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THE BUTCHER SISTERS - Im Interview!

Foto: Colourbound

IRONISCH GEMEINT. EHRLICH GEFÜHLT. Wer diese Band interviewt, sollte vorher vielleicht kurz noch meditieren. Zwischen selbstreflexiver Kritik am Umgang mit Medien und geheimen „Pipi Kaka-Vinyl-Editionen schafft die Band aus Mannheim es, mit überraschendem Fachwissen zu überzeugen. Willkommen im TBS-Kosmos: Bitte anschnallen, wir fliegen mit Überschall.

Eure neue Platte trägt den Titel „Das Schwarze Album“ und fühlt sich stellenweise an wie ein Tribut an die Hymnen der frühen 2000er. Verarbeitet ihr damit eigene Traumata oder vermisst ihr diese Zeit?
Alex: Es ist einfach eine Zeit, die sorgloser war und die auch irgendwie so einen uniquen Style hatte. Und es ist interessant zu sehen, dass sich das gerade so ein bisschen wiederholt. Deshalb ist ganz cool, das noch mal aufleben zu lassen.

„Piep Piep Piep“ heißt einer der Songs. So humorvoll das Ganze ist, ein bisschen Gesellschaftskritik kommt da doch durch, habe ich das Gefühl. Oder war das keine Absicht?
Alex: Ja, nee, das ist eigentlich eher eine Dokumentation von uns privat. Aber trotzdem so ein bisschen, ja, ich finde, man hinterfragt es dann doch auch erstmal, wenn man so was hört. Deswegen ist es so eine Art Balanceakt zwischen Klamauk und Ernsthaftigkeit.

Eure Texte wirken häufig auch ein wenig so, als ob man sich morgens seinen Kaffee statt mit Wasser gleich mit White Monster aufbrüht. Wie entstehen solche Ideen?
Alex: Also ich glaube, bei einem Song war es besonders lustig, weil da kam der Manuel zu uns und hat gemeint: „Jungs, ich hab was geträumt.“ Und dann hat er uns die Hook von „Detlef D Soost“ vorgerappt und das war so ein Ding irgendwie. Das war sehr lustig tatsächlich, aber ansonsten sind es ganz oft eher irgendwelche Running Gags, die vielleicht bei uns auf Tour entstanden sind oder auch einfach irgendwelche Interessen. Irgendjemand bringt irgendein Schlagwort und wenn wir damit alle irgendwie relaten können, dann bauen wir da was raus.
Manuel: Wir haben wie so eine Liste bei uns im Google Drive, wo ganz viele Themen draufstehen. Und vor dem Album stand da so was wie „Lachen“, „City Roller“. Beim letzten Album stand da „Barsch“ oder „Fischlied“, solche Sachen.

„Wacken“ wirkt wie eine Bewerbung zur offiziellen Festivalhymne ... Warum heißt der Song nicht „Rock am Ring“ oder „Krach am Bach?
Alex: Ja, das liegt vielleicht daran, dass wir alle eigentlich mit Wacken unsere ersten Festival-Erfahrungen teilen. Wir kommen aus Süddeutschland, also nicht ganz tiefer Süden, aber es ist schon eine ganz schöne Strecke, wenn man das damals noch mit U18 auf sich nimmt. Und da entstehen natürlich auch Erinnerungen.

Ich bin gespannt, ob das bleibende Schäden hinterlässt, was wir da machen.

Das heißt, wenn jetzt ein Split-Album anstehen würde, ohne Grenzen hinsichtlich Budget, Zeit oder Realismus. Mit wem würdet ihr gerne mal ein Studio teilen?
Manuel: Stroppo und Amazing Alex ... Ich glaube, SCOOTER wären schon ein sehr groß...
Stroppo: Ssio vielleicht.
Alex: Ross Anthony, absoluter Wunschtraum.
Stroppo: Yung Hurn.

Oder Money Boy?
Stroppo: Ja, Money Boy. Benjamin Blümchen wäre auch geil.

https://youtu.be/E1UYftehmgE?si=8_DiSeg72j6SBAF0 (Opens in a new window)

Ihr habt 2024 in einem Interview, angedeutet, dass es euer nächstes Ziel sei, das nächste Album noch schlechter zu machen. Ist euch das gelungen?
Stroppo: Yes!
Alex: Es gibt sogar eine kleine Teilauflage von dem Album, die richtig scheiße ist. Du musst „Pipi Kaka TBS“ googlen.

Okay ... Veräppelt ihr mich gerade? Bei euch weiß man das ja immer nicht.
Stroppo: Ich check’s gerade selber nicht. Ich weiß, wie es dir geht. Ich hatte das auch. Man fühlt sich öfter mal nicht gut in dieser Gruppe.
Manuel: Es gibt die limitierte „Pipi Kaka Edition“, wo geheime Lieder drauf sind, die es nur auf dieser Schallplatte gibt. Und davon gibt es auch nur ein paar Stück, wenn man wissen will, was drauf ist, muss man die „Pipi Kaka Edition“ kaufen. Es wird nicht woanders veröffentlicht. Es wird nicht online im Streaming oder so verfügbar sein.
Stroppo: Einer hat mal gesagt; „Wisst ihr, was so geil an euch ist? Ihr seid unpolitisch.“ Aber eigentlich sind wir es ja doch, weil wir rücken die Leute weg von der Politik, weil sie sich bei uns ärgern. Das ist eigentlich voll schön, oder? Wir haben immer sehr viel Spaß gemacht. Ich finde Ärgern ganz toll und ich finde es lustig, dass es dann doch als Joke verstanden wird, das betrifft unsere Community auch, alle reden scheiße, alle sagen, dass sie gar keinen Bock haben, obwohl sie voll Bock haben. Es ist alles irgendwie ironisch und mein Ziel ist es, die Leute ein bisschen zu verärgern. Ich finde es ganz toll, wenn jemand unsere Musik nicht mag.

Die ausverkauften Shows sprechen ja gegen den Anschein, dass euch keiner mag ...
Stroppo: Ja klar, aber es ist schon, also da gibt es schon eine Spaltung und ich liebe es, wenn wenn sich die Leute ärgern. Ich finde es toll, weil das ist ja auch ein Gefühl, was damit ausgelöst wird. Und man ärgert sich ja auch gerne über andere Dinge. Und ich freue mich, dass wir auch dieses Gefühl vermitteln können, dass sich Leute ärgern dürfen über uns.

Welche Grenze habt ihr noch nicht überschritten? Kommt vielleicht als Nächstes ein Album mit Kinderliedern?
Stroppo: Es gibt so viel auszuprobieren. Das Abenteuer geht doch für alle erst los. Ich finde immer, das Ziel ist es, dass wenn man den Song jemandem vorspielt, dass der dann sagt, ach nee. Genau. Und das ist ja das Geilste. Wenn du es nicht mehr rauskriegst nach einer Woche, und auf einmal checkst du gar nichts mehr. Aber Fakt ist, in deinem Leben passiert dadurch was, dich beschäftigt was. Und das ist TBS, das TBS lässt sich was fühlen. TBS gibt deinem Leben, wenn auch nur kurz, einen Sinn.

https://youtu.be/-gYAJ6sDEqI?si=NzAsFIsCVGxiixi- (Opens in a new window)

Und wenn irgendwann mein Sohn „Bierosaufus Ex“ sagt statt „Tyrannosaurus Rex, dann habt ihr, glaube ich, alles richtig gemacht.
Stroppo: Also da bin ich gespannt, da habe ich jetzt schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, aber die Zeit wird zeigen, wie es endet. Natürlich ist es Spartenmusik, aber ich habe früher zum Beispiel viel „Dragonball“ gehört. Da ging es um Stärke und Zusammenhalt und natürlich auch ums Kämpfen. Dabei habe ich noch nie jemandem geschlagen. Aber TBS-Lieder hören, ich weiß nicht, was das anrichtet bei der jungen Generation, ob die in 20 Jahren einfach komplett loco banana sind und nicht wissen warum. Ich bin gespannt, ob das bleibende Schäden hinterlässt, was wir da machen.

Welcher ist denn euer Lieblingsdino?
Manuel: Triceratops, ganz eindeutig.
Stroppo: Also ich nehme den mit dem langen, großen Hals, einfach weil der einen dicken, harten, schönen, langen, prallen ... Hals hat. Das gefällt mir sehr gut. Brachiosaurus, glaube ich.
Alex: Brachiosaurus, ja. Oder Bronto sind die beiden.

Fachwissen, sehr viel Fachwissen ...
Alex: [zeigt eine CD-ROM] Ja, das ist das Beste für Windows 98. Da kann man sich die Dinos alle angucken. Mein Lieblingsprogramm.

Also wenn ihr mich jetzt schon bei einem normalen Interview teilweise vor viele Fragen stellt, was ist die absurdeste Live-Situation, die ihr vor oder hinter der Bühne auf Tour, auf Festivals erlebt habt?
Manuel: Als Nick Ski Aggu mit einem Schlappen geschlagen hat. Das hat mir gut gefallen. Und als Nick Alex ein Ohrloch gestochen hat auf der Bühne.
Alex: Es hat sich nicht entzündet! Wir hatten Desinfektionsspray.

Welche Berufe standen auf eurer Wunschliste als Kinder?
Alex: Ich wollte früher Archäologe werden. Aber nur Dinos ausgraben. Nicht Rom und so, also nicht so Menschenzeug, sondern nur Dinos. Quasi Paläontologe.
Stroppo: Mit 14 oder noch früher, keine Ahnung, war ich auf einem Konzert, das hat mich so beeindruckt, da habe ich gewusst, dass ich für den Rest meines Lebens nichts anderes machen will. Ich wollte tatsächlich immer Rockstar werden.

Was sind eure Wünsche für das neue Jahr?
Alex: Gesund bleiben.
Stroppo: Das ist wirklich mein größter Wunsch. Das alles ist ja gar nicht so leicht, wie es aussieht, es ist super anstrengend. Ich bin super dankbar. Ich will mich nicht beschweren, aber körperlich ist das anstrengend. Weil, wenn du so ein paar Tage auf Tour bist, das tut schon ganz anders weh. Es ist sehr wichtig, dass die Maschine funktioniert.
Sandra Monterey

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https://fuze-magazine.aflip.in/fuze116.html (Opens in a new window)
Topic Interviews

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