In Control wird das Leben des blutjungen, charismatischen und depressiven Musikers Ian Curtis skizziert. Er heiratete früh, womit das ganze Leid begann. Als Kopf der berühmten englischen Band Joy Division, die maßgeblich den Übergang vom Punkrock Ende der 1970er- zum Post-Punk der 1980er-Jahre einleitete, war Ian Curtis innerlich zerrissen zwischen dem Musik-Business und den vermeintlichen Verpflichtungen gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft. Joy Division erlangte Berühmtheit und Ian Curtis wurde zur Ikone und nahm sich am Vorabend des Aufbruches zur ersten Amerika-Tournee das Leben.
Das Biopic Control aus dem Jahr 2007 basiert lose auf dem Buch "Touching from a Distance" von Curtis Witwe Deborah. Es ist das Spielfilm-Regiedebüt des niederländischen Musikfotografen Anton Corbijn. Seine ganz eigene Bildsprache zeichnet den Film aus, er heimste zahlreiche Preise ein. Die Schwarz/Weiß-Ästhetik von Control passt nicht nur hervorragend zu der Zeit, in der er spielt, sondern auch zur tragischen Geschichte von Ian Curtis und Joy Division.
Joy Division, benannt nach einem Häftlingsbordellflügel in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager, könnte man als einen der bekanntesten Ursprünge militärisch-faschistischer Ästhetik in der Musik bezeichnen, die viele Bands z.B. aus dem Neofolk oder dem EBM später prägte. Control ist für mich eine der gelungensten Musiker-Biografien aller Zeiten. Neben Sam Riley als Ian und Samantha Morton als Debbie, sehen wir auch die deutsch-rumänische Schauspielerin Alexandra Maria Lara in der Rolle der belgischen Journalistin Annik. Der Soundtrack mit Songs von u.a. New Order, The Velvet Underground, Iggy Pop, Buzzcocks, Sex Pistols, David Bowie, Kraftwerk und natürlich Joy Division rundet den Film mit der ansteckenden Atmosphäre zu etwas ganz Besonderem ab.
https://www.imdb.com/de/title/tt0421082/ (Opens in a new window)