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Er wird sich nicht ändern - aber Du wirst es

Das ist mein letzter Uschiletter dieses Jahr. Deshalb teile ich mit Euch die für mich wichtigste Erkenntnis, die ich dieses Jahr hatte, weil ich es endlich verstanden habe:

Er wird sich nicht ändern. Und weil ich unglücklich bin, muss ich deshalb gehen.

Elf von elf gemeinsamen Jahren habe ich an dieser Beziehung “arbeiten wollen”.

Nach mehr als einem Jahrzehnt Lebenszeit bin ich also endlich aufgewacht. Ich habe endlich verstanden: hier geht es trotz drei gemeinsamer Kinder nicht weiter oder gerade deshalb nicht.

Ich habe mich offiziell getrennt. Mein Umfeld benachrichtigt. Auf Instagram wütende Texte veröffentlicht. Sie wieder gelöscht. Eine Wohnung für die Kinder und mich für den Neustart gesucht und gefunden, weil das Haus zu teuer war. Mir zwar keine Auswanderung allein zugetraut, aber das Leben auf der Insel meinem Geschmack angepasst. Mich meiner grossen Angst vorm Alleinsein gestellt. Ich war und bin allein - ganz oft - mit ganz vielen Verantwortlichkeiten. Aber die Freude hat die Angst besiegt. Und ich darf ankommen und heilen in einem Zuhause, das keine Beziehungsnarben trägt.

Gerade nochmal davongekommen würde ich sagen. Mit einer gedrehten Ehrenrunde im September, als wir nochmal zu fünft hier gewohnt haben und ich in den sechs Wochen zehn Kilo zugenommen habe vor Stress, so schön war’s.

Die Vorboten immer schön ignorieren

In der Nacht vor meiner Hochzeit rief ich eine damalige sehr enge Freundin an und erzählte weinend von meinen starken Zweifeln. Ich würde mich nicht gesehen fühlen, in der Beziehung gar nicht. Mich selten gut fühlen. Er würde nichts für mich machen, alles ginge gefühlt von mir aus. Hier war entscheidend, wen du anrufst in so einem wichtigen Momente, der ganze Jahre oder Jahrzehnte deines Lebens beeinflussen kann .. Rufst du jemanden an, der wirklich an dich und was gut für dich ist denken kann oder jemanden, der keine Kappa für nichts hat ausser für sich und seine eigenen Unsicherheiten? Die Freundin, die ich am Telefon hatte, antwortete …

“Sei froh, dass du jemanden gefunden hast, der dich heiraten will. Das ist etwas wert in der heutigen Zeit.”

Bäm.

Ich werde diesen Satz jetzt nicht analysieren, weil so viel drinsteckt, wir soviel drin lesen können, aber das uns selten an die Wahrheit bringt, weil solche Aussagen fast immer nichts über uns sagen, sondern über die Person, die es ausspricht.

Sagen wir mal so: eine andere Freundin sagte, als ich wenige Jahre davor in Deutschland alles hinter mir ließ, um zu ihm nach London zu ziehen: “Ich lasse dich gehen, auch wenn es mir schwer fällt. Versprich mir nur, dass du dir sicher bist, dass er dich auf Händen tragen wird!”

Zweimal könnt ihr raten, welche Freundschaft es bis heute geschafft hat. Alle, die mich kennen und lieben, wünschen sich seit Jahren für mich, dass ich ein Ende mit Schrecken akzeptiere, als ein Schrecken ohne Ende in Kauf nehme. Ich will nicht vor die Hunde gehen. Also war ich bereit. Und habe mich trotz fehlendes Netzwerks und Finanzen getrennt.

Ob, wann, wo und wie wir uns trennen, da erleben wir alle unsere eigene Geschichte. Aber ich weiß heute, dass das Ende so mancher Freundschaft in den letzten Jahren nur ein Vorbote war für die Trennung, die mir am schwersten fallen wird. Als Kind, das ohne Vater aufwuchs, war ich verkettet im Wunsch, meinen Kindern tolle Eltern zu präsentieren. Es tut so weh, dass auch sie das nicht bekommen. Dass wir ihnen, was eine gesunde Paarbeziehung betrifft, kein Vorbild sein konnten. Aber ich kann als Mutter und Frau in den Spiegel schauen und sagen, diese Ehefrau in dieser Form möchte ich nicht sein.

Ein Stein, der mehr ins Rollen bringt

Ich habe mich dieses Jahr nicht nur getrennt, sondern so viel mehr plötzlich getraut. Ich habe angefangen, mit Hannah zusammen zu arbeiten, obwohl ich so große Vertrauensissues habe. Ich habe aufgehört mit Rauchen, obwohl es immer kurz geholfen hat. Ich stelle mich meiner Essstörung. Und sehe erste Veränderungen. Dieses Jahr ist voll mit Durchbruch und ich kann nur über mich staunen und am liebsten wäre mir, ich würde mich selbst dafür mal in den Arm nehmen. Aber poco a poco wie man es hier so schön sagt.

In meinem Leben ist aktuell wenig wirklich geklärt. Der Vater meiner Kind sucht Arbeit in einem anderen Land, weil er hier keine findet. Es ist verrückt. Wahnwitzig. Aber ich verliere nicht den Verstand. Ich habe die Entscheidung getroffen, in diesem Jahr alles radikal hinter mir zu lassen, was ich nur mit Hoffnung verbinde, mit Potenzial und Träumen. Mein Leben fordert mich so vehement, ich gehe nur noch da rein, wo ich handfeste Beweise habe, dass es sich wirklich gut anfühlt und das für mich was rausspringt.

Das hier - der Uschiletter - is a good Place for me. Ich fühle mich sicher mit euch und schreibe runter, was mir auf dem Herzen liegt und hoffe, ab und an ist etwas für euch dabei.

Weil: euch danke ich irre!

Also meine Lieben: scheisst auf die Hoffnung! Die Hoffnung ist ne riesige Enttäuschung at the end. Fokus on good Energy. Wo gibt es wirklich etwas für mich zu holen? 2026 wird so krass, ich habe gestern etwas unterschrieben, wo mir vor nem Jahr noch so viel Mut dazu gefehlt hätte. Aber dazu mehr im nächsten Uschi Letter.

Scheißt auf die Hoffnung, Uschis! Geht hin, wo es sich jetzt schon gut anfühlt. Nicht erst 2026, sondern jetzt. Bleibt da, wo für euch was rüberkommt 😗

Danke für Eure Treue & Liebe auch dieses Jahr

Stay bold

Eure Uschi

Kategorie USCHI LETTER

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