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Die innere Kröte – Zweifel und Stärke in einem Atemzug

Es gibt Tage, an denen überkommt mich das schlechte Gewissen wie eine träge, dunkle Kröte, die in uns allen hockt. Der innere Zweifler – manchmal flüsternd, manchmal mit gellender Stimme – erinnert mich daran, wie viele Rollen ich trage: Mama, Partnerin, Tochter, Freundin, Frau.

Und oft fühle ich mich, als würde ich niemandem in dieser Gleichung gerecht. Es lastet schwer, wenn Kinder Verantwortung übernehmen müssen, die man ihnen so gerne noch lange erspart hätte. Sorgen, Ängste, die sich in ihre jungen Gedanken schleichen, obwohl man ihnen einen behüteten Raum schaffen wollte.

Und dann sind da noch die Sprüche und Urteile von außen – hingeworfen wie kleine Steine, die auf einer Wasseroberfläche Kreise ziehen. Sätze, beiläufig dahingesagt, deren Nachhall mich unsicher werden lässt, nachdenklich, manchmal sogar ins Wanken bringt. Worte, die nicht böse gemeint sein müssen und doch wie feine Risse durch das Glas meiner Selbstgewissheit laufen.

„So spielt das Leben“, sagen die einen mit einem Schulterzucken.

„Also ich könnte das nicht“, die anderen – wie eine kalte Klinge, die zwischen meine Rippen fährt.

Ich lächle. Nicht, weil ich eine Maske trage, sondern weil das Lächeln tief in mir verankert ist, in meinem Herzen, wie ein feines, tragendes Gewebe. Es ist kein Schild, es ist meine Art, die Welt zu umfassen. Und doch: Auch in diesem Lächeln wohnen Zweifel.

Ja, so spielt das Leben. Aber auch ich darf enttäuscht sein, traurig, müde. Der Satz „Ich könnte das nicht“ verletzt mich am meisten. Was soll er mir sagen? Dass ich mein Leben beenden sollte? Dass ich mich in Depression und Stillstand ergeben müsste? Dass ich mich und meine Kinder ignorieren soll? Oder dass mein Gegenüber sich selbst für so fragil und einsam hält, dass es sich in meiner Lage zerbrechen würde?

An dieser Stelle protestiert das Wiesel in mir lauthals. Die innere Wasserbüffelin läuft Amok, stampft mit gewaltigen Hufen und organisiert in meinem Inneren eine wilde Stampede der Empörung. Es ist, als würde mein Innerstes mir zurufen: „Nein! So nicht!“

Denn ja, wir alle lernen, mit Dingen umzugehen, für die wir nicht bereit waren. Wir sind Spielfiguren in einem unübersichtlichen Spielplan, gezwungen, uns immer wieder neu zu sortieren, auszurichten und das Beste aus den Zügen zu machen, die uns das Leben hinwirft.

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