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Suchend angekommen – Über die paradoxe Koexistenz von Sehnsucht und Erfüllung

Foto: Sebastian Heeg

Eine gelebte und geliebte Ambivalenz - mein ich, als Mensch mit einer Hörbehinderung

Es gibt eine stille, schwer zu benennende Spannung, die in vielen von uns wohnt: das gleichzeitige Streben nach einem Mehr und das Wissen, bereits angekommen zu sein – im Leben, bei sich selbst, inmitten der eigenen Biografie. Ist das ein Widerspruch? Oder ist es vielmehr das Wesen menschlicher Reifung?

Ich frage mich oft: Bin ich noch Suchende – oder schon Gefundene?

Die Antwort, so scheint es mir, liegt nicht in einem endgültigen Zustand. Sie liegt im Dazwischen. In einem Raum, der nicht auf Karten verzeichnet ist und doch täglich durchschritten wird. Ein Ort, in dem die rastlose Sehnsucht nach Erkenntnis, Tiefe, Sinn und geistiger Weite mit einem leisen inneren Frieden koexistiert – wie zwei Stimmen in einem gut komponierten Kanon.

Der Ruf der Suche – oder: Warum ich nicht still sein kann

Ich bin eine Suchende. Nicht aus Unruhe. Nicht aus Mangel. Sondern aus einer unstillbaren Freude am Denken, Lernen, Hinterfragen. Mein Geist gönnt sich selten Pausen – nicht, weil er erschöpft ist, sondern weil Schweigen Raum lässt für Fragen, deren Echo laut hallt.

Ich suche nach Wissen. Nicht aus Pflicht, sondern aus Leidenschaft. Es macht mir Freude, Zusammenhänge zu erkennen, Ursprünge zu verstehen, Details zu entschlüsseln. Ob es die musikalischen Eigenheiten Beethovens sind, dein Leben und Wirken, die Feinheiten neurologischer Plastizität oder die etymologischen Wurzeln altgriechischer Begriffe – es nährt mich. Und ja: Es beruhigt meinen Geist. Für einen Moment.

Denn ich weiß:

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