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Die diskrete Eleganz der Stille – oder: Mein Körper, ein geräuschloses Biotop

Auch das knusprige Knäckebrot macht keine Geräusche

Gehörlose Menschen hören – so die landläufige Kenntnis – nichts.

So weit, so korrekt. Und doch: Wenn ich erzähle, dass ich mich selbst ebenfalls nicht höre, ernte ich nicht selten ein erstauntes „Oh. Krass.“

Es ist diese zweite Ebene der Stille, die sich der Vorstellungskraft vieler entzieht.

Nicht nur die Welt schweigt – auch ich selbst. Ich höre mich weder sprechen, noch schreien.

Ich höre meinen Magen nicht knurren. Ich höre mich nicht aufstoßen….

Die emsige Betriebsamkeit meines Darms bleibt mir ebenso verborgen wie jene kleinen, mitunter sozial delikaten akustischen Eskapaden, die man gemeinhin als Flatulenz umschreibt.

(Und nein – selbstverständlich bin ich ein Mensch von tadelloser Etikette. Zumindest in meiner eigenen, vollkommen geräuschlosen Wahrnehmung. - was das Wiesel betrifft…. Nun das lassen wir besser)

Mein Körper ist, ohne Technik, ein Ort von bemerkenswerter Zurückhaltung.

Ein stilles, fast meditatives Biotop.

Und doch – so wurde mir versichert – entfaltet sich im Inneren bisweilen eine regelrechte Kakophonie. Ein orchestrales Werk aus Gluckern, Rumoren und physiologischer Eigenwilligkeit.

Ich selbst? Verweile derweil in kontemplativer Ruhe und genieße die Abwesenheit jeder auditiven Selbstentlarvung.

Auch die Nacht offenbart sich in dieser Logik als ein Raum vollkommener Souveränität.

Du hustest? Du könntest – überspitzt formuliert – eine Tuba neben meinem Kopf spielen oder von der ’Ndrangheta mit dem Maschinengewehr zum Nudelsieb gemacht werden: Ich schlafe. Tief. Unerschütterlich.

Das innere Wiesel schnarcht selig, die Wasserbüffelin ruht in stoischer Gelassenheit – und ich irgendwo dazwischen, eingehüllt in eine Stille, die nichts verlangt.

Schnarchen? Nebensächlich.

Laute Esser? Willkommen.

Misophonie? Ein Phänomen, das sich mir nur rein theoretisch erschließt.

Ich höre mich selbst auch nicht essen.

Ich habe keine Ahnung, ob mein Kauen diskret oder akustisch so präsent ist, dass es womöglich den Nachbarn auf der anderen Straßenseite

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