Skip to main content

Winterhärtezonen und winterharte Pflanzen

Wenn du deinen Garten so gestaltest, dass er auch in der kalten Jahreszeit lebendig bleibt, tust du dir selbst und der heimischen Tierwelt einen Gefallen. Winterharte Pflanzen überstehen Frost und Kälte, ohne dass du sie ins Haus holen und aufwendig schützen oder aber jedes Jahr neu kaufen musst. Gleichzeitig bieten viele von ihnen Vögeln, Insekten und Kleinsäugern Nahrung und Unterschlupf, wenn das Nahrungsangebot draußen knapp wird. In diesem Artikel erfährst du, welche heimischen Gehölze, Stauden, Kräuter und Nutzpflanzen sich für deinen Garten eignen, wie du mit der richtigen Auswahl das ganze Jahr über Insekten unterstützt und was es mit den sogenannten Winterhärtezonen auf sich hat. Frohe Weihnachten, und wir gehen rein!

Was bedeutet Winterhärte eigentlich?

Die Winterhärte einer Pflanze beschreibt, wie gut sie mit Frost und Kälte zurechtkommt, ohne den Löffel abzugeben. Um diese Eigenschaft vergleichbar zu machen, hat das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in den 1960er Jahren ein Zonensystem entwickelt, das mittlerweile weltweit verwendet wird. Die sogenannten USDA-Klimazonen teilen Regionen nach ihrer durchschnittlich niedrigsten Jahrestemperatur ein. Insgesamt gibt es 13 Zonen, wobei Zone 1 die kältesten Gebiete umfasst und Zone 13 die wärmsten. Jede Zone lässt sich noch einmal in die Halbzonen a und b unterteilen, wobei der Temperaturunterschied zwischen den Halbzonen etwa 2,8 °C beträgt.

Deutschland bewegt sich je nach Region zwischen den Zonen 6a und 8b. Das bedeutet, dass die Tiefsttemperaturen hier zwischen etwa minus 23 und minus 7 Grad Celsius liegen können. Küstenregionen und Städte sind dabei oft milder als Höhenlagen oder ländliche Gebiete. Ich lebe in Hamburg und habe die Klimazone 8a, was relativ mild ist. Städte erzeugen durch Bebauung, Verkehr und Heizungen sogenannte Wärmeinseln, weshalb eine Pflanze in der Hamburger Innenstadt andere Bedingungen vorfindet als auf dem Land nur wenige Kilometer entfernt. Wenn du Pflanzen kaufst, findest du auf dem Etikett manchmal Infos zur Winterhärtezone. Oder Online-Anbieter wie die Baumschule Horstmann bietet eine interaktive Winterhärtezoneskala an. Da gibst du deine Postleitzahl an und kannst bei den Pflanzen dann immer sehen, ob sie den Winter an deinem Standort überleben wird.

Der Klimawandel verschiebt diese Zonen allmählich. Agrarwissenschaftler:innen wie Elena Wulff und Jürgen Bouillon haben 2024 neue Winterhärtezonenkarten für Europa veröffentlicht. Die Studie kannst du dir hier ansehen». (Opens in a new window) Ihre Daten zeigen, dass sich die Temperaturen seit der letzten Kartierung von 1984 in den meisten Gebieten Mitteleuropas um Pi mal Daumen eine Halbzone verschoben haben. Das entspricht einer Erwärmung um knapp 3 °C. Für dich als Gärtnerin oder Gärtner heißt das: Pflanzen, die früher als grenzwertig galten, gedeihen heute oft problemlos, beispielsweise Feigen außerhalb der Weinbauregionen. Gleichzeitig können milde Winter mit plötzlichen Spätfrösten empfindliche Pflanzen stärker schädigen als konstant kalte Winter mit schützender Schneedecke, oder Pflanzen, deren Samen eine lange Kälteperiode brauchen, können sich nicht mehr vermehren.

Gehölze für den winterharten Garten

Heimische Sträucher und Bäume bilden das Rückgrat deines naturnahen Gartens. Viele von ihnen tragen Früchte, die erst nach den ersten Frösten genießbar werden und Vögeln sowie anderen Tieren durch den Winter helfen, deshalb habe ich so viele von diesen Arten gepflanzt. Gleichzeitig bieten ihre dichten Zweige Schutz vor Witterung und Fressfeinden. Bei der Auswahl solltest du auf Arten achten, die in Deutschland natürlich vorkommen, denn sie sind an unser Klima angepasst und bieten der heimischen Tierwelt die Nahrung, die sie kennt und braucht.

Tolle winterharte Gartengehölze

  • Sal-Weide (Salix caprea) – Ihre Kätzchen gehören zu den ersten und wichtigsten Nahrungsquellen für Bienen im Frühjahr! Außerdem ernähren sich rund 200 Insektenarten von ihren Blättern.

  • Schlehe (Prunus spinosa). Blüht im zeitigen Frühjahr leuchtend weiß und liefert Insekten frühen Nektar. Die blauen Früchte ernähren rund 20 Vogelarten und viele Stammtischrunden mit Schlehengeist ;).

  • Weißdorn (Crataegus monogyna). Ernährt rund 30 Vogelarten und bietet mit seinen Dornen einen sicheren Brutplatz und ein katzensicheres Versteck.

  • Hundsrose (Rosa canina). Ihre Hagebutten sind reich an Vitamin C und dienen Amseln, Rotkehlchen und Dompfaffen als Winternahrung. Okay, und mir, denn ich mach da gern Marmelade oder Mus draus, just saying.

Die Hagebutten der Hundsrose sind eine super Winternahrung.
Die Hagebutten der Hundsrose sind eine super Winternahrung.
  • Kornelkirsche (Cornus mas). Blüht schon im Februar und März, bevor die meisten anderen Gehölze erwachen. Das ist echt DIE super Alternative zur Forsythie, kann das echt nur empfehlen.

  • Eberesche (Sorbus aucuparia). Rund 60 Vogelarten können mit ihren orangeroten Früchten was anfangen.

  • Mispel (Mespilus germanica). Eine alte Obstsorte, deren Früchte nach Frost weich und genießbar werden. In meinem Garten habe ich gleich vier gepflanzt, wie jeder normale Mensch, ehem.

  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra). Die Blüten locken im Frühsommer Insekten (und Biologinnen namens Jasmin Schreiber) an, die Beeren ernähren später Vögel (und, du ahnst es schon, Biologinnen namens Jasmin Schreiber).

  • Berberitze (Berberis vulgaris). Die roten Beeren hängen bis in den Winter am Strauch und werden nach Frost milder und bekömmlicher. Wildtiere fahren komplett drauf ab.

  • Haselnuss (Corylus avellana). Ihre Kätzchen öffnen sich schon im Februar und liefern Pollen für früh fliegende Insekten. Die Nüsse sind der heiße Scheiß bei Eichhörnchen & Co.

  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Die pink-orangen Früchte werden auch 'Rotkehlchenbrot' genannt und sind bei Vögeln echt beliebt.

  • Feldahorn (Acer campestre). Robust, schnittverträglich und bei Bienen als Nektarquelle beliebt. Ist ein tolles Gehölz für den Rand.

  • Hainbuche (Carpinus betulus). Die Flügelnüsschen ernähren Kernbeißer und andere Finken. Achtung: Hainbuchen sind keine echten Buchen, haben also keine Bucheckern.

  • Faulbaum (Frangula alnus). Blüht über mehrere Monate und versorgt Bienen kontinuierlich mit Nektar.

  • Liguster (Ligustrum vulgare). Die schwarzen Beeren bleiben bis in den Spätwinter hängen und werden von Wildtieren gern angenommen.

  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus). Die roten Beeren werden im späten Winter gefressen, wenn anderes knapp wird.

  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana). Trockenheitsverträglich und bei Vögeln beliebt. Vor allem Rebhühner und Fasane lassen sich hier nicht lange lumpen (kann dazu nicht direkt was sagen, da die Rebhuhn- und Fasandichte bei mir recht gering ist, genau genommen 0).

  • Traubenkirsche (Prunus padus). Eins meiner absoluten Lieblingsgehölze und eine super Alternative zu invasiven Gehölzen wie Sommerflieder & Co. Blüht früh und duftet intensiv, die schwarzen Früchte locken Drosseln an.

  • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea). Bietet Früchte für Vögel und färbt sich im Herbst leuchtend rot.

  • Gewöhnlicher Kreuzdorn (Rhamnus cathartica). Eine tolle Futterpflanze für den Zitronenfalter, die Beeren lassen sich Vögel nicht entgehen.

  • Felsenbirne (Amelanchier ovalis). Blüht früh, die Früchte schmecken Menschen und Vögeln gleichermaßen. Ich hab mehrere Sträucher, liebe die echt sehr.

  • Wildbirne (Pyrus pyraster). Die kleinen Früchte bleiben bis in den Winter am Baum.

  • Wildapfel (Malus sylvestris). Ernährt rund 20 Vogelarten und liefert Bienen auch frühen Nektar.

  • Purpur-Weide (Salix purpurea). Eine superwichtige Bienenweide, die auch feuchte Standorte gut verträgt; tatsächlich bevorzugt sie nasse Füße.

  • Grau-Weide (Salix cinerea). Gedeiht ebenfalls an nassen Standorten und liefert frühe Bienennahrung.

  • Ohr-Weide (Salix aurita). Die ist eher kompakt wachsend und dadurch auch für kleinere Gärten geeignet.

Winterharte Stauden für Bienen und Schmetterlinge

Stauden sind Pflanzen, die oberirdisch im Winter absterben, aber im Frühjahr aus der Wurzel neu austreiben. Sie kommen Jahr für Jahr wieder und brauchen nur wenig Pflege. Für Insekten bieten sie über viele Monate Nahrung, wenn du Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten kombinierst. Lass die abgestorbenen Stängel bis zum Frühjahr stehen: In ihnen überwintern Wildbienenlarven, und die Samenstände dienen Vögeln als Futter. Wenn ich die Blühstände der Disteln abschneiden würde, würde der Trupp Distelfinken, der immer im Dachgarten sein Unwesen treibt, vermutlich die Polizei rufen und mich verhaften lassen.

Schöne winterharte Stauden

  • Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium). Blüht von Juni bis September und zieht Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlinge an.

  • Große Sterndolde (Astrantia major). Heimische Waldstaude mit sternförmigen Blüten, die Bienen und Hummeln anlockt.

  • Kugeldistel (Echinops ritro). Ihre silberblauen Blütenköpfe ziehen im Sommer Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge magisch an.

  • Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum). Wächst an feuchten Standorten und blüht im Spätsommer, wenn das Nahrungsangebot abnimmt.

  • Wiesensalbei (Salvia pratensis). Die violetten Blüten bieten von Mai bis August reichlich Nektar.

  • Fetthenne (Sedum spectabile). Blüht bis in den September und verträgt dank ihrer dickfleischigen Blätter Trockenheit.

  • Katzenminze (Nepeta cataria). Blüht ausdauernd bis in den Herbst und zieht Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Und, na ja, Katzen. Deshalb lasse ich die in meinen Gärten raus.

  • Jakobsleiter (Polemonium caeruleum). Heimische Staude mit blauen Blütenrispen, die im Frühsommer Insekten versorgt. Die ist so wunderschön, liebe sie sehr und die vermehrt sich auch selber ganz gut.

  • Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis). Blüht von Juni bis Oktober und ist der absolut heiße Scheiß bei den Insekten in meinen Gärten.

  • Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare). Trockenheitsverträglich und bei Wildbienen beliebt, da manche Arten auf ihn spezialisiert sind.

  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea). Blüht von Juni bis Oktober und lockt zahlreiche Schmetterlingsarten an.

  • Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa). Die hat etwas größere Blüten als die Wiesen-Flockenblume und ist ebenfalls bei Insekten super beliebt.

  • Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria). Wichtige Nektarpflanze für Schmetterlinge und Wildbienen.

  • Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis). Blüht den ganzen Sommer und ernährt viele Insektenarten.

  • Wilde Karde (Dipsacus fullonum). Die Samenstände ernähren im Winter Distelfinken (ask me how I know), die Blüten locken im Sommer Hummeln an.

  • Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare). Wilder Oregano mit hohem Nektarwert, bei Schmetterlingen und bei mir für meine Salate oder Pizzen sehr beliebt.

  • Echter Baldrian (Valeriana officinalis). Blüht im Frühsommer und versorgt viele Insektenarten mit Nektar.

  • Blut-Weiderich (Lythrum salicaria). Prächtige Staude für feuchte Standorte, bei Bienen und Schmetterlingen beliebt. Ich habe sie in und um meine Miniteiche herum stehen und liebe sie abgöttisch.

Der Blut-Weiderich ist einer meiner absoluten Favoriten.
  • Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris). Leuchtend gelbe Blüten für feuchte Gartenecken.

  • Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum). Blüht im Frühsommer violett und versorgt Bienen mit Pollen.

  • Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense). Größere blaue Blüten, robust und langlebig.

  • Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum). Trockenheitsverträglich, blüht pink von Mai bis September.

  • Echte Betonie (Betonica officinalis). Das ist eine alte Heilpflanze mit rosa Blütenähren, ist bei Hummeln suuuuuper beliebt.

  • Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria). Gelbe Blütenkerzen, die deinen Garten von Juni bis September verschönern.

  • Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus). Wichtige Futterpflanze für Schmetterlingsraupen und Bienen und ein absoluter Klassiker in meinem Rasen.

  • Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria). Leuchtend gelbe Blüten, trockenheitsverträglich und bei Insekten beliebt.

  • Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea). Heimische Art, blüht im Spätsommer und ist für Bienen wertvoll. Bloß nicht mit der Kanadischen Goldrute verwechseln, das ist invasives Teufelszeug und ein riesiges Problem da, wo ich wohne.

  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum). Gelbe Blüten von Juni bis August, ist eine alte Heilpflanze, die bei mir in der Gegend überall wächst.

Frühblüher für den Start ins Gartenjahr

Die Zwiebel- und Knollenpflanzen des Vorfrühlings überdauern den Winter unterirdisch und treiben, sobald die Temperaturen steigen. Für Insekten sind sie überlebenswichtig, denn sie blühen, bevor die meisten anderen Pflanzen erwachen; ist also der erste Barbesuch im neuen Jahr. Wenn du im Herbst Zwiebeln setzt, hast du im folgenden Frühjahr Farbe im Garten und Nahrung für hungrige Bestäuber. Diese Pflanzen verwildern mit der Zeit und breiten sich aus, sodass du nach einigen Jahren dichte Teppiche hast.

Meine liebsten winterharten Frühblüher

  • Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Blüht oft schon im Februar und ist eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen.

  • Winterling (Eranthis hyemalis). Die gelben Blüten erscheinen manchmal noch im Schnee, was total schön aussieht.

  • Frühlingskrokus (Crocus vernus). Liefert früh im Jahr Nektar und Pollen in großer Menge.

  • Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia). Bildet im Laufe der Jahre dichte blaue Blütenteppiche.

  • Märzenbecher (Leucojum vernum). Gedeiht auch im Schatten und blüht oft schon im Februar. Wird gern mal mit dem Schneeglöckchen verwechselt.

  • Buschwindröschen (Anemone nemorosa). Heimische Waldpflanze, die sich im lichten Schatten wohlfühlt. Die sind oft die ersten Kollegen, die man im Wald antreffen kann, wenn der Winter so langsam ausfaded.

  • Hohler Lerchensporn (Corydalis cava). Wichtige Nektarpflanze für früh fliegende Hummeln und eine meiner absoluten Lieblingsblumen.

  • Scharbockskraut (Ficaria verna). Leuchtend gelbe Blüten, schließt bei Regenwetter.

  • Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris). Geschützte heimische Art mit violetten Blüten, ich habe einige im Garten und bewache sie wie meinen Augapfel!

  • Duftveilchen (Viola odorata). Blüht früh und duftet intensiv, bei Bienen und Schmetterlingen beliebt. Bei mir in den Gärten bilden die richtige Teppiche!

  • Echte Schlüsselblume (Primula veris). Geschützte Wiesenblume mit gelben Blüten. Ich verteile die überall in meinen Gärten.

  • Hohe Schlüsselblume (Primula elatior). Blassgelbe Blüten für halbschattige Standorte.

  • Huflattich (Tussilago farfara). Eine der ersten Blüten im Jahr, wichtige frühe Bienenweide. Hab den auch in allen Gärten. Wenn die Blüten durch sind, bilden die Pflanzen riesigen schöne Blätter. Man kennt den Huflattich auch unter dem Namen “Wanderers Klopapier”, und du kannst jetzt mal raten, wieso.

  • Leberblümchen (Hepatica nobilis). Blaue Blüten im zeitigen Frühjahr, mag besonders gern humose Waldböden.

  • Sibirischer Blaustern (Scilla siberica). Intensiv blaue Blüten, verwildert ziemlich doll.

  • Kleine Traubenhyazinthe (Muscari botryoides). Dichte blaue Blütentrauben, bei Bienen beliebt. Aufpassen: Ihre Verwandte, die Armenische Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum), die man oft in Gartencentern usw. als Zwiebeln kriegt, steht mittlerweile auf der Vorwarnliste invasiver Arten. Die bitte vermeiden.

  • Elfenkrokus (Crocus tommasinianus). Zierlich und frühblühend, verwildert besonders gut.

  • Wildtulpe (Tulipa sylvestris). Heimische Tulpenart mit gelben Blüten.

  • Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta). Bildet blaue Blütenteppiche im Halbschatten.

  • Bärlauch (Allium ursinum). Weiße Blütensterne im April und Mai, die Blätter sind essbar, weshalb meine Gärten überquellen von diesen Pflanzen, will sie einfach überall haben. Achtung, bitte nicht mit dem Maiglöckchen verwechseln!

Winterharte Kräuter für Küche und Insekten

Ein Kräuterbeet vereint Nutzen und ökologischen Wert. Viele mediterrane Kräuter sind erstaunlich winterhart, solange sie einen durchlässigen Boden haben, in dem keine Staunässe entsteht. Lässt du sie zur Blüte kommen, belohnst du Bienen und Hummeln mit reichlich Nektar: Die Blüten von Thymian, Oregano und Salbei gehören zu den ergiebigsten Trachtpflanzen überhaupt!

Rosmarin = <3.

Robuste winterharte Kräuter

  • Echter Thymian (Thymus vulgaris). Verträgt Trockenheit und Frost, blüht im Sommer üppig, die Bienen fahren komplettomat darauf ab, ich sach dir.

  • Oregano (Origanum vulgare). Die rosa Blüten sind bei Bienen und Schmetterlingen beliebt. Die Kohlweißlinge sind kaum wegzukriegen davon.

  • Echter Salbei (Salvia officinalis). Winterhart bis in Zone 6, braucht durchlässigen Boden, weil er keine nassen Mauken mag.

  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Die violetten Blütenkugeln erscheinen im Mai und Juni.

  • Rosmarin (Salvia rosmarinus). In milden Lagen winterhart, ansonsten mit Vlies schützen.

  • Pfefferminze (Mentha x piperita). Robust und ausbreitungsfreudig, am besten im Kübel halten, weil du bald sonst einen kompletten Garten voll mit Minze hast.

  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis). Bei Bienen beliebt, breitet sich durch Selbstaussaat aus, auch hier würde ich auf die Ausbreitung achten.

  • Liebstöckel (Levisticum officinale). Robuste Staude, die Blüten locken Schwebfliegen an, die Blätter Jasmins, die ein Süppchen machen wollen.

  • Bohnenkraut (Satureja montana). Winterhart und bei Bienen beliebt. Kann ich mir aus Suppen echt nicht wegdenken.

  • Ysop (Hyssopus officinalis). Blaue Blüten von Juli bis September, wichtige Bienenweide.

  • Echte Kamille (Matricaria chamomilla). Sät sich selbst aus, die Blüten ziehen Schwebfliegen und Leute mit Magenbeschwerden magisch an.

  • Ringelblume (Calendula officinalis). Einjährig, sät sich aber zuverlässig selbst aus und steht echt in all meinen Beeten.

  • Borretsch (Borago officinalis). Blaue Blüten, die ständig Nektar nachproduzieren. Nichts in meinen Gärten ist beliebter bei Insekten, außer vielleicht die Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota)

  • Weinraute (Ruta graveolens). Futterpflanze für Schwalbenschwanz-Raupen.

  • Currykraut (Helichrysum italicum). In milden Lagen winterhart, bei Bienen beliebt. Ich kann mit dem Kraut selber nix anfangen, aber die Wespen gehen steil darauf, deshalb lasse ich es stehen.

  • Lavendel (Lavandula angustifolia). Bis in Zone 7 winterhart, braucht durchlässigen Boden, weil er mit Staunässe gar nix anfangen kann. Bienen und Schmetterlinge gehen steil drauf.

  • Fenchel (Foeniculum vulgare). Die gelben Dolden sind bei vielen Insektenarten beliebt, die Wespen in meinen Gärten sind komplett süchtig. Das ist sau praktisch, denn den pflanze ich weit weg von der Sitzecke, sodass ich die getreiften Kerlchen von meinem Kuchen oder Eis ganz gut fernhalten kann.

  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum sp.). Landet bei mir in jedem Beet. Die komplette Pflanze ist essbar. Die Blätter und Blüten haue ich gern in Salate, mit den Blättern kann man auch Pesto machen, die Früchte lege ich als falsche Kapern ein.

  • Kümmel (Carum carvi). Zweijährig, die Blüten locken Schwebfliegen, Wespen und Wildbienen an.

  • Dill (Anethum graveolens). Einjährig, sät sich selbst aus, Futterpflanze für Schwalbenschwanz-Raupen, verreckt bei mir gerne, weiß der Geier wieso.

  • Koriander (Coriandrum sativum). Einjährig, die Blüten sind bei Schwebfliegen beliebt.

  • Pimpinelle (Sanguisorba minor). Winterhart und anspruchslos, die Blätter würzen Salate.

Winterhartes Obst und Gemüse

Viele Obstbäume und Beerensträucher sind in Deutschland heimisch oder so lange kultiviert, dass sie an unser Klima angepasst sind. Ihre Blüten versorgen im Frühjahr Bienen mit Nahrung, und übrig gebliebene Früchte ernähren im Winter Vögel und andere Tiere. Auch manche Gemüsesorten überstehen den Winter im Beet und liefern im zeitigen Frühjahr frisches Grün.

Ich? Besessen von Mispeln? Hä, haben andere Leute etwa keine vier Mispelbäume in ihren Gärten? Klingt seltsam, finde ich.

Mein liebstes winterhartes Obst

  • Apfel (Malus domestica). Alte Sorten wie Boskoop oder Gravensteiner sind robust und ernähren rund zwanzig Vogelarten.

  • Birne (Pyrus communis). Blüht früh und liefert Bienen Nektar, bevor die Apfelbäume folgen.

  • Vogelkirsche (Prunus avium). Die wilde Form der Süßkirsche, bei Staren und Amseln beliebt.

  • Sauerkirsche (Prunus cerasus). Robust und selbstfruchtbar, die Blüten locken Bienen an.

  • Zwetschge (Prunus domestica). Robust und anspruchslos, die Blüten erscheinen im April. Wespen lieben diesen Shit (leider manchmal etwas zu sehr).

  • Mirabelle (Prunus domestica subsp. syriaca). Kleinfruchtig und aromatisch, bei Bienen beliebt.

  • Johannisbeere (Ribes rubrum). Früh blühend und ertragreich, die Beeren schmecken auch Vögeln. Wachsen überall in meinen Gärten, weil ich wie verrückt Stecklinge verteile.

  • Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum). Reich an Vitamin C, die Blüten locken Hummeln an.

  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa). Verträgt auch halbschattige Standorte.

  • Himbeere (Rubus idaeus). Blüht von Mai bis August und bietet Bienen eine lange Nahrungsquelle. Wobei das natürlich etwas auf die Sorte ankommt, Stichwort Sommer- und Herbsthimbeeren.

  • Brombeere (Rubus fruticosus). Die Blüten erscheinen über Wochen, wichtige Bienenweide.

  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus). Die heimische Waldheidelbeere für saure Böden. AUF KEINEN FALL aus dem Wald holen, wehe. Man kann die auch normal kaufen, oder du nimmst eben Kultursorten.

  • Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea). Immergrün, die Beeren reifen im Spätsommer. Ich habe die überall zwischen den Heidelbeeren stehen, sind die perfekte Unterpflanzung dafür.

  • Quitte (Cydonia oblonga). In milden Lagen winterhart, die Früchte duften intensiv. Habe in jedem Garten zwei stehen, liebe sie so sehr.

  • Walnuss (Juglans regia), Die Nüsse ernähren Eichhörnchen und Eichelhäher. Achtung, werden natürlich gigantisch und sie geben über die Wurzeln Stoffe ab, die das Wachstum anderer Pflanzen in der Nähe hemmen.

  • Haselnuss (Corylus avellana). Früher Pollenspender, die Nüsse sind bei Kleinsäugern beliebt. Vermehrungsfreudig, also Obacht.

  • Esskastanie (Castanea sativa). Ja, gut, Obst, Schmobst, die hat Früchte, also passt das hier, finde ich. In milden Lagen winterhart, die Blüten sind eine Bienenweide.

  • Holunder (Sambucus nigra). Die Blüten lassen sich zu Sirup verarbeiten, die Beeren zu Saft.

  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides). Vitamin-C-reich, die orangenen Beeren leuchten im Winter. Achtung, für Früchte brauchst du ein Pärchen, also Männlein und Weiblein.

  • Aronia (Aronia melanocarpa). Anspruchslos und gesund, die Beeren färben intensiv. Meine Lieblingssorte ist ‘Viking’, die kann man auch so vom Strauch naschen, astringieren nicht so.

  • Felsenbirne (Amelanchier lamarckii). Früh blühend, die Früchte schmecken süß.

  • Maulbeere (Morus nigra). In milden Lagen winterhart, die Früchte erinnern an Brombeeren. Wachsen auch bei mir in Hamburg problemlos!

  • Weinrebe (Vitis vinifera). Pilzresistente Sorten wie Regent oder Phönix sind für den Hausgarten geeignet.

Grünkohl ist hart im Nehmen.

Winterhartes Gemüse

  • Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica). Verträgt Frost bis minus 15 Grad und schmeckt danach milder.

  • Feldsalat (Valerianella locusta). Überwintert im Beet und liefert im zeitigen Frühjahr frisches Grün.

  • Winterpostelein (Claytonia perfoliata). Wächst auch bei niedrigen Temperaturen und sät sich selbst aus.

  • Topinambur (Helianthus tuberosus). Die Knollen bleiben im Boden und können den ganzen Winter über geerntet werden. Aber Achtung, breitet sich kräftig aus und ist nicht heimisch, also bitte nicht abwandern lassen.

  • Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum). Liefert auch im Winter frisches Zwiebelgrün.

  • Knoblauch (Allium sativum). Im Herbst gesteckt, überwintert er im Beet.

  • Wintererbse (Pisum sativum). Bestimmte Sorten überstehen milde Winter im Freiland.

  • Spinat (Spinacia oleracea). Winterharte Sorten liefern im Frühjahr die erste Ernte.

  • Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris). Überwintert in milden Jahren und treibt früh aus.

  • Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera). Verträgt Frost und schmeckt danach süßer.

  • Wirsing (Brassica oleracea var. sabauda). Späte Sorten überstehen den Winter im Beet recht gut. Ich hasse Wirsing leider, von daher, ehem …

  • Pastinake (Pastinaca sativa). Die Wurzeln können den ganzen Winter im Boden bleiben.

  • Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica). Winterhart, die Wurzeln werden nach Frost milder.

  • Meerrettich (Armoracia rusticana). Robust und mehrjährig, die Wurzeln sind im Winter am aromatischsten.

  • Ewiger Kohl (Brassica oleracea var. ramosa). Mehrjährig, liefert das ganze Jahr über Blätter. Wächst bei mir absolut gottlos, bräuchte eigentlich keine andere Pflanze und könnte mich für immer ausschließlich von Kohl ernähren.

  • Winterkresse (Barbarea vulgaris). Würziges Grün auch im Winter.

  • Winterportulak (Montia perfoliata). Zarte Blätter für Salate, wächst auch bei Kälte. Ich lieb den halt so sehr!

  • Lauch (Allium porrum). Winterharte Sorten stehen bis zur Ernte im Beet.

Ich hoffe, für dich waren hier ein paar Pflanzanregungen dabei! Wir lesen uns im neuen Jahr. Ich wünsche dir einen guten Rutsch! 🎆

Bis zum nächsten Mal

Jasmin

Du magst keine Abos, möchtest aber dennoch zeigen, dass dir guter Content etwas wert ist? Dann schick mir für den Artikel über Ko-Fi ein Trinkgeld. Danke! <3 (Opens in a new window)

🌿 Du willst noch tiefer in die Natur einsteigen? Hier kannst du meine Biologie-/Naturkolumne Schreibers Naturarium kostenlos abonnieren (Opens in a new window)»

Ich würde mich auch freuen, wenn du mir auf Social Media folgst:
👩🏻‍🌾 Garten-Updates: Mein Garten-Account auf Instagram (Opens in a new window)»
📗 Mein normaler Instagram-Account als Autorin» (Opens in a new window)
🌤️ Mein Account auf Bluesky (Opens in a new window)»
🦣 Mein Account auf Mastodon (Opens in a new window)»

Topic Gartenwissen allgemein

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of Schreibers Hortarium and start the conversation.
Become a member