
Bild: Chiara Doveri
Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.
Hallo Anna,
heute morgen hat die Erzieherin meines Sohnes (kanpp 3,5) mich darauf angesprochen, dass er sich beim Beschäftigen im Kindergarten etwas schwer tut.
Sie haben angelehnt an Montessori verschiedene Tabletts mit denen sie sich beschäftigen sollen. Abwechselnd dürfen die Kinder auch in gruppenübergreifenden Bereichen spielen gehen.
Nun will er am liebsten immer nur in den Theatersaal. Mit den Tabletts will er gar nicht spielen und sucht sich höchstens nach mehrmaliger Aufforderung eins aus, mit dem er sich dann halbherzig beschäftigt. Ich kann mir das vorstellen. Zu Hause puzzelt er z.B. auch nicht gerne oder baut nur selten mal Duplo. Er matscht lieber mit Wasser am Spülbecken oder spielt mit seinen Feuerwehrautos.
Draußen beschäftigt er sich im Kindergarten allein oder mit anderen Kindern ohne Probleme.
Ich weiß jetzt nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Es ist ja auch für ihn wahrscheinlich nicht so schön, dass er es in der Freispielzeit meistens so langweilig findet.
Sollte ich versuchen ihn zu Hause etwas mehr zu "sitzenden" und "gesellschaftlich anerkannten" Spielen zu animeren um ihm das schmackhaft zu machen? Er liebt es zu Hause gemeinsam ein Buch zu lesen. Alleine schaut er sich die Bücher im Kindergarten aber offensichtich auch nicht an.
Oder sollte ich es einfach laufen lassen und darauf vertrauen, dass er sich schon so beschäftigt, wie es für ihn das richtge ist, bzw. dass er auch lernen wird mit der "Langeweile" im kindergarten auf seine Art umzugehen?
Viele Grüße,
Laura*