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Passives Einkommen, ja ne is klar

Klingt zu gut, um wahr zu sein: Passives Einkommen. Geld verdienen, ohne einen Finger zu rühren. Einfach jeden Monat 2.000 Euro extra kassieren – ganz entspannt vom Sofa aus. Klingt wie ein Traum. Oder ein Märchen.

Geldesel im Keller, Geldbaum im Garten, Zauberkarte – wer braucht schon Hogwarts, wenn einem im Internet versprochen wird, man müsse nur „einmal richtig starten“ und schon rollt die Kohle von allein. Die Realität? Ohne Lottogewinn oder wohlhabende Patentante: schwierig.

Das moderne Märchen vom Geldregen
Viele „Finfluencer“ und selbsternannte Business-Gurus preisen passives Einkommen als ultimativen Lifehack an. Sie zeigen Traumleben am Strand und verteilen großzügig Tipps – gegen Bezahlung, versteht sich. Meistens verdienen sie dann auch nur an einem: Ihnen.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff?
Passives Einkommen bedeutet: regelmäßiger Geldfluss ohne aktiven Arbeitseinsatz. Oder, etwas weniger glamourös: Rente. Anders als bei der „finanziellen Freiheit“ geht’s hier nicht darum, nie wieder arbeiten zu müssen, sondern eher darum, sich ein bisschen finanziellen Spielraum zu verschaffen.

„Komm in die Gruppe!“ – der Running Gag der Passivgeld-Szene

Der Begriff wird gern von dubiosen Coaches benutzt, um für windige Geschäftsmodelle zu werben. Gegen 90 Euro im Monat dürfen Sie vielleicht sogar in eine exklusive WhatsApp-Gruppe – mit ganz "geheimen" Tipps. Spoiler: Meistens ist der einzige, der dort Geld verdient, der Coach.

Die beliebtesten Methoden – und ihre Tücken

1. Mieteinnahmen
Klingt gut, setzt aber voraus, dass man Immobilien besitzt. Und die sind teuer. Wer 2.000 Euro im Monat mit Vermietung verdienen will, braucht – bei 2,4 % Rendite – etwa eine Million Euro Startkapital. Also, nichts für nebenbei.

2. AirBnB-Arbitrage
Ein Trend unter Digital Nomads: Wohnungen günstig mieten, teurer an Touristen weitervermieten. Klingt clever – ist aber ein Vollzeitjob mit rechtlichen Fallstricken, Reinigungsstress und Schlüsselchaos. Ganz zu schweigen vom Kapitalbedarf.

3. Aktien & ETFs
Klassiker unter den passiven Einkommensquellen. Aber: Wer 2.000 Euro pro Monat bei 4 % Dividende will, braucht 600.000 Euro investiert. Bei 2 % sogar doppelt so viel.

4. P2P-Kredite
Hier verleihen Sie über Plattformen Geld an andere. Klingt lukrativ, ist aber riskant. Wenn der Kreditnehmer nicht zahlt oder die Plattform abrauscht, ist’s mit dem Einkommen schneller vorbei, als Sie „passiv“ sagen können.

Kreativität statt Kapital

Wenn das nötige Startkapital fehlt, hilft nur eins: kreativ werden. Mit einem Blog oder YouTube-Kanal lässt sich – irgendwann – Geld verdienen. Auch VG Wort zahlt für gut laufende Texte. Aber: Der Algorithmus schläft nie, und wirklich „passiv“ ist das alles nur, wenn Ihre Inhalte ewig trendy bleiben.

Noch skalierbarer: eine App entwickeln, ein Buch schreiben oder ein Online-Kurs. Doch selbst dann gilt: Erst mal muss ordentlich Zeit (und meist auch Hirnschmalz) investiert werden, bevor es sich rechnet.

Der Denkfehler beim passiven Einkommen

Wer denkt, er könne ohne Aufwand Geld scheffeln, irrt. Ohne Einsatz von Zeit, Geld oder beidem geht nichts. Selbst der sagenumwobene Geldbaum muss erst mal gepflanzt und gegossen werden.

Die meisten der gezeigten Modelle funktionieren – aber nicht so, wie es oft verkauft wird. Statt „passiv“ wäre der ehrlichere Begriff wohl: skalierbares Einkommen. Erst schuften, dann (vielleicht) entspannen.

Und die Coaches, die angeblich schon ausgesorgt haben? Wenn sie so reich wären, würden sie wahrscheinlich nicht versuchen, Ihnen für 90 Euro im Monat eine Telegram-Gruppe zu verkaufen.

Fazit: Auch ich rede von passivem Einkommen - aber es ist dennoch Arbeit. Ich verfolge den P2P -, Aktienmarkt etc. und somit tue ich etwas für diese Geldanlage. Aber damit bin ich, für meine Verhältnisse, erfolgreich.

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