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Wenn das Leben alle Einladungen gleichzeitig ausspricht

Über Engagement, Gleichzeitigkeit – und die Kunst, sich nicht zu vervielfältigen

Es gibt diese seltenen Wochenenden, die sich anfühlen, als hätte das Leben selbst beschlossen, einen Stresstest der Zugehörigkeit zu veranstalten. Nicht leise, nicht dosiert, sondern mit einer fast schelmischen Grandezza: Alle Einladungen zugleich. Alle Orte gleichzeitig. Alle Menschen, die einem am Herzen liegen — synchronisiert auf denselben Kalenderseiten.

Und man steht davor, leicht fassungslos, beinahe ehrfürchtig, und denkt: Wie ist das statistisch überhaupt möglich?

Denn es handelt sich ja nicht um beliebige Termine. Es sind genau jene Räume, in denen das eigene Herz zuhause ist. Vereine, Gemeinschaften, Selbsthilfegruppen, Menschen, mit denen man lacht, arbeitet, denkt, gestaltet. Orte, an denen Engagement nicht Pflicht bedeutet, sondern Sinn. Und plötzlich bündeln sich all diese Parallelwelten in einem einzigen Wochenende, als hätten sie sich heimlich abgesprochen.

Mein inneres Wesen war begeistert — und verzweifelt zugleich.

Es möchte überall sein. Wirklich überall. Es möchte niemandem absagen müssen, niemanden enttäuschen, keinen Moment verpassen. Denn „dabei sein“ ist für dieses Wesen kein gesellschaftlicher Reflex, sondern eine existenzielle Haltung: Teilnahme bedeutet Verbindung. Verbindung bedeutet Lebendigkeit.

Das innere Wesen glaubt fest daran, dass Zugehörigkeit durch Anwesenheit sichtbar wird.

Die Büffelin hingegen — ruhiger, schwerer im Schritt, ausgestattet mit einer fast stoischen Vernunft — betrachtete das Geschehen mit milder Gelassenheit. Während das Wesen innerlich begann, logistische Wunderlösungen zu konfabulieren (zeitliche Teleportation erschien kurzfristig als valide Option), hatte die Büffelin längst entschieden.

Sie kennt eine Wahrheit, die das Herz nur ungern akzeptiert:

Ein Mensch kann sich nicht vervielfältigen, ohne sich zu verlieren.

Und so entstand ein innerer Aushandlungsprozess zwischen Sehnsucht und Realität. Zwischen dem Wunsch, überall mitzutanzen, und der Einsicht, dass Engagement nicht durch Quantität wächst, sondern durch Präsenz.

Am Ende fiel die Entscheidung — nicht abrupt, sondern beinahe leise.

Zwei Hochzeiten werden es sein: der Gebärdensprachkurs und der Hörtag in Straubing, bei dem ich selbst einen Vortrag halten darf. Lernen und Weitergeben. Aufnahme und Resonanz. Zwei Orte, an denen ich nicht nur teilnehme, sondern wirke.

Drei weitere Veranstaltungen werde ich nicht besuchen können.

Und ja — Absagen bleiben ein seltsames Gefühl. Sie tragen immer einen Hauch

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