

Veggieburger
  • Die Alphabetisierung der Bevölkerung muss gefördert werden, damit Fleischfans die Schrift auf den Verpackungen lesen können.

  • Wenn Fleischesser dennoch versehentlich zu pflanzlichen Ersatzprodukten greifen, ist mit starken gesundheitlichen Beschwerden wie Ballaststoffüberdosis und Folsäureverätzung zu rechnen.

  • Als Gegenreaktion ist die Produktion von neuen witzigen Anti-Veganer-Memes zu erwarten, ebenso ein steigender Absatz von T-Shirts mit Aufdrucken wie »100 % NOT VGN«.

  • Fleischgerichte wie die Schweinfurter Schlachtschüssel werden zum immateriellen Kulturerbe erhoben.

  • Verärgerte Onkel und Schwager werden noch galligere Kommentare von sich geben als sonst und z. B. laut quieken wie ein Schwein, wenn jemand auf der Familienfeier in einen Veggieburger beißt.

  • Ach, die Schweinfurter Schlachtschüssel ist ja längst Kulturerbe! Entschuldigung.

  • Bis ein neuer Gesetzentwurf zum Verbot der Veggieprodukte ausgearbeitet ist, wird sich die EU mit randständigen Themen wie der Asylreform und dem Iran beschäftigen müssen.

Der Streit darum, wie man vegetarische Ersatzprodukte nennen darf, ist alt, aber lange nicht so alt wie Sepp Blatter. Der Ex-FIFA-Präsident gewährte diese Woche ganz private Einblicke in sein Leben nach der Korruption:

Sepp Blatter steigt schmunzelnd aus einem Auto. 
Neben ihm sind eine Reihe von Cremes, wie Schmerzcreme, Vaseline, Melkfett und Haftschutz aufgereiht. 

Text: Sepp Blatter 90 
So lässt er sich heute schmieren
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Sich in der Öffentlichkeit in Melkfett zu suhlen, ist für den Schweizer angeblich ein absolutes Tabu. Gerüchten zufolge untersagt er sich diese Aktivität nicht nur selbst, sondern erwartet dies auch von den Menschen in seiner Umgebung. Wenn auch Sie Wert auf gute Manieren legen, dürfte Sie die folgende Liste interessieren:

Mann mit Seitenscheitel und Monokel

Fast 50 Knigge-Regeln für ein gutes Miteinander

  1. Kann ich beim Geschäftstermin Spaghetti essen?

    Ja, unbedingt. La dolce vita ist einfach Kult!

  2. Darf ich einer Kollegin ein Kompliment machen?

    Ja, warum denn nicht? Also wenn man das nicht mehr darf, dann aber gute Nacht ab halb acht, oder?

  3. Aber, was wenn …

    Vor allem dafür, wie sie Spaghetti isst, oder wenn sie auf den Job dringend angewiesen ist.

  4. Wie benehme ich mich in der Bahn?

    Das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich bin selten unter einfachen Leuten. Bis auf meinen Chauffeur habe ich kaum Kontakt zu ihnen. Ich wüsste nicht mal, ob ich vor dem Fahrtantritt schon angeben muss, ob ich Fisch oder Fleisch zur Hauptspeise haben will.

  5. Und …

    Und ab wann darf ich mich beschweren, wenn mir im Regio kein Aperitif gereicht wird?

  6. Ja, aber …

    Sind die Handtücher für die Duschen wenigstens zu 100 Prozent aus Baumwolle?

  7. Okay, können wir nun …

    Noch ein kleiner Knigge-Tipp: Wussten Sie, dass eine Spaghetti eigentlich ein Spaghetto genannt wird?

  8. … Jetzt habe ich auch Appetit auf Spaghetti. Herr Ober, eine Portion, bitte. Aber zackig!

  9. Mal eine Frage an Sie:

    Darf ich als Restaurantbesitzer dem Ober kündigen, weil er zu langsam war, obwohl ich den Mund noch voll habe?

  10. Also einfach so gehen ist nun wirklich nicht höflich.

  11. Na, jetzt drehen Sie sich nicht einfach um, sonst … hui, geiler Arsch!

Als unhöflich gilt auch, Personen zu verwechseln. Dass das manchmal sogar juristische Folgen haben kann, weiß unser Kolumnist Torsten Gaitzsch:

Torsten Gaitzsch trinkt eine Tasse Kaffee und schaut in die Kamera

Heute: Zoff um Stoff

Eine australische Geschäftsfrau entwirft und vertreibt seit vielen Jahren Kleidung unter dem Markennamen »Katie Perry« – ihrem Namen, denn so heißt sie tatsächlich von Geburt an, anders als die US-amerikanische Sängerin Katy Perry, die als Katheryn Elizabeth Hudson geboren wurde, weswegen Erstere Letztere, als diese karrieremäßig durchstartete, wegen Verletzung ihrer Markenrechte verklagte, woraufhin Letztere Erstere gerichtlich dazu bringen wollte, die Marke »Katie Perry« löschen zu lassen. So ging das ein paar Jahre hin und her, bis nun Australiens High Court entschied, dass die Modedesignerin weiterhin Kleidung unter ihrem Namen vertreiben darf.

So weit, so gut bzw. egal. Bemerkenswert ist indes die Begründung der höchstrichterlichen Instanz: Zwischen »Katy Perry« und »Katie Perry« bestehe keine Verwechslungsgefahr. Und das ist in meinen Augen und vor allem Ohren Unfug. Katie und Katy sind ja wohl superleicht zu verwechseln! Wenn ich jemandem in einem Katie-Perry-Shirt sähe, würde ich denken: Ach, guck an, die berühmte Sängerin macht jetzt auch in Klamotten. Die Schreibung mit -ie würde ich auf den Mandela-Effekt schieben. Apropos: Bin ich der Einzige, der bis eben dachte, Katy Perry sei Britin?

Unabhängig davon stellt sich die Frage, was es mit in gewöhnlichen Bekleidungsläden wie C&A angebotenen Pullovern und T-Shirts auf sich hat, auf denen Bandnamen wie »Nirvana«, »Wu-Tang Clan« oder »Rolling Stones« stehen. Verdienen die Künstler daran? Verdient ein Fashionlabel daran, das sich die entsprechenden Wörter rechtzeitig gesichert hat? Oder sind diese Namen inzwischen Gemeingut wie »Los Angeles« oder »Düsseldorf«?

Um abschließend noch einmal auf die Perrys zurückzukommen: Wie ist eigentlich gerade der Stand bei Fred Perry? Wird dessen Trikotage wieder oder noch oder nicht mehr von Faschos getragen? Und ist der Markenname »Katy Perrie« noch frei?

Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:

Ihre TITANIC-Redaktion

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