
I. Die Vorbereitungen
Urlaubsvorbereitungen sind kein logistischer Vorgang, sie sind ein eigener Aggregatzustand des Lebens. Bäder werden geputzt, Treppen gefegt, Flure gesaugt, als stünde der Generalinspekteur der Sauberkeit vor der Tür. Eine typisch deutsche Marotte, wurde mit gesagt. Ich denke aber, das stimmt nicht. Wer will bitte und Chaos heimkommen, wenn man Chaos mitbringt?
Nun denn
Taschen werden gepackt, Listen gefüttert, und jedes Ding im Haus wird misstrauisch auf Funktionalität überprüft. Sicher ist sicher.
Mein Hund hat die einzig überlebensfähige Strategie gewählt: Er hat sich in seine Hundehöhle zurückgezogen und harrt dort stoisch aus, während ich wie ein einarmiger Bandit durchs Haus wusle. Sortierend, stapelnd, improvisierend.
Die Hälfte meines Gepäcks ist wie immer Bücher, Technik und Essen. Kabel, Ladegeräte, Adapter, Streaminggeräte – mein privates Elektronikmuseum. Dazu ein Arsenal aus Brotdosen, Thermoskannen und Brötchen, als zögen wir in die Wüste statt ans Meer. Kleidung? Ach, die kann man waschen. Aber hungrig im Auto sitzen? Niemals.
Während ich stapelnd über Listen brüte, meldet sich mein inneres Personal:
Die Wasserbüffelin, gelassen, erdend, brummt ihr sonores Ohm und erinnert mich daran, dass auch ein Aufbruch Ruhe verdient.
Das Wiesel dagegen springt außer Rand und Band, knabbert imaginär an den Möbeln, zerfetzt gedanklich die Packlisten und weiß nicht, wohin mit seiner Energie.
Kein Wunder – es wird der erste Urlaub mit Hörmine und Hörlibert. Zwei Gefährten, die für mich weit mehr sind als Technik: Sie sind Türen ins Hören, Brücken ins Leben. Allein der Gedanke, sie nun mit ans Meer zu nehmen, erfüllt mich mit Aufregung.
Und dann ist da noch das große Kind, das zum ersten Mal Verantwortung übernimmt. Ein junger Erwachsener, der ins Leben startet und damit nicht nur sich selbst, sondern auch unsere gemeinses Leben neu definiert.
So stehe ich zwischen Wiesel und Büffel, zwischen Hundehöhle und Tetris-Kofferraum, zwischen Technik-Arsenal und Brötchenbatterie. Ich weiß: Perfektion wird mir nicht gelingen. Aber das ist vielleicht der schönste Teil des Ganzen. Wir werden improvisieren, wir werden lachen, wir werden losfahren. Am Ende zählt nicht das Chaos davor, sondern die Fahrt selbst – und das Meer, das auf uns wartet.
II. Shoppen für den Urlaub