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Perimenophase – das akademisch unterschätzte Drama

Die Perimenophase, so belehrt uns die einschlägige Literatur, sei ein „natürlicher Übergang“ im weiblichen Lebenslauf. Übergang – welch euphemistische Untertreibung! Das klingt nach einem Spaziergang über eine sonnendurchflutete Brücke mit Panoramablick, während es in Wahrheit ein Stau in einer endlosen Baustellenumleitung ist: Schlaglöcher, Sperrungen, Baustellenampeln, die zuverlässig auf Rot verharren.

Medizinisch handelt es sich um jene Phase, in der die Ovarien langsam den Betrieb einstellen, die Hormone Achterbahn fahren und der Körper eine groteske Generalprobe veranstaltet – ein „Best of“ aus Blutungen der Hölle, Gelenkschmerzen und kognitiven Nebelschwaden. Aus evolutionärer Sicht könnte man vielleicht einen Sinn konstruieren: ein letzter Aufruf zur Fortpflanzung, ein „Endspurt“ ins Genpool-Finale. Realistisch betrachtet ist es jedoch ein biologischer Anachronismus – ein Relikt aus Zeiten, in denen Frauen selten alt genug wurden, um diesen Spuk überhaupt mitzuerleben.

Und so sitze ich hier, akademisch informiert und praktisch genervt bis ins Mark. Der Urlaub verliert an Leichtigkeit, Spaziergänge oszillieren zwischen Blutsturz und Hüftschmerz, während die Fachliteratur nüchtern von „Östrogendefizit-bedingten Symptomen“ spricht. Brainfog, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen – alles nur Randnotizen im klinischen Vokabular. Doch was bedeutet es existentiell? Dass mein Körper eine Oper aufführt, für die ich nie Karten bestellt habe – und deren Libretto ich nicht einmal kenne.

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