von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer
Zu jedem Play-off-Tag in der DEL gibt es von uns drei kurze Gedanken.
Das Ergebnis von Mittwoch, 18. April:
1. Play-off-Runde DEL:
Grizzlys Wolfsburg - Schwenninger Wild Wings 3:1 (Serie: 1:0)
1. Neue Saison, neues Glück

Zu den vielen Weisheiten, die uns jedes Jahr aufs Neue nerven, gehört zweifellos diese: „Alles, was vorher war, ist jetzt egal, die Play-offs sind eine neue Saison.“ Denn es stimmt einfach nicht, allein die Play-off-Paarungen kommen ja aus der Hauptrunden-Tabelle. Auch die Form ist nicht gänzlich vergessen. Sonst würde es Geschichten wie die der Ingolstädter, die 2014 als Neunter Meister wurden, ja viel häufiger geben.
Was dann aber doch stimmt: Für einzelne Spieler können die Play-offs ein Neustart sein. Gestern zeigte Luis Schinko das. Zwei Tore erzielte der Wolfsburger Stürmer und war damit der Mann des Abends. Und das nach einer Saison, sie bislang so gar nicht nach Wunsch gelaufen war. Eigentlich wollte der 25-Jährige ja den berühmten nächsten Schritt gehen, nach seiner bislang besten DEL-Saison (16 Tore und 28 Punkte) wechselte er nach München, wollte sich als Topspieler bei einem Topteam beweisen – und vielleicht sogar als Nationalspieler, der es zu Olympia, mindestens aber zur WM bringt. Doch das klappte nicht ansatzweise, nach nur fünf Einsätzen und ohne Tor kehrte er den Münchnern direkt wieder den Rücken, ging zurück nach Wolfsburg. Dort lief es ebenfalls nur durchwachsen: sechs Tore und 15 Punkte in 42 Spielen.
Am Mittwochabend war dann endlich wieder der Luis Schinko zu sehen, der als einer aufstrebenden deutschen Stürmer gilt. Nach nicht mal fünf Minuten traf in er in Überzahl zum 1:0, ein schöner Schuss vom rechten Flügel aus in den Winkel war das. Im letzten Drittel vollendete er noch einen Zwei-auf-Eins-Konter zum 3:1. Hinzu kamen zwei weitere Chancen und mehrere andere gelungene Aktionen. Nicht, dass gleich alles geklappt hätte, Schinko erlebte auch mehrere Druckphasen der Schwenninger auf dem Eis, schaute hinterher auf nur 10:18 Schüsse. Aber die entscheidenden beiden kamen von ihm selbst – und die waren jeweils drin. „Es ist langsam wieder Zeit geworden. Ich habe viele Chancen gebraucht unter der Saison, war auch nicht zufrieden mit mir, aber das ist jetzt egal“, sagte Luis Schinko hinterher bei Magentasport. Für ihn gilt also in der Tat: Die Play-offs sind eine neue Saison.
2. Wo sind die Hauptrunden-Spinks?
