Werbeschilder in einer unberührten Schneelandschaft? Nicht mit dem Tiroler Naturschutzgesetz, das eine ungehinderte Sicht auf die Olympischen Winterspiele 1964 gewährleisten sollte. Außerdem bei de.hypotheses im Februar: Ein Jetset-Fürst, der die Familienbibliothek verscherbelte, eine bemerkenswerte Frau, deren Schlagfertigkeit sie nicht vor der Verurteilung als Hexe bewahrte und ein kritischer Blick auf rassistisch motivierte Abschiebungen in der Schweizer Nachkriegsgeschichte.
Wir wünschen spannende Lektüre!
Beiträge des Monats: Unsere Hingucker
(Opens in a new window)Die Olympischen Winterspiele 1964 und die Revision des Tiroler Naturschutzgesetzes
Bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Tirol gab es zwei Sorgen: Erstens schneite es nicht genug und zweitens sollte unerwünschte Werbung verboten werden, um während der Spiele die Region besser touristisch vermarkten zu können. In diesem Kontext und nicht bei den massiven baulichen Veränderungen der Landschaft, um Skigebiete zu erschließen, kam der Naturschutz ins Spiel, schreibt Patrick Kupper im Blog “Naturschutzgeschichte(n)”.
(Opens in a new window)NS-Raubgut in der Bibliothek?
Die Spurensuche nach NS-Raubgut in deutschen Bibliotheken ist oft mühevolle Detektivarbeit. In der Stadtbibliothek Ulm erweist sich ein Zugangsbuch als besonders hilfreich, in dem Ankäufe während der NS-Zeit inventarisiert wurden. Der Frage, ob auch die berühmte Handschrift des Geschichtsschreibers Felix Fabri betroffen war, geht Pia Eckhart nach – und stößt auf einen jet-settenden Fürsten und bittere Verwicklungen.
(Opens in a new window)Wenn Milliarden an der Bürokratie hängen bleiben
500 Milliarden: Große Summe, kleine Wirkung? Kevin Eljezi und Mario Hesse zeigen in ihrem Auftakt zur Blogreihe “Infrastruktur und öffentliche Güter”, warum Investitionen oft an Anträgen, Nachweisen und fehlendem Personal scheitern – und wie das Sondervermögen darüber entscheidet, ob Kommunen handlungsfähig werden und Vertrauen in Politik wächst.
(Opens in a new window)Ein Äffchen zum Feierabend
Ein inniges Verhältnis zu Alkohol hat in Polen Geschichte. Dabei ist Alkohol in Polen teurer als in Deutschland oder Österreich – insbesondere im Verhältnis zum Einkommen. Als besonders problematisch gelten die als “Äffchen” bekannten Flachmänner, die geleert auf polnischen Straßen und Bahnhöfen zurückbleiben und das Straßenbild prägen. Über Alkohol als Teil der polnischen Alltagskultur schreibt Kai Witzlack-Makarevich im Blog “Osteuropäische Kultur- und Landeskunde”.
(Opens in a new window)“Seid ihr dull und unsinnig?” Justiz, Magie und Eigensinn im Hexenprozess der Caspare Beyhoff (1628)
Wie schreiben wir die Geschichte einer Frau, deren Leben nur deshalb dokumentiert ist, weil eine Maschinerie in Gang gesetzt wurde, um es systematisch und gezielt zu vernichten? Anna Koch rekonstruiert den Hexenprozess der Caspare Beyhoff im Münsterland und findet eine bemerkenswerte Frau, deren Argumente Armut, Schwangerschaft und Gottesurteil verhallten. Über das verminte Gelände der Quelleninterpretation, in dem das Geschriebene oft dem Gegenteil des Wahren entspricht, schreibt sie bei “Westfalen/Lippe – Historisch”.
(Opens in a new window)Hätte ich das mal eher gewusst … mit Helena Friedrich Schwinghammer
Frauen haben in der Deindustrialisierung nur selten Archivquellen hinterlassen, sie blieben in archivalischen Quellen oft unsichtbar. Helena Friedrich Schwinghammer wollte ihre Lebenswege dennoch beleuchten: Dank historischer Sozialdaten konnte sie die weibliche Deindustrialisierung überhaupt erst greifbar machen. Wie die Historikerin den Sprung ins Digitale wagte und was sie dabei gerne eher gewusst hätte, verrät sie im Blog “Href”.
Aus den englischsprachigen Blogs
(Opens in a new window)Challenging “Racelessness.” Debates and Restrictions on Immigration in Postwar Switzerland
Switzerland is often portrayed as a neutral and "raceless" society. But in reality, racism in Switzerland was simply invisible after 1945. Racial knowledge defined who was deemed assimilable and who was excluded, while the Swiss state ignored and eliminated racism from contemporary awareness and history, writes Nicolas Blumenthal at “Migrant Knowledge”.
Neu bei de.hypotheses: Willkommen!
(Opens in a new window)Norwegian Exlibris
Das Blog “Norwegian Exlibris” widmet sich den gedruckten, dekorativen Etiketten, die in ein Buch geklebt werden und die verraten, wem das Buch gehört. In Norwegen wurden Exlibris während des Zweiten Weltkriegs populär, als Norwegen von Nazi-Deutschland besetzt und kontrolliert wurde. So schnell wie Exlibris an Bekanntheit und Beliebtheit gewannen, gerieten sie auch wieder aus der Mode und wurden erneut zu einer Nischenkunstform.
Aus den sozialen Medien
Auf dem Instagram-Account der Max Weber Stiftung (Opens in a new window) verraten wir WordPress-Hacks und Insider-Infos aus dem Hypoversum. Zum Beispiel, wie die Datensicherung bei Hypotheses funktioniert…
(Opens in a new window)Server down – Daten weg? Bei Hypotheses zum Glück nicht! Bei Hypotheses werden die Daten bei OpenEdition in Marseille und in Lyon gesichert, während die Deutsche Nationalbibliothek für die Lanzeitarchivierung sorgt. Wie die Datensicherung bei Hypotheses abläuft und wie Bloggende sie unterstützen können, erklären wir auf Instagram (Opens in a new window)und im Bloghaus (Opens in a new window).
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