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Hilfe, Schnecken!


 diese Mails und Instagram-Nachrichten (Opens in a new window)schreibt ihr mir gerade sehr hĂ€ufig. Und ja, Schnecken können ganz schön die Geduld im Garten strapazieren und fĂŒr viel Frust sorgen. Schauen wir uns doch mal an, was da los ist und was man machen kann.

Deine Salatpflanzen ĂŒber Nacht auf wenige Zentimeter dezimiert, von deinen Dahlien steht nur noch ein StĂŒckchen StĂ€ngel da und zwischen all dem siehst du Schleimspuren: Klingt vertraut, oder? Letztes Jahr war so nass, dass die Schnecken bei mir tatsĂ€chlich sogar zwei ĂŒber einen Meter hohe Tomatenpflanzen und ein komplettes Zwiebelbeet rasiert haben, es schauten jeweils nur noch 2-3 Zentimeter aus dem Erdboden raus. Das war echt nicht mehr feierlich und ich war echt frustriert, aber zugegebenermaßen auch ganz schön beeindruckt. 2024 war hier extrem nass, was bedeutet hat: Alle Pflanzen, die nicht verfault oder komplett verpilzt waren, fielen den Schnecken zum Opfer. Geil! Die GĂ€rten hatte ich erst neu ĂŒbernommen und ich musste sie auch erst einmal kennenlernen, um zu verstehen, was da los ist.

Eins vorab: falls du hier Tipps fĂŒr die besten Gifte oder sonstigen Mittel suchst, die Schnecken den Garaus machen, bist du hier falsch. Ich gĂ€rtnere giftfrei und halte nichts von solchen Methoden, vor allem, weil sie gar nicht an die Wurzel des Problems gehen. Das wĂ€re so, wie Zahnschmerzen nur mit Schmerzmittel zu behandeln, den faulen Zahn aber einfach unbehandelt drin zu lassen.

In diesem Artikel geht’s um Folgendes:

  • Was haben die Schnecken je fĂŒr uns getan?!: Warum Schnecken keine Plage, sondern elementarer Teil funktionierender Ökosysteme sind – und was sie alles leisten, ohne dass wir es merken.

  • Wenn der Garten aus dem Gleichgewicht gerĂ€t: Wie menschliche Eingriffe – von PflanzenzĂŒchtung ĂŒber Ordnungsliebe bis zur Artenauswahl – die natĂŒrlichen Regulationsmechanismen aushebeln.

  • Warum viele Tipps mehr schaden als nĂŒtzen: Eine kritische Auseinandersetzung mit Schneckengift, Hausmittelchen und anderen gut gemeinten, aber ökologisch problematischen Maßnahmen.

  • Was wirklich gegen Schnecken hilft – und zwar nachhaltig: Praktische, sofort umsetzbare Maßnahmen, die helfen, akuten Schneckendruck zu verringern, ohne dabei das Gleichgewicht in deinem Garten weiter zu stören.

  • The Long Game: Langfristige Strategien fĂŒr einen robusten, vielfĂ€ltigen Garten, von der schneckenfesten Blumenauswahl ĂŒber Lebensraumgestaltung bis hin zu Beeten.

  • Geduld ist eine Tugend: Warum echte VerĂ€nderung im Garten Zeit braucht, wie du sie begleiten kannst – und wieso sich das alles langfristig wirklich lohnt.

Was haben die Schnecken je fĂŒr uns getan?!

Beim Nachdenken ĂŒber diesen Artikel und von den Kommentaren, die man so auf Instagram sieht, musste ich an diese Szene aus Das Leben des Brian denken:

https://www.youtube.com/watch?v=CNg0UNTsOYY (Opens in a new window)

Schnecken gehören zu den Ă€ltesten Tiergruppen der Erde. Seit etwa 500 Millionen Jahren besiedeln sie unterschiedlichste LebensrĂ€ume, von Meeren ĂŒber WĂ€lder bis hin zu trockenen Habitaten. Ihre ökologische Rolle ist ebenso alt wie bewĂ€hrt: Schnecken bauen organisches Material ab, sie beschleunigen den NĂ€hrstoffkreislauf, indem sie abgestorbene Pflanzenteile, Kadaver, Pilze und andere organische Reste verwerten. Über ihre Ausscheidungen geben sie NĂ€hrstoffe zurĂŒck an den Boden und unterstĂŒtzen damit das Bodenleben. Gleichzeitig verteilen sie hilfreiche Pilzsporen und Bakterien, fördern die BiodiversitĂ€t mikrobieller Gemeinschaften und helfen bei der Regeneration von Ökosystemen.

Ja, alles nett, denkst du vielleicht. Aber was haben sie abgesehen davon je fĂŒr uns getan??!

Nun, ohne Zersetzer wie Schnecken wĂŒrden NĂ€hrstoffe langsamer in die StoffkreislĂ€ufe zurĂŒckkehren. Abgestorbenes Material wĂŒrde sich ansammeln, die Fruchtbarkeit des Bodens, in dem du ja was anbauen willst wĂŒrde sinken. Andere wichtige Lebewesen, die auf Schnecken als Nahrungsmittel angewiesen sind, wĂŒrden zurĂŒckgehen oder sogar aussterben – das betrĂ€fe beispielsweise KĂ€fer, Spinnen, Amphibien, Vögel und KleinsĂ€uger. Viele LaufkĂ€ferlarven sind auf Schneckeneier angewiesen, GlĂŒhwĂŒrmchenlarven ernĂ€hren sich nahezu ausschließlich von Schnecken”kaviar”, und selbst Igel oder Kröten finden in ihnen eine wichtige Proteinquelle.

Der HainlaufkĂ€fer (Carabus nemoralis) jagt in meinen GĂ€rten Nacktschnecken und Raupen. Damit er sich bei mir wohlfĂŒhlt, habe ich ĂŒberall ein paar TotholzhĂ€ufchen verteilt, die auch gut bewachsen sind. Da bleibt es schön feucht drin. Du denkst sicher gerade: Hilfe, da werden dann ja ganz viele Schnecken sein! Ja. Und er deshalb auch, sodass das nicht ĂŒberhand nehmen wird.

Schnecken stabilisieren Nahrungsnetzwerke, indem sie Biomasse abbauen und selbst als schnell verfĂŒgbare Beute dienen – besonders im dynamischen FrĂŒhling sind sie ein Energieriegel fĂŒr viele Tiere. Ihr Fraß an lebenden Pflanzen fĂ€llt in naturnahen LebensrĂ€umen kaum ins Gewicht, da sie dort meist genug welkes oder geschwĂ€chtes Material finden.

Viele LaufkĂ€ferlarven sind auf Schneckeneier angewiesen, GlĂŒhwĂŒrmchenlarven ernĂ€hren sich nahezu ausschließlich von Schnecken”kaviar”, und selbst Igel oder Kröten finden in ihnen eine wichtige Proteinquelle.

Ohne die Kröten oder Frösche hÀtte ich deutlich mehr Probleme in meinem Garten.

Das Problem beginnt da, wo unsere menschlichen Eingriffe die Struktur natĂŒrlicher LebensrĂ€ume fundamental verĂ€ndern. “VerzĂŒchtete” Pflanzen, Monokulturen, sterile RasenflĂ€chen und intensive Eingriffe zerstören genau die ökologischen Dynamiken, die in natĂŒrlichen Systemen dafĂŒr sorgen, dass keine Art ĂŒberhandnimmt. Schon mal einen Wald gesehen, der von Schnecken ĂŒberrannt und komplett kahlgefressen wurde? Japp, ich nĂ€mlich auch nicht.

Hinzu kommt eine tief verwurzelte Denkweise: der Anthropozentrismus. In der menschlichen Vorstellung existieren Tiere und Pflanzen oft nur in AbhĂ€ngigkeit von ihrem Nutzen fĂŒr uns. Was BlĂŒten trĂ€gt oder FrĂŒchte liefert, gilt als schĂŒtzenswert. Was frißt, kratzt oder einfach anders aussieht als erwĂŒnscht, wird zum Problem erklĂ€rt. Begriffe wie „SchĂ€dling“ entspringen dieser Geisteshaltung und ignorieren, dass jede Art – unabhĂ€ngig von unserem Interesse – eine Rolle im GefĂŒge der Natur spielt, und das seit Millionen von Jahren (!). Ja, Arten gibt es im Schnitt circa eine Million Jahre. So lange schleimen unsere kleinen Freundinnen schon ĂŒber diesen Planeten. Die Natur selbst unterscheidet nicht zwischen nĂŒtzlich und schĂ€dlich. Alles, was existiert, erfĂŒllt eine Funktion: als Zersetzer, als BestĂ€uber, als RĂ€uber, als Beute. Sonst wĂ€re es schon verschwunden.

Begriffe wie „SchĂ€dling“ entspringen dieser Geisteshaltung und ignorieren, dass jede Art – unabhĂ€ngig von unserem Interesse – eine Rolle im GefĂŒge der Natur spielt, und das seit Millionen von Jahren (!).

Wenn ein Garten vor der Schneckenlast in die Knie geht, liegt das an den Bedingungen, die wir als Menschen geschaffen haben. Und so kann es vorkommen, dass sich eben ein Akteur ĂŒberproportional vermehrt, so wie Nacktschnecken im Garten.

Übrigens: Auch die hĂ€ufig als „Spanische Wegschnecke“ bezeichnete Art Arion vulgaris ist keine invasive Art im eigentlichen Sinne, wie man es immer noch oft liest. Genetische Untersuchungen haben schon 2014 gezeigt, dass sie ursprĂŒnglich aus Mittel- und Westeuropa stammt, bei uns also heimisch ist. Ihre starke Ausbreitung ist kein Neozoen-Problem, sondern eine direkte Folge menschlicher Eingriffe: klimatische VerĂ€nderungen, strukturarme GĂ€rten, fehlende Fressfeinde (die meisten Schneckenfresser meiden die eher, weil die echt schwer zu schlucken ist 
 es sei denn, man ist ein schneckenfressender KĂ€fer, dann geht das dennoch klar) – all das spielt ihr in die HĂ€nde.

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Viele GĂ€rten haben eine Menge selbstgemachter Probleme

Dass Schnecken im Garten auffallen und Pflanzen anknabbern, liegt nicht daran, dass sie sich unnatĂŒrlich verhalten. Es liegt daran, dass die Bedingungen, die wir geschaffen haben, ihnen in vielerlei Hinsicht entgegenkommen – und gleichzeitig versehentlich vielen ihrer natĂŒrlichen Gegenspieler das Leben schwer machen.

Indem du im Garten beispielsweise den Kohl in Reih und Glied pflanzt – und alle Pflanzen sind auch noch gleich alt – richtest du nicht nur fĂŒr dich, sondern auch fĂŒr Schnecken ein perfektes Buffet an. Mehr könntest du ihnen wohl nur noch entgegenkommen, wenn du abends immer alles nochmal richtig schön gießt ... Moment mal ...

Unsere “verzĂŒchteten” Kulturpflanzen

Ein zentrales “Problem” ist die ZĂŒchtung unserer Kulturpflanzen. Durch die Selektion auf Geschmack, schnelles Wachstum und hohen Ertrag sind viele natĂŒrliche Abwehrmechanismen verloren gegangen. NatĂŒrlich will auch ich sĂŒĂŸe Äpfel und zarten Salat, aber: Bitterstoffe, GerbsĂ€uren, feste Blattstrukturen oder andere Fraßschutzmechanismen, wie sie wilde Pflanzenarten besitzen, fehlen heute oft – und das merkt man. Mild gezĂŒchteter Salat, schĂ€rfearme Radieschen, zarter Spinat: Genau diese Eigenschaften machen unsere GemĂŒse fĂŒr pflanzenfressende Tiere wie Schnecken besonders attraktiv. WĂ€hrend Wildpflanzen schwer verdaulich oder toxisch sein können, steht im Garten ein wehrloses Buffet bereit. Einfacher wĂ€re es fĂŒr Schnecken nur, wĂŒrden wir sie direkt auf den Salat setzen.

In Frogland blĂŒht der Löwenzahn – Schnecken lieben diesen Trick.

In der Natur wĂŒrde es so eine kĂŒnstliche Situation gar nicht geben. Ich habe sehr viel Löwenzahn in Frogland (Opens in a new window), das ist die Stelle in einem meiner GĂ€rten, die ich nicht mĂ€he, sondern wo das ganze Jahr ĂŒber eine hohe Feuchtstaudenflur steht – aktuell ist sie niedrig, bald aber 50-150 cm hoch. Jetzt habe ich dort eine massive LöwenzahnblĂŒte (ich liebe es so sehr!), und Schnecken lieben Löwenzahn. Aber es ist noch nie passiert, dass ich eines Tages in den Garten gehe und der ganze Löwenzahn wurde abgefressen, obwohl sich dazwischen bestimmt Tausende (!) von Schnecken tummeln. Woran liegt das? Nun, erstens gibt es viele Alternativen, nicht alle Schnecken mĂŒssen Löwenzahn fressen, es gibt eine reiche Auswahl an Snacks und auch bei Schnecken ist es so, dass sie ganz eigene Vorlieben haben. Außerdem gibt es dort, daher auch der Name, viele Frösche, Molche und so weiter, ich habe viele LaufkĂ€fer und Vögel da hinten – alles Tiere, die auch Schnecken fressen, vor allem die noch kleinen Jungtiere.

Auch diese kleinen Kerle profitieren von der LöwenzahnblĂŒte – denn alles, was den Löwenzahn umschwirrt oder, Ă€h, umschleimt, ist fĂŒr sie Nahrung.

Die Beetplanung

Was in unseren GĂ€rten auch nicht gerade ideal ist: die Art, wie viele von uns die Beete anlegen, ehem. Dichte Bepflanzung ist grundsĂ€tzlich wirklich sinnvoll, wie ich im Artikel ĂŒber Mischkulturen (Opens in a new window) schon geschrieben habe – aber nur, wenn sie von Vielfalt geprĂ€gt ist. Im klassischen Gartenbau werden oft viele gleiche Pflanzen eng beieinander gesetzt: drei Reihen nebeneinander Salat, eine Reihe Kohlrabi, eine Reihe Zucchini. Keine anderen Pflanzen dazwischen, nur die, die du eigentlich ernten möchtest und um die du dich bis zum Auspflanzen so gut gekĂŒmmert hat. Solche Monokulturen bieten Schnecken keinerlei Barrieren oder Ablenkungen, die halten dann einfach straight auf deine Nahrungs- und Zierpflanzen zu, ist ja auch nix anderes da. Auf naturnahen FlĂ€chen hingegen durchmischt sich eine Vielzahl von Arten, unterschiedliche Pflanzenalter und Wuchsformen erschweren es Schnecke, Kohlweißling und Co. erheblich, sich auf eine einzige Art zu fixieren. Mischkultur statt Sortenreinheit hilft nicht nur gegen Krankheiten – sie stabilisiert auch das Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Pflanzenfressern. Außerdem sieht es deutlich hĂŒbscher aus, das nur mal so am Rande. :)

Auch beim Schwarzen SchneckenjÀger (Phosphuga atrata) ist der Name Programm. Sowohl Nackt-, als auch GehÀuseschnecken stehen bei ihm auf der Speisekarte. Er wohnt an feuchen Stellen, beispielsweise in Laubhaufen, im Moos oder im Totholz. HÀtte ich keine Laub- und Reisighaufen, hÀtte ich ihn wohl auch nicht. Und damit deutlich mehr Probleme.

Die Gestaltung moderner GĂ€rten

Noch nicht genug Probleme? Kein Problem, hier kommt das nĂ€chste: die Gestaltung vieler moderner GĂ€rten. Kurz geschorene RasenflĂ€chen und aufgerĂ€umte Beete mögen ordentlichen Vorstellungen entsprechen (meinen nicht, aber gut 
), bieten aber kaum Lebensraum fĂŒr Tiere, die Schnecken regulieren könnten. Arten wie der HainlaufkĂ€fer (Carabus nemoralis) oder der Schwarze SchneckenjĂ€ger (Phosphuga atrata) brauchen schattige, feuchte, strukturreiche Bodenbereiche. Auch Amphibien wie Erdkröten (Bufo bufo), Grasfrösche (Rana temporaria) oder Teichmolche (Lissotriton vulgaris) sind auf wilde Ecken mit Feuchtigkeit, Asthaufen oder Totholz angewiesen. Fehlen diese RĂŒckzugsorte, fehlen auch ihre Bewohner – und mit ihnen jede Chance auf natĂŒrliche Kontrolle. Zudem: Wenn du jedes “Unkraut” rausreißt, meine GĂŒte, was sollen die Schnecken denn dann fressen? Dann bleiben ja nur deine Pflanzen. Schnecken werden nicht verschwinden, das wird einfach nicht passieren, egal, wie viel Schneckenkorn du streust oder wie sehr du deinen Garten in eine WĂŒste verwandelst – das ist so, wie am Strand zu stehen und zu sagen: Ganz schön hier, aber wenn der ganze nervige Sand nicht wĂ€re, wĂ€re es noch besser. Äh ja, not going to happen.

Ein erfolgreicher und giftfreier Garten ist in der Regel auch ein strukturreicher Garten.

Schnecken werden nicht verschwinden, das wird einfach nicht passieren, egal, wie viel Schneckenkorn du streust oder wie sehr du deinen Garten in eine WĂŒste verwandelst

Du denkst vielleicht: Oh Mann, aber Jasmin, feuchte Ecken 
 genau da werden ja die Schnecken sein! Stimmt. Und deshalb eben auch all ihre Fressfeinde, sodass es nicht Überhand nehmen kann. Du kannst aber ein bisschen entgegensteuern, indem du gezielt morgens gießt, nicht abends: Die Pflanzen nehmen das Wasser morgens besonder gut auf und der Boden trocknet im Tagesverlauf ab, was den Schneckendruck verringert. Trotzdem solltest du keinesfalls versuchen, den gesamten Garten trockenzulegen. Feuchte RĂŒckzugsorte sind essenziell, um Schneckenfresser wie die oben genannten KĂ€fer, aber auch Blindschleichen (Anguis fragilis), Molche und Amphibien zu unterstĂŒtzen. Ein naturnaher Garten braucht eine gute Mischung verschiedener Strukturen, und dazu gehören eben auch die gefĂŒrchteten schattigen und feuchten Stellen. Denn eines ist auch klar: Wenn du deinen ganzen Garten trockenlegst und nur deine GemĂŒsepflanzen oder Dahlien gießt, dann mĂŒssen die Schnecken ja da hin, schon allein, um nicht zu vertrocknen! Es ist dann wirklich so, als wĂŒrdest du eine Einladung herumschicken: Kommt bitte in mein Kohlbeet und bringt alle eure Freunde mit! Ehem.

Welche Schneckenfresser gibt es im Garten?

Der Übersicht halber hier mal als Beispiel ein paar der Schneckenfresser, die ich zum großen Teil auch in meinem Garten habe:

  • HainlaufkĂ€fer (Carabus nemoralis)
    ➔ Frisst Schnecken, Schneckeneier und Insektenlarven. Den habe ich weiter oben ja schon gezeigt.
    ➔ Braucht: Strukturiertes GelĂ€nde mit lockerem Boden, schattigen, feuchten Bereichen, bodennaher Vegetation, Mulchschichten und Totholz.

  • Schwarzer SchneckenjĂ€ger (Phosphuga atrata)
    ➔ Frisst Schnecken, besonders kleine Nacktschnecken, habe ich auch eben schon vorgestellt.
    ➔ Braucht: Feuchte Standorte wie Laubschichten, Moospolster, Totholzhaufen, schattige WaldrĂ€nder und feuchte Gartenbereiche.

  • GlĂŒhwĂŒrmchen(-larven) (Lampyris noctiluca)
    ➔ ErnĂ€hren sich fast ausschließlich von kleinen Schnecken und Schneckeneiern.
    ➔ Brauchen: Feuchte, krautige Wiesenbereiche, extensiv gepflegte GĂ€rten mit Wildwuchs, HeckenrĂ€nder und naturnahe Saumbiotope.

  • Erdkröten (Bufo bufo)
    ➔ Fressen junge oder kleine Nacktschnecken, Insekten, Spinnen und WĂŒrmer.
    ➔ Brauchen: Feuchte GĂ€rten mit Versteckmöglichkeiten (Asthaufen, Steinmauern, Laubschichten); NĂ€he zu GewĂ€ssern fĂŒr die Fortpflanzung.

  • Grasfrösche (Rana temporaria)
    ➔ Fressen junge oder kleinere Schnecken, Spinnen, WĂŒrmer und Insekten.
    ➔ Brauchen: Feuchte, schattige Wiesen und GĂ€rten; strukturreiche FlĂ€chen mit dichter Krautschicht und Zugang zu kleinen Wasserstellen.

  • Teichmolche (Lissotriton vulgaris)
    ➔ Fressen kleine Schnecken, Insektenlarven, Spinnen und WĂŒrmer.
    ➔ Brauchen: Garten- oder Naturteiche mit flacher Uferzone, feuchte Laubbedeckung, dicht bewachsene Gartenbereiche.

  • Blindschleichen (Anguis fragilis)
    ➔ Fressen besonders gern Nacktschnecken, aber auch kleine Insekten, Spinnen und WĂŒrmer.
    ➔ Brauchen: Halbschattige bis schattige GĂ€rten mit Stein- oder Holzhaufen, dichter Bodenvegetation und feuchten RĂŒckzugsorten.

  • Amseln (Turdus merula) und andere Drosselarten
    ➔ Fressen kleine Nacktschnecken und GehĂ€useschnecken, Insekten, Spinnen usw.
    ➔ Brauchen: Strukturierten Gartenraum mit GebĂŒsch, Hecken, WiesenstĂŒcken, lichten BĂ€umen und möglichst unversiegeltem Boden.

  • Elstern (Pica pica) und andere Rabenvögel
    ➔ Fressen Schnecken, Insekten, Spinnen und Co.
    ➔ Brauchen: Halboffene Landschaften, GĂ€rten mit BĂ€umen und StrĂ€uchern, Wildnisinseln oder grĂ¶ĂŸere Gehölzstrukturen.

  • GartenschlĂ€fer (Eliomys quercinus)
    ➔ Fressen Schnecken, Insekten und kleine Wirbeltiere, aber auch alle möglichen anderen Sachen wie Samen, FrĂŒchte usw. – sie sind Allesfresser.
    ➔ Brauchen: Naturbelassene GĂ€rten mit AltbĂ€umen, Reisighaufen, Hecken, hohem Unterwuchs und Versteckmöglichkeiten; sie besiedeln gern auch Vogelnisthilfen.

Mein Rhababer steht in Frogland und die BlÀtter werden gern von Schnecken gegessen. Dennoch ernte ich kiloweise intakte Stangen. Dass die Schnecken auch viele anderen Pflanzen zur Auswahl haben, nimmt den Druck vom Rhababer und auch von anderen Nutzpflanzen.

Warum viele Tipps mehr schaden als nĂŒtzen

Instagram ist voll von Hausmittelchen gegen Schnecken, da ist von Gift ĂŒber barbarische Maßnahmen wie Salt oder Bierfallen bis hin zu fast schon esoterisch anmutenden Methoden wirklich alles dabei. Und vieles davon ist halt auch noch sau teuer.

Schneckengift kommt mir nicht in den Garten

Wenn du auf Gifte zurĂŒckgreifst, die Schnecken töten sollen, schĂ€digst du nicht nur sie, sondern meist auch viele andere Tiere – teils direkt, teils ĂŒber Umwege. Klassisches “Oldschool”-Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Metaldehyd sind super giftig fĂŒr eine ganze Reihe von Organismen. Sie wirken nervenschĂ€digend und können bereits in geringen Mengen fĂŒr Haustiere, Igel, Wildvögel und sogar Kinder ernsthaft gefĂ€hrlich werden. Auch wenn sie offiziell zugelassen sind: Ein naturfreundlicher Garten ist mit solchen Mitteln nicht vereinbar. Und es ist eben auch nur eine teure und nervige SymptombekĂ€mpfung.

Aber auch die oft als „biologisch“ beworbenen PrĂ€parate auf Basis von Eisen(III)phosphat sind nicht unproblematisch. Zwar gelten sie als selektiver, aber sie wirken dennoch auf alle Schneckenarten – auch auf geschĂŒtzte und auch bei GĂ€rtner:innen beliebte Arten wie die Weinbergschnecke (Helix pomatia) oder den Tigerschnegel (Limax maximus).

Hier bei der Gelegenheit noch einen kleinen Side Fact: Tigerschnegel gelten oft als „natĂŒrliche Schneckenpolizei“, aber das ist nur so halb richtig. In Wahrheit fressen sie am liebsten Algen auf Totholz, Pilze und abgestorbene Pflanzenreste. Schneckeneier oder kleinere Nacktschnecken stehen zwar gelegentlich mit auf dem Speiseplan, auf jeden Fall, machen aber nur einen kleinen Teil ihrer ErnĂ€hrung aus. Um deinen Garten in Balance zu halten, reicht es also nicht, ein paar Tigerschnegel umherkriechen zu lassen und zu hoffen, dass das schon irgendwie wird.

Ohne mit der Wimper zu zucken tausende Leben zu beenden, nur um ein Hobby komfortabler zu gestalten – das ist eine ethische Schieflage, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann.

Aber zurĂŒck zum Schneckengift. Die Aussage „ungiftig fĂŒr andere Tiere“, die man oft auf den Packungen liest, basiert eher auf Annahmen als auf gesicherter Langzeitforschung – wir wissen schlicht nicht, was diese Mittel mit RegenwĂŒrmern, Fröschen oder anderen Bodenlebewesen langfristig machen. Und selbst wenn die direkten Effekte tatsĂ€chlich gering wĂ€ren: Mit jeder getöteten Schnecke entziehst du potenziellen Fressfeinden ihre Nahrungsgrundlage. Das schwĂ€cht das gesamte ökologische GefĂŒge und du hackst dir irgendwie halt wieder mit der Axt von hinten in die Kniekehle. Oder so. Und mal ehrlich – wie out of touch mit der RealitĂ€t muss man sein, um Tiere, die einfach nur ohne fiesen geheimen Masterplan ihr Leben leben wollen (genau wie wir, mal nebenbei bemerkt), beilĂ€ufig zu töten, damit die Dahlien im Vorgarten besser als die der Nachbarin aussehen? Was haben diese kleinen Tierchen denn schon, außer ihr kleines Leben und das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort in deiner Hecke geboren zu werden? Ich verstehe wirklich, dass es frustrierend ist, wenn liebevoll gezogene Pflanzen angefressen werden. Und ich verstehe auch das BedĂŒrfnis, im Garten etwas Schönes zu gestalten. Aber tausende Leben bewusst und gezielt zu beenden, nur um ein Hobby komfortabler zu gestalten – das mag fĂŒr andere okay sein, ist fĂŒr mich aber eine ethische Schieflage, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann.

Puh, das musste ich mal gesagt haben. Geht gleich wieder.

Falls du denkst: Oh Mann, kann es sein, dass Jasmin von der Schneckenlobby bezahlt wird?, kann ich nur sagen: Nein, leider nicht, aber neutral bin ich auch nicht, denn ich habe Schnecken als Haustiere und mag die Schleimer einfach:

Diese Achatschnecken (Achatina achatina) habe ich seit 8 Jahren. Unser Deal ist: Sie kriegen geile Snacks und machen mir geile Erde. LĂ€uft bei uns.

Aber keine Angst, wir werden noch dazu kommen, was man machen kann, um dem Schneckendruck langfristig zu begegnen. Denn ich mag auch angebauten Salat und trotz meiner Schneckenliebe nicht so gern angefressene Kulturpflanzen. Aber erst mal weiter mit den Hausmittelchen.

Hausmittel und teure Barrieren

Auch viele sogenannte „natĂŒrliche Hausmittel“ bringen allein wenig – zumindest dann, wenn du auf nachhaltige Wirkung hoffst. Kaffeesatz, Kalk, Schafwolle oder SĂ€gespĂ€ne mögen theoretisch eine barriereartige Wirkung haben, verlieren diese aber bei feuchtem Wetter fast sofort. Und genau das ist ja das Wetter, in dem Schnecken unterwegs sind.

Mechanische Barrieren wie SchneckenzĂ€une, KupferbĂ€nder oder Schutzkragen mögen punktuell funktionieren, sind aber teuer, wartungsintensiv und nicht besonders praktisch, wenn du mit Vielfalt und Mischkultur arbeitest. Außerdem: Alle Schnecken können klettern und kriechen auch durch feuchte Erdspalten oder ĂŒber Hindernisse hinweg. Oder sie graben sich einfach unten drunter durch.

Manchmal hilft es, beherzt ein Netz ĂŒber die gewollten Pflanzen zu packen und drum herum eine Menge Kohlpflanzen zu setzen, die von den Schnecken vertilgt werden können.

Trotzdem können solche Maßnahmen unterstĂŒtzend wirken – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ich nutze in meinem Waldgarten zum Beispiel Holzhackschnitzelwege zwischen den Beeten, was den Schnecken den direkten Zugang erschwert, vor allem bei trockenem Wetter kommen sie da so lahm voran, dass die Sonne eine echte Gefahr fĂŒr sie ist. Und dickes Kupferband an Hochbeeten hilft durchaus, solange es regelmĂ€ĂŸig gereinigt wird und idealerweise durch die Sonne aufgewĂ€rmt ist, damit das mit der Ionenabgabe auch klappt. Der Punkt ist: Solche HĂŒrden funktionieren nur dann, wenn die Schnecken ĂŒberhaupt Alternativen haben. Wenn du im Garten auch Pflanzen stehen lĂ€sst, die sie gern fressen, und wenn es genug abgestorbenes Material oder Wildwuchs gibt, dann nehmen sie oft lieber den einfachen Weg – und lassen dein GemĂŒse in Ruhe.

Ich mache es den Schnecken so schwer wie möglich, zu den besonders empfindlichen Pflanzen zu kommen. Und in vielen FĂ€llen reicht das schon. Wenn aber im Garten gar nichts anderes wĂ€chst, dann bringt die beste Barriere nichts. Schnecken können sogar ĂŒber Messerklingen kriechen, ohne sich zu verletzen – da hĂ€lt sie auch kein bisschen Plastikkragen oder Kaffeesatz auf. Wenn die Alternative das Verhungern ist, wĂŒrden du und ich auch alles versuchen, um an Nahrung zu kommen, egal, wie schwer es ist, oder? Ganz ehrlich, wir sind eine Spezies, die sich vor 5 Jahren um Klopapier geprĂŒgelt hat, nur, weil die Leute gefĂŒrchtet haben, dass es zu Versorgungsproblemen damit kommen könnte und das Zeug gebunkert haben wie die Wahnsinnigen, weshalb es dann ja wirklich zu Versorgungsproblemen mit dem weißen Gold kam. Wenn es eine Situation gĂ€be, in der das einzig verfĂŒgbare Essen meinetwegen 1000 Treppenstufen ĂŒber uns ist, wĂŒrdest du dich am Fuß der Treppe hinlegen und sagen: Okay, dann sterbe ich eben, schade, oder wĂŒrdest du dich diese Treppe hoch schleppen, egal, wie sehr dich die Sonne dabei kocht, wie viel Durst du hast und wie schlecht trainiert du bist? Du wĂŒrdest es zumindest versuchen, oder? Du kannst dir dann sicher vorstellen, wie sehr dann eine ausgehungerte Schnecke von ein bisschen Schafwolle auf dem Weg zur einzigen Nahrung, Schatten und Feuchtigkeit in deinem ganzen Garten beeindruckt sein wird.

Wenn aber im Garten gar nichts anderes wÀchst, dann bringt die beste Barriere nichts.

Auf der anderen Seite des Waldgartens befindet sich das dortige "Frogland", in das Schnecken getragen werden. Da finden die es so geil, da kommt keine wieder zurĂŒck. Um die Beete herum gibt es aber, wie man da erahnen kann, auch viel Wildwuchs und gute Futter- und Unterschlupfalternativen.

Vielleicht noch ein Wort zu einem Hausmittel, das zum GlĂŒck inzwischen seltener empfohlen wird, aber immer mal wieder auftaucht: Salz. Ja, es stimmt, Salz entzieht Schnecken das Wasser und tötet sie. Aber eben auf eine sehr langsame und schmerzhafte Art. Es gibt mittlerweile gute Hinweise aus der Forschung bei Wirbellosen, die darauf hindeuten, dass auch kleinere Tiere Reize wie Schmerzen empfinden können. Und selbst wenn man das noch nicht endgĂŒltig beweisen kann – es spricht vieles dafĂŒr, es einfach zu lassen, es sei denn, man ist so abgestumpft, dass man wirklich auf alles scheißt.

Was auch wild ist und was immer wieder empfohlen wird: In der Hoffnung, damit einen Schutzwall zu errichten, wird gern mal geraten, Salz um die Beete herum zu streuen. Ha ha, ja, so habe ich auch geguckt. Salz schadet Bodenorganismen, versalzt deine Erde und stört die NĂ€hrstoffaufnahme von Pflanzen, weshalb das zurecht tatsĂ€chlich auch verboten ist. Wer das ein paar Mal gemacht hat, wird sich die Schnecken als Problem noch zurĂŒckwĂŒnschen bei der Feststellung, dass man jetzt einen versalzenen Boden hat, was einen die nĂ€chsten Jahre noch ordentlich beschĂ€ftigen wird.

Absammeln – cool, und dann?

Schnecken absammeln kann in kleinen GĂ€rten sinnvoll sein – besonders dort, wo du gezielt einzelne Pflanzen schĂŒtzen willst. Wichtig ist aber, wohin du die gesammelten Schnecken bringst. Was nicht geht: Sie in den Wald oder auf artenreiche Wiesen zu setzen. Dort leben oft hochspezialisierte, seltene Schneckenarten, die durch Gartenschnecken verdrĂ€ngt werden könnten. Was Expert:innen empfehlen, ist, sie auf so genannte Fettwiesen zu bringen, also Hundeauslaufgebiete oder WegrĂ€nder in Parks, wo Hunde viel Gassi gehen und alles vollpinkeln, wo also der Boden nĂ€hrstoffreicher ist und wo dann eher Generalisten vorkommen, keine seltenen Spezialisten. Auch Baumscheiben eignen sich dafĂŒr. Oder aber du machst es wie ich und hast dein persönliches Frogland und setzt alle Schnecken, die sich beim GemĂŒse oder deinen sorgsam ĂŒberwinterten und dann ausgepflanzten Dahlien herumtreiben, da ab. Da gibt es so viel Futter fĂŒr die, außerdem Feuchtigkeit und Schatten, keine Schnecke, die noch ganz bei Trost ist, kĂ€me auf die Idee, Frogland wieder zu verlassen. Das ist das verdammte Schlaraffenland fĂŒr die. Da stehen auch noch Kompost- und Reisighaufen, wenn eine Schnecke ihre Vorstellung von Himmel zeichnen sollte, kĂ€me Frogland bei raus, wirklich wahr.

Ein Teil von Frogland in seiner ganzen Pracht im letzten August. Hier noch mit dem Kirschlorbeer des Todes rechts im Bild.

Manche Leute schneiden die Schnecken nach dem Absammeln gerne durch. Den Oberkörper mit einem Schnitt abzutrennen, ist in der Tat die humanste Art, eine Schnecke zu töten – grausam ist es aber dennoch. Und wenn du auch nur flĂŒchtig in die Richtung des Wasserkochers oder Salzstreuers guckst, kriegst du es mit mir zu tun. Mach. Das. Nicht. Aber abgesehen davon, dass ich es, wie gesagt, falsch finde, Tiere aus Bequemlichkeit zu töten: Was macht man dann mit den toten Schnecken? Ich kenne viele Leute, die werfen sie in eine Ecke oder vergraben sie, werfen sie auf den Kompost und so weiter. Das Problem ist, dass vor allem Nacktschnecken Aasfresser sind. Mit einem Haufen toter Schnecken auf dem Kompost lockst du die Schneckenpopulation von 20 umliegenden GĂ€rten oder Parks in deinen Garten. Dasselbe gilt fĂŒr Bierfallen, da kommen dann auch gern die Nachbarinnen zum Umtrunk. Wenn du also mehr Schnecken willst, dann ist das deine Strategie! Wenn nicht, wĂŒrde ich davon abraten. Es sei denn, du willst immer einen Haufen stinkender Schnecken im HausmĂŒll haben, dann will ich dich natĂŒrlich nicht davon abhalten. HĂŒstel.

Schneckeneier entfernen, um eine Plage vorzubeugen

Es klingt erst mal logisch, auch Schneckeneier zu abzusammeln – schließlich verhindert man so zukĂŒnftige Generationen. Kann man schon machen, vor allem am Anfang, wenn es akut ist, aber genau diese Maßnahme ist langfristig gesehen eiiiigentlich ein wenig kontraproduktiv. Schneckeneier sind, wie schon erwĂ€hnt, eine zentrale Nahrungsquelle fĂŒr viele Tiere, die dich bei der SchneckenbĂ€ndigung unterstĂŒtzen: GlĂŒhwĂŒrmchenlarven, HundertfĂŒĂŸer, LaufkĂ€fer und andere rĂ€uberische Insekten brauchen den Stoff. Wenn du die Eier entfernst, entfernst du damit auch die Grundlage fĂŒr genau die Tiere, die dir spĂ€ter helfen wĂŒrden, wenn dann halt die Schnecken aus den anderen Eiern schlĂŒpfen oder von den NachbargĂ€rten zur Stippvisite vorbeikommen. Mit dieser Methode wĂŒrde ich ein massives Problem fĂŒr die Zukunftsjasmin kreieren, und sie wĂŒrde mich dafĂŒr hassen. Alternativ kannst du die Eier sammeln und in deinem persönlichen Frogland wieder locker mit Erde bedecken. Der ein oder andere LaufkĂ€fer wird sich freuen, darĂŒber zu stolpern.

Gehört ebenfalls dazu: Der Impuls, „Schneckenecken“ zu beseitigen – also feuchte, dunkle Stellen, im Totholzhaufen oder in der Laubschicht. Das ist auch irgendwie verstĂ€ndlich, aber leider genau so falsch, wie die Schneckeneier zu sammeln. Denn genau in diesen Ecken halten sich, wie eben schon erwĂ€hnt, eben nicht nur Schnecken auf, sondern auch ihre Fressfeinde: KĂ€ferlarven, Molche, Blindschleichen und Amphibien brauchen feuchte und schattige LebensrĂ€ume, um als gewissenhafte Mitarbeiter ihr Potenzial in deinem Garten entfalten zu können. Wenn du solche Ecken trockenlegst, sorgst du langfristig fĂŒr noch mehr Druck auf deine Beete.

Den eingegrabenen Mörteleimer finden alle immer erstmal sĂŒĂŸ, und erst nach und nach realisieren sie, dass neben Waldmeister und Lungenkraut eigentlich hauptsĂ€chlich sogenanntes "Unkraut" wĂ€chst: Löwenzahn, Knoblauchsrauke und Brennnessel sind hier die Hauptakteure. Plane dieses Jahr, hier noch eine kleine Trockensteinmauer hinzupacken, vielleicht stelle ich auch irgendeine Figur daneben und/oder fass es noch nett ein, mal sehen. Bald kommt da auch der Blutweiderich hoch, das wird immer noch mal richtig toll.

Das heißt ĂŒbrigens nicht, dass man den Garten ganz den Brennnesseln ĂŒberlassen muss. Frogland ist die eine Sache, aber ich habe ĂŒberall kleine Inseln mit Wildkraut, das sieht dann auch Ă€sthetisch schön aus. Du kannst zum Beispiel ein richtiges kleines Blumenbeet anlegen, aber in diesem Blumenbeet wachsen Brennnesseln, Knoblauchsrauke und Löwenzahn. Du kannst eine schöne kleine Beeteinfassung drumherum machen und einen Gartenzwerg hinstellen, wenn das dein Stil ist. I do not judge. Oder ein Vogelbad, eine Dekofigur auf einer Stange, tob dich ruhig richtig Ă€sthetisch aus. So sieht dein Beikrautbeet richtig geplant und vor allem gewollt aus, und nicht wie eine Schmuddelecke. Das kann ja ein Faktor sein, wenn dir das wichtig ist oder du Angst vor dem vernichtenden Urteil deiner Nachbar:innen hast. Wenn dich jemand fragt, sagst du einfach: Ich brauche den Löwenzahn und die Brennnessel fĂŒr meine Gesundheit. Thema erledigt.

Übrigens: Wusstest du, dass Schnecken Brennnesseln fressen? Die sind in meinen GĂ€rten nicht nur bei Schmetterlingsraupen hoch im Kurs, sondern auch bei Nacktschnecken, schau mal:

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Was wirklich gegen Schnecken hilft – und zwar nachhaltig

Wenn du weniger Schneckenfraß im Garten willst, gibt es zwei Wege: Entweder du gehst jeden Abend mit der Taschenlampe auf Jagd, oder du baust den Garten so auf, dass das System sich langfristig selbst reguliert. Am besten kombinierst du beides – je nachdem, wie akut das Problem gerade ist.

Wenn’s gerade echt akut ist

  1. Absammeln und mechanischer Schutz
    Gerade wenn Pflanzen jung und verletzlich sind – etwa frisch gesetzte Salate oder deine mĂŒhsam handaufgezogenen Sommerblumenkinder – kann es sinnvoll sein, sie abends oder morgens gezielt abzusuchen und sie auch unterstĂŒtzend mit SchneckenkrĂ€gen zu schĂŒtzen. Ich habe auch einige Kulturen unter einem Schutznetz, vor allem im Waldgarten, wo ich nicht so oft bin und nicht so akut reagieren kann.

  2. Lenk die Schleimer ab
    Eine einfache Methode, um deine empfindlichen Pflanzen zu entlasten, ist die AblenkfĂŒtterung. Streu Pflanzenreste wie welkes MöhrengrĂŒn, KohlblĂ€tter oder RhabarberblĂ€tter in den Garten – aber nicht direkt neben deine Beete, sondern in einigem Abstand. Schnecken nehmen oft den leichteren Weg zu abgestorbenem oder welkem Material, wenn es verfĂŒgbar ist. Ich schmeiß das Zeug gern direkt unter die Hecke und in Frogland – beides Orte, an denen sich die Kerlchen in Massen aufhalten.

  3. ZĂŒgel deinen inneren Alman
    Je mehr strukturierte Vielfalt du im Garten hast, desto schwerer machst du es Schnecken, sich gezielt auf dein GemĂŒse, dein Obst oder deine Blumen zu konzentrieren. Lass also Wildpflanzen wie Löwenzahn, Giersch oder Vogelmiere in Randbereichen stehen, fördere schmackhaften Unterwuchs unter Hecken und spare dir das zwanghafte und radikale AufrĂ€umen. Jeder zusĂ€tzliche Lebensraum schwĂ€cht den Fraßdruck auf deine Lieblingspflanzen.

  4. Knoblauchjauche
    Eine weitere Möglichkeit, kurzfristig Abhilfe zu schaffen, ist eine Knoblauchjauche. Dazu einfach Knoblauchzehen zerkleinern, mit Wasser ĂŒbergießen und einige Tage ziehen lassen. Mit der fertigen Jauche kannst du gefĂ€hrdete Pflanzen besprĂŒhen. Der Geruch ist fĂŒr Schnecken ziemlich ungeil – allerdings wirkt das Ganze nur bei trockenem Wetter zuverlĂ€ssig und muss regelmĂ€ĂŸig erneuert werden. Und auch hier gilt: Klappt nur, wenn die Schnecke Alternativen hat, die nicht den inneren Vampir in ihr triggern.

Falls du dich mal gefragt hast: Ja, so entstehen neue kleine Nacktschnecken. Habe sie in den Komposter getragen, wo sie ihr SchĂ€ferstĂŒndchen ungestört fortsetzen konnten.

The Long Game

  1. WĂ€hle robuste Pflanzen
    Nicht jede Pflanze ist gleich attraktiv fĂŒr Schnecken. Robuste, schnell wachsende Sorten und mehrjĂ€hrige Stauden kommen besser klar als empfindliche EinjĂ€hrige. In meinem Staudenbeet haben sich eine ganze Reihe robuster Pflanzen bewĂ€hrt, die den Schnecken meist zu aufwendig oder zu wenig attraktiv sind, wenn sie eben andere, viel leckere Alternativen haben. Besonders gut funktioniert bei mir das Eisenkraut (Verbena), das selbst in nassen Jahren zuverlĂ€ssig blĂŒht – vor allem die heimische Art Verbena officinalis. Auch Nelken wie die wunderschöne Strand-Grasnelke (Armeria maritima), die letztes Jahr zur Blume des Jahres gewĂ€hlt wurde und monatelang blĂŒht, wenn du die verblĂŒhten Köpfchen regelmĂ€ĂŸig entfernst, sind echte DauerlĂ€ufer. Ebenfalls völlig unbeeindruckt zeigen sich Bachnelkenwurz (Geum rivale), Frauenmantel (Alchemilla mollis), Rittersporn (Delphinium) und verschiedene Arten von Storchschnabel (Geranium).

    Anemonen und Akeleien gehören ebenso zu den robusteren Arten wie die Katzenminze (Nepeta) und Lavendel, die zusĂ€tzlich viele BestĂ€uber anziehen. Auch der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare), Schafgarben (Achillea) und Pfingstrosen (Paeonia) haben sich als erstaunlich widerstandsfĂ€hig erwiesen. Der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) ist nicht nur attraktiv fĂŒr Wildbienen, sondern wird auch von Schnecken weitgehend gemieden.

    Edeldisteln (Eryngium) und Edelgamander (Teucrium chamaedrys) bringen zusĂ€tzlich Struktur ins Beet, wĂ€hrend Purpurglöckchen (Heuchera), Prachtspieren (Astilbe) und die zarten Elfenblumen (Epimedium) sich auch in halbschattigen Lagen gut behaupten. Zierlauch (Allium), Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) sowie verschiedene Licht- und Vexiernelken (Silene) ergĂ€nzen die Palette perfekt.

    Die leuchtende Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) hat sich in meinen naturnahen Bereichen bewĂ€hrt, ebenso die duftende Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis). Auch Ziersalbei-Arten (Salvia), Phlox und spĂ€tblĂŒhende Astern bieten Farbe und eine ganz gute Robustheit gegen Schnecken bis in den Herbst. Und wo der Garten schattiger wird, sorgen Farne (verschiedene Gattungen, z. B. Dryopteris) fĂŒr strukturgebende, schneckenresistente GrĂŒnzonen.
    Bedeutet das, dass Schnecken keine dieser Pflanzen anrĂŒhren werden? Nein. In der Not fressen die auch Holz, und auch Schnecken haben unterschiedliche GeschmĂ€cker. Wie gesagt: letztes Jahr haben sie mir die Zwiebeln abgefressen, da hatte ich den Garten aber neu ĂŒbernommen und musste aus der ökologischen WĂŒste erst noch einen richtigen Lebensraum machen. Bis das geschehen ist, waren die Schnecken gnadenlos. Und dann auch noch bei jenem nassen Jahr. Die eben erwĂ€hnten Pflanzen sind einfach die, die sich in meinem Staudenbeet, das direkt an einer Hecke steht und unter großem Schneckendruck steht, durchsetzen konnten. Und vielleicht sind da auch welche dabei, die in deinem Garten funktionieren. Jeder Garten und seine Bewohner sind unterschiedlich, da muss man echt ein bisschen herumprobieren.

Dieses Staudenbeet steht unter extremen Schneckendruck. Es wird aber schon besser. Letztes Jahr haben die kleinen Schleimer wirklich ALLES kahlrasiert, die zwei Alant-Pflanzen, die man jetzt auf dem Foto sieht, hatten keine Chance. Wie man sieht, sind alle Stauden noch im Babymodus und fangen gerade erst an, zu wachsen. Dieses Jahr können sie wachsen, weil ich den Schnecken mittlerewile genug Futteroptionen biete. Sie scheinen dieses Jahr komplett besessen von Malven zu sein, weshalb ich extrem viele nachgesĂ€t habe. Sie fressen sich daran satt und lassen die anderen Pflanzen in Ruhe. Gut fĂŒr mich. Und die ein oder andere Malve wird es trotzdem schaffen.
  1. Vielfalt statt Langeweile
    Setze auf Mischkultur statt auf monotone Sortenbeete. Kombiniere verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstĂŒtzen und Fraßfeinde anziehen. Ich habe beispielsweise in jedem GemĂŒsebeet massig Ringelblumen und Tagetes, weil die Schleimer bei mir bevorzugt darauf gehen. Einerseits halte ich sie so in Schach und von meinen Kohl pflanzen und vom Salat weg, andererseits ist das fĂŒr mich auch ein Indikator: wenn die Tagetes auf einmal komplett angefressen aussehen, weiß ich, dass im Hochbeet Schnecken unterwegs sind. Dann kann ich mich auf die Suche machen. Außerdem lohnt es sich, Direktsaaten und vorgezogene Pflanzen zu mischen: Unterschiedliche Altersstufen im Beet erschweren es Schnecken, sich auf eine bestimmte Entwicklungsphase einzuschießen. Gerade Pflanzen, die schon im Beet keimen und sich langsam etablieren, sind oft robuster als Jungpflanzen, die aus der Voranzucht kommen.

  2. Stell dir ein Team zusammen
    Hab ich jetzt schon oft gesagt, werde es aber immer wieder runterbeten, weil es so wichtig und die Maßnahme ist, die langfristig zum Erfolg fĂŒhren wird: Strukturelemente wie Totholzhaufen, WildstrĂ€ucher, Wasserstellen oder schattige Feuchtecken sind unverzichtbar, wenn du natĂŒrliche Schneckenfresser in deinem Garten ansiedeln möchtest. Ohne sie wird’s echt eine Qual, das geht wirklich nur im Team.
    Ebenfalls eine gute Idee: Gerade im FrĂŒhling, wenn die kleinen Schleimer noch jung sind und im Miniformat durch deinen Garten schnecken: RĂ€um mal das Vogelfutter eine Weile weg. Vorhin schrieb ich ja, dass Schnecken gern den Weg des kleinsten Widerstands gehen – Vögel machen das natĂŒrlich auch (meine Bestellhistorie bei Lieferando sagt: ich auch. Ist also ganz normal). Wenn die richtig geiles Vogelfutter ohne große Anstrengung haben können, wieso dann aufwĂ€ndig Schnecken jagen? Ich fĂŒttere sie gern, aber super unregelmĂ€ĂŸig. Zwischendrin ist immer mal 3-4 Tage oder eine Woche alles leer, sodass meine gefiederten Freunde auf Jagd gehen mĂŒssen. Sie fressen nicht so gern die großen und ausgewachsenen Nacktschnecken, aber die Jungschnecken, die man jetzt ĂŒberall findet, werden gern angenommen – auch fĂŒr den Nachwuchs.

  1. Metallhochbeete als Notwehr
    In meinem eigenen Garten haben sich Hochbeete als echter Gamechanger erwiesen – aber mit EinschrĂ€nkungen. Die klassischen Holzhochbeete in meinem Waldgarten haben die Schnecken leider nicht abgehalten. Obwohl sie etwa einen Meter hoch waren, sind die Schnecken einfach hochgekrochen oder ĂŒber feuchte Rankhilfen und Pflanzenteile eingestiegen.

    Ganz anders lief es bei meinen Metallhochbeeten: Sie stehen mitten auf einer kurz gemĂ€hten Wiese, werden von der Sonne gut aufgeheizt, und der heiße Metallrahmen scheint den Schnecken wirklich unangenehm und nicht ihre erste Wahl zu sein. Außerdem gibt es hier keine Ritzen, in die sie sich drĂŒcken können, anders als in den Holzhochbeeten, die nach und nach immer mehr Spalten bekommen, die super fĂŒr Schnecken sind. In Kombination mit der Tatsache, dass es viele andere, leichter erreichbare Futterstellen im Garten gibt, konnte ich dort letztes Jahr problemlos Kohl, Salat und empfindliches GemĂŒse anbauen. NatĂŒrlich verirrt sich da auch mal eine Schnecke rein, aber das ist dann echt einfach eine und ich merke es sofort.

    Wichtig ist: Hochbeete allein sind kein Wundermittel. Sie helfen vor allem dann, wenn Schnecken Alternativen haben und nicht gezwungen sind, jede MĂŒhe auf sich zu nehmen, um an dein GemĂŒse zu kommen. Schnecken sind nicht dumm – sie wĂ€hlen, wie alle Tiere, den Weg des geringsten Widerstands. Wenn du dir also Hochbeete leisten kannst, vor allem gut erhitzbare Metallbeete, und sie geschickt platzierst, können sie ein starker Baustein in deiner Schneckenstrategie sein. Ich habe aber auch “normale” Beete, weil ich erstens nicht sau reich bin und zweitens nicht alles voll mit Hochbeeten haben will – also auch da “unten” kann man Erfolg haben, wenn man den Garten entsprechend wie hier beschrieben gestaltet.

Du kannst dir sicher sein: Auf dem Boden hĂ€tte ich ohne weitere Maßnahmen kaum eine Erdbeerernte, deshalb danke an die Metallhochbeete! Habe mittlerweile auch ĂŒberall im Garten einfach viele Erdbeerpflanzen verteilt – zB auch in den Staudenbeeten. So bekommen auch die Schnecken ihren kleinen Vitaminkick. Praktischerweise vermehren sich Erdbeeren ja ohnehin sehr stark, sodass ich die Ableger unkompliziert an verschiedenen Stellen einpflanzen kann. Je mehr Erdbeeren es ĂŒberall gibt, desto mehr Auswahl haben die Schnecken – und desto öfter bleibt mittlerweile auch am Boden etwas fĂŒr mich ĂŒbrig, obwohl das gar nicht geplant war. Win-win, wĂŒrde ich sagen! Was du in diesem Hochbett ebenfalls siehst: Tagetes und Knoblauch zwischen den Erdbeeren, und auch zwei kleine WasserschĂ€lchen mit Steinen drin, die als InsektentrĂ€nke dienen. Die habe ich in allen Beeten, aber auch in den Hochbeeten – ich will ja, dass Fluginsekten meine Pflanzen bestĂ€uben und dass es den kleinen Mitarbeitern auch gut geht.

Geduld ist eine Tugend

Du siehst also: Nicht die Schnecken sind das eigentliche Problem – sondern unsere Vorstellung davon, wie ein Garten zu funktionieren hat. Ein Garten ist kein Maschinenraum, den man einmal richtig einstellt und der dann „lĂ€uft“. Er ist ein lebendiges, komplexes System, das auf Vielfalt, Wechselwirkungen und Anpassung angewiesen ist. Zudem: Wer beginnt, ökologisch zu gĂ€rtnern, muss wissen: Das ist kein Sofortprogramm. Ein Garten, der lange Zeit kahl, versiegelt, steril oder auf Ordnung getrimmt war, wird nicht ĂŒber Nacht zu einem vielfĂ€ltigen Biotop. Fressfeinde mĂŒssen zurĂŒckkehren. Mikroklimate mĂŒssen sich etablieren. LebensrĂ€ume mĂŒssen entstehen – und bewohnt werden. Das dauert. Oft lĂ€nger, als man es sich wĂŒnschen wĂŒrde, und ja, oft reden wir hier von Jahren, nicht von Wochen. Nach einem Jahr kannst du sicher die ersten Erfolge sehen, ich habe letztes Jahr zwei GĂ€rten ĂŒbernommen, die quasi WĂŒsten waren – und schon dieses Jahr ist es so viel leichter! Dennoch weiß ich dass es noch dauern wird, bis alles gut eingespielt ist, und “fertig” wird ein Garten ja sowieso nie. Und das ist ja auch das Schöne, oder?

GĂ€rtnern mit der Natur bedeutet, Zeit einzurĂ€umen, Entwicklungen zu beobachten und Vertrauen in Prozesse zu haben, die jenseits unseres direkten Einflusses liegen. Jeder Garten, der Vielfalt zulĂ€sst, ist ein Gegenentwurf zum zerstörerischen Trend der SchottergĂ€rten, der VorgartenwĂŒsten, der Ordnung und des Kontrollzwangs. Und jeder Mensch, der diesen Weg geht, wird merken: Nicht nur der Garten verĂ€ndert sich. Sondern auch der Blick auf das, was Leben ausmacht. Und das macht so richtig Spaß!

Bis zum nÀchsten Mal!

Jasmin

Mein Hortarium ist noch ganz jung, und viele Themen, die ich hier angerissen habe, werde ich in den nĂ€chsten Monaten ausfĂŒhrlich und praxisnah besprechen. Wenn du Lust hast, tiefer einzusteigen und mich dabei unterstĂŒtzen möchtest, schließ gern ein Abo ab – dadurch ermöglichst du mir, Saatgut, Experiment-Beete und weiteres Zubehör anzuschaffen, um verschiedene Methoden auszuprobieren und die Ergebnisse direkt mit dir zu teilen. Ich freue mich, wenn du dabei bist und wir zusammen noch viel mehr ĂŒber Pflanzen, Biologie und nachhaltiges GĂ€rtnern lernen!

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Die Studie ĂŒber die “Spanische” Wegschnecke:

Pfenninger, M., Weigand, A., BĂĄlint, M. and Klussmann-Kolb, A. (2014), Misperceived invasion: the Lusitanian slug (Arion lusitanicus auct. non-Mabille or Arion vulgaris Moquin-Tandon 1855) is native to Central Europe. Evol Appl, 7: 702-713. https://doi.org/10.1111/eva.12177 (Opens in a new window)

Topic Gartenwissen allgemein

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