Die MAKS®-Aktivierungstherapie (Abkürzung für Motorisch, Alltgspraktisch, Kognitiv, Sozial) ist eine wissenschaftlich erprobte, multimodale Aktivierungsmaßnahme für Menschen mit Demenz oder kognitiven Beeinträchtigungen. Dabei handelt es sich um eine nicht-medikamentöse, ressourcenorientierte Gruppenintervention, die motorische, alltagspraktische und kognitive Förderung mit einer sozial-kommunikativen Einstimmung verbindet. MAKS wurde ab 2008 am Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung der Universitätsklinik Erlangen unter Leitung von Prof. Dr. Elmar Gräßel entwickelt und in kontrollierten Studien getestet. Gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit und anderen Institutionen, belegten diese Studien, dass MAKS die kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten von Heimbewohnern mit leichter bis mittelschwerer Demenz länger stabil hält als übliche Pflegeinterventionen. Im deutschsprachigen Raum wurde MAKS mehrfach ausgezeichnet (u.a. Erlanger Medizinpreis 2011) und bereits über 3.000 Pflege- und Betreuungskräfte entsprechend geschult.
MAKS ist Teil des Spektrums psychosozialer Therapieverfahren in der Gerontologie und Altenpflege, die ergänzend zur medikamentösen Demenzbehandlung eingesetzt werden. Es gilt als „ressourcenerhaltende Therapie“, weil sie vorhandene Fähigkeiten unterstützt und einbezieht. In den deutschen S3-Leitlinien und Versorgungsmodellen wird die frühe, multidimensionale Aktivierung bei Demenz empfohlen, um Selbstständigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität zu fördern. MAKS entspricht diesem ganzheitlichen Ansatz und vereint Elemente aus kognitivem Training, Ergotherapie, Bewegungstherapie, gruppenpsychologischer Aktivierung und biografieorientierter Beschäftigung. Durch die feste Struktur und den gruppendynamischen Rahmen soll Über- oder Unterforderung vermieden und gleichzeitig Motivation, Autonomie und Teilhabe gestärkt werden.
(Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (Opens in a new window))
Zielsetzung und Zielgruppen
Das Hauptziel der MAKS®-Therapie ist es, bei älteren Menschen mit kognitiven Einschränkungen den Leistungsabfall so weit wie möglich zu verlangsamen und ihre Alltagsfähigkeiten zu stabilisieren. Konkret strebt MAKS an, Gedächtnis, Denkvermögen, Sprache und praktische Alltagsfertigkeiten durch regelmäßige Aktivierung zu erhalten, sodass Betroffene ihre Selbstständigkeit länger bewahren und ein positives Selbstwertgefühl erfahren. Dadurch wird nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen gefördert, sondern auch die Belastung pflegender Angehöriger verringert – ein zentrales Anliegen der ursächlichen Forschung. Studien belegen, dass MAKS in professionellen Pflegeeinrichtungen und Tagespflegeeinrichtungen dazu führt, dass die kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten der Teilnehmer stabil bleiben, während sie ohne Intervention deutlich abnehmen würden. Zugleich zeigt MAKS positive Effekte auf das soziale Verhalten, die Stimmung und die Reduktion herausfordernder Verhaltensweisen (z.B. Aggressivität, Unruhe) bei Demenz.
Zielgruppen für MAKS sind primär Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz bzw. deutlichen Gedächtnisproblemen (z.B. Alzheimer- oder vaskuläre Demenz) sowie ältere Personen mit einer Mild Cognitive Impairment (MCI) oder altersbedingtem kognitiven Abbau. Die Therapie wurde zunächst in Pflegeheimen (stationäres Setting) validiert, ist aber inzwischen auch für Tagespflege, betreute Wohngruppen und ambulant betreute Wohnformen adaptiert. Typischerweise finden sich Teilnehmer in kleinen Gruppen (ca. 8–12 Personen) zusammen, die von geschulten Betreuungskräften geleitet werden. Für sehr stark Demenzkranke existiert ein speziell angepasstes Programm (MAKS-s), für das ebenfalls Schulungen angeboten werden. Zu den Zielgruppen zählen neben Pflegefachkräften auch pädagogische und therapeutische Berufe, etwa Ergotherapeuten oder Sozialpädagogen, die Bewohner oder Tagespflegegäste betreuen. Auch engagierte pflegende Angehörige können nach entsprechender Anleitung MAKS-Elemente in den Alltag einfließen lassen. Das Prinzip ist jedoch stets gruppenbasiert und verlangt eine systematische, mehrfach wöchentlich wiederkehrende Durchführung.
Webseite: maks-therapie.de (Opens in a new window)
Vorteile und mögliche Grenzen der MAKS-Therapie
Ein wesentlicher Vorteil von MAKS ist die evidenzbasierte Wirksamkeit. In großen randomisierten Studien zeigte MAKS®-m (für mild/moderate Demenz) signifikant bessere Ergebnisse als Routineversorgung: Die alltagspraktischen und kognitiven Fähigkeiten blieben während eines Jahres stabil, wohingegen sie in Kontrollgruppen ohne MAKS stark abnahmen. Die Effektstärken waren beträchtlich (SMD ≈ 0,67 für kognitive Stabilisierung, ≈ 0,69 für Erhalt der Alltagskompetenz). Zudem verbesserten sich unter MAKS die soziale Teilhabe (Effektstärke ≈ 0,59) und herausforderndes Verhalten (0,44). Auch in Tagespflegen konnte der gleiche Nutzen beobachtet werden. MAKS wirkt unspezifisch und nebenwirkungsfrei: Es werden keine Medikamente eingesetzt und deshalb treten keine pharmakologischen Nebenwirkungen auf. Stattdessen erleben Teilnehmer oft Spaß an der Tätigkeit und positive soziale Interaktion, was das psychische Wohlbefinden steigert. Betreuungskräfte berichten, dass sie durch MAKS sinnvolle, erfüllende Arbeit leisten und neue berufliche Kompetenzen gewinnen. Ökonomisch ist MAKS vorteilhaft: Studien zeigten, dass die Stabilisierung von Fähigkeiten langfristig Kosten senkt (z.B. durch verzögerte Pflegebedürftigkeit). Die Effektstärken von MAKS auf die Kognition übertreffen sogar jene der zugelassenen Alzheimer-Medikamente um das Zwei- bis Dreifache – bei gleichzeitig fehlenden unerwünschten Wirkungen.
Grenzen und Herausforderungen existieren vor allem in der Umsetzung: MAKS ist keine kurzzeitige Lösung, sondern erfordert Kontinuität. Die Langzeitauswertung zeigte, dass die Effekte ohne regelmäßige Fortsetzung wieder abklingen – deshalb sollte die Therapie kontinuierlich (idealerweise dauerhaft) angeboten werden. Ein Ressourcenproblem ist der Personal- und Zeitaufwand: Ein vollumfängliches MAKS-Programm (wie in der Studie) bedeutet etwa 2 Stunden täglich an mehreren Tagen pro Woche über Monate. In der Praxis genügt oft eine 2–4-stündige Sitzung einmal wöchentlich, doch muss das Personal entsprechend geschult sein und die Planung erfordert engagiertes Management. Die Therapie erfolgt idealerweise zu zweit (zwei geschulte MAKS-Therapeuten leiten eine Gruppe), was zusätzliche Personalkapazitäten bindet. In Einrichtungen mit Personalmangel kann dies eine Hürde sein.
Ferner ist MAKS primär für frühere Demenzstadien entwickelt. Bei schwerster Demenz oder ausgeprägter Verwirrtheit stoßen die Standardprogramme an Grenzen – hier greift das Sonderprogramm MAKS-s mit stark vereinfachten Übungen. Dennoch kann es sein, dass einige Teilnehmende einzelne Übungen nicht verstehen oder sich überfordert fühlen. Deshalb muss jede Einheit flexibel an die Fähigkeiten der Gruppe angepasst werden. Schließlich sind auch Qualitätssicherung und Dokumentation wichtig: Werden die Therapiestunden zu beliebig umgesetzt, vermindert dies die Wirkung. Eine mögliche Kritik ist daher, dass ohne strenge Standardisierung in der Praxis die empirisch belegten Effekte schwinden können. Insgesamt liegen für MAKS® jedoch kaum Nachteile im Sinne negativer Effekte vor – die Grenzen betreffen eher den nötigen organisatorischen und personellen Aufwand. Im Ergebnis steht eine Methode, die – wo sie eingesetzt wird – erwiesenermaßen Demenzsymptome abmildert und die Lebenssituation älterer Betroffener verbessert.
Praktische Umsetzung der MAKS-Therapie
Die Durchführung einer MAKS®-Einheit folgt immer demselben Modulaufbau (in festgelegter Reihenfolge: Soziale Einstimmung → Motorische Aktivierung → Kognitive Aktivierung → Alltagspraktische Aktivierung) und dauert typischerweise etwa 1,5–2 Stunden. Eine übliche Gruppe umfasst 6–12 Betroffene. Zwei geschulte Betreuungskräfte leiten gemeinsam – einer moderiert meist kognitive und alltagspraktische Übungen, während der andere vor allem bei motorischen Spielen anleitet und auf individuelle Bedürfnisse eingeht.
Soziale Einstimmung (Soziales Modul): Dieses Begrüßungs- und Gemeinschaftssegment dient dazu, die Teilnehmer in die Gruppe zu integrieren und eine positive Atmosphäre zu schaffen. Dazu gehören feste Rituale wie Begrüßungsgesang, ein kurzes Entspannungs- oder Achtsamkeitsritual („Meditation im Sitzen“) sowie das gemeinsame Gestalten eines „Tischmittelpunkts“ (Dekoration, z.B. jahreszeitliche Blumen oder Bilder). Ein wichtiger Teil ist auch eine Austauschrunde, in der jeder Teilnehmer kurz erzählen kann, was ihm gerade wichtig ist oder beschäftigt. So werden soziale Kontakte gefördert und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Abschließend kann ein kurzer Impuls (z.B. ein Lied, ein Zitat oder ein Gedicht) gegeben werden, der zur nächsten Aktivitätsphase überleitet.
Motorische Aktivierung: In diesem Modul stehen Bewegung und Körperwahrnehmung im Vordergrund. Ziel ist es, die Grob- und Feinmotorik sowie Gleichgewicht und Beweglichkeit zu trainieren, aber stets spielerisch und mit Spaß. Typische Inhalte sind Lockerungs- und Dehnübungen, Koordinationsspiele oder leichtes Tanzen im Sitzen bzw. Stehen. Beispiele sind Ballwürfe im Sitzen, einfache Kreistänze, "Sitztanz"-Choreografien und Finger- bzw. Handübungen. Auch Spiele wie Kegeln (Bowling mit Kleinkegeln) oder Balance-Übungen mit Alltagsmaterial (z.B. Ball auf einem Besenstiel balancieren) kommen zum Einsatz. Wichtig ist, die Übungen vielfältig zu gestalten: Wechselnde Musik, Gegenstände oder Bewegungsaufgaben regen die Sinne an und motivieren zur Teilnahme. Die Mitarbeit der Teilnehmer wird gelobt und gelenkt – etwa durch Zählen mit ihnen, indem man einfache Ziele formuliert („Jetzt heben wir alle die Arme“) und Sicherheitsbedenken (Nähe des Rollators, Rutschgefahr o.Ä.) beachtet.
Kognitive Aktivierung: Hier werden geistige Fähigkeiten trainiert und stimuliert. Die Übungen fördern Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprachverständnis und Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) in einem altersgerechten Rahmen. Oft beginnen die kognitiven Einheiten mit einem „Aufwärmen“ wie Buchstaben- oder Zahlenrätseln, einfachem Memory oder Wortfindungsspielen. Man kann bspw. Wortpaare herauspicken, Synonyme nennen oder gemeinsam ein Bild beschreiben. Auch Bild- und Zahlenschwetzrätsel (z.B. bei denen Zahlen durcheinander geraten sind) und Nachzeichnungsaufgaben sind möglich. Im Hauptteil wird dann an verschiedenen Schwierigkeitsgraden gearbeitet: Beispiele sind Kreuzworträtsel, Kulturtechniken (Lesen einfacher Texte, Erinnern von Hörverständnis), sowie Denk- und Rechenaufgaben. Auch Quizfragen zu bekannten Themen oder vertrauten Erlebnissen (Stadt, Feste, Natur) sind beliebt. Viele Gruppen nutzen zudem Geschichten- oder Gedächtnisübungen mit Bildern. Entscheidend ist, die Aufgaben individuell zu adaptieren: Manche Teilnehmer brauchen Hilfestellung (Buchstaben vorgeben, Hinweise geben), andere können sogar einfache Rechenaufgaben lösen oder Texte kopieren. Das Ziel ist, Erfolgserlebnisse zu ermöglichen – etwa durch das Präsentieren des Teilnehmer-Ergebnisses und gemeinsames Loben.
Alltagspraktische Aktivierung: Im letzten Modul wenden sich die Gruppen handlungsorientierten Tätigkeiten aus dem täglichen Leben zu. Dabei werden Alltagsfähigkeiten geübt (z.B. Essen zubereiten, Hygiene) und soziale Kompetenzen gefördert. Typische Aktivitäten umfassen einfache Hausarbeiten (etwa gemeinsames Abwaschen von Besteck, Tisch decken), spielerische Bastel- oder Handwerksprojekte (z.B. Weihnachtskarten basteln, Blumentöpfe bepflanzen) sowie Küchenarbeiten (Teig kneten, Obst waschen, Smoothie zubereiten). Beispiele: Zusammen ein Butterbrot schmieren und dabei Zutaten benennen, ein kleines Schlüsselbrett bemalen, ein Kräuterbeet draußen anlegen oder den Kaffeetisch richten. Diese Beschäftigungen greifen vertraute Biografieinhalte auf und vermitteln nützliche Routinen. Sie sprechen wieder mehrere Sinne an (Riechen, Schmecken, Tasten) und stärken das Gefühl, gebraucht zu werden. Jede Aktivität wird im Sitzen bzw. Stehen realitätsnah ausgeführt; das Team legt den Schwierigkeitsgrad fest (z.B. Anzahl der Schritte im Kochen reduzieren). Zur Abschlussrunde berichtet man, was gelungen ist. Dadurch erlebt die Gruppe ein Gefühl von Produktivität und Selbstwirksamkeit.
Beispielhafte Tagesplanung (vereinfacht): Nach der Begrüßung folgt 15–20 min motorisches Aufwärmen (Sitzgymnastik, Ballspiel), dann ~30 min kognitive Spiele (Memory, Buchstabenrätsel), anschließend 30–40 min praktisches Tun (gemeinsames Kochen oder Basteln) und schließlich ein kurzer sozialer Ausklang (Austausch, Lieder). Jede Phase sollte einen klaren Anfang und ein gemeinsames Erfolgserlebnis haben. Zwischen den Modulen gibt es meist kleine Pausen oder Überleitungen durch Gespräche. In allen Phasen nutzen die Betreuungskräfte Hilfsmittel wie Bildkarten, Schlagworte oder Gegenstände, um Orientierung zu bieten.
Für Betreuungskräfte sind Vorbereitung und Flexibilität entscheidend. Vorab erstellt man anhand des Handbuchs (über 1.000 Seiten Materialien und Übungsblätter liegen vor) einen Wochen- oder Tagesplan für die MAKS-Einheiten. Die Schulungsteilnehmer erhalten umfangreiche Vorlagen und Übungen an die Hand. Im Rahmen der Einweisung lernen Pflegekräfte, Übungsmaterial anzufertigen (z.B. selbst Karteikarten, Puzzles herstellen) und Gruppenprozesse zu moderieren. In der Praxis sorgt man für eine feste, ruhige Sitzordnung und gute Lichtverhältnisse, damit alle Teilnehmer gut sehen und hören können. Einzelne Übungen werden demonstriert; geduldig wird auf unterschiedliche Leistungsniveaus eingegangen. Erfolgsbeispiele für Betreuungskräfte: gemeinsame Übungen mit Mundhygiene (Zähne putzen im Stuhlkreis), kreative Spiele (z.B. Montagsmaler mit bekannten Motiven) oder ein Gedicht memorieren und vortragen lassen.
Im Kern bedeutet MAKS-Implementierung, eine strukturierte Wochenroutine zu etablieren. Viele Einrichtungen setzen feste MAKS-Tage (z.B. Dienstags und Donnerstags jeweils morgens) ins Pflegeprogramm. Erfahrungsgemäß sind 2–4 Einheiten pro Woche sinnvoll. Die Betreuungskräfte tauschen sich nach jeder Sitzung in einem kurzen Protokoll über Beobachtungen aus: Wurde eine Aufgabe gemeinsam gelöst, welche Teilnehmer zeigten sich motiviert, wer brauchte Unterstützung? Diese Dokumentation hilft, Inhalte anzupassen (beispielsweise leichtere Rechenaufgaben oder mehr Pausen) und den individuellen Förderbedarf sichtbar zu machen.
Integration in den Pflegealltag: Organisation, Schulung und Evaluation
Die Verankerung von MAKS in einer Pflegeeinrichtung oder Betreuungsgruppe erfordert klare Organisation und Fortbildung. Zunächst sollte die Leitung bereit sein, personelle Ressourcen freizustellen und geeignete Räumlichkeiten bereitzustellen (ein ruhiger Raum mit Tischen und Stühlen im Kreis ist ideal). Zwei fest eingeplante MAKS-Therapeuten werden benötigt – dies können examinierte Pflegekräfte oder pädagogisch qualifizierte Mitarbeiter sein, die die MAKS-Weiterbildung absolviert haben. Die Zertifizierung erfolgt über die ClarCert GmbH oder Pflegekassen, oft als mehrtägige Präsenz- oder Online-Schulungen. Nach Abschluss erhalten Therapeuten das umfangreiche MAKS-Handbuch (digitale Version, rund 2000 Seiten, mit allen Übungen und Plänen). Diese Qualifikation sollte regelmäßig erneuert werden (Zertifikat üblicherweise 3 Jahre gültig). Es ist empfehlenswert, mehrere MAKS-Therapeuten im Haus zu haben, um Vertretungen zu ermöglichen.
Zur Organisation des Ablaufs gehören weiterhin: Materialbeschaffung (Ball, Kegel, Bastelbedarf, Puzzles, Bücher, Kleider zum Ankleiden etc.) und Hygiene. Oft werden einfache Dinge verwendet, z.B. verschiedene Bälle, stapelbare Becher, alte Zeitschriften oder selbst gemachte Memory-Karten. Viele Inhalte können mit haushaltsüblichen Mitteln realisiert werden, was Kosten spart. Die Pflegeplanung sollte MAKS-Einheiten in den Wochenplan aufnehmen und Angehörige informieren (manchmal sind diese zu einzelnen Angeboten auch eingeladen).
Zur Evaluation der Wirksamkeit können Pflegeeinrichtungen auf existierende Instrumente zurückgreifen. In der Studienpraxis wurden standardisierte Tests eingesetzt (z.B. die kognitive ADAS-Cog-Skala und ein Erlanger Alltagsaktivitäten-Test). Im Alltag genügt oft ein einfaches Monitoring: Die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und Alltagskompetenzen lässt sich durch regelmäßige Beobachtung sowie pflegedokumentierte Fähigkeitsprüfungen (wie Gedächtnisspiele, Ankleideproben, essensbezogene Alltagstätigkeiten) einschätzen. Auch die Non-Profit-Übungstherapiestandards (NPI) oder Stimmungs- und Stressskalen bei Demenz können eingesetzt werden, um zu sehen, ob sich Verhaltensauffälligkeiten oder Pflegebedürftigkeit verändern. Praxisnahe Indikatoren sind etwa: „Wie lange braucht der Patient, um seinen Pullover anzuziehen?“ oder „An wie vielen MAKS-Terminen nimmt er teil?“. Wichtig ist, die Befunde über Wochen zu dokumentieren, um langfristige Trends zu erkennen. Viele Einrichtungen nutzen zudem Feedbackgespräche: Stimmen Angehörige oder das Pflegepersonal Änderungen in Befinden, Aktivitätsfreude oder Interaktion wahr? Dieses qualitative Feedback liefert oft wertvolle Hinweise zur Sinnhaftigkeit der Maßnahme.
Schulungen für das gesamte Team schaffen Akzeptanz: Wenn nicht nur die MAKS-Therapeuten, sondern alle Pflegekräfte Grundkenntnisse (z.B. in kurzen Workshops) haben, wird die Therapieunterbrechung während Personalwechsel oder Urlaubszeiten weniger wahrscheinlich. Es empfiehlt sich auch, MAKS-Einheiten mit anderen Therapien abzustimmen: Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten können Elemente einbinden oder die motorischen Übungen ergänzen. Regelmäßige Teamsitzungen bieten Raum, Erfahrungen auszutauschen und ggf. Behandlungspläne zu verändern.
Fazit
Die MAKS®-Aktivierungstherapie ist eine praxisorientierte, wissenschaftlich fundierte Methode zur Förderung von Senioren mit Demenz oder kognitivem Abbau. Sie verbindet motorische, kognitive, alltagspraktische und soziale Elemente in einem klar strukturierten Gruppenkonzept. Ziel ist die möglichst lange Erhaltung von Fähigkeiten, Selbstbestimmung und Lebensqualität der Betroffenen sowie die Unterstützung der Angehörigen. In Studien führte MAKS® nachweislich zu Stabilisierung der geistigen und alltagspraktischen Funktionen, verbesserten sozialen Kontakten und geringerem Pflegeaufwand. In der Praxis erfordert MAKS eine sorgfältige Planung: Gut geschulte Betreuungskräfte setzen die Therapiesitzungen mit umfassenden Materialien (Übungsblätter, Tagespläne, Anleitungen) um. Sind die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, lässt sich MAKS® jedoch gut in den Pflegealltag integrieren – z.B. als fester Wochenbestandteil in Heimen oder Tagespflegen. Durch regelmäßige Fortbildung, Evaluation und teaminterne Reflexion kann die Qualität gesichert werden. Insgesamt bietet die MAKS®-Aktivierungstherapie ein wertvolles Instrumentarium für Betreuungskräfte: Sie ergänzt pharmatherapeutische Maßnahmen, motiviert Betroffene zu aktivem Mitmachen und schafft einen geschützten Rahmen für erfolgreiches Üben und Erleben. Die Förderung der körperlichen und geistigen Ressourcen älterer Menschen steht dabei im Mittelpunkt – ganz im Sinne einer modernen, personenzentrierten Altenpflege.
Aktivierungen nach dem MAKS®-Therapiekonzept
Die MAKS®-Therapie ist eine multimodale, nicht-medikamentöse Aktivierungsmaßnahme für Menschen mit Demenz. MAKS steht für die vier Bausteine Motorische, Alltagspraktische, Kognitive und Soziale Aktivierung. Ziel ist es, die kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten der Teilnehmenden langfristig zu stabilisieren und ihre Lebensqualität zu erhalten. Studien zeigen, dass regelmäßige MAKS-Einheiten die Denkfähigkeit und Alltagskompetenz stabilisieren sowie typische Verhaltensauffälligkeiten und depressive Symptome reduzieren können – vor allem bei leichter bis mittelschwerer Demenz.
Motorische Aktivierung
Die motorische Aktivierung fördert Bewegung, Grob- und Feinmotorik, Gleichgewicht und Beweglichkeit. Übliche Inhalte sind Lockerungsübungen, Sitztanz, Ballspiele, Zielwürfe oder Feinmotorik-Spiele. Diese Aktivitäten bringen Körper und Sinne in Schwung und vermitteln Freude an Bewegung. Beispiele für motorische Übungen:
Sitzgymnastik mit Frühlingsmusik
Material: Radio/ Lautsprecher oder CD-Player mit ruhiger Frühlingsmusik, sichere Stühle ohne Armlehnen (Gruppe im Stuhlkreis).
Durchführung (Anleitung): Die Teilnehmenden sitzen auf den Stühlen. Die Betreuungskraft startet leise Frühlingsmusik (z.B. Vogelzwitschern oder sanfte Melodie). Anschließend werden einfache Bewegungen durchgeführt:
Gemeinsam im Rhythmus Arme nach vorne und oben strecken, wie beim Begrüßen des Frühlings.
Rumpf und Schultern sanft nach rechts und links drehen, dabei das Lied mitsummen.
Lockeres Wippen mit den Füßen zum Takt der Musik, Arme wie bei einer Umarmung öffnen und schließen.
Nach einigen Minuten wird die Musik kurz leiser gemacht; alle führen bewusst langsame, tiefe Atemzüge und lachen gemeinsam.
Praxisbeispiel: Im Frühling treffen sich in der Gruppe sieben Bewohner zu dieser Übung. Frau Maier erzählt, dass sie früher selbst gern getanzt hat, und so klatscht sie fröhlich mit den anderen mit, als die Musik erklingt. Alle bewegen sachte ihre Arme und Schultern mit, manche lächeln beim Wiedererkennen des Frühlingslieds.
Fördernde Wirkung: Diese Sitzgymnastik aktiviert Arm- und Schulterbereich sowie Rumpfmuskulatur. Durch das gemeinsame Rhythmusgefühl wird die Koordination geschult und die Stimmung gehoben. Solche sanften Bewegungen fördern Beweglichkeit und Kreislauf, ohne zu überfordern.
Ballpass im Sitzen
Material: Ein weicher Schaumstoffball oder aufblasbarer Ball.
Durchführung: Die Teilnehmenden sitzen im Stuhlkreis. Die Betreuungskraft zeigt, wie man den Ball sanft an den Nachbarn wirft oder rollt:
Eine Person wirft oder rollt den Ball langsam zum Sitznachbarn.
Dieser fängt den Ball mit beiden Händen und wirft weiter.
Das Tempo bleibt langsam. Zur Auflockerung kann der Ball auf Zuruf „Frühling!“ höher geworfen werden.
Wer nicht werfen kann, rollt den Ball. Alle sprechen ihren Namen, wenn sie den Ball bekommen.
Praxisbeispiel: Herr Schmidt beginnt und rollt den Ball zu Frau Lehmann. Beide lächeln, während sie einander zuwerfen. Frau Lehmann bedankt sich und stellt den Ball weiter zu Herrn Klein, der versucht, ihn aufzufangen. Durch die Wiederholung der Bewegungen gewinnt er zunehmend Sicherheit.
Fördernde Wirkung: Das Ballpass-Spiel trainiert die Auge-Hand-Koordination und regt zur sozialen Interaktion an. Durch das gemeinsame Werfen verbessert sich die Feinmotorik in Händen und Fingern. Außerdem stärkt das namentliche Ansprechen das Gemeinschaftsgefühl – alle erleben sich als Teil der Gruppe.
Zielwerfen (Becherwerfen)
Material: 6–10 große Plastikbecher und kleine weiche Bälle oder Sandsäckchen.
Durchführung: Die Becher werden zu einem Pyramidenstapel aufgestellt (3 unten, 2 in der Mitte, 1 oben). Jeder Teilnehmende wirft nacheinander mit dem Ball auf den Stapel:
Die Teilnehmenden stehen oder sitzen wenige Meter entfernt vor den Bechern.
Auf Kommando wirft jeder einen Ball auf den Becherstapel.
Nach jedem Wurf stellt die Betreuungskraft die umgeworfenen Becher wieder auf und alle sammeln den Ball ein.
Das Spiel kann mehrmals wiederholt werden; beim zweiten Durchgang kann die Wurfdistanz etwas variiert werden.
Praxisbeispiel: Im Wohnzimmer des Heims üben fünf Bewohner das Zielwerfen. Zuerst gelingt es kaum, die Becher umzuwerfen, doch nach ein paar Durchgängen verbessern sich alle. Frau Berger freut sich besonders, als sie mit dem dritten Wurf die ganze Pyramide umstößt. Danach hilft sie anfeuernd den anderen, während die Betreuungskraft neue Becher aufsetzt.
Fördernde Wirkung: Zielwerfen fördert Treffsicherheit, Hand-Auge-Koordination und macht in der Gruppe viel Spaß. Außerdem schult es das räumliche Sehen und die Konzentration – die Teilnehmenden müssen den Wurfwinkel abschätzen. Jeder Erfolgserlebnis stärkt das Selbstvertrauen. Dieses spielerische Werfen kann Gelenke lockern und das Greifen trainieren.
Luftballon-Tennis im Sitzen
Material: Ein großer aufgeblasener Luftballon, eventuell zwei Pappteller als „Schläger“ mit angeklebtem Griff.
Durchführung: Die Teilnehmenden sitzen wieder im Kreis, die Luftballonschläger werden verteilt:
Alle schlagen sich den Luftballon leicht zu und halten dabei die Aufschläge der Reihe nach.
Es werden einfache Aufgaben eingebaut: Auf das Wort „Luft“ schlagen alle mit dem Pappteller, auf „Ballon“ klatschen die Hände.
Die Aktivität bleibt langsam, damit der Ballon nicht herunterfällt.
Wer den Ballon nicht mehr zurückschlagen kann, nimmt eine kurze Pause, alle klatschen und loben.
Praxisbeispiel: In der Sitzecke klatschen die Senioren auf „Ballon!“ und schlagen sanft mit dem Pappteller. Herr Bauer, der seine Fingerfertigkeit testen möchte, schickt den Luftballon zu immer weiter weg sitzenden Personen. Jeder wirft einen ermutigenden Blick, wenn jemand den Ballon gefangen hat. Am Schluss applaudiert die Gruppe, als der Ballon drei Runden ohne Absturz schafft.
Fördernde Wirkung: Dieses Ballonspiel aktiviert Arm- und Oberkörperbewegungen und verbessert die Reaktionsfähigkeit. Die Kombination von Schlag- und Klatschbewegungen schult die Koordination von Händen und Augen. Die langsame, rhythmische Aufgabe trainiert zudem die Konzentration und bereitet Freude durch ein gemeinsames Erfolgserlebnis.
Hindernis-Parcours im Stuhlkreis
Material: Einige Hütchen oder stehende Plastikkegel, weiche Hindernisse wie aufgestellte Kissen oder gerollte Decken.
Durchführung: Im Raum wird ein einfacher Parcours aufgebaut, in dem die Teilnehmenden eine Runde laufen oder balancieren:
Stühle als Markierung aufstellen, zwischen denen man vorbeiläuft.
Hütchen platzieren, um die herum man gehen muss.
Eine Rolle oder Kissen auf dem Boden vor einen Stuhl legen, um darauf zu steigen oder drüber zu klettern.
Jeder Teilnehmende begibt sich einzeln in den Parcours: vorsichtig um die Hindernisse gehen, über das Kissen steigen und am Ende wieder auf den Stuhl.
Der Betreuer unterstützt, wenn nötig, und lobt jeden Schritt.
Praxisbeispiel: In der Veranstaltungsfläche des Hauses umrunden drei Bewohner vorsichtig die Hütchen. Herr Klein konzentriert sich darauf, die Füße bewusst ein wenig höher zu heben, als er über das Kissen tritt. Die Betreuungskraft hilft Frau Rosenholz beim Balancieren und hält ihre Hand, bis sie sicher durch den Kurs gegangen ist. Jeder am Ende der Runde bekommt ein fröhliches Lob.
Fördernde Wirkung: Der Parcours fördert Gleichgewicht, Beweglichkeit und Orientierung im Raum. Durch unterschiedliche Hindernisse werden Bein- und Rumpfmuskeln aktiviert. Die Teilnehmer verbessern ihre Sicherheit beim Gehen. Das Erfolgserlebnis, den Kurs zu durchlaufen, steigert das Selbstvertrauen. Solche Aufgaben kräftigen die grobmotorischen Fähigkeiten und regen die Aufmerksamkeit an.
Gemeinsamer Spaziergang im Garten
Material: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, eventuell Gehstöcke oder Rollatoren zur Sicherheit.
Durchführung: Bei geeignetem Wetter geht die Gruppe nach draußen:
Die Betreuungskraft führt die Gruppe in kleinen Schritten durch den Garten oder Innenhof.
Unterwegs wird angehalten, um Baumrinde, Blätter oder Blüten zu ertasten.
Jeder atmet tief durch, um frische Luft zu genießen.
Nach etwa 10–15 Minuten setzt sich die Gruppe auf eine Bank: Gespräche über Farben des Gartens oder Vogelstimmen sind Willkommen.
Praxisbeispiel: Im Frühling gehen fünf Bewohner und eine Betreuungskraft gemeinsam durch den Frühlingsgarten. Frau Meier bleibt stehen, streicht über die glatte Rinde eines Baumes und erzählt, dass sie früher selbst Rosen gepflanzt hat. Während die Gruppe steht, hört man Vögel zwitschern. Alle lächeln und berühren vorsichtig eine Magnolienblüte. Danach setzen sie sich auf die Bank und bewundern die bunten Blumenbeete.
Fördernde Wirkung: Ein Spaziergang steigert Ausdauer und allgemeine Mobilität. Die frische Luft und Sinneseindrücke (Gerüche, Geräusche) aktivieren Körper und Geist. Die soziale Komponente des Gehens und Gesprächs fördert das Gemeinschaftsgefühl. Naturelemente bieten multisensorische Stimulation, die in der Pflege als positiv gilt und Bewegungsfreude weckt.
Dehn- und Streckübungen im Sitzen
Material: Keine besonderen Materialien, ggf. Handtücher oder leichte Gymnastiktücher.
Durchführung: Im Sitzen werden langsam Muskelgruppen aktiviert:
Arme locker ausstrecken, dann möglichst hoch über den Kopf heben und wieder senken.
Schultern langsam kreisen: 5-mal nach hinten, 5-mal nach vorne.
Kopf vorsichtig nach rechts und links drehen, als würde man über die Schulter schauen.
Füße im Sitzen auf dem Boden heben und senken oder leicht kreisen lassen.
Bei allen Bewegungen wird auf eine entspannte Atmung geachtet, die Gruppe atmet gemeinsam tief ein und aus.
Praxisbeispiel: Bei dieser Einheit sitzen alle im Kreis und strecken die Arme gen Himmel, als wollten sie die Sonne begrüßen. Frau Fischer lächelt, als ihr klar wird, dass die Übung an ihren früheren Yoga-Kurs erinnert. Die Betreuungskraft zählt langsam mit, während alle zusammen Luft holen und den Bauch heben. Anschließend sinken die Schultern entspannt.
Fördernde Wirkung: Durch sanftes Dehnen werden Muskeln gelockert und Verspannungen gelöst. Diese Übungen steigern die Gelenkigkeit von Schultern, Nacken und Armen ohne Anstrengung. Die gleichmäßige Atemkoordination beruhigt und fördert die Körperwahrnehmung. Solche Dehnbewegungen tragen zu einer besseren Körperhaltung und Muskelentspannung bei.
Becherstapel-Spiel
Material: 10–15 leicht zu stapelnde Becher oder Plastikbecher.
Durchführung: Ähnlich einem Turmbau im Sitzen oder Stehen:
Die Teilnehmenden sitzen am Tisch. Vor jeder Person stehen mehrere Becher.
Aufgabe 1: Jeden Becher mit der Hand umklammern und möglichst hoch stapeln (bis in den Kopfraum).
Aufgabe 2: Ein kleiner Wettbewerb: Wer schafft den höchsten Turm, bevor er einstürzt?
Die Betreuungskraft unterstützt beim Greifen, bringt originelle Themen: „Wir stapeln jetzt Frühlingsblumen“, und alle lachten.
Praxisbeispiel: Die Bewohner bauen nacheinander einen Becherstapel: Herr Weber platziert konzentriert Becher aufeinander, während nebenan Frau Sommer lacht, als ihr Turm umfällt. Alle feuern sich an. Frau Sommer startet eine neue Runde und singt dabei ein Lied: „Stapel hoch, stapel schnell“.
Fördernde Wirkung: Dieses Spiel trainiert feinmotorische Geschicklichkeit und Hand-Augen-Koordination. Das gezielte Greifen und Positionieren der Becher stärkt die Fingerkraft und Konzentration. Spielerische Wettbewerbe erhöhen die Motivation. Solche Aufgaben wirken stimulierend auf die Feinmotorik, ohne hohen Kraftaufwand zu erfordern.
Tanz-Stopp-Spiel
Material: Musikspieler mit vertrauten Liedern (z.B. Volkslieder oder bekannte Hits).
Durchführung: Sitzen oder Stehen im Kreis, je nach Mobilität:
Die Betreuerin spielt ein fröhliches Lied, alle bewegen Arme und Oberkörper im Takt.
Immer wenn die Musik plötzlich stoppt (Betreuerin pausenweise die Musik unterbricht), bleiben alle sofort in ihrer Position stehen, als „eingefroren“.
Danach wird weitergetanzt. Nach einigen Malen wird die Runde an den nächsten Leiter weitergegeben.
Praxisbeispiel: Die Gruppe steht lachend im Kreis; beim Stopp frieren sie ein wie bei einem Spiel. Frau Walter kichert, als sie und Herr Lang gleichzeitig stillstehen. Nach jeder Runde fragt die Betreuungskraft, an welches Ereignis im Frühling sie erinnert werden („Wie beim Versteckspiel früher!“). Alle unterhalten sich kurz über fröhliche Erinnerungen, bevor die Musik weitergeht.
Fördernde Wirkung: Das Stopptanz-Spiel verbindet Bewegung mit Aufmerksamkeit. Es schult die Reaktionsfähigkeit und Koordination, da die Teilnehmenden spontan reagieren müssen. Dabei wird auch der Kreislauf aktiviert. Das plötzliche Anhalten trainiert die Muskelkontrolle. Gleichzeitig bringen Musik und Spiel gute Laune in die Gruppe und fördern sozialen Austausch.
Tisch-Kegeln
Material: Ein weicher Ball (Fuß- oder Gymnastikball) und drei Plastikringe oder Kegel auf dem Tisch.
Durchführung: Alle sitzen oder stehen um einen niedrigen Tisch:
Drei Ringe oder Kegel (alternativ leere Dosen) werden in Dreiecksform auf den Tisch gestellt.
Ein Teilnehmer wirft sanft den Ball auf den Tisch, um die Ringe umzuwerfen.
Jeder hat zwei Würfe, danach reihen sich alle wieder für die zweite Runde ein.
Zwischen den Runden wird abwechselnd der Tisch herum gerollt oder neu angeordnet, um die Dynamik zu erhöhen.
Praxisbeispiel: Herr Lehmann rollt den Ball vorschichtig über den Tisch und schafft es, zwei Dosen umzuwerfen. Er freut sich über seinen ersten „Strike“. Frau Kühn geht auf, legt sich gezielt an und rollt, was beide Dosen umfallen lässt. Alle klatschen Beifall. Danach helfen sie einander auf und stellen die Dosen gemeinsam wieder auf.
Fördernde Wirkung: Beim Tisch-Kegeln wird die Arm- und Handkoordination gefördert. Das Zielen und Werfen trainiert die Feinmotorik und Augensteuerung. Der leichte Schwung über den Tisch aktiviert die Rumpfmuskulatur. Gleichzeitig lernen die Teilnehmenden, sich an wechselnde Spielsituationen anzupassen, was die kognitive Flexibilität unterstützt. Dieses Spiel steigert zudem die Motivation durch Erfolgserlebnisse.
Armkreisen mit Gymnastiktüchern
Material: Für jeden Teilnehmenden ein leichtes Gymnastiktuch oder Seidentuch.
Durchführung: Im Sitzen oder Stehen, Tücher in beiden Händen:
Die Gruppe hält die Tücher locker und streckt die Arme seitlich aus.
Langsames Kreisen der Arme in kleinen und dann größeren Kreisen.
Währenddessen wird ein ruhiges Lied gesungen oder Summen begleitet.
Nach ein paar Minuten werden die Tücher sanft geschwungen: Hochziehen und Fallenlassen im Rhythmus.
Praxisbeispiel: Alle halten ein buntes Seidentuch und bewegen die Arme wie Windräder. Herr Arnold merkt an, dass ihn die Wellenbewegung ans Segeln erinnern. Während des Kreiselns wiegt sich die Gruppe im Takt der Musik. Die Tücher schweben wie Schmetterlinge; die Bewohner lächeln, wenn sie ein Farbspiel erzeugen.
Fördernde Wirkung: Diese Übung verbessert die Schulterbeweglichkeit und schult die Armkoordination. Durch die visuelle Komponente (die Tücher) wird gleichzeitig die Aufmerksamkeit angeregt. Das gleichmäßige Kreisen entspannt Körper und Geist. Musikerische Begleitung erhöht die Konzentration und verbindet Bewegung mit Rhythmusgefühl.
Ball-Rolltraining (Im Sitzen)
Material: Weicher Gymnastikball oder Medizinball (leicht), Tisch oder Brett als Unterlage.
Durchführung: Jeder Teilnehmende rollt den Ball langsam über eine glatte Oberfläche:
Die Gruppe sitzt am Tisch. Ein Ball wird reihum gerollt (zu sich heranziehen und sanft zum Nächsten schieben).
Variationen: Den Ball mit beiden Händen gleichzeitig von einer zur anderen Körperseite rollen.
Für Geübte: einen Würfelwurf integrieren (Zahl bestimmt die Anzahl der Ball-Wechsel).
Praxisbeispiel: Frau Lange sitzt am Tisch und rollt den Ball zu Herrn Müller hin. Er nimmt den Ball mit beiden Händen, dreht ihn leicht und schiebt ihn weiter. Alle summen ein bekanntes Lied zum Rhythmus des Rollens. Nach einer Runde werden die Augen geschlossen – fühlen, wie der Ball rollt.
Fördernde Wirkung: Das Rollen trainiert die Armkoordination und stärkt die Schultermuskulatur. Durch bewusstes Fühlen des Balles wird die taktile Wahrnehmung aktiviert. Diese Übung hilft, Feingefühl und Rhythmus im Team zu üben, und kann zittrigen Händen mehr Sicherheit geben.
Partner-Rückenmassage und Dehnung
Material: Nichts Besonderes, evtl. leichte Massageölfläschchen.
Durchführung: In Paaren üben die Teilnehmenden einfache Bewegungen:
Sitzend hintereinander legen sich die Partner gegenseitig die Hände auf die Schultern oder oberen Rücken.
Langsame, sanfte Kreise mit den Handflächen auf dem Rücken des Vordermanns.
Danach streichen sie beim Ausatmen sanft mit den Händen von den Schultern nach unten (wie einen „Wasserfall“).
Partner wechseln. Der Betreuer zeigt jede Bewegung vor und moderiert ein ruhiges, tiefes Atmen.
Praxisbeispiel: Frau Groß und Herr Klein sitzen Rücken an Rücken. Sie legen die Hände auf die Schultern des jeweils anderen. Im Takt eines langsamen Lieds beginnen sie mit sanften Kreisbewegungen. Beide atmen bewusst ein und aus. Anschließend streichen sie die Hände langsam nach unten, während die Betreuungskraft beruhigend summt.
Fördernde Wirkung: Diese Übung fördert die Schulter- und Nackenmobilität und lockert Verspannungen. Durch die Zuwendung in Paaren entstehen wohltuende soziale Kontakte: Die Berührung vermittelt Entspannung und Vertrauen. Gleichzeitig üben die Hände eine leichte Druckkoordination aus – gut für Sinneswahrnehmung und Feinmotorik. Das Atmen im Partnerklang beruhigt zusätzlich die Stimmung.
Sitztanz zu Lieblingsliedern
Material: Stabile Stühle mit Lehne, Musik abspielbares Gerät (Radio/Tablet) und Lautsprecher.
Anleitung: Die Teilnehmenden setzen sich im Kreis. Die Betreuungskraft wählt Lieder aus, die den Teilnehmenden Freude bereiten (z. B. Schlager oder Volkslieder). Beim Abspielen tanzen alle im Sitzen mit: Sie wippen mit Armen und Oberkörper, klatschen im Rhythmus oder tippen mit den Füßen auf den Boden. Die Betreuerin motiviert, einfache Bewegungen nachzumachen (z. B. Arme heben, sich zur Musik wiegen). Tempo und Auswahl der Lieder werden individuell angepasst. Nach 10–15 Minuten beenden alle gemeinsam den Tanz und klatschen zum Abschluss.
Praxisbeispiel: Frau M. mag alte Volkslieder. Die Betreuungskraft spielt ein bekanntes Lied, und Frau M. wiegt sich glücklich im Takt. Ihre Knie wippen mit, die Arme klatschen. Dabei lacht sie und singt leise mit. Die Sitznachbarin macht mit, alle fühlen sich verbunden.
Fördernde Wirkung: Diese Übung mobilisiert Arme, Schultern und Beine im Sitzen, verbessert Rhythmusgefühl und Koordination. Durch die vertraute Musik wird gleichzeitig emotional angesprochen, die Stimmung verbessert sich. Die Gruppenaktivität stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
Ballwurfspiel im Sitzen
Material: Ein weicher, leichter Stoffball oder Luftballon (nicht zu groß).
Anleitung: Im Sitzkreis wirft oder rollt jede betreute Person den Ball zur Nachbarin. Dabei kann die betreuende Person helfen und den Ball immer weiterreichen. Für Abwechslung geben sich die Teilnehmenden den Ball vermehrt zur Begrüßung und am Ende zur Verabschiedung, evtl. mit Nennung des Namens der Angesprochenen. Die Betreuerin achtet darauf, dass alle einmal dran sind. Bei Bedarf kann der Ball auch getrommelt oder über einen Stöpsel hindurch gepaßt werden (leichte Zielübung). Etwa 5–10 Minuten lang spielt die Gruppe.
Praxisbeispiel: Herr K. wirft den Ball zunächst etwas unbeholfen, wird von der Betreuung ermuntert, und schon rollt er den Ball sicher zur nächsten Person. Nach einigen Würfen fragt er die Nachbarin, wie es ihr geht, und lächelt. Die einfache Regel (immer "Guten Tag" sagen und Ball werfen) motiviert ihn zum Mitmachen.
Fördernde Wirkung: Das Spiel fördert die Armbewegungen, Augen-Hand-Koordination und Konzentration. Gleichzeitig fordert es kurze soziale Interaktion (Grußformel, Blickkontakt). Der Ballimpuls weckt Aufmerksamkeit und stabilisiert das Gleichgewicht im Sitzen.
Becherstapeln und Abbauen
Material: Mehrere (z. B. 10–15) leichte Plastik- oder Pappbecher in einer Farbe oder verschiedenen Farben.
Anleitung: Die Teilnehmenden sitzen am Tisch. Die Betreuerin bittet, aus den Bechern einen Turm zu bauen – zuerst eine Pyramide (4 Becher unten, dann 3, 2, 1). Die Klientin stapelt zögerlich mit, dann spricht die Betreuung motivierende Worte („Schau, der Turm wächst!“). Wenn der Turm steht, lassen alle die Becher nacheinander an die Anleitung wieder abklopfen oder umschütten. Dabei können sie laut mitzählen. Dann wird gemeinsam von neuem gestapelt. Nach einigen Durchgängen räumen alle die Becher zurück in die Kiste.
Praxisbeispiel: Frau L. beginnt langsam und faltet die Hände beim anfänglichen Stapelversuch nervös. Die Betreuungskraft zählt laut mit („Erster Becher auf den zweiten, jetzt der dritte!“) und hilft ihr, das Gleichgewicht zu halten. Als der Turm steht, klatschen alle, und Frau L. strahlt. Dann stößt sie die Becher behutsam um und merkt, dass es gar nichts Schlimmes ist, wenn etwas umfällt.
Fördernde Wirkung: Becherstapeln trainiert gezielte Feinmotorik (Greifen, Dosierung der Kraft) und schult die Hand-Auge-Koordination. Die bewusste Körperhaltung im Sitzen fördert Stabilität. Die Zählübung beim Umfallen fördert zusätzlich die Aufmerksamkeit und Konzentration.
Armkreisen mit Tüchern
Material: Leichte Seidentücher (einfache Stoffservietten) oder Gymnastiktücher für Senioren.
Anleitung: Jeder Teilnehmende hält ein Tuch in beiden Händen, die Arme sind zur Seite ausgestreckt oder nach vorn. Die Betreuungskraft zeigt, wie man kreisende Bewegungen ausführt: Arme langsam nach vorn in Kreisbewegung nach oben und wieder zurück. Im Sitzen kann auch nur eine Person die Arme heben, die anderen schauen oder imitieren. Bei Musik oder einfach gemeinsam gezählt (eins, zwei, drei, vier) werden Arme hochgeführt. Die Gruppe macht 10–15 langsame Runden. Wer mag, kann die Augen schließen.
Praxisbeispiel: Herr B. hebt am Anfang beide Arme kaum über Brusthöhe, weil er unsicher ist. Die Betreuungskraft spricht ihn ermutigend an und hebt ein Tuch sanft über seinen Kopf. Er wiederholt es, nimmt Mut: Beim zweiten Lied macht er größere Kreise. Dabei atmet er tief ein und aus. Er lächelt erleichtert, als er sieht, dass alle mitmachen.
Fördernde Wirkung: Diese Übung dehnt und kräftigt Schultermuskulatur und Armgelenke. Die langsamen, weichen Bewegungen mit Tüchern erhöhen die Körperwahrnehmung. Durch die wiederholten Runden verbessern sich Grobmotorik und Ausdauer. Die ruhigere Atemregulation wirkt zugleich beruhigend.
Luftballon-Volleyball
Material: Einen (ggf. großem) farbigen Luftballon.
Anleitung: Die betreuten Personen sitzen oder stehen in einem Kreis. Ein Luftballon wird in die Mitte geworfen. Ziel ist es, den Ballon so hoch wie möglich zu halten, indem alle ihn mit Handflächen oder Händen sanft in die Luft pusten. Die Betreuungskraft wirft den Ballon anfangs hoch zu einer Person, um den Ballstart zu geben. Dann versuchen alle gemeinsam, ihn gegen das Herunterfallen zu stoppen. Das Tempo bleibt ruhig, jeder darf den Ballon sanft berühren. Wenn der Ballon fällt, hebt ihn die Betreuerin hoch und das Spiel geht weiter. Nach einigen Minuten beenden alle zusammen.
Praxisbeispiel: Frau S. streckt die Arme hoch, um den Ballon zu erreichen, lacht, als er wehtutscht. Sie weiß nicht genau, wie stark sie pusten soll, aber die Kollegin neben ihr zeigt es geduldig. Alle rufen „Weiter!“. Am Ende des Spiels ist die Gruppe leicht außer Atem und fröhlich.
Fördernde Wirkung: Die Übung motiviert zu Arm- und Schulterbewegungen in luftiger Höhe und schult das Abschätzen von Kraft (Ballon soll nicht zu hoch gepustet werden). Die Interaktion in der Gruppe stärkt die soziale Verbindung. Das lockere Spiel steigert Spaß und Koordinationsfähigkeit.
Feinmotorik-Spiel „Reißverschluss-Schule“
Material: Ein selbstgebasteltes Übungsbrett mit Reißverschlüssen, Knöpfen und Schnallen (Holzbrett oder stabile Pappe), oder einfache Wäscheklammern und Stoffstückchen.
Anleitung: Der Teilnehmende sitzt am Tisch und bekommt das Übungsbrett mit verschiedenen Befestigungselementen vorgelegt. Er darf Reißverschlüsse öffnen und schließen, Knöpfe zu- und aufknöpfen oder Haken anbringen. Die Betreuungskraft erklärt einen Bereich nach dem anderen. Anschließend dürfen die Aufgaben auch „geraten“ und ausprobiert werden („Was passt denn hier auf?“). Die Betreuerin lobt jeden geschafften Teil. Diese Aktivität dauert etwa 10–15 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr N. hat früher selbst gern Näharbeiten gemacht. Er strahlt, als er seinen alten Knopfkarton sieht. Zunächst benötigt er etwas Hilfe, den Reißverschluss ganz aufzumachen. Dann probiert er selbst weiter und schafft es. Das Knöpfe-Öffnen klappt schon fast allein. Er fühlt sich als „Oberhandwerker“ und möchte das Übungsbrett stolz der Pflegekraft zeigen.
Fördernde Wirkung: Diese Übung stärkt gezielt die Finger- und Handkraft sowie die Feinmotorik. Die koordinativen Anforderungen beim Hantieren mit kleinen Verschlüssen aktivieren die Feinsteuerung. Durch das Erfolgserlebnis beim Öffnen/Schließen wird das Selbstvertrauen der Teilnehmenden gestärkt.
Sitzgymnastik mit Widerstandsband
Material: Ein leichtes Gymnastikband oder großes Halstuch.
Anleitung: Im Sitzen werden beide Enden des Bandes in die Hände genommen. Die Arme werden nach vorne ausgestreckt (schulterbreit) und das Band leicht gedehnt, indem man die Hände langsam nach außen zieht. Dann löst man die Spannung. Nach ein paar Wiederholungen wird das Band hinter dem Rücken mit beiden Händen gegriffen und nach außen gezogen („so tun, als ob man ein großes Tuch glattstreicht“). Die Betreuerin zeigt vor und erklärt jeden Schritt einfach. Jeder Satz umfasst etwa 8–10 Wiederholungen.
Praxisbeispiel: Frau G. findet das Dehnen am Anfang anstrengend und lässt Hände sinken. Die Betreuungskraft klatscht motivierend und hilft ihr, nochmal zu ziehen: Gemeinsam halten sie das Band gespannt. Frau G. strafft die Stirn vor Anstrengung, aber schließlich führt sie die Armöffnung aus – ein Erfolgserlebnis, das sie lächeln lässt.
Fördernde Wirkung: Durch das Antreiben und Dehnen der Arme mit Widerstand wird die Schulter- und Rückenmuskulatur gekräftigt, was Haltung und Kraft verbessert. Die Übung fördert die Rumpfstabilität. Wiederholungen schulen Ausdauer und bewusste Atemführung.
Zielwerfen mit Kegel
Material: Kleine Kegel oder aufrecht stehende Flaschen (z. B. mit Sand gefüllte Plastikflaschen) und einen weichen Ball.
Anleitung: Die Kegel werden vor den Teilnehmenden auf eine Entfernung von 2–3 Metern aufgestellt. Jeder hat nacheinander den weichen Ball und versucht, mit einer Wurfbewegung (aus dem Sitzen heraus oder im Stehen mit Haltehilfe) möglichst einen oder mehrere Kegel zu treffen. Die Betreuungskraft kann die Entfernung variieren oder mit Geräuschpreisen („bunt, groß“) motivieren. Jeder Treffer wird beklatscht. Nach einigen Versuchen wird gewechselt. Die Aktivität dauert ca. 10 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr F. zielt zunächst knapp an einem Kegel vorbei. Die Betreuerin gibt ihm ein paar Tipps („Augen auf den Kegel halten, dann Arm ganz führen“). Beim zweiten Versuch wirft Herr F. den Ball langsam und trifft den Kegel, der umkippt. Er freut sich über den kleinen Triumph und wirft noch einmal – diesmal über den Bogen hinweg in hohen Bogen, ein weiterer Erfolg.
Fördernde Wirkung: Dieses Spiel verbessert grob- und feinmotorische Fähigkeiten: Es schult die Armkraft und Hand-Auge-Koordination beim Zielen. Gleichzeitig fördert es Körperhaltung und visuelle Konzentration. Erfolgserlebnisse steigern Motivation und Selbstbewusstsein.
Kreistanz im Stehen
Material: Stabile Stühle oder Rollatoren zur Sicherheit, Musik (z. B. Walzer- oder Volkstanzmusik).
Anleitung: Im Stehen oder Sitzen macht die Gruppe kleine Kreistänze. Die Betreuungskraft stellt sich vorne und zeigt einfache Schritte (reinen Schritt-Link-Schritt oder Drehungen auf der Stelle). Bei starken Geh-Einschränkungen können alle auf Stühlen sitzen und die Füße rhythmisch bewegen. Die Musik wird angestimmt, und alle bewegen die Arme mit. Nach jeder Liedrunde klatschen alle zum Lob. Wichtig ist viel Hilfestellung – einander am Rücken halten oder an den Händen fassen. Dauer ca. 5–10 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau R. ist anfangs ängstlich im Stehen. Die Betreuerin hält ihre Hand und dreht sie vorsichtig im Rhythmus. Frau R. schließt kurz die Augen, konzentriert sich. Als sie merkt, dass der Schritt klappte, lächelt sie. Beim zweiten Durchgang wagt sie alleine einen kleinen Schritt zur Seite. Sie fühlt sich mutig und zusammengehörig mit den anderen.
Fördernde Wirkung: Der Tanz mobilisiert Beine, Hüften und Rumpf und verbessert Gleichgewicht und Koordination. Der rhythmische Schritt trainiert das Gangbild. Gleichzeitig wird durch Musik und Bewegung das Gefühl von Freude und Gemeinschaft angesprochen, was die Motivation steigert.
Koordinationsspiel „Fadenschwung“
Material: Ein langer stabiler Holzstab (z. B. zusammengesetzte Stöcke) mit einem farbigen Band oder Wolle daran befestigt.
Anleitung: Zwei betreute Personen sitzen oder stehen sich gegenüber. Der Stab mit dem Band wird der Reihe nach von der einen zur anderen geführt: Die erste Person hält den Stab und führt das Band langsam schwingend in großen Kreisen vor den Körper, dann übergeben beide den Stab. Die nächste Person wiederholt. Dabei versuchen alle, die Bewegung ohne Stolpern zu imitieren. Die Betreuerin kann rhythmisch mitspannen oder einen leichten Beat klatschen. Nach einigen Durchgängen sind alle an der Reihe.
Praxisbeispiel: Herr S. hält den Stab zunächst fest, der Bandfaden wabbelt für ihn ungewohnt. Die Betreuung leitet seine Arme an und sagt „Langsam führen“. Nach ein paar Versuchen öffnet er die Hand mehr, und das Band kreist schöner. Als es weitergegeben wird, blickt er stolz in die Runde.
Fördernde Wirkung: Dieses Spiel schult die Auge-Hand-Koordination und Konzentration: Der Part, den Faden gleichmäßig kreisen zu lassen, erfordert koordinierte Arm- und Schulterbewegungen. Zudem trainiert es das Gegenteil beider Arme (kontralaterale Bewegung) und die Beobachtungsgabe: Alle achten auf das Band. Der weiche Schwung bezieht mehrere Muskelketten ein und entspannt zugleich.
Fingergymnastik mit Übungen
Material: Weiche Bälle (Stressbälle), Knete oder ein Handtrainer („Tipp-Mitt“).
Anleitung: Am Tisch sitzend bilden die Teilnehmenden mit ihren Händen und Fingern verschiedene Bewegungen nach: Hände öffnen und wieder schließen (Faust), Daumen und Finger nacheinander berühren (Daumen-Finger-Kontakt), in die Fingergelenke einschlagen (sanftes Klopfen), oder einen Stressball in der Hand kneten. Die Betreuerin zählt Laut mit (1–2–3, Faust), gibt kurze Pausen. Je nach Gehfähigkeit können auch einzelne Finger geübt werden („Fingerhäkeln“ – Zeigefinger und Daumen ein Häkeln). Die Übung dauert etwa 5 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau H. presst behutsam den Stressball, während die Pflegekraft ihr die Bewegung vormacht („ganz fest drücken“). Dann schließen sie gemeinsam fünfmal die Faust und öffnen die Hand. Frau H. lacht, als es plötzlich ein kleines Knackgeräusch gibt – sie ist erstaunt über ihre eigene Kraft.
Fördernde Wirkung: Durch repetitive Öffnen/Schließen der Hände und Kneten eines Balles wird die Feinmotorik gestärkt. Die Übungen steigern die Greifkraft und Fingerbeweglichkeit. Auch die zählende Anleitung wirkt stimulierend auf die geistige Aufmerksamkeit. Zusammen fördern sie Selbstständigkeit (z. B. besseres Halten von Alltagsgegenständen).
Anlehngymnastik an einer Wand
Material: Keine, nur eine freie Wandfläche.
Anleitung: Eine Person steht mit dem Rücken zur Wand. Sie hebt langsam die Arme über den Kopf, gleitet dabei mit dem Rücken an der Wand nach oben (Wandgleiten), und senkt sie dann wieder. Danach steigt sie mit den Füßen nacheinander die Wand hoch (eine Zehe führt, dann die nächste, ca. 5 Schritte), immer mit Rücken an der Wand. Zum Schluss tastet sie mit den Händen möglichst weit an der Wand nach unten (ohne abzudrehen) und richte sich langsam wieder auf. Die Betreuerin steht dabei nahe, um Abstützung zu geben. Die Übung wird je 2–3-mal wiederholt.
Praxisbeispiel: Herr T. schaut skeptisch, als die Betreuung ihn anweist, die Hände an der Wand hochzuschieben. Er atmet tief ein und führt die Arme hoch, sein Rücken gleitet allmählich an der Wand nach oben. Beim „Klettern“ zittert er, doch die Begleitung stützt die Hüfte, damit er das Gleichgewicht hält. Als er seine Finger ans untere Ende der Wand gebracht hat, lächelt er erleichtert.
Fördernde Wirkung: Wandgymnastik fördert die Rumpf- und Beinmuskulatur sowie das Gleichgewicht – beides wichtig zur Sturzprophylaxe. Die Atemansteuerung und Dehnung beim Hochsteigen mobilisieren gleichzeitig den Brustkorb und die Schultern. Durch die Wand als Führung erhalten auch Gleichgewichtsprobleme mehr Stabilität, wodurch die Ausführung sicherer und motivierender wird.
Rhythmische Klangübungen
Material: Leichte Rhythmusinstrumente (z. B. Tamburin, Rassel, Klanghölzer), eventuell ein Becken.
Anleitung: Die Gruppe sitzt im Kreis. Auf einen einfachen Taktschlag (z. B. Trommeln auf Schenkel oder Trommel) geben alle ein Instrument in die Hand. Dann beginnt eine Runde: Die Betreuerin schlägt dreimal in die Hände („Eins, zwei, drei!“), und alle spielen gemeinsam eine einfache rhythmische Figur darauf (z. B. mit Klangstäben im Takt klackern oder mit dem Tamburin schütteln). Danach gibt das Instrument an die nächste Person weiter. Sobald jedes Instrument ausprobiert ist, endet die Übung.
Praxisbeispiel: Frau W. bekommt zuerst das Tamburin. Etwas unsicher streicht sie damit im Takt über ihre Handflächen und freut sich über das Klingeln. Als ihr Sitznachbar fragt, wie lange sie geschlagen hat, lacht sie und schlägt nochmal kräftig („ein- zwei- drei!“). Dann reicht sie es stolz weiter.
Fördernde Wirkung: Durch das aktive Trommeln bzw. Schütteln werden Arme und Hände bewegt und gleichzeitig ein Gefühl für Rhythmus und Taktsicherheit geschult. Die akustische Rückmeldung fördert auditive Wahrnehmung. Da jeder reihum spielt, wird auch die gemeinsame Aktivität gestärkt und Sprecherwechsel eingeübt.
Stuhlyoga-Gruppe
Material: Stabile Stühle ohne Räder (für alle Teilnehmenden); eventuell Yoga-Matte für den Boden.
Anleitung: Die Gruppe sitzt im Halbkreis auf Stühlen. Die Betreuungskraft führt sanfte Yoga- oder Dehnübungen an: Rundrücken machen und wieder aufrichten, Schultern kreisen, Seitenstreckung mit gestrecktem Arm (Über-Kopf strecken), Fußkreisen im Sitzen, Nackendehnung (Kopf zur Schulter neigen). Jede Pose wird langsam gehalten (5 Atemzüge), dann geht es behutsam zur nächsten über. Die Atmung wird hervorgehoben („Ein–Zwei–Aus, Entspannen“). Gesamtdauer etwa 10–15 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr U. lehnt sich zuerst zögerlich nach rechts, als die Pflegekraft eine Seitenstreckung vormacht. Nach dem ersten Atemzug schließt er die Augen und macht locker mit. Einmal kippt er leicht zur Seite, wird aber sicher gehalten. Er bemerkt einen leichten Zug in der Hüfte und sagt der Betreuung: „Spüre jetzt meine Muskeln.“
Fördernde Wirkung: Yogaübungen im Sitzen dehnen und lockern Muskulatur in Rücken, Armen und Beinen. Sie verbessern die Wirbelsäulenbeweglichkeit und entspannen Verspannungen. Durch die tiefe Atmung und die ruhige Durchführung beruhigt die Aktivität zugleich das Gemüt. Insgesamt erhöht sich Körperwahrnehmung und Balancegefühl.
Sitzballonlauf
Material: Mehrere aufgeblasene Luftballons, Stühle.
Anleitung: Die Teilnehmenden sitzen im Kreis. Ein Luftballon wird allen übergeben. Jeder legt die Hand auf seinen Ballon. Dann beginnen alle gleichzeitig, den Luftballon nur mit sanfter Handkraft von Person zu Person über die Stuhlreihe weiterzugeben – ohne den Ballon hochzuwerfen oder ihn fallen zu lassen. Ziel ist, den Ballon so lange wie möglich in Bewegung zu halten. Wer den Ballon verloren hat, streichelt ihn zurück ins Spiel. Die Betreuerin kann beim Weitergeben hilfreich anstupsen. Nach 5–10 Minuten beendet die Gruppe das Spiel.
Praxisbeispiel: Frau Z. lässt den Ballon zuerst vorsichtig in Richtung ihres Nachbarn schweben. Dann bekommt sie Zutrauen und stößt ihn kräftiger an. Sie lacht auf, als der Ballon knapp über dem Boden zurückfedert. Die anderen loben sie, und sie wirkt stolz.
Fördernde Wirkung: Diese Übung trainiert sanfte Armbewegungen und Reaktionsvermögen – man muss die Kraft dosieren, damit der Luftballon nicht entweicht. Die langanhaltende Aktivität steigert Ausdauer. Die Interaktion beim Weiterreichen stärkt das Gruppenbewusstsein.
Balancier-Parcours sitzend
Material: Weiche Kissen, kleine Fußbank oder Stoffrollen.
Anleitung: Im Sitzen legen zwei Personen nebeneinander einen kurzen Parcours aus: ein Kissen, dann ein kleines Kissen oder eine zusammengerollte Decke, schließlich wieder ein Kissen. Die Teilnehmenden stellen reihum vorsichtig einen Fuß auf jedes Element und zurück, ohne den Halt zu verlieren. Eine zweite Person sitzt als Sicherheitsstütze daneben (Hand am Rücken). Nach dem Durchgang wechseln die Rollen. 10 Minuten lang übt jeder mindestens zweimal.
Praxisbeispiel: Herr V. tastet sich mit dem Fuß über das Kissen. Er lacht, als es leicht nachgibt. Die Pflegekraft greift seinen Arm, bevor er zu weit nach vorne beugt. Beim zweiten Versuch setzt er den Fuß sicherer auf. Am Ende ist er stolz, dass er ohne zu stürzen durchkam.
Fördernde Wirkung: Balancieren im Sitzen fordert Rumpf- und Beinmuskulatur sowie die Koordination: Die Füße werden bewusst gesteuert, und der Rumpf muss das Gleichgewicht halten. Selbst wenn keine Sturzgefahr droht, fördert die Übung das Körperbewusstsein und Vertrauen in die eigene Beweglichkeit.
Arm-Massage-Reihe
Material: Kleines Handtuch oder Massagehandschuh, evtl. Lotion (falls gewünscht).
Anleitung: Paarweise sitzen sich zwei Personen gegenüber oder nebeneinander. Die jeweils rechte Person massiert sanft den Unterarm und die Hand der linken Person (und umgekehrt) mit den Händen oder dem Tuch, etwa 2 Minuten pro Arm. Die Masseurin drückt locker und führt streichende Bewegungen vom Ellenbogen zur Hand. Danach werden die Rollen getauscht. Die Betreuerin gibt Impulse: „Streiche mal über den Unterarm – fühlst du die Entspannung?“ Nach insgesamt ca. 4–6 Minuten beenden alle zusammen.
Praxisbeispiel: Frau X. massiert ihren Sitznachbarn konzentriert. Sie spürt, wie das Handgelenk lockerer wird, und beginnt zu lächeln. „Genau so, ganz zart“, sagt der Betreuer. Dann strahlt sie, als ihr Nachbar seine Hand über ihre massierten Unterarme streicht: „Das ist schön, danke!“
Fördernde Wirkung: Eine leichte Massage stärkt die Feinmotorik durch kontrollierte Griffbewegungen. Sie regt die Durchblutung an und kann Verspannungen lösen. Außerdem wirkt Körperkontakt wohltuend – er kann Ängste mindern und das Vertrauen untereinander stärken. Das gemeinsame Tun fördert das soziale Miteinander.
Stuhl-Luftballon-Tanz
Material: Einen (oder mehrere) aufgeblasene Luftballons, Stühle.
Anleitung: Jeder, der mitmachen kann, sitzt auf einem Stuhl. Ein Luftballon wird in die Mitte gestellt. Beim Abspielen eines fröhlichen Liedes versuchen alle gleichzeitig, den Luftballon mit den Händen in der Luft zu halten, ohne sich vom Sitzen wegzubewegen. Sie dürfen den Ballon nur mit Handflächen oder dem ausgestreckten Arm antippen. Immer wenn der Luftballon die Erde berührt, klatschen alle in die Hände und legen ihn gemeinsam wieder auf den Schoß, bevor sie weitermachen. Nach 2–3 Liedern endet das Spiel.
Praxisbeispiel: Herr Y. streckt die Arme nach oben und pustet den Ballon leicht an, damit er wieder steigt. Die Runde ruft „Weiter, weiter!“. Er muss lachen, als der Ballon kichert, und geht tiefer in den Stuhl, um stärker drücken zu können. Es entsteht eine fröhliche Atmosphäre.
Fördernde Wirkung: Das Spiel trainiert leichte Schulter- und Armbewegungen, Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit im Sitzen. Die fröhliche Aktivität fördert außerdem die Atmung und hebt die Laune. Da alle zusammen „arbeiten“, entsteht ein Gefühl von Gemeinschaftsleistung.
Alltagspraktische Aktivierung
Die alltagspraktische Aktivierung übt konkrete Fertigkeiten, die im täglichen Leben gebraucht werden. Typische Aktivitäten umfassen Haushaltsaufgaben (Kochen, Backen), handwerkliche Arbeiten oder Gartenpflege. Dabei werden zugleich Grob- und Feinmotorik, Beweglichkeit, kognitive Fähigkeiten und soziale Kompetenzen gestärkt. Aktivitäten können an das Leben der Teilnehmenden anknüpfen und biografische Bezüge herstellen. Beispiele:
Frühlingsblumen pflanzen
Material: Blumentöpfe, Erde, Blumensamen oder kleine Frühblüher (z.B. Krokusse, Tulpenzwiebeln), Gießkanne.
Durchführung: Die Gruppe arbeitet gemeinsam:
Auf einem Tisch werden Töpfe und Erde verteilt. Jeder Bewohner bekommt einen Topf.
Die Betreuungskraft erklärt und zeigt das Befüllen des Topfes mit Erde. Dann legt jeder Samen/Zwiebel in den Topf.
Anschließend gießen alle vorsichtig Wasser in die Töpfe. Dabei wird gemeinsam besprochen, wann und wie oft gegossen wird.
Währenddessen erzählen Teilnehmende Erinnerungen an vergangene Frühlingstage oder Gärten.
Praxisbeispiel: Vier Bewohner basteln Pflanzgruppen am Tisch. Frau Schmitz sagt: „Früher habe ich in meinem Garten Narzissen gesetzt – das war meine Lieblingsarbeit.“ Sie nimmt behutsam die Tulpenzwiebeln und versieht den Topf schließlich mit frischer Erde. Herr Berger gießt nach Anleitung von Frau Neumann die Erde an. Als alle fertig sind, stellen sie die Töpfe gemeinsam ans Fenster.
Fördernde Wirkung: Das Pflanzen stärkt feinmotorische Fertigkeiten (Erde verteilen, Samen legen) und vermittelt Erfolgserlebnisse durch ein sichtbares Ergebnis. Es integriert Wissen über Natur und Jahreszeiten (Biografiearbeit). Die Aufgabe verlangt Planung und Geduld („Wann blühen sie?“), was die kognitive Aktivierung im Alltag unterstützt. Der soziale Austausch über Gartenerinnerungen stärkt den Zusammenhalt und das emotionale Wohlbefinden.
Weihnachtsplätzchen backen
Material: Teigzutaten (Mehl, Zucker, Butter, Ei), Ausstechformen (z.B. Sterne, Engel), Backpapier, Backblech, Schürzen.
Durchführung: In der Gruppe werden einfache Teigvorbereitungen gemacht:
Die Betreuungskraft hat einen einfachen Keksteig vorbereitet oder fertigen Mürbeteig mitgebracht. Sie gibt jedem Teilnehmenden etwas Teig.
Mit Nudelholz wird der Teig ausgerollt, die Bewohner suchen sich weihnachtliche Formen aus.
Jeder sticht gemeinsam mit einem Helfer zwei Plätzchen aus dem Teig aus und legt sie aufs Backblech.
Nach dem Backen werden die Plätzchen zusammen verziert (Zuckerguss, Streusel).
Praxisbeispiel: Im Aufenthaltsraum herrscht Weihnachtsstimmung: Herr Weber rollt konzentriert den Teig aus, während Frau Lehmann lachend Sterne aussticht. Die Betreuungskraft hilft, wenn der Ausstecher klemmt. Zwischenzeitlich summt die Gruppe Weihnachtslieder. Nach dem Backen beginnt Frau Müller, die Plätzchen mit Schokolade und bunten Streuseln zu verzieren, was bei allen ein anerkennendes Lächeln hervorruft.
Fördernde Wirkung: Dieses Basteln in der Küche fordert Feinmotorik (Teig kneten, Formen ausstechen) und Ausdauer. Es übt wichtige Alltagsfertigkeiten wie Backen, die Betroffene womöglich früher oft getan haben. Das weihnachtliche Thema aktiviert Erinnerungen (Biografie) und fördert die Sprache, wenn über Familienbräuche gesprochen wird. Zusammenfassung der Arbeitsschritte stärkt Gedächtnis. Am Ende entsteht ein greifbares Produkt, das das Selbstwertgefühl hebt.
Wäsche falten und sortieren
Material: Verschiedene Kleidungsstücke (Handtücher, T-Shirts, Socken) in heller Farbe.
Durchführung: Einfache Haushaltstätigkeiten üben:
Die Teilnehmenden sitzen im Kreis und bekommen je ein Handtuch oder T-Shirt.
Schritt für Schritt zeigt die Betreuungskraft, wie man ein Handtuch ordentlich faltet (erst in der Mitte, dann zusammenlegen).
Gemeinsam werden 2–3 Handtücher nacheinander gefaltet.
Danach sortiert die Gruppe lose abgebildete Sockenpaare (z.B. mit Farben) ein, dabei nennt jeder die Farben oder Muster der gefundenen Paare.
Praxisbeispiel: Drei Bewohner falten unter Anleitung nacheinander die Handtücher. Herr Meier wünscht sich dabei leise Schlagermusik, die die Betreuerin einschaltet. Er klatscht am Ende in die Hände und sagt stolz: „Schau, wie schön glatt!“ Anschließend suchen sie mit Hilfe der Betreuungskraft bunte Sockenpaare, wobei Frau Richter erzählt, welchen Hund ihr die Socken fast zerbissen hat. Alle lachen.
Fördernde Wirkung: Durch das Falten werden Hand- und Fingermotorik sowie Aufmerksamkeit gefördert. Das gemeinsame Sortieren trainiert visuelle Unterscheidung und Kategorisierung. Zusätzlich übt die Gruppe Schritt-für-Schritt-Denken (Zuerst falten, dann sortieren). Solche Tätigkeiten aus dem Alltag können die Selbstständigkeit unterstützen, indem sie geübtes Verhalten reaktivieren.
Tischdeko für die Kaffeerunde basteln
Material: Bunte Papierservietten, Spielgeld oder kleine Strohblumen, Tischtuch, Klebeband oder Schnur.
Durchführung: Kreative Gestaltung einer Tischdekoration:
Die Gruppe bespricht gemeinsam ein Motto (z.B. „Frühling“ oder „Geburtstag“).
Jeder faltet eine Papierserviette zu einer Blume (z.B. Fächermuster).
Mit den Serviettenblumen, etwas Spielgeld (als Platzkarten) und kleinen Kunstblumen legen alle die Deko auf das gemeinsame Tischtuch.
Die Betreuerin fotografiert das Ergebnis und hängt es im Raum auf.
Praxisbeispiel: Gemeinsam entscheidet man sich für das Motto Frühling: Gelbe und grüne Servietten werden zu Blumen gefaltet. Frau Klein zieht Klebeband hervor und befestigt einen bunten Schmetterling aus Papier im Tischmittelpunkt. Herr Sommer verteilt die Serviettenblumen auf den Tisch. Alle betrachten zufrieden das frühlingshafte Bild auf dem Tisch, das später im Gruppenraum aufgehängt wird.
Fördernde Wirkung: Bastelarbeiten wie diese Aktivität fördern Feinmotorik und Kreativität. Gleichzeitig sprechen sie das ästhetische Empfinden an. Die Planung der Tischdekoration stärkt Organisation und Ausdrucksfähigkeit. Biografische Bezüge (z.B. frühere Familienfeiern) können angesprochen werden, was emotional unterstützt. Insgesamt übt die Gruppe eine sinnstiftende Alltagshandlung – Dekorieren beim Kaffee – und erhält dadurch Selbstwirksamkeitserleben.
Gemüsesuppe gemeinsam zubereiten
Material: Zubereitungstablett, Gemüseschäler, Messer (mit abgerundeter Klinge), Gemüsehobel, Kochtopf, Schneidebrett, Zutaten (Karotten, Kartoffeln, Lauch), Kochlöffel, Schürzen.
Durchführung: Eine einfache Alltagsaufgabe in der Küche:
Die Betreuungskraft wäscht das Gemüse vor; dann helfen alle beim Schälen und Schneiden (kleine Stücke).
Jeder übernimmt eine Tätigkeit: Herr Weber rührt im Topf, Frau Müller zerkleinert Gemüse, ein anderer schneidet Kräuter mit der Schere.
Während das Gemüse kocht, bespricht die Gruppe Rezepte und Kindheitserinnerungen zum Kochen.
Nach dem Kochen riechen alle den Topfinhalt und teilen sich die Suppe.
Praxisbeispiel: Drei Bewohner helfen in der Küche: Frau Schüller schält Karotten, Herr Fischer steckt die Kartoffeln in den Topf und lasst sie sachte kochen. Dabei erinnert sich Herr Fischer an seine Mutter, die immer Kartoffelbrei gemacht hat. Am Ende kostet jeder von der Suppe und lobt den milden Geschmack.
Fördernde Wirkung: Durch das kochen lernen die Bewohner praktische Küchenfertigkeiten (Schneiden, Rühren). Die Arbeit mit Lebensmitteln verbessert die sensorische Wahrnehmung (Geruch, Temperatur). Die Kommunikation beim Kochen aktiviert Sprachfähigkeit und Gedächtnis (Rezepte abrufen). Gleichzeitig übt man Geduld und Planung (Warten, bis alles gar ist). Das gemeinsame Genießen der Suppe stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Eine gelungene Mahlzeit motiviert und fördert das Selbstwertgefühl.
Erinnerungsalbum gestalten
Material: Leeres Album oder großer Papierbogen, Fotos (Familien, Reisen), Zeitschriftenbilder, Klebestifte, bunte Stifte, Aufkleber.
Durchführung: Biografiearbeit mit Kreativität:
Die Betreuerin bringt Bilder zu verschiedenen Themen (Reisen, Familienfeiern). Jeder wählt 1–2 Bilder aus.
Mit Kleber befestigen die Teilnehmenden die Fotos in einem Album oder auf einem großen Bogen.
Darunter schreiben sie – mit Hilfe – kurze Notizen oder Stichworte (z.B. „Märchenpark Ausflug 1975“).
Zwischendurch erzählen alle kleine Anekdoten zu den Bildern.
Praxisbeispiel: Die Gruppe bastelt gemeinsam an einem Album für den Gemeinschaftsraum. Herr Lang klebt ein Foto vom Strandurlaub mit einem Lächeln ein, und Frau Graf notiert „Sonne, Sand, Meer“. Frau Maier sagt leise: „Das war 1965, damals jung“ und die anderen nicken. Ein Regentropfen dekoriert den Hintergrund des Urlaubsbilds. Als alles fertig ist, betrachten alle stolz das bunte Album.
Fördernde Wirkung: Diese Einheit verbindet Kreativität mit Biografiearbeit. Das Auswählen und Einkleben der Fotos trainiert Feinmotorik und Planung. Das Erzählen zu den Bildern stimuliert das autobiografische Gedächtnis und Sprachvermögen. Gefühle und Erinnerungen werden angesprochen, was das emotionale Wohlbefinden steigert. Das fertige Album visualisiert die Identität der Gruppe und fördert Gemeinschaft.
Vogelhaus aus Holz bauen
Material: Einfaches Bau-Set für ein Vogelhäuschen (Holzteile vorgebohrt), kleiner Hammer, Nägel, Arbeitskittel, buntes Holzpapier zum Bekleben.
Durchführung: Handwerkliches Projekt im Team:
Die Betreuungskraft zeigt die Bauanleitung, alle besprechen die einzelnen Schritte.
Unter Anleitung setzt jede/r abwechselnd einen Nagel. Handfestigkeit wird genau eingebracht (Hilfe durch den Betreuer ist möglich).
Wenn das Haus zusammengebaut ist, bemalen oder bekleben es die Teilnehmenden mit dem Holzpapier.
Danach besprechen sie, welche Vögel im Frühling einziehen könnten.
Praxisbeispiel: Zusammen hämmern fünf Senioren Stück für Stück das Vogelhaus zusammen. Frau Neumann hebt vorsichtig den Hahn, während Herr Klein den Nagel hält. Jeder trägt stolz bei: Wenn ein Nagel sitzt, klatschen alle. Anschließend wird das Haus mit buntem Papier verziert: Frau Neumann zeichnet Gräser und Herr Lang klebt ein grünes Blattmuster auf.
Fördernde Wirkung: Dieser Bastel-/Bauprozess aktiviert Fein- und Grobmotorik (Hammern, Kleben). Es fördert das technische Verständnis (Aufbau einer Struktur) und die Planungskompetenz. Gemeinsames Bauen stärkt die Teamarbeit: Alle freuen sich über den gemeinsam geschaffenen Gegenstand. Die anschließende Diskussion über Vögel regt Wissen über Natur an. Das Endprodukt (das Vogelhaus) motiviert und gibt Stolz – es zeigt greifbar den Erfolg praktischer Arbeit.
Karten für Angehörige basteln
Material: Klappkarten, bunte Stifte, Aufkleber (Herzen, Blumen), Glitzerkleber.
Durchführung: Kreatives Gestalten einer Grußkarte:
Jeder erhält eine Klappkarte (Papier) und entscheidet sich für ein Motiv (z.B. Blumenwiese).
Mit Stiften malen die Bewohner gemeinsam Elemente auf die Karte, kleben Sticker darauf und lassen ihrer Fantasie freien Lauf.
Darunter schreibt die Betreuungskraft in Handschrift einen kurzen Gruß („Alles Liebe“ o.ä.) oder jeder „schenkt“ einen Handabdruck (mit ungiftiger Fingerfarbe).
Die fertigen Karten werden an Freunde oder Familienmitglieder verschickt bzw. weitergegeben.
Praxisbeispiel: Frau Becker zeichnet eine bunte Tulpe auf ihre Karte, während Herr Schneider mit Glitzerkleber einen Geburtstagstext schreibt. Anschließend drückt Frau Becker ihre Hand in blaue Farbe und stempelt fröhliche Punkte auf die Karte von Herrn Müller, die wie Konfetti aussehen. Alle strahlen beim Anschauen der glänzenden Ergebnisse.
Fördernde Wirkung: Das Basteln fördert Kreativität, Handgeschick und macht Spaß. Das Gestalten der Karten aktiviert die fine motor skills (Malen, Kleben) und die Vorstellungskraft. Durch die Widmung an Angehörige wird soziale Bindung erlebt und das Gefühl vermittelt, für andere etwas Sinnvolles zu tun. Außerdem übt der Vorgang des Schreibens und Malens Schrift- und Zeichenfertigkeiten – kleine Übungen kultureller Techniken.
Nähübung: Knöpfe annähen
Material: Stoffstücke oder Taschen, farbige Knöpfe, dicke Nadel mit großem Öhr, stumpfes Garn, Scheren.
Durchführung: Einfache Handarbeitstechniken einüben:
Jeder Bewohner erhält ein kleines Stoffstück. Die Betreuungskraft fixiert einen Knopf locker darauf.
Gemeinsam wird zuerst das Fädeln der Nadel in das dicke Garn geübt.
Unter Hilfestellung führen alle – mit leichten Fixierungen – den Knopf mit mehreren Stichen an den Stoff.
Einige Stiche weitergeholfen, beginnt jeder selbst zu nähen (die Betreuungskraft korrigiert die Fadenspannung).
Praxisbeispiel: Vier Senioren arbeiten konzentriert an ihren Stoffen. Frau Wagner steckt die Nadel durch, Herr Koch fädelt nach. Die Betreuungskraft lobt: „Genau so, nur weiter!“ Als ein Knopf tatsächlich fest angenäht ist, wird gejubelt. Herr Koch sagt: „So feste wie Omas Hand.“
Fördernde Wirkung: Dieses Angebot trainiert die Fingerfertigkeit und Ausdauer – beide wichtige feinmotorische Alltagskompetenzen. Durch die schrittweise Anleitung wird Sehen und Tun miteinander verknüpft (Aufgabe des Nähens von Anfang bis Ende). Die Erfolgserlebnisse steigern das Selbstwertgefühl. Zudem sprechen solche Tätigkeiten Erinnerungen an frühere Näharbeiten an und erhalten diese Alltagserfahrung.
Teig kneten für Brot oder Gebäck
Material: Teigzutaten (Wasser, Mehl, Hefe oder Backpulver), große Schüssel, Messer oder Teigrad, Backform.
Durchführung: Einfache Teigbereitung:
Die Gruppe sitzt um einen großen Tisch. Jeder darf einmal mit Kneten helfen: Die Betreuungskraft mischt die Zutaten, dann wird geknetet.
Nacheinander drücken alle mit den Händen auf den Teig (z.B. Roggenbrotteig oder Brötchenteig).
Währenddessen sprechen die Bewohner darüber, welchen Geruch frischer Brot während Backens hat.
Der Teig geht kurz, danach formen alle gemeinsam Brötchen oder einen Laib.
Praxisbeispiel: In der Mittagspause mischen sie im Hof fünf Kilogramm Brotteig. Jeder rollt und drückt gespannt hinein. Herr Meier schwärmt: „Das erinnert mich an den Bauernhof meiner Eltern!“ Nach dem Kneten verteilen sie Brötchenformen, und Frau Lehmann gibt jedem zwei Hände mit Teig mit einem breiten Lächeln.
Fördernde Wirkung: Kneten ist eine stark taktile Aufgabe, die Arm- und Handmuskulatur aktiviert. Die verschiedenen Konsistenzen stimulieren den Tastsinn. Beim Formen der Brötchen üben die Teilnehmenden Vorstellungskraft (entsteht ein Laib?) und feinmotorische Gestaltung. Die Küche bietet eine sinnvolle Umgebung, in der das Ergebniss sichtbar und olfaktorisch nachvollziehbar ist. Solche Tätigkeiten steigern die Zufriedenheit durch „etwas Eigenes schaffen“.
Gemeinsames Tischdecken im Café-Stil
Material: Saubere Tischdecke, Teller, Tassen, Besteck, Servietten, Töpfe (ohne heißen Inhalt), evtl. Kaffeekanne (leer).
Anleitung: Im Gruppenraum stellt die Betreuungskraft ein imaginäres „Café“ her. Jede betreute Person hilft mit, einen Tisch festlich zu decken: Tischdecke glattziehen, Teller in einer Reihe anordnen, Besteck rechts und links legen, Tassen obendrauf stellen, Servietten falten. Die Teilnehmenden üben sich in Fingerspitzengefühl (Teller nicht kippen) und Übersicht (auf Symmetrie achten). Die Betreuerin lobt Zwischenstände („Schöner Teller!“). Wenn alles bereit ist, können alle sich fiktiv „an einen Kaffee“ setzen oder die „Bestellungen“ aufnehmen (z. B. mit Papier und Stift). Dauer: 10–15 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau A. legt sorgfältig die Gabel neben den Teller. Dann bemerkt sie, dass das Messer schief liegt – sie richtet es ordentlicher aus. Herr C. faltet neugierig die Serviette und schaut der Betreuung beim Demonstrieren zu, lernt es nach. Am Ende schreiten alle gemeinsam die gedeckte Tafel ab und freuen sich über das gelungene Arrangement.
Fördernde Wirkung: Das Tischdecken verbindet gezielte Fingerfertigkeit (Griff in Hände, ruhiges Platzieren) mit kognitiven Schritten (Reihenfolge merken, Zuordnung von Besteck). Auch der Aspekt der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung wird angesprochen – man übt, sich in einer „Gast-Rolle“ zurechtzufinden. Gleichzeitig stärkt die Vorbereitung auf eine gemeinsame Mahlzeit das Gemeinschaftsgefühl.
Wäsche sortieren und falten
Material: Saubere, (fingernagel-)große Wäschestücke (z. B. Handtücher, Geschirrtücher, zusammengerollte Socken), ein Wäschekorb.
Anleitung: Die Betreuungskraft gibt jeweils ein Wäschestück weiter. Jede Person benennt laut, was es ist (z. B. „Handtuch“), und faltet es erst grob in der Mitte, dann in Quadrate oder passend zur Kiste (je nach Konzentrationsfähigkeit). Die gefalteten Stücke legt sie ordentlich in den Wäschekorb. Die Gruppe kann nach Farben oder Art sortieren (z. B. alle weißen Handtücher). Gemeinsam wird besprochen, wie sauber und ordentlich die Kleidung jetzt ist. Dauer: 10 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr B. faltet ein Handtuch, zunächst uneben. Die Betreuungskraft ermutigt ihn: „Leg es noch einmal glatt und dann falten.“ Er atmet tief aus und es gelingt – stolz legt er es in den Korb. Als nächstes bekommt er eine Socke, ist überrascht: „Oh, kleine Wäsche!“ Er faltet sie mit einem Lächeln zu einem Paar.
Fördernde Wirkung: Diese Übung stärkt Alltagskompetenzen (Wäschepflege), trainiert Feinmotorik (sauberes Falten) und visuelle Kategorisierung (Sortieren nach Art/Farbe). Das Erfolgserlebnis, schmutzige/zerknitterte Wäsche in Ordnung gebracht zu haben, fördert das Selbstwertgefühl und die Motivation zur Selbstständigkeit.
Blumenerde häufeln und gießen
Material: Ein kleiner Blumentopf, Blumenerde (oder trockene Erde ersatzweise), eine Plastikgießkanne mit Wasser.
Anleitung: Die Teilnehmenden setzen sich an einen Tisch und dürfen nacheinander Erde mit den Händen in den Topf schaufeln und andrücken. Anschließend steckt jeder Blumentopf-Teilnehmer eine (vorbereitete) kleine Topfpflanze oder Blumenzwiebel leicht hinein und drückt erneut mit. Am Ende gießt die Gruppe gemeinsam Wasser aus der Gießkanne (die Pflegekraft hilft, damit nichts verschüttet wird). Dabei wird erklärt, dass sie jetzt einen Garten für die Gruppe anlegen. Dauer: ca. 15 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau D. fühlt beim Hineinschaufeln die weiche Erde zwischen den Fingern, ein sanfter Duft steigt auf. Sie schiebt die Erde mit Schwung herunter, lacht, als ein bisschen Erde auf den Tisch fällt. Dann setzt sie tapfer ihre gewählte Frühlingsblume in die Erde. Als sie die Gießkanne hält, ist sie stolz, denn sie hängt nicht durch. Alle gießen vorsichtig.
Fördernde Wirkung: Pflanzungen trainieren Grob- und Feinmotorik: Erde schaufeln und Pflanzen einsetzen benötigt koordinierte Handbewegungen. Zugleich erhöht sich die sensorische Stimulation (Berührung, Duft). Da alle zusammen ein Stückchen „Natur“ schaffen, entsteht Verbundenheit. Die einfache Alltagsaufgabe „Pflanzenpflege“ sensibilisiert für das Thema Verantwortung und Struktur.
Kaffeeklatsch vorbereiten
Material: Kaffeekanne (ohne heißen Inhalt), Teebeutel, Pappbecher, Untersetzer, Zuckerpäckchen, Kaffeelöffel, Servietten.
Anleitung: Die betreute Person setzt sich mit der Betreuungskraft an einen kleinen Tisch. Gemeinsam werden Pappbecher mit Untersetzern, Löffeln und Tee vorbereitet. Die Klientin darf Teebeutel in Tassen hängen und Zucker verteilen. Währenddessen wird ein Gespräch über das Brauen eines Kaffees geführt („Zuerst kommt der Tee ins Wasser, dann ziehen lassen“). Am Ende trinken alle eine (fiktive) Tasse, dabei kann über den Ablauf gesprochen werden (Reflexion: „Wir haben das so gemacht …“). Dauer: 5–10 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau F. legt geschickt den Teebeutel in die Tasse. Als sie den Zucker öffnet, hilft die Pflegekraft behutsam bei der Bewegung: Frau F. gesteht, dass sie früher gerne Kaffee gekocht hat. Sie lächelt und sagt laut: „Und das ist der Anfang, Kaffee gemacht!“ Dann nippt sie am „Tee“ und alle stoßen mit „Prost“ an.
Fördernde Wirkung: Das Durchführen von Teezubereitung oder Servieren trainiert elementare hauswirtschaftliche Fähigkeiten (Zutaten handhaben, einfache Abläufe planen). Auch die sprachliche Begleitung (Schritt-für-Schritt-Erklärung) stimuliert das Gedächtnis und Verständnis. Die anschließende gemeinsame „Kaffeepause“ wirkt sozial verbindend und dient dem Austausch.
Weinlese-Memory-Spiel
Material: Jeweils 10-20 Sammelbilder (z. B. Naturfotos, Obstbilder oder selbst aufgenommene Fotos von Trauben) in doppelter Ausführung, je Spieler*in ein Bild.
Anleitung: Die Gruppe sitzt gemeinsam. Eine Reihe von Bildkarten (verdeckt) wird ausgebreitet. Die Betreuungskraft erklärt, dass es „Herbst“ und Weinernte gibt. Jeder darf ein eigenes Bild aus einer Auswahl wählen und versucht dann, es im verdeckten Feld zu finden – vorher aber einen anderen Teilnehmer fragen, ob diese den ähnlichen Gegenstand oder dieses Bild haben (Verbalisierung der Suche). Sobald eine Übereinstimmung gefunden ist, nennt die Gruppe beide Bilder laut („Trauben“). Jeder bekommt unterschiedliche einfache Zuordnung: In kleinen Gruppen (2-3 Personen) spielt je eine Mini-Ausgabe parallel. Gesamtdauer: 5–10 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr G. hat das Traubenbild gezogen. Er sagt: „Trauben. Ich suche Trauben.“ Und nimmt nach Rücksprache mit Frau H. ein Bild von Trauben aus den verdeckten Karten heraus. Als er es hochhält, ruft die Gruppe „Trauben!“. Herr G. strahlt stolz.
Fördernde Wirkung: Dieses Gedächtnisspiel verbindet täglichkeitsnahe Symbole (Weintrauben als herbstliche Alltags- und Kulturtechnik) mit einfachem Memory. Es trainiert das visuelle Erkennen und verbales Benennen. Durch das gemeinsame Suchen werden soziale Interaktion und Sprachfähigkeit gefördert (Abfrage an Mitspieler, Aussprechen von Begriffen). Das Erfolgserlebnis, ein gesuchtes Bild zu finden, stärkt Selbstvertrauen.
Einkaufsliste anlegen und „Einkauf“
Material: Schreibblock (oder Becher „Markt-Kasse“), Stift, gemalte Bilder von Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Brot, Milch), evtl. ein kleiner „Marktstand“ (Schachtel) zum Abholen.
Anleitung: Die betreute Person sitzt mit der Betreuungskraft am Tisch. Gemeinsam überlegen sie sich eine Einkaufsliste: Die Betreuung listet einfach Dinge auf („Wir brauchen Brot und Äpfel“), die Person malt zu jeder Idee ein kleines Bild oder schreibt das Wort (je nach Fähigkeiten). Dann wird „eingekauft“: Die Bilder werden an eine „Markt-Kasse“ gelegt, als wäre es ein Laden. Die Betreuerin liest die Liste laut und jeder holt das entsprechende Lebensmittelbild vom „Stand“ (Schachtel). Zum Schluss wird alles „verrechnet“ (spielerisch: Zählen der Lebensmittel). Dauer: 10–15 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau I. kritzelt aufmerksam, als der Betreuerin „Kaffee“ einfallen soll – sie zeichnet zwei Bohnen. Dann sucht sie die „Kaffee-Bohnen“ (gemaltes) im Karton. Der Pflegerin macht besonders das Ziehen von Kaffeebildern Freude, weil sie ihre Sprache wiederfindet: „Eine gute Idee!“ lobt er.
Fördernde Wirkung: Diese Aktivität simuliert eine Alltagsaufgabe (Einkaufen) mit Kreativelement. Sie übt Planungs- und Merkfähigkeit (Dinge sammeln, aufschreiben), Feinmotorik (Malen/Schreiben) und Zählen. Die soziale Komponente (gemeinsames Besprechen der Liste) stärkt das Bewusstsein für Alltagssituationen und Erfolgserlebnisse beim „fertigen Einkauf“.
Einfache Bastelarbeiten (z. B. Grußkarten)
Material: Bastelpapier, Schere (rundgeschliffen oder mit Führung), Klebestift (leichte Handling), Dekorationsmaterial (Aufkleber, ausgeschnittene Bilder), Stifte.
Anleitung: Ziel ist das Basteln einer kleinen Karte (Geburtstag, Grußkarte). Die betreute Person faltet ein Papier (die Betreuung hilft beim Falten) und entscheidet sich für Motive. Dann schneidet sie Formen aus (z. B. einfache Blumen oder Herzen). Die Betreuerin klebt Muster vor („So schraffieren wir die Blume“). Anschließend wird geklebt und verziert: Jeder klebt etwas und darf malen. Die Betreuung erklärt behutsam jeden Schritt. Am Ende trägt jemand eventuell eine persönliche Widmung auf. Dauer: 15–20 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr L. zückt neugierig die Schere. Er schneidet mit Hilfe eine Blumenvorlage aus Papier. Als die Betreuerin den Klebestift gibt, probiert er, seinen ausgeschnittenen Blüten aufzukleben. Der Aufkleber „Herzlichen Glückwunsch“ (ein vorgedruckter Aufkleber) zieht ihn magnetisch an – er schiebt ihn in die Mitte. Seine Hände zittern etwas, aber die Verantwortung, jetzt mitzugestalten, macht ihn stolz.
Fördernde Wirkung: Basteln mit Alltagsmaterialien fördert die Feinmotorik, Planung (Schrittfolge einhalten) und Kreativität. Es wird Augen-Hand-Koordination gefordert (Schneiden, Kleben). Durch die Wahl von sinnvollen Motiven oder persönlichen Widmungen wird außerdem die Biografie berührt (Frühere Hobbys). Das selbst gestaltete Werk kann mit anderen geteilt werden, was das Erfolgserlebnis erhöht.
Büroarbeit: Briefumschläge adressieren
Material: Umschläge, Briefpapier (leere Karte), Stifte, evtl. selbstklebende Briefmarkenaufkleber (Fake).
Anleitung: Die Teilnehmenden setzen sich am Tisch. Die Betreuerin erklärt, wie man einen Brief adressiert: „Empfänger oben, Absender unten“. Gemeinsam wird ein Umschlag an ein Familienmitglied oder fiktive Person adressiert (Name und Straße). Wer kann, schreibt selbst; anders kann die betreuende Person die Hand führen. Anschließend faltet man das Papier (so wie einen echten Brief), legt es in den Umschlag und klebt ihn zu. Eine Diskussion könnte folgen: „Wohin würden wir jetzt schicken?“ Dauer: 5–10 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau M. hat Schwierigkeiten, gerade zu schreiben. Die Betreuungskraft nimmt ihre Hand und führt sie sanft zum Schreiben des eigenen Namens als Absender. Frau M. lächelt, als der Name doch lesbar geworden ist. Auf dem Rückumschlag befestigen alle zusammen eine Briefmarke. Sie fühlt sich, als hätte sie etwas wirklich gelernt.
Fördernde Wirkung: Diese Übung übt elementare Lebenskompetenz (Korrespondenz), trainiert Feinmotorik (Schreiben und Falten) und Orientierung (wenn nötig: Augenmaß lernen, gerade Linien). Sie eignet sich, schrittweise die Selbstständigkeit im Postalltag zu fördern. Erfolg bei der Adressierung stärkt das Selbstvertrauen.
Schmuckgestaltung mit Perlen
Material: Große Acrylperlen, Schnur oder elastische Fädelgummis, Verschlüsse (falls vorhanden).
Anleitung: Jeder Teilnehmende erhält eine Schnur und einige Perlen. Die Betreuerin demonstriert das Auffädeln: eine Perle durch das Band stecken. Dann darf jeder eigene Muster kreieren – z. B. wechselnde Farben aufreiheln. Wenn das Band lang genug ist, wird ein Knoten gemacht oder ein Verschluss angebracht. Am Ende kann jeder seinen „neuen Schmuck“ (Armband oder Kette) behalten oder einem anderen schenken. Dauer: 10–15 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr O. entscheidet sich für abwechselnd weiße und blaue Perlen. Zunächst sucht er jede Perle einzeln heraus und steckt sie auf. Die Betreuerin hilft, die Schnur zu halten und durchzuziehen. Als er einen schönen Kreis aus Perlen gemacht hat, bindet er voller Stolz einen Knoten. Er zeigt seine Arbeit stolz allen und legt das Armband selbstbestimmt an sein Handgelenk.
Fördernde Wirkung: Das Auffädeln erfordert ruhige Handbewegungen, gezieltes Greifen und Konzentration. Diese Feinmotorikübungen verbessern die Fingerfertigkeit. Darüber hinaus stärkt es die Kreativität (Farbwahl, Muster) und das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Der fertige Schmuck kann als Erfolg präsentiert oder sogar als Geschenk genutzt werden, was soziale Freude bringt.
Kochroutine: Joghurt mit Früchten anrichten
Material: Frische Früchte (z. B. geschnittene Beeren oder Bananenscheiben), Joghurtbecher, Löffel, kleine Schüsseln, Servietten.
Anleitung: Jede betreute Person bekommt einen Joghurtbecher und ein paar Früchte. Im Stehen oder Sitzen rührt sie den Joghurt um und gibt nach und nach Früchte hinzu. Die Betreuerin erklärt Schritt für Schritt („Zuerst Joghurt in die Schüssel, dann Früchte darauf“). Wenn alle ihr Dessert fertig haben, setzen sie sich zusammen und essen es gemeinsam (während die Betreuung behutsam beobachtet). Dauer: ca. 10 Minuten Vor- und Zubereitung, plus Essen.
Praxisbeispiel: Frau P. gießt zuerst den Joghurt in die Schale – ein wenig daneben, doch sie lacht und wischt es schnell weg. Dann legt sie vorsichtig Himbeeren ein. Als die Pflegekraft fragt: „Möchtest du noch etwas drauf?“ nickt sie und löffelt selbständig Beeren dazu. Sie freut sich, als sie das fertige Dessert kosten kann.
Fördernde Wirkung: Das Mitwirken am einfachen Kochen/Anrichten stärkt praktische Alltagsfähigkeiten (Lebensmittelzubereitung) und die Selbständigkeit beim Essen. Die koordinierte Bewegung (Schälen, Verteilen, Rühren) schult motorische Kontrolle. Außerdem fördert das gemeinsame Verzehren den sozialen Austausch und das Genusserlebnis, was den Appetit und die Zufriedenheit steigert.
Höhlenbau mit Decken (ein kleines „Heim“ gestalten)
Material: Leichte Decken, Stühle und Kissen.
Anleitung: Die Gruppe baut gemeinsam ein einfaches „Häuschen“: Über einem Tisch und ein paar Stühlen werden Decken gespannt. Die betreuende Person regt an („Wir bauen einen Rückzugsort!“). Klienten helfen, Ecken zu festigen und umrunden das „Häuschen“ mit Kissen. Anschließend setzen sich alle kurz hinein (oder unter den Tisch) und kuscheln. Die Betreuerin kann eine kleine Geschichte erzählen („In unserer Höhle lebt ein Kasperl“). Dauer: Aufbau ~5 Minuten, Verweilen ~5 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr Q. legt die Decke als Dach über die Stuhlbeine und drückt sie fest. Die anderen legen Kissen als Sitzteppich. Als alles steht, klettern sie gemeinsam hinein. Frau Q. kuschelt sich an ein Kissen und schaut sich um: Sie fühlt sich geborgen wie damals zuhause im Zelt.
Fördernde Wirkung: Das gemeinsame Basteln eines „Zuhause“-Platzes fördert Problemlösung und motorische Planung (wie Decken am besten spannt). Es spricht die Fantasie an (Höhle/Aktionsraum) und erzeugt ein Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft. Auch lautes Vorlesen oder eine Erzählung im „Zelt“ regt die Sprache an. Die Aktivität wirkt entspannend und stärkt das Gruppenzusammengehörigkeitsgefühl.
Wäscheklammer-Spiel – Origami falten
Material: Bunte Wäscheklammern, Wäscheleine (oder Schnur), Papier (quadratisch), eine Anleitungskarte für einfache Origami-Formen (z. B. Kranich, Schiffchen).
Anleitung: Zwei Teile können durchgeführt werden:
(a) Einfache Fingerübung: Viele Wäscheklammern liegen bereit, eine Leine ist gespannt. Jede Person hängt nacheinander eine Klammer an die Schnur. Dabei kann nach Farbe oder Reihenfolge sortiert werden.
(b) Gemeinsames Origami: Die Gruppe faltet zusammen ein einfaches Dreiecksschiffchen aus Papier. Jeder faltert ein Quadratpapier und hilft den Nachbarn. Ist das Schiffchen fertig, stellen sie es an einen Fensterplatz. Dauer: Ca. 10 Minuten beide Teile zusammen.
Praxisbeispiel: Frau R. hängt die rote Klammer an die Leine, dann die blaue, spricht dabei die Farben aus. Sie freut sich, als die Leine bunt wird. Beim Origami hilft sie dem Sitznachbarn, die Ecken übereinanderzulegen. Als das Papierboot steht, klatschen alle gemeinsam.
Fördernde Wirkung: Das Aufhängen der Wäscheklammern trainiert die Greifkraft der Finger und das Zuordnen (Sortieren von Farben). Origami im Team stärkt die Feinmotorik beim Falten und das mathematische Verständnis (geometrische Formen). Zudem fördert es Konzentration und das gemeinsame Erfolgserlebnis (ein fertiges Boot).
Reinigungs-Challenge: Spiegel polieren
Material: Ein kleiner, unzerbrechlicher Spiegel (Handspiegel oder Spiegelbrett), weiches Tuch, eventuell Glasreiniger (optional).
Anleitung: Im Stehen oder Sitzen hält jede betreute Person nacheinander den Spiegel, der Partner assistiert mit dem Tuch. Die Anweisung ist einfach: „Spiegel sauber rubbeln“. Mit dem Tuch wird das Spiegelglas großflächig gerieben, bis es glänzt. Dabei erklärt die Betreuerin, dass Spiegel putzen Ausdauer braucht. Die Gruppe applaudiere jedem nach dem Polieren. Dauer: etwa 5 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr S. wischt mit dem Tuch über den Spiegel, seine Augen folgen jeder Bewegung. Er schaut den Kollegen an, die applaudieren, und schmunzelt – er hat es geschafft, keine Streifen mehr zu hinterlassen.
Fördernde Wirkung: Spiegelputzen ist eine physiologische Bewegung für Handgelenk und Arm mit Kraftaufwand und Koordination (regelmäßiges Ziehen). Die Aktivität ermutigt zudem zu Geduld (mehrmaliges Reiben bis glänzend). Das Ergebnis in Echtzeit (sichtbares Polierergebnis) motiviert zusätzlich durch sofortiges Feedback. Die Kooperation macht die Aufgabe kurzweilig.
Kognitive Aktivierung
Die kognitive Aktivierung stimuliert geistige Prozesse wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und logisches Denken. Typische Übungen sind Bilderrätsel, Buchstaben-/Zahlenaufgaben, Wortspiele, Memo-Spiele oder kulturelle Inhalte. Ziel ist es, bereits vorhandenes Wissen zu aktivieren und Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu trainieren. Beispiele:
Buchstaben-Memory (ABC-Spiel)
Material: Große Karten mit Buchstabenpaaren (zum Beispiel A–A, B–B, …), eventuell mit Bildern (Apfel für A).
Durchführung: Ähnlich dem bekannten Memory:
Alle Karten werden gemischt und verdeckt ausgelegt (Buchstabe nach unten).
Reihum deckt jeder zwei Karten auf. Passt ein Buchstabenpaar (z.B. beide „M“), darf der Spieler die Karten behalten und noch einmal umdrehen. Wenn nicht, deckt er zurück und der Nächste ist dran.
Kleine Hinweise („Hier kam im Lied immer was mit M“) können gegeben werden, um das Memorieren zu unterstützen.
Am Ende ist die Person mit den meisten Paaren Gewinner.
Praxisbeispiel: In der Sitzecke spielen sechs Senioren das Buchstaben-Memory. Frau Haase deckt zwei „E“-Karten um und ruft erfreut „gefunden!“. Im Laufe der Runde helfen sich alle mit Laut-Buchstaben-Kombinationen: Herr Timm summt ein Kinderlied, in dem „L“ vorkam, um sich an das L zu erinnern. Am Ende hat Herr Timm die meisten Paare. Alle klatschen.
Fördernde Wirkung: Memory-Spiele fördern das Kurzzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit. Durch den Bezug zu Buchstaben wird zusätzlich das Alphabet und Sprachverständnis aktiviert. Spielerische Hinweise und Wiederholungen trainieren Aufmerksamkeit. Das Erfolgserlebnis bei einem gefundenen Paar motiviert und wirkt stimulierend.
Quizrunde „Gedächtnispalast“
Material: Tafel oder Flipchart, Kreide oder Marker, Liste mit einfachen Fragen (z.B. „Nenne drei Obstsorten“, „Wer war Bundeskanzler?“).
Durchführung: Die Betreuungskraft moderiert eine gemeinsame Quizrunde:
Eine Frage wird laut vorgelesen oder an die Tafel geschrieben. Jeder Bewohner sagt eine Antwort oder schreibt Stichworte (je nach Können).
Beispiele: „Nenne drei Tiere aus dem Wald“, „Welcher Wochentag kommt nach Dienstag?“, „Was macht man mit einer Gabel?“.
Antworten werden gesammelt; alle dürfen nacheinander ihren Beitrag leisten.
Die Gruppe lobt richtige Antworten gemeinsam (z.B. “Genau!”) und ergänzt fehlende Informationen.
Praxisbeispiel: Auf der Tafel steht die Frage „Nenne Farben der Flagge Deutschlands“. Herr Braun sagt spontan: „Schwarz, Rot, Gold“. Frau Schmidtes fällt „Gelb“ ein, und ein anderer ergänzt „Das ist auch Gold“. Dann wird die Tafelseite gewechselt, und die Frage „Was wächst im Obstgarten?“ sorgt dafür, dass alle nacheinander Früchte aufzählen. Manchmal muss die Betreuerin helfen, wenn niemand mehr einfallen möchte.
Fördernde Wirkung: Quizfragen regen das assoziative Denken, Sprachvermögen und Allgemeinwissen an. Teilnehmer trainieren Abrufen von Fakten und Üben sicheres Sprechen in der Gruppe. Positives Feedback auf korrekte Antworten stärkt das Selbstvertrauen. Diese Runden helfen, kulturelles Wissen und Alltagserfahrungen zu reaktivieren (häufig aus Biographie bekannt).
Geräuscheraten (Hör-Memo)
Material: Smartphone/Lautsprecher oder Tonkassette mit verschiedenen Alltagsgeräuschen (Tierlaute, Alltagsdinge wie Klopfen, Vogelzwitschern).
Durchführung: Akustische Gedächtnisübung:
Die Betreuungskraft spielt kurze Geräusche nacheinander (z.B. Vogelgezwitscher, Kirchenglocken, Kaffeemaschine).
Jeder Bewohner hört zu und nennt, was er gehört hat. Bei Unsicherheit reicht ein Hinweis („Man hört das oft auf dem Bauernhof“).
Um die Schwierigkeit zu variieren, kann die Gruppe selbst ein Geräusch nachahmen (z.B. Klatschen, Stampfen) und die anderen raten.
Praxisbeispiel: Die Gruppe sitzt still, als Vogelzwitschern ertönt. Nach wenigen Sekunden sagt Frau Fritzle leise: „Vögel am Morgen“. Dann ertönen Pferdehufe – Herr Neumann sagt sofort „Heu, Pferd?“. Alle nicken zustimmend. Beim Klatschen-Tempo-Nachmachen lachen alle und applaudieren.
Fördernde Wirkung: Das Erraten von Geräuschen schult Hörwahrnehmung und Gedächtnis. Es fordert zum Assoziieren auf: Der Betroffene verbindet das Gehörte mit bekannten Situationen. Gleichzeitig bringt der Ratespaß lebhafte Erinnerung an frühere Alltagserlebnisse (Vögel im Garten, Tiere auf dem Hof). Dies aktiviert kognitive Prozesse auf spielerische Art.
Nachzeichnen einfacher Formen
Material: Papierblätter, Bleistifte oder dicke Filzstifte, Vorlagen mit großen Formen (Haus, Stern, Blume).
Durchführung: Motorisch-kognitive Übung:
Jeder Teilnehmende erhält ein Blatt mit aufgedruckter Umriss-Vorlage und Stift.
Unter Anleitung wird der Umriss nachgezogen: Zuerst langsam mit dicker Linie, danach zum Vergleich mit dünnem Strich.
Danach dürfen sie in die Kontur malen (ausmalen) oder eigene Details einfügen.
Die Betreuerin lobt Präzision und sorgt für positives Feedback.
Praxisbeispiel: Herr Lange zeichnet konzentriert einen Stern nach. Es fällt ihm anfangs schwer, aber Frau Richter ermuntert ihn: „Genau dort entlang!“. Als er fertig ist, zeigen alle einander ihre Sterne. Frau Richter sagt: „Schön fest! Wir machen das wie als Kinder.“ Alle lächeln.
Fördernde Wirkung: Das Nachzeichnen verbessert Auge-Hand-Koordination und Aufmerksamkeit. Es trainiert die kognitiven Fähigkeiten zur visuellen Nachahmung von Formen. Diese Art der Übung kann auch die Wahrnehmung von Details schulen. Das Erfolgserlebnis, eine bekannte Form korrekt nachgezeichnet zu haben, steigert die Motivation und das Selbstbewusstsein.
Wortkette „Ich packe meinen Koffer“
Material: Keine, nur Stuhlkreis.
Durchführung: Gedächtnis- und Wortspiel:
Alle sitzen im Kreis. Die Betreuungskraft beginnt: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ und ergänzt ein einfaches Wort (z.B. „einen Apfel“).
Der nächste Teilnehmer wiederholt den Satz mit dem ersten Wort und fügt ein weiteres hinzu („…einen Apfel und eine Banane“).
Reihum muss jeder die gesamte Liste wiederholen und ein neues Wort ergänzen. Wer etwas vergisst, erhält von den Mitspielern unterstützende Hinweise.
Themen können gewechselt werden (Stadtbesuch, Werkzeuge, Jahreszeiten).
Praxisbeispiel: In einer Runde mit fünf Personen beginnt Herr Stadler: „…einen Apfel“. Frau Peters sagt: „…einen Apfel, eine Birne.“ Herr König ergänzt: „…einen Apfel, eine Birne und einen Hut“. Nach einigen Runden lacht die Gruppe über die fantasievollsten Kombinationen (z.B. „…und eine Matratze!“).
Fördernde Wirkung: Dieses Spiel trainiert das Kurzzeitgedächtnis und die Konzentration. Teilnehmer müssen aufmerksam zuhören, um alle Gegenstände zu behalten und Reihenfolge zu merken. Gleichzeitig übt es die Sprachbildung und den Wortschatz. Das gemeinsame Lachen über lustige Begriffe entspannt die Atmosphäre und fördert sozialen Zusammenhalt.
Einfaches Rechnen mit Bildern
Material: Große Karten mit einfachen Additions- und Subtraktionsaufgaben (z.B. „2+3=?“) und passenden Bilder (zwei Äpfel + drei Äpfel).
Durchführung: Konzentrationsspiel mit Zahlen:
Die Betreuerin präsentiert eine Karte mit einer Rechenaufgabe und Bildunterstützung.
Gemeinsam wird laut gezählt: „Ein Apfel, zwei Äpfel, drei Äpfel, vier, fünf – das sind 5 Äpfel.“
Ähnliche Schritte für kleinere Zahlenaufgaben. Auch Kopfrechnen ist möglich („zwei minus eins“).
Freiwillige können selbst Lösungen an der Tafel schreiben oder laut nennen.
Praxisbeispiel: Auf dem Flipchart steht „3+2=“. Frau Lange schlägt fünf Finger in die Luft: „Eins, zwei, drei, vier, fünf – fünf!“. Herr Beck sagt stolz: „Meine Mutter hat früher Kasse gemacht, das kann ich auch!“ und zählt bildlich Dinge im Raum. Alle helfen mit, wenn jemand unklar schaut.
Fördernde Wirkung: Solche Übungen fördern das abstrakte Denken und Zahlenverständnis. Das Zusammenzählen mit visueller Hilfe stärkt das arithmetische Gedächtnis. Gleichzeitig wird das Sprachzentrum aktiviert (man zählt und spricht laut mit). Durch das praktische Zählen aus der Umwelt („Wie viele Tassen stehen da?“) bleibt die Aufgabe alltagsnah.
Mein schönstes Lied – Karaoke
Material: Lautsprecher mit Musik (Karaoke-Version), Textblätter mit Liedtexten großer Schrift (z.B. Volkslieder oder Schlager aus Jugendzeit).
Durchführung: Kulturelle Aktivität:
Die Gruppe wählt gemeinsam ein bekanntes Lied aus (z.B. Volkslied, Kirchlied, Schlager).
Die Betreuungskraft spielt Musik, alle singen gemeinsam mit.
Freiwillige können einzelne Strophen vorstellen, während die anderen mit Summen oder Klatschen unterstützen.
Zwischen den Liedern können kurze Pausen mit Erinnerungsfragen gemacht werden („Woran erinnert dich dieser Song?“).
Praxisbeispiel: Heute wird „Kein schöner Land“ gesungen. Herr Köhler schnappt sich das Mikrofon und beginnt die erste Strophe, unterstützt vom Chor. Die Betreuungskraft zeigt nach jedem Vers den Text. Frau Lange erzählt während des Singens spontan: „Als Kind haben wir das immer auf Festen gesungen.“ Nach dem Lied applaudieren alle und freuen sich.
Fördernde Wirkung: Musizieren und gemeinsames Singen aktivieren Gedächtnis (Text und Melodie) und Sprachvermögen. Es fördert Konzentration und emotionalen Ausdruck. Durch biografische Lieder entstehen starke positive Emotionen und soziale Verbundenheit. Diese Form der kognitiven Aktivierung steigert das Wohlgefühl und trainiert das Erinnerungsvermögen auf angenehme Weise.
Bilderpaare-Spiel (Memory)
Material: 10–20 Kärtchenpaare mit gut erkennbaren Motiven (Tieren, Obst, Alltagsgegenständen, eventuell biografische Bilder) – die Karten liegen verdeckt aus.
Anleitung: Die Kärtchen werden verdeckt auf den Tisch gelegt. Reihum deckt jede Person zwei Karten auf. Zeigen die Motive übereinstimmend (z. B. zweimal Apfel), darf die Person die Karten behalten und noch einmal aufdecken. Stimmen sie nicht überein, werden sie wieder umgedreht. Die Betreuungskraft begleitet das Spiel, merkt sich mit und lobt Treffer. Jeder Versuch wird laut kommentiert („Ist das ein Haus oder ein Hut?“). Das Spiel dauert, bis alle Paare gefunden sind. Bei Bedarf wird in kleinen Gruppen (2-3 Spieler) parallel gespielt.
Praxisbeispiel: Herr V. deckt eine Karotte auf und kurz darauf einen Kaktus – es passt nicht. Er lacht, als der Betreuer sagt: „Ne, das ging daneben!“ Beim nächsten Zug zieht er geschickt zwei identische Vögel aus dem Feld. Alle applaudieren: er hat das erste Paar gefunden.
Fördernde Wirkung: Memory stärkt visuelles Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit. Es fordert Assoziationsdenken (Begriffe laut benennen) und Geduld. Durch das wiederholte Nachdenken („War das Bild schon hier?“) wird das Erinnerungszentrum aktiv gehalten. Erfolgserlebnisse bei gefundenen Paaren steigern das Selbstbewusstsein.
Buchstaben-Wirrwarr (Anagramm-Rätsel)
Material: Liste mit einfachen Anagrammen (Buchstabenrätsel) oder gedruckte Buchstabenblätter. Beispiele: „TIRA (A BILD-), RAUS!“ ergibt „Uralt, Sibir“ oder ähnliche (oder einfachere, z. B. verwandte Wörter). Evtl. Stift und Papier.
Anleitung: Die betreuende Person zeigt den gemischten Buchstaben an der Tafel oder ausliegend. Gemeinsam versucht die Gruppe, das richtige Wort zu bilden. Die Betreuerin liest den Hinweis vor („Sushi-Zutat“) und fragt: „Wer hat einen Idee, was das Wort sein könnte?“ Nach mehreren Vorschlägen oder Hilfestellungen der Pflegekraft nennt jemand korrekt „NORI“. Danach wird zusammen über weitere Anagramme nachgedacht. Etwa 3–5 Begriffe können in 10 Minuten gelöst werden.
Praxisbeispiel: Frau W. sieht die Buchstaben „RINA“. Sie überlegt kurz und sagt dann „Rind?“ Die Betreuerin nickt erfreut, erklärt aber: „Rind passt nicht zum Hinweis ‚Pferd‘.“ Nach einem Tipp („Ein Geräusch, das ein Pferd macht“) findet Frau W. „GRIN“. Alle lachen, dann löst Herr T. „NEIN“.
Fördernde Wirkung: Anagramme trainieren Sprachverständnis und Wortschatz: Sie fordern das Zusammenfügen von Lauteinheiten zu sinnvollen Wörtern. Das Mitsuchen stärkt Ausdauer beim Nachdenken. Durch Hinweise werden Assoziationen und Problemlösung angeregt. Zudem übt man Geduld und Teamarbeit, wenn mehrere Personen gemeinsam rätseln.
Lebenslauf-Quiz (Biografie abrufen)
Material: Fotos aus Kindheit oder Jugend der Teilnehmenden (im Vorfeld gesammelt, z. B. typische Objekte wie Schultüte, alte Autonummernschilder), oder schriftliche Fragen zu früheren Zeiten.
Anleitung: Ein betreuter Mensch soll in einer kleinen Gesprächsrunde Fragen aus dem eigenen Leben beantworten. Die Betreuung stellt gezielt einfache Fragen („Wie hieß Ihre erste Schule?“, „Welches Haustier hatten Sie als Kind?“) oder zeigt ein Bild (z. B. Schulranzen) und bittet, die Erinnerung zu aktivieren. Wer mag, darf erzählen, während die anderen zuhören. Falls nötig, wird die Frage später wiederholt oder Hilfestellung gegeben (Multiple Choice oder Begriffe). Dauer: pro Frage/Aufgabe 1–2 Minuten, insgesamt 5–10 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau Y. hält ein altes Fotoalbum mit Kinderbildern. Die Betreuerin fragt: „Erkennen Sie sich hier?“ Zögernd erinnert Frau Y.: „Ja, das bin ich mit zehn.“ Gemeinsam erforschen sie, wo das Foto entstanden ist. Dann fragt die Pflegekraft: „Hattest du einen Spitznamen?“ Und alle erinnern sich lachend an ihre Jugend.
Fördernde Wirkung: Biografiearbeit ruft lang gespeicherte Erinnerungen ab und fördert das episodische Gedächtnis. Das Erzählen über vertraute Erlebnisse belebt das Selbstbild und erzeugt soziale Verbindungen (Zuhörer fühlen sich beteiligt). Diese Aktivierung kann Ängste mindern, indem sie Sicherheit aus bekannten Erfahrungen gibt. Auch das Sprachvermögen und Erinnerungsvermögen werden geschult.
Buchstabensuppe-Rätsel
Material: Ein Blatt Papier mit ausgedruckten „Buchstabensuppe“ (wirres Buchstabenfeld mit versteckten Wörtern, z. B. an Weinlese, Obstnamen, Jahreszeiten), Stift.
Anleitung: Die Gruppe schaut gemeinsam auf das Buchstabenfeld, die Betreuung hilft beim Entdecken von Wörtern in Zeilen oder Spalten. Die Teilnehmenden schlagen mit dem Finger über gefundene Wörter, z. B. „Wein“ oder „Traube“. Die Betreuerin liest jedes gefundene Wort vor und erklärt evtl. den Bezug („Was trinkt man aus Trauben?“). Jeder darf mithelfen, ein Wort oder mehrere zu finden. Dauert ca. 5–10 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr Z. entdeckt das Wort „Wein“ im Kuddelmuddel. Stolz ruft er es laut. Die Pflegekraft sagt: „Richtig, Wein wächst im Herbst, oder?“ Frau D. erkennt gleich daneben „Most“ und zeigt es. Alle klatschen, als die Liste abgearbeitet ist.
Fördernde Wirkung: Dieses Spiel verlangt visuelle Suche und Wortschatzwissen. Es motiviert zum genauen Hinsehen und trainiert die Aufmerksamkeit. Themenbezogene Wörter (z. B. geerntetes Obst) aktivieren Zeitgedächtnis und Assoziationen. Als Gruppenaufgabe stärkt sie das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Zahlenreihe vervollständigen
Material: Papier und Stift oder vorgedruckte Arbeitsblatt mit Zahlenreihen (einfach, zum Aufsagen oder Eintragen). Beispiel: „2, 4, , 8, 10, “ oder „10, 9, 8, , 6, 5, “.
Anleitung: Die Betreuung schreibt eine Zahlenreihe an die Tafel oder ein Blatt: Jeder Teilnehmende wird gefragt, welche Zahl in der Lücke steht. Die erste Reihe kann rhythmisch aufgesagt werden, die zweite rückwärts gezählt („Zehn, neun, acht, ___, sechs“). Jeder darf mitsprechen oder -schreiben. Lösungen werden nach jedem Versuch überprüft. Insgesamt werden 3–5 Reihen gelöst.
Praxisbeispiel: Frau U. murmelt leise mit: „Fünf, sechs, sieben, acht…“. Sie sagt dann: „Sieben und Neun!“. Die Betreuerin nickt und fragt die Gruppe: „Wer glaubt auch an diese Lösung?“ Alle applaudieren, nachdem bestätigt wird, dass sie richtig lag.
Fördernde Wirkung: Das Fortsetzen von Zahlenreihen trainiert Konzentration und logisches Verständnis (Mustererkennung, Vorwärts- bzw. Rückwärtszählen). Es fordert die mentale Flexibilität, da man manchmal rückwärts zählt. Mitspracherecht in der Gruppe steigert die Motivation und das Zugehörigkeitsgefühl, da alle gemeinsam rechnen.
Rätselgeschichte (Mitmachgeschichte)
Material: Keine, vielleicht ein Gegenstand als Requisite (z. B. ein Kochlöffel).
Anleitung: Die Betreuende erzählt eine kurze Geschichte in mehreren Episoden („Wir backen einen Kuchen“): Zunächst hat man Eier im Korb, dann wird gerührt, schließlich gegessen. Nach jeder Episode stellt sie eine einfache Verständnisfrage („Was haben wir zuerst gepflückt?“). Die Teilnehmenden antworten einzeln reihum. Anschließend darf jeweils eine Person an der Erzählung eine kleine Veränderung einbauen („Und dann…“) und die Gruppe lacht über kreative Ideen. Dauer: ca. 10 Minuten.
Praxisbeispiel: Pflegerin: „Wir gingen in den Wald und sammelten Pilze.“ Frau V. antwortet: „Wir hatten große Körbe.“ Dann sagt die Pflegekraft: „Und was passierte dann?“ Herr X. antwortet: „Wir bekamen Hunger!“ – Gelächter.
Fördernde Wirkung: Solche Erzählszenarien aktivieren das episodische Gedächtnis (Folge von Ereignissen), das Vorstellungsvermögen und die Sprache. Das Fragen nach Details schult das Erinnerungsvermögen. Die kreative Einbindung durch die Teilnehmenden übt spontane Wortfindung. Das gemeinsame Erzählen stärkt zudem das Gemeinschaftsgefühl und die Freude am Miteinander.
Lieder erraten (Musik-Quiz)
Material: Audio-Gerät oder Gesang durch die Betreuerin/Teilnehmende, Liste bekannter Lieder.
Anleitung: Eine einfache Melodie (z. B. vom Pappkarton geplättchert oder gesummt) wird abgespielt oder gesungen. Die Gruppe soll den Titel oder Teile des Textes erraten. Die Betreuerin kann Hinweise geben („Fängt mit 'Alle' an, ein Kinderlied“). Jeder, der den Song erkennt, darf den Refrain summen oder einen Vers nachsingen. Anschließend wird ein anderes Lied gewählt. Dauer: 10 Minuten (3–5 Lieder).
Praxisbeispiel: Als das Vorspielen von „Alle Vögel sind schon da“ erklingt, ruft Frau Y.: „Kinderlied! Ich glaube, es heißt ‘Alle Vögel’.“ Als der Betreuer bestätigt und das Mitsingen startet, schmettert sie fröhlich den Refrain mit. Anschließend summt Herr W. leise die nächsten Takte und lacht.
Fördernde Wirkung: Musik weckt assoziative Erinnerungen an Texte und Melodien (kulturelles Gedächtnis). Das Erraten fördert das Hörverständnis und das Abrufen von Wortschatz. Gemeinsames Singen verbessert das Sprachverständnis und die Atemregulation. Emotional wirkt das Erkennen bekannter Lieder oft stimmungsaufhellend.
Geräuscheraten (Auditives Puzzle)
Material: Audioaufnahmen bekannter Geräusche (z. B. Klappern von Tassen, Klingel, Tiergeräusche) oder Requisiten (Schlüsselbund, Münzen, Stoff aus Reibung).
Anleitung: Im Sitzen wird ein Geräusch vorgemacht: z. B. die Betreuung lässt einen Schlüsselbund klimpern oder ein Glas „klirren“. Die Teilnehmenden raten, worum es sich handelt. Danach erklärt die Betreuerin, wann man dieses Geräusch hört. Man kann auch ein kleines Ratespiel daraus machen, wer es zuerst nennt. Mehrere Geräusche hintereinander (3–5) können zum Raten gegeben werden. Dauer: ca. 5 Minuten.
Praxisbeispiel: Das Klirren eines Geschirrs wird abgespielt. Herr A. sagt: „Tassen oder Teller.“ Die Pflegekraft bestätigt und erklärt: „Genau, das heißt, wir decken den Tisch.“ Dann klimpert jemand mit Münzen, und Frau B. ruft: „Das klingt nach Geld!“
Fördernde Wirkung: Hier wird das auditive Wahrnehmungsvermögen und Erinnerungsvermögen aktiviert: Geräusche erinnern an alltägliche Kontexte. Das genaue Zuhören und Kombinieren mit bekannten Situationen fördert Assoziation und Sprachgebrauch (die Rater in Worte fassen). Dieses Spiel schärft Sinne, ohne zu überfordern, und macht Spaß.
Lesepause mit Zeitung
Material: Eine große Schriftzeitung oder ein Seniorenmagazin (z. B. mit vergrößertem Druck).
Anleitung: In einer kleinen Runde (2–3 Personen) nimmt jeder reihum eine Zeitung und liest laut einen kurzen Abschnitt vor (Titelzeile, Schlagzeile, kurzer Artikel, Witzecke). Anschließend wird kurz darüber gesprochen („Was haltet ihr von dieser Überschrift?“). Die Betreuerin unterstützt beim Vorlesen (Wörter zusammenziehen) und hält das Lesen niedrigschwellig (nur kurze Zeilen). Gesamtdauer: 5–7 Minuten Lesen, 5 Minuten Gespräch.
Praxisbeispiel: Herr C. liest eine Schlagzeile über die bevorstehende Kirschernte vor. Frau D. diskutiert kurz, wann sie zuletzt Kirschen gegessen hat. Sie erinnert sich an Kindheitserinnerungen. Beide sind angeregt.
Fördernde Wirkung: Vorlesen fördert Leseverständnis, Aufmerksamkeit und sprachliches Reproduzieren. Der Nachbesprechungsteil stimuliert den Dialog und das Erkennen eigener Meinungen. Das Thema aus der Zeitung liefert außerdem Lebensweltbezug und fördert die Geistesgegenwart (Aktualität besprechen).
Soziale Aktivierung
Die soziale Aktivierung stärkt Gemeinschaftserleben, Kommunikation und biografischen Austausch. Sie umfasst gemeinsame Rituale, Gesprächsrunden, Spiele und kreative Gruppenaktivitäten. Ziel ist es, den Betroffenen das Gefühl zu geben, als Teil einer Gruppe wahrgenommen zu werden und soziale Fähigkeiten zu erhalten. Studien zeigen, dass soziale Aktivierung bei Menschen mit Demenz signifikant das Wohlbefinden verbessert. Beispiele:
Begrüßungsrunde mit Namenskette
Material: Hocker oder Stuhlkreis, gegebenenfalls kleiner Ball zum Werfen.
Durchführung: Kennenlernen und soziale Erwärmung:
Die Gruppe sitzt im Kreis. Eine Person beginnt mit Begrüßung: „Ich heiße X und wünsche uns einen schönen Tag.“
Reihum stellen sich alle nacheinander vor, möglichst mit einer freundlichen Geste (Hand auf Herz, Händedruck).
Für Abwechslung kann ein weicher Ball genutzt werden: Wer den Ball in die Runde wirft, stellt sich kurz vor.
Nach der Vorstellungsrunde tauscht die Gruppe ein kurzes Lob oder ein aufmunterndes Wort zu einer vorher verabredeten Frage aus (z.B. „Was macht dir heute Freude?“).
Praxisbeispiel: Zum Wochenbeginn begrüßt die Betreuungskraft alle mit einem Lied. Dann werfen sich die Teilnehmer reihum einen weichen Ball zu und sagen ihren Namen und ein „gutes Gefühl des Tages“ („Ich bin Heinz und freue mich auf den sonnigen Nachmittag“). Am Ende nickt jeder dem Nachbarn zu und gibt ihm einen Daumen hoch.
Fördernde Wirkung: Eine gemeinsame Begrüßung schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit. Diese Einheit aktiviert Kommunikation und soziales Gedächtnis (Namenskennen). Durch positive Rückmeldungen („Dir scheint heute die Sonne“) entstehen Wertschätzung und ein guter Start. Das Ritual steigert das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe.
Gemeinsames Singen eines Volkslieds
Material: Liedertext, eventuell Gitarre oder Akkordeon (wenn verfügbar).
Durchführung: Musikalischer Austausch:
Die Gruppe wählt ein bekanntes Volkslied (z.B. „Der Lindenbaum“ oder „Hoch auf dem gelben Wagen“).
Im Kreis wird gesungen; Begleitung kann ein Instrument übernehmen. Die Betreuungskraft hält Textkarten hoch.
Nach dem Lied spricht jeder kurz über die Erinnerungen: „Wann hast du das Lied zuletzt gehört?“
Praxisbeispiel: Die Senioren sitzen im Kreis und singen „Am Brunnen vor dem Tore“. Die Akkordeonbegleitung der Betreuungskraft unterstützt den Rhythmus. Als das Lied endet, erzählt Frau Bach: „Damals habe ich es auf Hochzeiten gesungen.“ Daraufhin erinnern sich einige an Feste in ihrer Jugend. Alle lachen über gemeinsame Erinnerungen.
Fördernde Wirkung: Das gemeinsame Singen fördert soziale Interaktion und Gemeinsinn. Es erinnert an gemeinsame Erlebnisse und spricht das emotionale Gedächtnis an. Während des Singens wird zugleich kognitive Aktivierung (Wortabruf) betrieben, aber der soziale Spaß steht im Vordergrund. Musik verbindet und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
Foto-Karussell: Erinnerungen austauschen
Material: Fotos aus alter Zeit oder aus dem eigenen Alltag (automatisch oder vom Betreuer mitgebracht), evtl. ein digitaler Bilderrahmen oder Gedächtniskarten.
Durchführung: Biografie- und Gesprächsanregung:
Mehrere Fotos werden herumgereicht oder nacheinander gezeigt (z.B. alte Familienfotos, Urlaubsbilder, Heim- oder Stadtansichten).
Jeder Teilnehmende betrachtet ein Foto und erzählt spontan eine dazugehörige Erinnerung oder Assoziation.
Die Betreuerin stellt bei Bedarf offene Fragen („Was siehst du da?“ „Wer war das?“, „Wie war das damals?“).
Die Zuhörer werden ermuntert zu nicken oder weitere Fragen zu stellen.
Praxisbeispiel: Ein Bild aus dem Krieg zeigt ein großes Fest. Herr Wagner erkennt entfernte Verwandte und erzählt ruhig, wie das Fest war. Die anderen hören gebannt zu. Auf einem alten Wohnstraßenfoto erkennt Frau König ihr altes Elternhaus und erzählt, dass sie 1950 in der Nähe gewohnt hat. Alle stellen Fragen, was damals dort noch stand.
Fördernde Wirkung: Der Fotoaustausch regt Erinnerungen und Erzählfähigkeit an und aktiviert so biografisches Gedächtnis und Sprache. Dabei liegt der Fokus auf sozialer Interaktion: Man hört einander aufmerksam zu und teilt persönliche Geschichten. So werden soziale Kompetenzen wie Gesprächsführung geübt und das Gefühl der Verbundenheit gestärkt.
Stadtrallye „Gemeindequiz“
Material: Karte vom Wohnort oder Stadtplan, Marker, Liste mit einfachen Quizfragen zur Region (z.B. „Wie heißt die Straße unseres Heims?“).
Durchführung: Gemeinsames Rätsel:
Die Betreuerin zeigt der Gruppe den Plan der Umgebung. Dann liest sie Fragen vor: „Wo wohnen wir?“ „Wo ist der nächste Park?“
Die Bewohner zeigen mit dem Finger oder Stecken darauf und nennen Namen.
Alternativ können Fotoausschnitte (Kirche, Brücke) gezeigt werden; wer erkennt es?
Jeder wird ermutigt, eine Antwort zu geben, auch wenn die Verwandtschaft involviert wird („Mein Sohn hat dort gearbeitet“).
Praxisbeispiel: Der Stadtplan liegt ausgebreitet vor der Gruppe. Auf die Frage „Wo ist das Rathaus?“ ruft Herr Klein gleich „In der Hauptstraße!“ und zeigt darauf. Frau Bauer erinnert sich: „Dort war immer ein Weihnachtsmarkt.“ Als ein Foto der Stadtkirche gezeigt wird, lächelt jeder wissend. Alle erzählen, wann sie zuletzt in der Innenstadt waren.
Fördernde Wirkung: Dieses Quiz aktiviert Orientierungssinn und lokales Gedächtnis. Durch Zusammenarbeit lösen alle gemeinsam leichte Fragen zum Alltag („Wo kaufen wir ein?“). Die Sozialkomponente ist deutlich: Jeder ist aufgefordert, sein Wissen beizutragen, was die Interaktion stärkt und gemeinsame Erlebnisse in Erinnerung ruft.
Kommunikatives Würfelspiel
Material: Großer weicher Würfel (mit Symbolen) oder Fragekarten (Frühstücksbild, Straße, Uhren, Tiere).
Durchführung: Sprach- und Gesprächsanstoß:
Die Gruppe sitzt im Kreis. Der Würfel enthält Symbole (z.B. Tasse, Straße, Uhr, Baum, Vogel). Jeder Teilnehmer würfelt reihum oder zieht eine Karte.
Beim Würfeln des Symbols müssen die Person und die Gruppe gemeinsam eine kleine Geschichte oder Assoziation dazu erfinden.
Beispiel: „Kaffee/Tasse“ – jemand erzählt, wie er früher Kaffee kochte, oder wo er gerne Kaffee trinkt.
Ziel ist es, so viele Details wie möglich zu sammeln und einander zuzuhören.
Praxisbeispiel: Der Würfel zeigt eine Tasse. Frau Jäger beginnt: „Früher habe ich morgens Kaffee gekocht, direkt nach dem Aufstehen.“ Die anderen ergänzen: „Mit Zucker“, „Mit Sahne“. Dann kommt eine Uhr zum Vorschein: Herr Müller erzählt, dass er sich nach Feierabend stets eine Tasse Tee gemacht hat. Die Gruppe nickt zustimmend.
Fördernde Wirkung: Dieses Spiel verbindet Bilder mit freier Rede und aktiviert so sowohl assoziatives Denken als auch Sprachvermögen. Die Teilnehmenden üben, sich mitzuteilen und auf die Beiträge der anderen einzugehen. Dabei werden soziale Fähigkeiten (zuhören, erzählen, gemeinsames Lachen) gefördert. Zudem wird das autobiografische Gedächtnis spielerisch angesprochen.
Geschichten weiterspinnen
Material: Keine, ggf. ein Bild oder Foto als Impuls (z.B. eine Bootsszene).
Durchführung: Kreatives Storytelling in der Gruppe:
Die Betreuerin zeigt ein interessantes Bild (z.B. ein altes Segelboot auf See).
Sie beginnt eine kurze Geschichte („Ein altes Segelboot verlässt den Hafen …“) und bricht nach ein paar Sätzen ab.
Reihum setzt jeder die Geschichte mit einem oder mehreren Sätzen fort. Es sind keine festen Regeln; Phantasie ist willkommen.
Die Runde geht mehrmals um oder so lange, bis alle zu Wort kamen.
Praxisbeispiel: Frau Sommer beginnt: „Das Boot hat sein Ziel lange gesucht…“ Herr Hartmann fügt hinzu, dass ein Sturm aufkam. Frau Schulze fährt fort, dass der Kapitän seine Augen schließen musste und sich an früher erinnerte. Nach ein paar Runden entsteht ein humorvolles Gemeinschaftswerk über eine Seefahrt. Alle lachen über unerwartete Wendungen.
Fördernde Wirkung: Das Fortsetzen von Geschichten fördert Sprachfluss, Kreativität und soziale Aufmerksamkeit. Teilnehmer müssen zuhören und eigenes Vorstellungsvermögen einbringen, was kognitive Flexibilität trainiert. Gleichzeitig stärkt das gemeinsame Erzählen das Gruppengefühl – man erarbeitet gemeinsam etwas Neues.
Puzzle mit bekannten Motiven
Material: Großer Wand- oder Bodenteppich-Puzzle (wenige große Teile) mit einem vertrauten Motiv (z.B. Dorfplatz, ein Tiermotiv).
Durchführung: Gemeinschaftliches Puzzeln:
Die Gruppe setzt sich um den Puzzle-Bereich. Alle beginnen gemeinsam, die großen Teile zu suchen und zusammenzufügen.
Bei jedem Teil wird besprochen, was darauf abgebildet ist (z.B. „Da sind drei Kühe“).
Die Betreuerin unterstützt das Sortieren (Rand-Teile, Flächen).
Es wird gelobt, wenn ein Teil passt, und nach und nach wächst das Bild.
Praxisbeispiel: Fünf Senioren arbeiten am großen Puzzle mit Dorf-Motiv. Frau Groß deutet auf ein Teil und sagt: „Die Kirche, die kenne ich! Hier waren meine Eltern getraut.“ Andere suchen und finden angrenzende Teilstücke. Herr Koch reicht einem Mitspieler ein fehlendes Stück und erklärt, wo es wohl passt. Als das Dorf komplett ist, jubeln alle.
Fördernde Wirkung: Puzzlen trainiert visuelle Suche, Raumorientierung und Problemlösen. Der soziale Aspekt liegt im gemeinsamen Tüfteln – die Gruppe arbeitet am selben Ziel. Durch das Besprechen der Motive wird zusätzlich Kultur- und Ortswissen aktiviert. Es ist ein beruhigendes Gruppenerlebnis, das Erfolgserlebnisse bei allen auslöst.
Ballspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ (mit Gegenständen)
Material: Mehrere kleine Gegenstände (Schlüssel, Buch, Blume) und ein Ball.
Durchführung: Kombination aus Beschreiben und Werfen:
Die Betreuungskraft zeigt geheim ein Objekt vor, der Gewinner werfe den Ball.
Wer als Nächstes dran ist, beschreibt das Objekt mit einem Satz („Es liegt oft auf dem Tisch beim Essen“).
Die Gruppe rät mit; bei richtiger Lösung wirft der Betreffende den Ball zu einem anderen.
So entsteht ein Muster aus Werfen und Erraten.
Praxisbeispiel: Herr Fischer schaut sich einen Schlüssel an. Frau Brandes beschreibt: „Es schließt Türen, meist aus Metall.“ Alle nicken. Frau Brandes wirft jubelnd den Ball zu ihrem Nachbarn.
Fördernde Wirkung: Dieses Spiel verbindet geistige Anregung (Beschreiben, Raten) mit Bewegung (Ballwurf). Die Kombination aktiviert sowohl Sprache als auch Muskelkoordination. Der soziale Austausch beim Raten stärkt die Aufmerksamkeit füreinander und die Kommunikationsfähigkeit.
Vorleserunde
Material: Leicht lesbares Buch oder Gedichtband (große Schrift).
Durchführung: Gemeinsames Lesen:
Im Stuhlkreis liest eine Betreuungskraft oder freiwilliger Helfer einen kurzen Textabschnitt oder ein Gedicht vor.
Zwischen den Abschnitten kann die Gruppe Reaktionen teilen („Hast du das auch erlebt?“).
Teilnehmer können auch eigene Texte (Briefe an Angehörige) vorlesen lassen.
Praxisbeispiel: Ein kurzes Frühlingsgedicht über einen Spaziergang wird vorgelesen. Danach erzählt Herr Groß, dass er an einen ähnlichen Frühlingstag denkt, als er noch Kind war. Die Gruppe nickt und teilt ihre eigenen kurzen Erinnerungen.
Fördernde Wirkung: Vorlesen trainiert das Zuhören und Sprachverständnis. Es bietet ruhige soziale Interaktion: Alle sind gemeinsam in einer Geschichte. Durch das Besprechen des Inhalts werden Erinnerungen geweckt.
Abschieds- und Dankesrunde
Material: Fester Stuhlkreis ohne Requisiten.
Durchführung: Abschluss jeder Sitzung:
Zum Ende der Aktivitätsstunde setzt sich die Gruppe zusammen. Jeder kann eine Sache nennen, die ihm gefallen hat (z.B. „Das Lied hat mir heute gut getan“).
Die Betreuungskraft bedankt sich bei allen und gibt jedem ein kurzes, individuelles Lob.
Abschließend gibt es einen Ausblick auf das nächste Thema („Nächstes Mal haben wir mal einen Basteltag!“).
Praxisbeispiel: Am Ende eines bewegungsreichen Tages sagen alle, was sie mochten: „Der Spaziergang war schön“ oder „Das gemeinsame Singen hat Spaß gemacht“. Die Betreuerin dankt persönlich: „Frau Weber, Sie haben heute so lebhaft mitgemacht!“ Die Runde nickt und winkt sich freundlich zu.
Fördernde Wirkung: Eine gemeinsame Abschlussrunde stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Indem jede Person Raum für ihr Feedback bekommt, fühlen sich alle wertgeschätzt. Dies unterstützt das Selbstwertgefühl und motiviert zur erneuten Teilnahme. Die Aufmerksamkeit füreinander wird positiv abgerundet.
Gemeinsames Namensbingo
Material: Selbst gestaltete Bingo-Karten (2×2 Felder) mit Bildern der Gruppe oder bekannte Namen der Teilnehmenden in den Feldern. Jeder Teilnehmende erhält eine Karte.
Anleitung: Die Betreuung ruft nach dem Zufallsprinzip Namen der Teilnehmenden oder deren Bilder aus. Wenn ein Name/Bild auf der eigenen Karte steht, darf man das Feld abdecken (z. B. mit einem Stein). Wer zuerst alle Felder abgedeckt hat, ruft „Bingo!“. Die Runde applaudiert. Bei Bedarf hilft die Betreuerin mit Erinnerungen („Wer hat dunkle Haare?“). Dauer: ca. 5 Minuten, eventuell Wiederholung.
Praxisbeispiel: Frau G. zeigt auf das Bild neben sich, als ihr Name gerufen wird. Sie freut sich, weil sie genau dies gesuchte Feld hat. Beim nächsten Namen strahlt sie, weil sie weiß: „Der bin ich!“
Fördernde Wirkung: Dieses Bingo verbindet soziales Element (Erkennen von Mitsitzenden) mit Spaß. Es fördert die Ansprache mit Namen, wodurch Gemeinschaft und persönliche Wertschätzung deutlich werden. Auch die Aufmerksamkeit (Wer ist dran?) und die Geschwindigkeit (Bingo ausrufen) werden trainiert. Erfolgserlebnisse beim Finden unterstützen das Selbstwertgefühl.
Begrüßungsrunde mit Erinnerungsgedächtnis
Material: Keines, evtl. Fotoalbum als Impuls.
Anleitung: Im Stuhlkreis begrüßt jede Betreuungskraft die Gruppe. Dann sagt jeder reihum seinen Namen laut und ergänzt eine Information („Ich bin X und komme aus Y.“). Die Betreuerin fragt bei Verläufen nach („Weißt du noch, vor wie vielen Jahren du hier angefangen hast?“) und lässt die Gruppe kurz Erinnerungen austauschen. Als Abschluss klatschen alle in die Hände oder singen gemeinsam ein Begrüßungslied (z. B. „Hallo, hallo, schön, dass du da bist“). Dauer: 5–7 Minuten.
Praxisbeispiel: Als sich alle nennen, streckt Herr P. die Hand nach vorne und freut sich: „Ich bin Peter und komme aus Hamburg.“ Die Pflegekraft ergänzt: „Du kennst Hamburg sehr gut, stimmts?“ Alle nicken. Gemeinsam wird ein kurzes „Guten Tag“ gesungen.
Fördernde Wirkung: Eine strukturierte Begrüßung stärkt das Zugehörigkeitsgefühl (jeder wird beim Namen genannt), übt Kurzzeitgedächtnis (jemand neues begrüßen) und Erinnerung (Wer bin ich? Woher kam ich?). Das Ritual gibt Sicherheit und Routine. Musik oder Klatschrhythmus am Ende fördert zusätzlich Gemeinschaftsgefühl und Rhythmus.
Erzählkreis – Thema „Kindheit“
Material: Ein sprechender Gegenstand (z. B. ein hübsch bemalter Ball oder eine sprechende Stofffigur).
Anleitung: Die Gruppe sitzt im Kreis. Die Betreuung weist darauf hin, dass jeder reihum etwas aus seiner Kindheit erzählen darf. Der „Sprecher“ hält den Ball bzw. Gegenstand und darf reden, während die anderen zuhören. Anschließend reicht er das Objekt nach rechts weiter. Thema könnte „Lieblingsspielzeug“ oder „Geburtstagserinnerung“ sein. Wer einmal war, beendet den Kreis. Dauer: 10 Minuten.
Praxisbeispiel: Als der Ball bei Frau J. landet, erzählt sie leise: „Mein Lieblingsspielzeug war ein Holzpferd.“ Die anderen hören aufmerksam zu. Herr K. kannte ein ähnliches Spielzeug und nickt. Nach fünf Sprechern ist jeder einmal dran.
Fördernde Wirkung: Ein Erzählkreis fördert die sprachliche Kommunikation, das aktive Zuhören und die sozialen Kompetenzen. Die kontrollierte Redezeit vermittelt Gleichwertigkeit („Jeder kommt dran“). Biografie-Bezüge stärken die persönliche Identität und ermöglichen Verständnis untereinander (z. B. ähnliche Erlebnisse in der Kindheit).
Quiz „Gemeinsame Erinnerungen“
Material: Vorbereitete einfache Fragen zu bekannten Alltagsthemen (z. B. „Welches Obst pflücken wir im Herbst oft?“ oder „Wie heißt das Lied, das wir immer zum Abschluss singen?“).
Anleitung: Die Betreuung liest der Reihe nach die Fragen vor. Jede Person kann antworten oder „Passen wir weiter“. Beispielfragen können biografisch sein („Wer hat früh Fahrrad gelernt?“) oder gruppenbezogen („Wer war letzten Sonntag beim Ausflug?“). Nach jeder Antwort wird kurz ins Gespräch gekommen („Richtig, im Herbst gibt’s Äpfel!“). Dauer: ca. 5 Minuten für 5–7 Fragen.
Praxisbeispiel: Die Betreuerin fragt: „Was pflücken wir im Sommer im Garten?“ Alle lachen, als Herr M. schreit: „Erdbeeren!“ Die Gruppe bestätigt. Eine weitere Frage: „Welches Lied singen wir immer?“ – Frau N. singt den Beginn davon mit.
Fördernde Wirkung: Ein Quiz verlangt Denk- und Erinnerungsleistung im sozialen Kontext: Jeder kann teilnehmen. Es stärkt das Gruppengedächtnis (gemeinsame Erlebnisse) und die Interaktion. Erreichte Antworten (z. B. Erkennen von Gruppengewohnheiten) schaffen Stolz. Auch die Gesprächspause nach der Antwort fördert das Miteinander.
Malen in Gemeinschaft (Staffelbild)
Material: Großes Papier oder Tischdecke-Papier, Wachsmalstifte oder ungiftige Filzstifte, Foto eines Motivs (z. B. Landschaft oder Musterbild).
Anleitung: Die Gruppe malt zusammen an einem großen Blatt. Die Betreuerin teilt es in Sektoren ein (wie ein Puzzle) und nimmt jeweils eine Person mit einem Stift an die Hand. Sie beginnen gemeinsam – jede zeichnet eine Ecke eines vorgegebenen Bildes nach (durch Abpausen). Dann übergibt die begonnene Person den Stift an die nächste, und so entsteht gemeinsam ein großes Bild. Nach 10–15 Minuten wird das Bild vorgestellt.
Praxisbeispiel: Herr O. zeichnet vorsichtig die Umrisse eines Baumes ab. Dann übernimmt Frau P. die nächste Ecke und malt die Blätter. Alle staunen, wie schön das Gruppenbild wird.
Fördernde Wirkung: Gemeinschaftliches Malen stärkt Kreativität und feinmotorische Fähigkeiten. Durch das Übergabeprinzip (Staffel) übt jeder Teilnehmende soziale Zusammenarbeit. Das gemeinsame Endergebnis schafft Stolz und zeigt, dass man gemeinsam etwas Schönes schaffen kann. Das Betrachten des fertigen Bildes motiviert visuelle Erinnerung.
Gemeinsames Kaffeetrinken (Füreinander sorgen)
Material: Teetassen, Kaffeekanne, Kekse (evtl. Teller), Tablett.
Anleitung: In Kleingruppen serviert eine Person dem anderen eine Tasse Tee oder Kaffee (wenn Maschinen nicht möglich, symbolisch mit Wasser). Jeder darf einmal Bediener sein. Dazu werden einfache Sätze gesprochen („Bitte schön, hier ist dein Kaffee“). Nach dem Servieren setzen sich alle um den Tisch und trinken gemeinsam mit Keksen. Die Gruppe unterhält sich dabei (z. B. „Schmeckt der Kaffee?“). Die Betreuerin bietet auch an, jemandem nur zuzuhören. Dauer: ca. 15 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau H. schöpft auf einem Tablett Wasser in den Becher ihres Nachbarn. Sie lächelt schüchtern: „Für dich, dein Tee.“ Der andere bedankt sich und beginnt zu plaudern: „Danke, das erinnert mich an früher, als ich Kaffee gekocht habe…“.
Fördernde Wirkung: Diese Aktivität fördert Fürsorge und soziale Rollen (Geben und Nehmen). Beim gegenseitigen Bedienen üben die Teilnehmenden Höflichkeitsformen und Kommunikation. Das gemeinsame Trinken und Essen aktiviert und zentriert die Gruppe. Es schafft ein Gefühl von Alltag und Normalität, was Sicherheit gibt. Außerdem gibt es Anlass zu Austausch über Geschmack und Erinnerungen.
Stuhltanzkreis (Gruppentanz sitzend)
Material: Einfache Musik (z. B. Walzer, Volkstümliches), Stühle im Kreis.
Anleitung: Die Musik ertönt, und alle klatschen im Rhythmus zum Takt. Die Betreuung bestimmt kleine Tanzschritte im Sitzen: z. B. Schulterkreisen im Sitzen synchron zur Musik, Arme geschwungen. Die Gruppe macht jede Bewegung gemeinsam im Sitzen. Dann wechselnd klatschen (rechts, links, oben). Nach jedem Lied tauschen alle einmal die Sitznachbarn aus (Stühle leicht verschieben). Dauer: 10 Minuten.
Praxisbeispiel: Während eines Walzers dreht Frau L. langsam die Schultern nach hinten. Herr M. lacht und macht mit. Der rhythmische Klang animiert alle zum Bewegen. Beim Nebenansetzen nach dem Lied begrüßen sie einander mit einer kleinen Verbeugung.
Fördernde Wirkung: Dieser Tanzkreis verbessert soziale Wärme (gemeinsame Musik- und Bewegungserfahrung) und bleibt körperlich leicht. Der Rhythmus schult Taktgefühl und Koordination. Durch das Herumwechseln der Plätze wird die Gruppe dynamisch gemischt und alle lernen sich gegenseitig besser kennen. Gemeinsame rhythmische Bewegungen verstärken das „WIR“-Gefühl.
Kooperative Leinwand (Puzzle-Spiel)
Material: Ein großes Puzzle (z. B. mit Landschaftsbild) mit etwa 50–100 Teilen, großformatig.
Anleitung: Die Gruppe verteilt Puzzle-Teile auf dem Tisch. Jede Person sucht nacheinander passende Teile zusammen: Auf Ansage („Blaues Wasser“) greifen alle gemeinsam nach passenden Teilen. Die Betreuerin gibt Hinweise („Jetzt kommen die Himmelsteile dran“). Jeder darf ein Teil in der Mitte anlegen, wenn es passt. Die Runde arbeitet so lang, bis das Bild erkennbar wird (~10 Minuten).
Praxisbeispiel: Herr A. findet schnell eine Ecke des Himmels und legt sie ins Puzzle. Frau B. ergänzt eine Wolke, nach kurzem Zögern. Alle loben sich, wenn das Bild immer vollständiger wird: „Jetzt sehe ich das blaue Meer!“
Fördernde Wirkung: Puzzeln in der Gruppe stärkt Kognition (Form- und Farberkennung) und Teamarbeit (jeder hilft mit). Das gemeinsame Ziel (fertiges Bild) fördert Austausch und erlaubt, Erfolge miteinander zu feiern. Es bindet an frühere Hobbys und dient als Gesprächsanlass. Außerdem beruhigt es, gemeinsam mit ruhiger Musik im Hintergrund.
Gemeinschaftsritual „Kerzen anzünden“
Material: Eine Kerze in einem sicheren Behälter (z. B. Laterne) und ein Streichholz oder Feuerzeug.
Anleitung: Die Gruppe sitzt im Kreis. Eine kerzengerade spricht eine kurze Einladung aus („Lasst uns Licht bringen“). Dann zündet die Betreuung gemeinsam mit einer Teilnehmenden die Kerze an. Jeder kann sich ein paar Minuten am Anblick erfreuen. Abschließend können Teilnehmer sagen, wofür sie Dankbarkeit ausdrücken wollen („Für welche schöne Sache brennt das Licht?“). Danach wird gemeinsam ausgeblasen oder das Zimmer lichtet auf. Dauer: 5 Minuten.
Praxisbeispiel: Frau R. hält das Streichholz, die Pflegekraft hilft beim Feuerzeug. Als das Licht aufflammt, schließt sie die Augen und sagt: „Für meinen Enkel.“ Alle nicken und lächeln mit ihr.
Fördernde Wirkung: Ein kurzes Ritual wie Kerzeanzünden vermittelt Geborgenheit und Achtsamkeit. Es ermuntert zu Reflexion und Dankbarkeit, was dem emotionalen Wohlbefinden dient. Das gemeinsame Warten auf das Anzünden und Ausblasen verstärkt das Gefühl von Gemeinschaft und gemeinsamen Erfahrungen.
Grupenbasiertes Kartenlegen (Tarot/Familienfotos)
Material:
(Option 1) Einfache Bildkarten (z. B. Tier- oder Landschaftskarten) oder
(Option 2) Gesammelte Familienfotos.
Anleitung:
(Option 1) Die Gruppe wählt nacheinander zufällig eine Karte: Die Betreuerin fragt, was die Person auf dem Bild sieht und denken könnte („Was fühlt diese Person?“).
(Option 2) Jeder darf ein Familienfoto (oder eine bereitgelegte Erinnerungsfoto) an andere in der Runde herumreichen und etwas darüber erzählen. Beide Formen regen Erzählung an. Dauer: ca. 10 Minuten.
Praxisbeispiel: Herr B. zieht ein Bild mit zwei Paddlern. Er überlegt: „Sie arbeiten zusammen, das macht stark.“ Alle nicken und ergänzen: „Gemeinsam statt einsam.“ Frau E. legt ein Foto ihrer Hochzeit vor: „Vor 60 Jahren! Da war ein Regenbogen.“ Alle lächeln.
Fördernde Wirkung: Das interpretative Sprechen über Bilder oder Fotos fordert Einfühlungsvermögen und verbale Ausdrucksfähigkeit. Es aktiviert Erinnerungen (Familiensituationen) oder fördert kreatives Denken (Tarotkarten). Die soziale Komponente liegt im gemeinsamen Austausch und Zuhören: Man fühlt sich gesehen und verstanden.
Fördernde Wirkungen im Überblick: Jede vorgestellte Aktivierung zielt darauf ab, Fähigkeiten zu erhalten oder zu stimulieren, die den Alltag erleichtern und die Lebensqualität steigern. Motorische Übungen verbessern Beweglichkeit, Muskelkraft und Balance. Alltagspraktische Aufgaben stärken Fertigkeiten, die für eine möglichst selbständige Lebensführung nötig sind. Kognitive Aktivitäten fördern Gedächtnis, Aufmerksamkeit und logisches Denken. Soziale Aktivierung steigert das Gemeinschaftsgefühl, verbessert Kommunikation und hebt das Wohlbefinden. Durch die Kombination dieser Elemente im MAKS-Konzept können Demenzerkrankte weiter aktiv bleiben, werden weniger über- oder unterfordert und erfahren Unterstützung in ihrer Autonomie. Jede Aktivierung ist so gestaltet, dass sie Spaß macht und sinnvoll in den Betreuungsalltag eingebunden werden kann – so wird Lernen und Erinnern wie im Spiel gefördert.