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Der externe Fokus

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Übezeit #15/50

Lesezeit: 4 Minuten

Weniger denken, besser spielen?!

Eine Studie (Öffnet in neuem Fenster) aus den Niederlanden hat sich genau damit beschäftigt: Was passiert, wenn wir beim Üben nicht an ihren Körper denken – sondern an den Klang, den wir erzeugen wollen?

Was war die Frage?

Susan Williams (Öffnet in neuem Fenster), die übrigens auch bereits Gast im Podcast war, Joram van Ketel und Rebecca Schaefer von der Universität Leiden und dem Königlichen Konservatorium Den Haag haben 2023 eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem sogenannten externen Fokus beim Musizieren beschäftigt.

Der Begriff kommt ursprünglich aus der Sportwissenschaft. Die Kernidee: Wenn du beim Golfen daran denkst, wo der Ball hinrollen soll – statt daran, wie du deinen Arm schwingst – schlägst du besser. Für Musiker übersetzt sich das so: Fokussiere dich auf den Klang, den du gleich spielen willst, nicht auf die Bewegung, die ihn erzeugt.

Das Gegenteil – der interne Fokus – wäre, an Lippenspannung, Fingerdruck, Atemtechnik oder Körperhaltung zu denken. Und genau das, so die Sportwissenschaft seit rund 25 Jahren, bremst uns aus.

Was haben sie gemacht?

Sieben Studierende des Königlichen Konservatoriums – alle spielten Naturtrompete – nahmen an der Studie teil. Sie lernten kurze, unbekannte Barockstücke in zwei Phasen:

Phase 1 (Kontrolle): Drei Tage lang, dreimal täglich fünf Minuten, mit der eigenen, gewohnten Übe-Methode.

Phase 2 (Intervention, acht Wochen später): Gleiche Struktur – aber diesmal mit dem sogenannten Audiation Practice Tool (APT). Dieses Tool wurde speziell entwickelt, um externen Fokus zu trainieren. Es besteht aus vier Schritten:

  1. Vorstellen: Die Phrase so detailreich wie möglich innerlich hören – Klangfarbe, Lautstärke, Artikulation, Übergänge.

  2. Singen und gestikulieren: Die Phrase laut singen und dabei dramatisch mitbewegen.

  3. Spielen: Die Phrase auf dem Instrument spielen.

  4. Variieren: Die Phrase nochmal spielen – mit einem völlig anderen Charakter, einer anderen Emotion.

In allen vier Schritten ist der Fokus nach außen gerichtet: auf die Musik, auf den Klang, auf den Ausdruck – nicht auf den Körper.

Was kam dabei raus?

Kategorie Übe Hacks

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