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Best-of-seven: Unsere Eishockey-Woche

von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer

In der Kolumne Best-of-seven blicken wir auf die Highlights der Eishockey-Woche.

Thema der Woche: Der NHL-Start

Vor dem Saisonstart war für Leon Draisaitl noch Zeit für einen kleinen Plausch mit Thomas Müller (Vancouver Whitecaps) samt Trikottausch.

Frohes neues Jahr miteinander. Oder anders: Die NHL-Saison ist gestartet. Und es ist schon wieder einiges los. Wir erzählen euch heute aber nicht die ersten Spiele oder all die großen Verträge der vergangenen Tage nach, dafür gibt es unsere täglichen „Zehn Minuten Eishockey“. Zum Saisonstart gibt es etwas anderes: Zehn Geschichten, die uns in den nächsten Monaten begleiten werden. Oder Storylines, wenn ihr es etwas lässiger braucht. Los geht’s!

Rekord-Leon und Schnäppchen-Connor
Gut, beginnen müssen wir trotzdem mit Verträgen. Weil sie eben so viel Aufsehen erregt haben. Vor allem die beiden großen bei den Edmonton Oilers: Leon Draisaitl ist mit 14 Millionen Dollar diese Saison der bestbezahlte Eishockeyspieler der Welt, Connor McDavid nächste Saison der, der am meisten liegenlässt. Nun sind 12,5 Millionen Dollar im Jahr dennoch ganz nett, aber es wäre eben viel mehr möglich gewesen. McDavid sendet damit das größtmögliche Signal an seine Kollegen, dass er (zumindest noch drei Jahre lang) an sie glaubt und persönliche Interessen (erst mal) zurücksteckt. Draisaitl dürfte allein durch seinen eigenen Vertrag noch mal etwas mehr motiviert sein. Reicht das, um endlich den Cup zu gewinnen? Oder ist dann doch wieder alles beim Alten: Die beiden punkten wie wild, Tiefe und Goalies reichen aber nicht, auch den letzten Schritt zu gehen?

Florida ohne Barkov
Dass die Oilers noch nicht gewonnen haben, liegt natürlich daran, dass es da in Florida ein Überteam gibt. Dreimal in Folge im Finale, zwei Stanley Cups, und dennoch haben die Panthers nichts an Qualität verloren, weil immer neue Spieler für weniger als ihren Marktwert verlängern. Natürlich hilft es ihnen, dass die Steuern in Florida niedriger sind, aber das ist es nicht allein. Die Spieler fühlen sich einfach wohl, verzichten auf Geld bei anderen Klubs. Kurz vor dem Start gab es aber einen herben Rückschlag: Kapitän und Nummer-eins-Center Aleksander Barkov fällt für Monate (Opens in a new window), vielleicht gar die ganze Saison aus. Auch Matthews Thachuk wird noch mindestens bis Dezember fehlen. Tkachuk sei das Herz der Panther, ist immer wieder zu hören. Dann ist Barkov der Kopf. Und ohne Kopf und Herz ist es ja nicht so einfach. Versucht es mal. Reicht es trotzdem wieder für die Panthers? Ausgeschlossen ist das bei ihrer Qualität nicht. Aber vielleicht müssen sie sich in der Hauptrunde wieder mehr anstrengen als zuletzt. Reicht dann die Kraft für die vierten langen Playoffs in Folge?

Salary Cap in den Playoffs
Vergangene Saison wären die Panthers einfach losgezogen und hätten einen Barkov-Ersatz geholt. Zwar hätten sie den besten Defensivstürmer der Welt, der auch noch mehr als einen Punkt pro Spiel macht, nicht eins zu eins ersetzen können, aber irgendwas wäre GM Bill Zito schon eingefallen. Und wenn Barkov dann ganz zufällig genau am ersten Playoff-Spieltag wieder fit gewesen wäre, hätte er halt gespielt, in den Playoffs zählte der Salary Cap ja nicht. Seit dieser Saison allerdings schon. (Opens in a new window) Also haben die Panthers ein Problem. Und alle anderen, die in den Playoffs gern mit Teams aufliefen, die in der regulären Saison nicht möglich waren. Werden verletzte Spieler jetzt also dann zurückkommen, wenn sie wirklich wieder fit sind? Sehen wir weniger Trades? Sind die großen Teams der vergangenen Jahre auch jetzt noch groß? Oder waren sie nur deswegen so groß, weil sie den Salary Cap umkurvten? Die neue Regel könnte einiges verändern.

Viel mehr als ein Zweikampf
Ja, auch wir reden wieder über Florida und Edmonton, wenn es um die Favoriten geht. Aber es gibt ja noch andere große Teams, vor allem drei, die in den vergangenen Jahren schon gewonnen haben: Vegas, Tampa und Colorado. Gerade Vegas hat mit Mitch Marner noch mal ordentlich nachgeladen. Die neue Reihe mit Ivan Barbashev und Jack Eichel sieht schon mal richtig gut aus. Tampa und Colorado haben ebenfalls noch genügend Fachpersonal an Bord. Und vergessen wir Dallas nicht. Oder Carolina. Vielleicht kann Winnipeg die starke Form aus der Hauptrunde ja auch mal in den Play-offs bringen. Anders: Vielleicht sieht Connor Hellebuyck im Frühsommer (Opens in a new window)endlich mal so aus wie Connor Hellebuyck im Herbst, Winter und Frühling. Vielleicht ist Toronto ohne Marner vielleicht sogar besser. Oder es gibt wieder ein Überraschungsteam. Der Kampf um den Stanley Cup kennt deutlich mehr Teams als nur Florida und Edmonton.

https://www.youtube.com/watch?v=umVjE23q_Og (Opens in a new window)

Einmal volltanken bitte
Für diesen Punkt wollen wir uns erst mal bei Gary Bettman entschuldigen. Der NHL-Chef hat natürlich völlig recht (Opens in a new window), dass tanken in seiner Liga nur ein Gerücht ist. Niemand würde absichtlich unten landen, um bessere Chancen auf ein Ausnahmetalent zu haben. Pittsburgh (Crosby), Edmonton (McDavid), Toronto (Matthews) oder Chicago (Bedard) hatten einfach das Glück, dass es genau in einer Saison nicht lief, nach der ein Toptalent beim Draft wartete. Nun gibt es wieder eins: Gavin McKenna, der erst die CHL dominierte und gerade die NCAA zerschießt – gegen deutlich ältere Spieler. Was das mit der NHL-Saison macht? Wahrscheinlich gar nichts. Wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass manche Klubs extra dünn in die Saison gegangen sind und zur Trade-Dedaline noch mal absichtlich schlechter werden. So etwas gehört sich nicht. Danke fürs Klarstellen, Gary.

Endlich wieder Olympia
Apropos Gary. Jahrelang erzählte der uns, dass die NHL durch internationale Turniere nur Stress, aber nichts zu gewinnen hat. Wochenlange Pause, Verletzungsgefahr. Doch plötzlich sind Länderturniere etwas ganz Tolles. Sogar so toll, dass es die nun alle zwei Jahre gibt. Los ging das mit dem „4 Nations Face-Off”, jetzt stehen Olympische Spiele an, ab 2028 kommt noch der World Cup dazu. Das ganz große Ding ist natürlich Olympia. Erstmals 2014 gibt die NHL ihre Spieler dafür frei. Für viele Stars aus der aktuellen Generation wird das ihr erstes Best-on-best-Turnier. Die NHL-Saison bekommt dadurch eine ganze andere Dynamik. Man muss nun nicht erst ab April in Topform sein, sondern schon im Februar – auch mental. Wer zieht daraus Kraft für den Rest der NHL-Saison? Wer fällt dadurch in ein Loch oder verletzt sich gar? Und wie verändern die Erlebnisse mit sonstigen Gegnern oder die gegen sonstige Vereinskollegen die Stimmungen in den Teams? Olympia wird für sich schon ein Ereignis, aber es wird auch die NHL-Saison verändern.

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Topic Best-of-seven

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