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Die Zeit der KünstlerInnen

Vom Gesellschaftsclown zur Führungskraft

Eine Graphik aus metallic roten Punkten, die wie Perlen aussehen, zu einem Muster in einem quadratischen Bild angeordnet. Auf einem hellgrauen Hintergrund.
Gesellschaft gemeinsam künstlerisch denken und leben.

Der Weg der KünstlerInnen

Wir Menschen leben über unsere Verhältnisse. Wir nehmen mehr als wir geben. Die Erde, der Planet der uns nährt ächzt in allen Fugen. Es knirscht und kracht. 

Die Industrialisierung hat ihren Kipppunkt verpasst. Materialismus und Konsum wurde uns als Lebenssinn vermittelt. Fühlen, Hinhören und beobachten was uns im tiefsten Innern erfüllt, wird mit viel Lärm um nichts übertönt. 

Menschen verlieren den Kontakt zu sich selbst. Die Umwelt ist laut. Das Nachinnenhören wird immer schwieriger. Immer noch jodelt die Politik das Lied des Wachstums. Klar genug Geld und Wohlstand beruhigt ungemein, und jeder Mensch hat das Recht auf existentielle Sicherheit. Aber bitte für JEDEN. 

Kunst ist das Wie

Künstlerisches Denken als Überlebenskompetenz

Dafür sehe ich ein Bild vor mir. Eine Achterbahn die vor dem Looping eine Vollbremsung macht und rückwärts fährt. 

Nicht rückwärts, zurück zu alten Mustern, sondern auf die Aussichtsplattform, um sich einen Überblick zu verschaffen. Probleme sehen und lösen. Ideen sammeln, Think Tanks, Mut. 

Alte Rezepte wirken nicht mehr. Planung und Kontrolle sind keine Ziele, und geben nur vorgegaukelte Sicherheit, Geschwindigkeit ersetzt keine Richtung. 

Es werden Fähigkeiten gebraucht, die Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten können und immer weiter entwickeln. Nicht als Luxus sondern als Überlebenskompetenz. 

Das Unbekannte
KünstlerInnen arbeiten bereitwillig und gerne mit dem Unbekannten

MusikerInnen betreten mit jedem Konzert und jeder Komposition einen Raum, der sich nie vollständig planen lässt. Sie bereiten sich intensiv vor - und wissen gleichzeitig, dass der entscheidende Moment erst im Augenblick entsteht. Sie hören; sie reagieren; sie improvisieren.

Sie vertrauen ihrer Wahrnehmung !

Nicht die perfekte Antwort ist entscheidend, sondern die Fähigkeit mit Unsicherheiten kreativ umzugehen. 

Hören ist Zukunft
Hören wird zur Zukunftskompetenz

Als Musikvermittlerin beobachte ich immer wieder, dass Menschen glauben, Kommunikation beginnt beim Sprechen.

Die Musik lehrt uns aber etwas Anderes:

Alles beginnt mit dem Hören, mit Aufmerksamkeit, mit Resonanz. Mit der Fähigkeit die Tonalität zu deuten. Was geschieht zwischen den Worten? 

Ein Ensemble funktioniert nicht, weil alle gleichzeitig möglichst laut spielen. Es funktioniert, weil alle den gesamten Klangraum wahrnehmen. 

Wie oft klappt das wirklich in einem TEAM? In politischen Diskussionen?

Improvisieren

Improvisation ist kein Chaos

Gute Improvisation hat Präsenz, Vertrauen, Struktur und die Bereitschaft, Ideen anderer aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Auch solistisch gilt dieses Prinzip. 

Improvisation sagt nicht: "Ja, aber!". Sie sagt: "Ja, daraus machen wir etwas!" Das verändert Entwicklung und Prozesse grundlegend. 

Anders Denken

Künstlerisches Denken ist eine Grundhaltung. Sie schafft Verbindung und öffnet neue Räume. 

Wir KünstlerInnen und MusikerInnen sollten diese Zeit für uns deklarieren.

Nicht Künstler müssen lernen, wirtschaftlicher zu denken. (Obwohl das natürlich auch durchaus stimmt) sondern Wirtschaft, Bildung und Politik dürfen lernen, künstlerischer zu denken und zu handeln. 

Nicht um alles zu ästhetisieren, sondern um beweglich zu werden. Um Komplexität auszuhalten und zu gestalten, um Zukunft visionär zu gestalten. 

Die Zukunft braucht Menschen, die hören können, die improvisieren können, die experimentieren können, die Beziehungen gestalten. 

Deshalb brauchen wir KünstlerInnen. Nicht auf der Bühne, sondern mitten in der Gesellschaft. 

Klang

Musik trägt alles

Musik ist keine Pause von der Wirklichkeit. Sie ist ein Modell dafür, wie wir in einer komplexen Welt miteinander leben, lernen und leiten können. Als Musikvermittlerin sehe ich darin nicht nur einen Bildungsauftrag, sondern einen Beitrag zu einer Kultur des Zuhörens, der Resonanz und des gemeinsamen Gestaltens - Kompetenzen, die im epochalen Wandel unabdingbar sind.

Unsere Schulen bilden noch immer für die Wirtschaft, für Gewinnmaximierung aus. Dort lernst du die Kreativität nicht. Aber jede und jeder trägt sie in sich. 

Resonanz

Die menschliche Eigenfrequenz

Und unabhängig von alledem, ist deine innere Künstlerin, dein innerer Künstler, dein stärkster Bodyguard für deine emotionale Stabilität. 

Die Stabilität unserer Gesellschaft beginnt in jedem Einzelnen.

Wenn du deinen inneren Künstler, deine innere Künstlerin finden möchtest, dann bin ich deine Begleiterin.

Ich bin sehr froh, dass wir eine so große KünstlerInnen-Community haben.

Christine Thomsen

Topic Musik hat viele Räume

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