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THE GOOD NEWS

Redaktion free.fem.minds MAGAZIN

Es gibt sie auch in diesen Zeiten.
Die guten Nachrichten rund um
Frauenrechte, Gewaltschutz, Gleichstellung und natürlich Frauen

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NO MORE! UK macht es vor.

Ende Oktober 2025 gab die britische Regierung eine wegweisende Neuerung für familiengerichtliche Verfahren bekannt: Die Grundannahme, dass ein Kind unter allen Umständen vom Kontakt zu beiden Elternteilen profitiert, ist gefallen.

Und damit der Zugriff für Täter. Die bisherige Annahme: Selbst bei Gewalt brauchen Kinder den Kontakt zu beiden Elternteilen für eine gesunde Entwicklung. Die Forschung weiß längst, dass das nicht nur nicht zutrifft, sondern dass Kinder lebenslang unter schweren Folgen leiden, wenn sie in Täterkontakt gezwungen werden. Endlich trägt nun auch eine höchstoffizielle Entscheidung diesem Kenntnisstand Rechnung. (Quelle: @Metoofamilycourt) Väterrechtler dürften nach dieser Entscheidung Sturm laufen. Der Kinderschutz hingegen hat endlich (ersten) Grund zur Freude.

Auch in Deutschland gilt die These, dass der Kontakt zu beiden Elternteilen dem Kindeswohl diene. Das führt soweit, dass Kinder gezwungen werden, ihre Väter, die versucht haben, die Mutter (und sie) zu töten, im Gefängnis zu besuchen. Für die gesunde Entwicklung. Deutschland darf sich an der britischen Entscheidung pro Kinder- und Gewaltschutz schnellstens ein Beispiel nehmen.

Frauenstreik.

Die Isländerinnen haben es vorgemacht. Am 24. Oktober 1975 legten satte 90 Prozent aller Isländerinnen kollektiv die Arbeit nieder und gingen geschlossen auf die Straße. Sie kümmerten sich weder um Jobs noch Kinder, Familie oder Hausarbeit und brachten damit ein ganzes Land zum Stillstehen. Ihr Ziel war es, auf die Unterbewertung der weiblichen Arbeit aufmerksam zu machen und sichtbar und spürbar zu machen, was es bedeutet, wenn sie ausbleibt. Die Forderungen der Frauen 1975: Faire Löhne, eine flächendeckende Kinderbetreuung und reale Gleichberechtigung. Islands Frauen schafften damit den Wendepunkt und der Stillstand, in den sie das Land versetzten, brachte den Wandel. Heute gilt Island als wegweisend, wenn es um Gleichberechtigung und gelebte Frauenrechte geht.

2026 will Deutschland es den Isländerinnen gleichtun und hat sich dem globalen Frauenstreiktag am 9. März 2026 angeschlossen. Weltweit begehen Frauen am 8. März den Weltfrauentag.
Am 9. März 2026 dann, wollen Frauen auch bei uns geschlossen für Gleichstellung und Frauenrechte auf die Straße gehen. Aufgerufen zu dem Streiktag hat das Bündnis „Töchter gegen Merz". Das Ziel ist es, auf die Lücken in der Gleichstellung von Frauen in Deutschland aufmerksam zu machen.

Weitere Informationen unter enoughgenug.org (Opens in a new window) und auf Instagram auf der Plattform „Töchter gegen Merz"

Für alle, die ihren Töchtern erklären möchten, wie feministische Revolution gelingt, ist dieses Buch ein Muss:

Lese-Tipp: Der Tag an dem die Frauen (Prestel) streikten
von Linda Ólafsdóttir

Das Buch erzählt die Geschichte des sogenannten Langen Freitag in Island auf bewegende Weise nach. Die aktuelle Thematik brachte dem Buch eine Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 ein.

Doch nicht so schön? Nur wenige Frauen träumen vom Leben als Tradwives.

Man könnte fast von einer Kampagne sprechen, mit solcher Intensität bewarben vor allem US-Influencerinnen das Leben als glückselige Hausfrauen, die Karriere und finanzielle Unabhängigkeit grundsätzlich lieber ihren Männern überlassen.

Sie selbst konzentrieren sich auf alles vermeintlich Weibliche, vom Backen bis zur eigenen Kaugummiproduktion für den Nachwuchs - instafähig kapitalisiert versteht sich. Die Message: Richtig gute Mütter bleiben selbstverständlich für das Glück der Familie zuhause und sogar ohne Kinder wurde das Leben in Abhängigkeit vom Mann als höchstes Ziel propagiert. Feminist:innen warnten vor dem Trend, denn die Statistik weiß, wie sehr finanzielle Abhängigkeit Gewalt, Missbrauch und Altersarmut begünstigt. Eine Untersuchung des BIB (zu finden unter www.bib.bund.de) zeigt nun: Junge Frauen in Deutschland lassen sich für ein Leben als Tradwives nur schwer begeistern. Befragt wurden rund 2.700 Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Das Ergebnis: Nur ca. 19 Prozent von ihnen bevorzugen traditionelle Rollenmodelle, die Mehrheit entscheidet sich privat lieber für eine gleichberechtigte Aufteilung in ihren Partnerschaften.

Quelle: equalpayday.de (Opens in a new window)

Endlich: Verbesserungen für Endometriose-Patientinnen.

Schmerzen, Zyklusstörungen und unerfüllter Kinderwunsch – Endometriose ist für Patientinnen mehr als nur eine Diagnose. Für viele Frauen beeinflusst sie das ganze Leben. Bei Endometriose handelt es sich um eine gutartige, jedoch chronisch verlaufende Erkrankung. Bei Endometriose wächst Gewebe, welches der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Das Gewebe siedelt sich im Bauch- und Beckenraum, an Darm, Bauchfell oder sogar der Lunge an. Endometriose kann den Hormonspiegel und das Immunsystem beeinflussen und wird daher als systemische Erkrankung angesehen, die möglichst interdisziplinär von vielen Fachärzt:innen gemeinsam behandelt werden sollte. Die Realität für Frauen mit Endometriose war bisher jedoch ernüchternd, denn in Sachen Diagnostik, Forschung und Behandlung gibt es großen Nachholbedarf.

Endometriose ist politisch sagt daher die Endometriose Vereinigung Deutschland e.V. und meint damit, dass Patientinnen strukturell auf politische Lösungen angewiesen sind, um Verbesserungen für Frauen zu erzielen. Jede zehnte Frau sei betroffen und damit etwa zwei Millionen Frauen, dennoch erhalten viele keine ausreichende medizinische Versorgung. Die aktualisierte Leitlinie für Diagnostik und Therapie von Endometriose aus dem Juni 2025 soll nun zahlreiche Verbesserungen für Patientinnen mit sich bringen. Betroffene hoffen auf einen sensibilisierten Umgang mit der belastenden Erkrankung und auf ein erweitertes Spektrum zur Verbesserung von Symptomen und Folgen.

Informationen finden Endometriose-Patientinnen auf den Seiten der Endometriose Vereinigung Deutschland e.V.

Der Buchpreis 2025 geht an eine Frau. Die Schweizer Autorin Dorothe Elmiger erhielt aus der diesjährigen Frankfurter Buchmesse im Oktober den Deutschen Buchpreis 2025 für ihren Roman Die Holländerinnen.

Den Schrecken um zwei verschwundene Studentinnen, einen realen Fall zweier Wanderinnen in Panama aus 2014, verwandelt Elmiger sprachgewaltig in ein dichtes, ungewöhnliches Meisterwerk, das sich laut Rezensent:innen auf dem schmalen Grat zwischen Blair Witch Projekt und klassischen Kriminalrekonstruktionen bewegt. Kritik gibt es dennoch zur verpassten Chance, das zugrundeliegende Thema Gewalt gegen Frauen im Roman über das Geschehen hinaus einzuordnen. Andere Stimmen sagen, die Handlungsunfähigkeit des (Nach-)Erzählens zeige sich hier besonders stark.

Dorothe Elmiger. Die Holländerinnen. Hanser. 2025

Mehr Sicherheit – die elektronische Aufenthaltsüberwachung für Gewalttäter kommt.

Sie kommt und das nun bundesweit. Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, dass auch Deutschland ab 2026 die sogenannte Fussfessel für gewalttätige Männer zur Aufenthaltsüberwachung erhält. Der entsprechende Gesetzesentwurf sieht vor, dass Täter nun auf gerichtliche Anordnung zum Tragen des Sicherungssystems für gewaltbetroffene Frauen gezwungen werden können. In Spanien sorgt das System, bei dem sich Täter ihrem Opfer nicht mehr unbemerkt nähern können, für gezielten Schutz vor Femiziden.

Kritik am Entwurf kommt vor allem aus dem Gewaltschutz. Expert:innen-Organisationen, wie etwa Frauenhauskoordinierung e.V., kritisieren, dass die Fussfessel ohne eine Einbettung in eine umfassende Anti-Gewalt-Strategie lediglich Symbolcharakter hat. Was es braucht, sind parallel gezielte Methoden und neu etablierte Strukturen, die Prävention, Fortbildung, Täterarbeit und Opferschutz gemeinsam auf den Weg bringen.

Auf dem Weg für
sichere Abtreibungen
für alle Frauen in der EU

MY VOICE MY CHOICE ist ein Zusammenschluss von Freund:innen, Aktivist:innen und Einzelpersonen aus allen sozialen Schichten, aller Geschlechter und verschiedener Altersgruppen, die sich aus ganz Europa mit dem gemeinsamen Wunsch zusammengetan haben, Europa zu einem besseren Ort zu machen. Ziel der Bewegung ist es, dass alle Frauen in der EU Zugang zu sicheren Abtreibungen haben.

Am 13. November 2025 dann der Meilenstein im EU-Parlament: Mit 359 Politiker:innen hat die Mehrheit im EU-Parlament für reproduktive Rechte für Frauen gestimmt und damit den Weg freigemacht für die nächsten Schritte auf dem Weg zum Kampagnenziel von MY VOICE MY CHOICE.

Die Bewegung, zu der aus Deutschland zum Beispiel Organisationen wie Terre des Femmes oder Pro Familia gehören, umfasst EU-weit zahlreiche Frauenrechtsverbände aus mehr als 20 Ländern, die sich für die Sicherung reproduktiver Rechte und den Zugang zu sicheren Abtreibungen für Frauen in der EU einsetzen.

Weitere Informationen unter myvoice.mychoice.org (Opens in a new window)

21,1 Prozent.

21,1 Prozent – so hoch war 2025 der Anteil von Chefredakteurinnen bei Regionalzeitungen. 2013 lag der Wert von verantwortlichen Frauen bei Regionalzeitungen noch bei 13,3 Prozent. Ein Schritt in die richtige Richtung, doch für Corinna Cerruti und Edith Heitkämper aus dem Vorstand von ProQuote Medien noch nicht genug. Sie fordern 50 Prozent Frauen in den Führungsetagen von Medien. Nur so ließen sich unterschiedliche Perspektiven abbilden und Medienvielfalt erzeugen, die über männliche Lebensrealitäten hinausblickt.

Mehr zum Thema in der ProQuote Studie Wo Frauen Führen – zur Geschlechterverteilung von Führungspositionen in deutschen Medienhäusern. www.pro-quote.de

K.O. für K.O.-Tropfen

K.O.-Tropfen gelten künftig als Waffe. Wer die, auch als Date-Rape-Drogen bekannten, Substanzen einsetzt, muss künftig mit mindestens fünf Jahren (statt drei Jahren) Haftstrafe rechnen. Das kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig Ende November an und nannte Vergewaltigungen unter Einsatz von K.O.-Tropfen perfide und gefährlich. Höchste Zeit für die SPD-Politikerin, künftig hier das Strafrecht für mehr Schutz von Frauen zu verändern.

Zuwachs. Immer mehr
Personen kennen das
Handzeichen/Notzeichen
für Gewalt.

Gewaltbetroffene (Frauen) können manchmal nichts sagen, geben jedoch per Handzeichen ein Notsignal. Nur wer das kennt, kann Leben retten. Und die gute Nachricht lautet: Immer mehr können das Notsignal als Hilferuf deuten. Die Canadian Women's Foundation hat das Signal im April 2020 als Signal for Help bekannt gemacht. 2020, das war mitten im weltweiten Covid-Lockdown und damit für viele in der Hochphase für Gewalt in den eigenen vier Wänden. Seit fast fünf Jahren wird das Zeichen nun universell genutzt, um ohne Worte anzuzeigen, dass man selbst Hilfe bei Gewalt benötigt.

So funktioniert das Handzeichen:

  • Handfläche zeigen: Heben Sie eine Hand und richten Sie die Handfläche nach außen, zur Person, mit der Sie sprechen.

  • Daumen einklappen: Legen Sie den Daumen so nach innen, dass er in der Handfläche liegt.

  • Finger schließen: Klappen Sie die restlichen vier Finger über den Daumen, sodass dieser „eingeschlossen“ ist, wie in einem Käfig. 

Was tun, wenn Sie das Zeichen sehen?

  • Notruf wählen: Rufen Sie sofort die Polizei unter 110 an.

  • Details durchgeben: Nennen Sie, wenn möglich, folgende Informationen:

    1. Wo und wann Sie die Person gesehen haben

    2. Eine Beschreibung der Person (Kleidung, Aussehen)

    3. Kennzeichen und Richtung eines eventuellen Fluchtfahrzeugs

    4. Die genaue Adresse, falls Sie wissen, wo sich die Person befindet 

Noch nicht ganz klar? Unter dem Link geht’s zu einem anschaulichen Erklärvideo des Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Saarland mit dem Nothandzeichen bei Gewalt.

Topic So will ich leben

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