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“Wie kann die (zweite) Eingewöhnung klappen?”

Bild: Anne Richard

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

Liebe Anna,

meine Tochter, im Moment 2,5 Jahre alt, wird wohl im September in den Kindergarten kommen. Ich hab dazu gemischte Gefühle und möchte gerne deine Meinung dazu hören, bzw. vielleicht hast du ja auch einen Tipp?

Meine Tochter sollte ursprünglich Anfang 2020, mit fast 16 Monaten, eingewöhnt werden. Sie ist gefühlsstark und war damals noch sehr auf mich "fixiert". Ich war ihr Anker, ihr sicherer Hafen und damals mochte sie nicht mal auf Omas oder Opas Arm. (Papa hingegen ging gut).

Die Eingewöhnung war eine Vollkatastrophe. Wir haben am Donnerstag eine erste Trennung gemacht. Mein Gefühl sagte, sie ist noch nicht soweit, aber ich habe leider auf die Expertise der Erzieherin vertraut. Sie weinte ganz panisch. Nach zehn Minuten kam ich wieder. Sie ließ sich zwar "beruhigen", aber nur mit der Ablenkung durch den Erzieher und die Erzieherin zusammen. Zwischendurch weinte sie immer wieder. Freitag weinte sie direkt, als wir raus gingen, wo am Tag vorher auch fie Trennung stattfand. Nachdem ich sie beruhigt hatte, sollte ich gehen. Wieder panisches Weinen. Als ich wiederkam, hing sie apathisch im Arm des Erziehers. Noch an dem Nachmittag beschlossen mein Mann und ich, dass wir abbrechen.

Diese Entscheidung war richtig. Rund um den 2. Geburtstag entwickelte sie sich super schnell und ging nun schnell und offen auf andere zu. Dann kam Corona und meine zweite Schwangerschaft. Mein Mann war mit ihr ein paar Tage allein zu Hause, während mein Sohn und ich im Krankenhaus waren. Nun nimmt sie uns fast gleichberechtigt an, manchmal habe ich das Gefühl, sie bevorzugt mittlerweile Papa 😉.

Nun ist es fast sicher, dass wir im September einen Kindergartenplatz bekommen. Zu Anfang August ziehen wir auch um in eine neue Stadt. Ich bin davon überzeugt, dass der Kindergarten ihr gut tut. Sie hat großen Bewegungsdrang und hat großes Interesse an anderen Kindern und generell Menschen. Allerdings habe ich gleichzeitig auch Angst, dass es wieder nicht klappt. Dass sie sich nicht trennen kann, oder noch schlimmer, dass ich sie nicht loslassen kann. Dabei möchte ich ihr gerne ein gutes Gefühl geben. Ihr vermitteln, dass Kindergarten Spaß macht. Aber tief in mir drinnen sitzt die (Versagens-) Angst.

Hast du einen Tipp, wie ich entspannter an die Eingewöhnung gehen kann?

Liebe Grüße und danke für die Möglichkeit, dir schreiben zu können

Ceyda*

Topic Starke Gefühle

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