
Ihr Lieben,
diese Woche habe ich einen sehr emotionalen Text für euch geschrieben – und dann entschieden, ihn nicht abzuschicken. Ich gönne mir (und euch!) eine Pause.
Ostern steht vor der Tür. Die Kinder haben Ferien. Wir alle sollten etwas durchatmen.
Ich suche noch nach dem richtigen Maß, die Thematik meiner religiösen Vergangenheit (Öffnet in neuem Fenster) hier in den Newsletter einzuflechten. Mich bewegt das Thema sehr, weil es eben meine persönliche Geschichte ist. Jeden Tag habe ich auf die ein oder andere Weise damit zu tun.
Gleichzeitig will ich nicht, dass dieses Thema hier alles überstrahlt. Denn ich bin gar kein dauerwütender Brüllaffe. Aber ich greife in wütenden Momenten gerne zum Stift – und das schlägt sich in meinem Schreiben nieder.
Darum teile ich heute einen Moment des Friedens mit euch: Das Fenster neben meinem Schreibtisch steht offen, von draußen dringen Kinderstimmen herein, und kalte klare Frühlingsluft.
Ich denke an die vergangenen Jahre. Daran, wie ich mitten in Corona als Texterin gestartet bin. Wie ich meine ersten Marketingtexte verfasst habe – Blogartikel darüber, wie man Cannabis in Kekse und Kuchen backt.
Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke.
Ich war damals denkbar weit von heute entfernt. Und doch waren diese ersten Texte der Beginn meiner Selbstständigkeit.
Ich muss daran denken, wie ich mit dem Gedanken spielte, einen Verlag zu gründen – und dann einen Buchladen. Ich las Broschüren, informierte mich und ließ mich beraten.
Ich suchte meinen Weg.
Ich muss daran denken, wie ich es im Journalismus versuchte. Wie ich von heute auf morgen beschloss, Journalistin zu werden. Und wie ich dermaßen hart auf die Schnauze fiel. (Wirklich. Der Journalismus ist das härteste Pflaster von allen.)
Ich muss daran denken, wie ich auf der re:publica an dem Tisch stand, an dem gut zwanzig Journalist:innen saßen und an ihren Texten feilten. Wie ich allen Mut zusammennahm, mich räusperte und laut in die Runde fragte, ob jemand Lust auf ein Coffee Date und etwas netzwerken hatte. Wie alle zwanzig mich anglotzten und einfach stehenließen.
Wie ich am selben Tag dann meine Kinder von der Schule abholte und sie mit aufs Messegelände brachte, und wir uns gemeinsam mit einem humanoiden Pflegeroboter unterhielten, der seltsam einfühlsam Augenkontakt hielt.
Ich habe mich in diesen Jahren gefühlt wie ein Noob. Eine Versagerin. Immer und immer wieder. Abgelehnt. Ignoriert. Allein mit meinem Wunsch, etwas von mir in die Welt zu bringen.
Und doch bin ich dankbar für den Weg. Dankbar mir selbst gegenüber, dass ich nicht aufgegeben habe. Dass ich nicht aufgehört habe, an Türen zu klopfen und E-Mails zu schreiben. Selbstständige Frauen zu treffen, mich mit ihnen auszutauschen.
Heute, an diesem kühlen Frühlingstag kann ich dieses Gefühl zulassen. Dass es ein guter Weg war.
Und auch wenn ich längst noch nicht da bin, wo ich einmal hinwill (Gute Frage: wo will ich denn eigentlich hin?), habe ich doch bereits viele gute Dinge am Start:
die Zusammenarbeit von Britta Bettendorf und mir, der Start von Inner Writing (Leute – abonniert unseren Newsletter (Öffnet in neuem Fenster), die nächsten Ausgaben werden der HAMMER! Britta übertrifft sich gerade selbst mit ihrem Schreibflow.)
die Arbeit an meinem Roman (es geht voran!)
der Abschluss meiner Schreibpädagogik-Ausbildung (yey!)
diesen Newsletter (wir werden immer mehr, willkommen ihr alle!)
Dazu habe ich mittlerweile Frauen gefunden, die so gerne und so gut wie ich schreiben (und das muss man erstmal schaffen 😜), wir lesen unsere Texte gegenseitig und helfen uns mit Feedback. Wahnsinn.
Die Zeit der Einsamkeit, so scheint’s, ist für mich vorbei. Meine Arbeit ist in der Welt.
Und heute habe ich auch noch das hier gemacht:

Ihr seht: Viel los. Viel Gutes. Und ihr seid ein Teil davon.
Danke, dass ihr dabei seid!
Miriam
❤️
Was steht an? Termine dies-das…
Zusammen mit der wunderbaren Lisa Kohl, die ich im Rahmen der Schreibpädagogik-Ausbildung kennengelernt habe, entstand die Idee, einen Abend für die kreativen Köpfe unter euch auszurichten:
Am Donnerstag, den 30.4. um 19.15 Uhr wollen wir mit euch über kreatives Schaffen, Sichtbarkeit und finanzielles Auskommen sprechen.
Es geht uns dabei um einen offenen, ehrlichen Austausch. Wie findet man als Kreative das eigene Publikum? Welche Möglichkeiten haben wir, uns sichtbar zu machen?
Wir wollen insbesondere auch über Mitgliedschaftsmodelle wie Patreon oder Steady sprechen und über Wege, sich auch abseits der ausgetretenen Pfade (Verlage etc.) mit seinem Schreiben (oder Malen, Singen, Tanzen, whatever) zu zeigen.
Denn eines ist sicher: Wir wollen unsere Kreativität nicht davon abhängig machen, ob uns Verlage wählen oder nicht. Wir wollen unsere Bücher nicht in den Schubladen verschimmeln lassen, nur weil sie als nicht verkaufbar gelten.
Was wir stattdessen wollen: Uns miteinander verbinden, uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam nach Wegen suchen, uns mit unserer Kunst in die Welt zu bringen.
Neugierig und in irgendeiner Weise kreativ unterwegs? Komm dazu!
Der Abend ist kostenlos. Anmeldung einfach per Mail an mich, dann setze ich dich auf die Liste. Den Link zum Abend verschicke ich dann kurz vorher per Mail.
Tag: 30.4.26 (Do)
Uhrzeit: 19.15 Uhr
Ort: online
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In meiner Erzählung Vergänglicher Ruhm verarbeite ich meine Vergangenheit in einer streng religiösen Glaubensgemeinschaft.
Wir befinden uns in einer eiskalten Kirche, an einem Sonntagabend kurz vor dem Advent. Kati, ein vierzehnjähriges Mädchen, hört mit ihrer Familie den alljährlichen Adventsvortrag, den sie aus unzähligen Jahren auswendig kennt. Doch dieses Jahr hinterlassen die Worte, die sie hört, tiefe Spuren…
Zur Geschichte geht es hier entlang. (Öffnet in neuem Fenster)
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