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Validation

Einführung in das Konzept der Validation

Validation (von engl. „to validate“ = bestätigen, für gültig erklären) ist eine Kommunikationstechnik, die von Gerontologin Naomi Feil in den 1960er Jahren entwickelt wurde. Sie richtet sich vor allem an hochbetagte, desorientierte Menschen (insbesondere mit Demenz) und setzt auf Empathie und Akzeptanz anstelle von Belehrung. Das oberste Prinzip lautet, „in den Schuhen des Anderen zu gehen“, d.h. die subjektive Erlebniswelt der Betroffenen ernst zu nehmenppm-online.orgdgpalliativmedizin.de. Feil geht davon aus, dass viele Symptome alter Menschen auf ungeklärten biografischen Konflikten beruhen, denen man mit Zuwendung begegnen kann. In Deutschland hat Nicole Richard die Integrative Validation weiterentwickelt, die weniger auf Vergangenheitskonflikte abzielt, sondern das aktuelle Erleben erleichtert. Unabhängig vom Ansatz steht bei allen Validationsmethoden der Mensch mit seinen Gefühlen und seiner Würde im Mittelpunkt. Validation ist mehr eine wertschätzende Grundhaltung als ein stures Therapieschema – sie befähigt, Verwirrung und Irritation des alten Menschen als gültige Gefühlsäußerungen zu akzeptieren statt zu korrigieren. (Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (Opens in a new window))

Zielsetzung der Validation

Ziel der Validation ist es, die seelische und emotionale Lage alter Menschen zu verbessern und ihnen Geborgenheit zu vermitteln. Im Fokus steht, den Betroffenen Sicherheit und Akzeptanz zu geben, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und Würde zu erhalten. Konkret bedeutet das, Anspannung oder Angstzustände zu reduzieren, Zugehörigkeit zu vermitteln und die persönliche Identität zu unterstützen Validation fördert einen ruhigen, respektvollen Umgang und kann dadurch das Wohlbefinden steigern: Man beobachtet häufig eine verbesserte Kommunikation, mehr soziale Aktivität und weniger Rückzug bei den Bewohnern. Auch Pflegekräfte und Angehörige profitieren: Wenn die Umgebung einfühlsam reagiert, sinkt der Pflegeaufwand für aggressive oder ängstliche Verhaltensweisen, und die Beziehung wird harmonischer. Wichtig ist, dass Validation nicht heilt, sondern die Lebensqualität im Hier-und-Jetzt unterstützt. Sie zielt darauf ab, Leiden zu lindern und Kommunikation zu fördern, nicht die Demenz aufzuhalten.

Vorteile und Nachteile der Validation

Vorteile: Validation bietet einen sehr einfühlsamen Zugang zu Demenzkranken. Sie betont, den Menschen als Individuum mit eigener Realität wahrzunehmen, statt ihn zu korrigieren. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass Validationsgespräche oft zu besseren Sprachäußerungen, weniger Angst und gesteigerter Aktivität führen. Pflegepersonen berichten, dass Akzeptanz und Verständnis Stress mindern und das Vertrauen stärken. Zudem ist Validation kostengünstig: Man benötigt keine teure Technik, sondern nur Zeit, einfache Alltagshilfen (z.B. Lieder, Bilder, Sprichwörter) und eine achtsame Haltung. Durch Resonanz („Spiegeln“) der Gefühle fühlen sich viele Betroffene ernst genommen und erleben Erfolgserlebnisse.

Nachteile: Kritiker weisen darauf hin, dass Validation gelernt und eingeübt sein muss. Ohne Schulung kann die Methode hilflos wirken oder falsch angewendet werden. Manche sehen die psychodynamischen Annahmen (wie ungelöste Lebenskonflikte) kritisch, da sie wissenschaftlich schwer belegbar sind. Ein weiteres Risiko ist, dass Pflegende unrealistische Erwartungen entwickeln könnten, etwa zu glauben, Validation könne die Demenz stoppen – dies kann zu „Helfersyndrom“ und Erschöpfung führen. In der Forschung gibt es bislang keine klaren Belege, dass Validation kognitive Fähigkeiten nachhaltig verbessert. Zusammenfassend ist Validation vielversprechend für das Wohlbefinden, erfordert aber Zeit und Fingerspitzengefühl.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anwendung der Validation

Für ein erfolgreiches validierendes Gespräch ist eine ruhige, wertfreie Grundhaltung notwendig. Nehmen Sie sich vorab einen Moment, um sich zu sammeln. Herstellen Sie durch Blickkontakt und Namensansprache eine vertrauensvolle Atmosphäre. Beginnen Sie dann mit einfachen, offenen Fragen oder Bemerkungen. Beobachten Sie genau, wie sich der Betroffene fühlt (Blick, Gestik, Mimik geben Hinweise auf seine Emotionen).

  1. Gefühle wahrnehmen und ansprechen: Versuchen Sie zu verstehen, welche Emotionen hinter den Worten oder dem Verhalten des Bewohners stecken (z.B. Angst, Einsamkeit, Trauer). Formulieren Sie dies in klaren, kurzen Sätzen und passen Sie Sprache und Ton an die Person an. Zum Beispiel: „Sie sehen ganz aufgeregt aus, das macht Sie wohl ängstlich.“

  2. Emotional spiegeln: Akzeptieren Sie die empfundenen Gefühle als echt und verständlich. Sagen Sie zum Beispiel: „Ich merke, wie traurig Sie sind, weil…“. So zeigen Sie, dass Sie seine Gefühlswelt ernst nehmen und nachvollziehen.

  3. Gefühle bestätigen (Validation): Bestärken Sie, dass dieses Gefühl „in Ordnung“ ist. Häufig hilft es, mit bekannten Sprichwörtern oder Erinnerungen zu antworten, die die Emotionen würdigen. Alte Volksweisheiten und Lieder liegen in der Erinnerung parat und können etwa so eingesetzt werden: „Es ist normal, dass Sie Ihre Familie vermissen – früher sagte man: ‘Heimat ist da, wo das Herz ist.’“. Dadurch begreift der Betroffene, dass seine Gefühle nicht falsch sind.

Achten Sie dabei darauf, niemals zu widersprechen oder zu korrigieren. Sprechen Sie langsam, deutlich und bleiben Sie authentisch. Geben Sie dem Menschen viel Zeit, auf Ihre Worte zu reagieren. Wenn möglich, schließt ein gemeinsames Ritual das Gespräch ab (ein Lied, eine Umarmung oder eine Aktivität), um die positive Stimmung zu festigen.

Umsetzung in der Praxis mit konkreten Beispielen

In der Pflege kommen Validationstechniken in vielen Alltagssituationen zum Einsatz. Ein Beispiel: Frau S. ruft wiederholt nach ihrer verstorbenen Mutter und wirkt dabei aufgeregt. Die Pflegende geht ruhig zu ihr und sagt einfühlsam: „Sie suchen Ihre Mutter – das macht Sie ganz traurig, nicht wahr?“ Anstatt zu korrigieren, spiegelt sie: „Früher war sie immer für Sie da, das fehlt Ihnen jetzt.“ Sie kann ein vertrautes Lied anstimmen oder ein Sprichwort wie „Wer in guten Händen war, dem fehlt die Wärme“ hinzunehmen. Durch diese Bestätigung fühlt sich Frau S. verstanden und beruhigt.

Ein zweites Beispiel: Herr M. wirkt morgens sehr still. Eine Fachkraft setzt sich zu ihm, hält sanft seine Hand und fragt behutsam: „Sie sehen nachdenklich aus. Erzählen Sie mir doch, was Sie beschäftigt.“ Oft können allein diese Worte Trost spenden. Vielleicht fällt ihm ein altes Gedicht ein, an das er sich erinnert; das gemeinsame Nachsprechen gibt ihm Wertschätzung und Verbundenheit.

Validation kann auch beim Waschen, gemeinsamen Frühstück oder Spaziergang eingesetzt werden. Bei jedem Kontakt erkennt der Betreuer feinfühlig Stimmungen und geht darauf ein. Mit der Zeit und Übung entsteht Routine: Die Pflegekräfte wissen dann intuitiv, wann sie validierend eingreifen. Regelmäßige Schulungen und Teamaustausch (z.B. Fallbesprechungen) fördern das Selbstvertrauen im Umgang mit Validation. Insgesamt trägt die Methode in der Praxis dazu bei, die Atmosphäre respektvoller zu gestalten und das emotionale Wohlbefinden der Senioren zu stärken.

Praxis-Aktivierungen

Im Rahmen der Validation eignen sich vielfältige aktivierende Übungen, die Gedächtnis, Sinne und Körper ansprechen. Die folgenden Beispiele sind thematisch auf Senioren abgestimmt. Jede Aktivierung enthält eine Materialliste, eine Anleitung und ein konkretes Beispiel.

Aktivierung: Kartenspiel im Freien

Material: Spielkarten (z.B. Rommé oder Skat), Tisch und Stühle im Gemeinschaftsgarten.

Anleitung: Erklären oder erinnern Sie an ein einfaches Kartenspiel. Decken Sie die Karten (ggf. mit großen Symbolen) auf dem Tisch aus. Jeder Teilnehmer zieht reihum Karten und benennt sie. Führen Sie langsam durch die Züge und loben Sie richtig gespielte Karten. Die Begleitung kann kleine Fragen stellen („Welche Karte möchten Sie jetzt legen?“) oder Kommentare geben. Ziel ist Spaß an der Gruppe und Austausch.

Beispiel: Fünf Senioren sitzen gemeinsam im Hoftisch. Sie ziehen abwechselnd Karten und erzählen zu jedem Motiv eine Erinnerung (z.B. ein abgebildeter Ort auf der Karte erinnert an eine Ferienreise). Beim Auslegen lacht Frau L., als sie eine alte Burgruine sieht – das Gespräch nimmt die Pflegefachkraft auf und alle erinnern sich an eigene Urlaube.

Aktivierung: Sitzgymnastik

Material: Stühle mit Lehne, Tücher oder leichte Bälle (optional).

Anleitung: Im Sitzen führen die Teilnehmenden einfache Bewegungen durch: Schulterkreisen, Armheben, Nackenrotation. Geben Sie verbale Anweisungen („Heben Sie die Arme gemächlich nach oben“). Sie können im Takt einer ruhigen Melodie zählen oder ein Stimmungswort wiederholen. Fördern Sie fantasievolle Bewegungen („Strecken Sie sich wie ein sternklarer Himmel“), um die Übung lebendig zu gestalten.

Beispiel: Im Kreis schwingen alle zu Musik die Arme, als würden sie Schmetterlinge tanzen lassen. Die Seniorin Frau M. macht begeistert mit. Die Pflegekraft sagt: „Schön strecken Sie Ihre Arme – fühlen Sie sich frei wie ein Vogel!“ Das motiviert alle zu einem sanften Ganzkörper-Workout im Sitzen.

Aktivierung: Ballspiel

Material: Weicher Ball oder großer Luftballon.

Anleitung: Rollen oder werfen Sie den Ball behutsam zwischen den Teilnehmern hin und her. Beginnen Sie in engem Kreis, sodass jeder leicht fangen kann. Variieren Sie das Spiel: Zählen Sie zum Rhythmus, fragen Sie nach Namen der Mitspieler beim Zuspiel. Bitten Sie die Senioren, nach jedem Wurf eine Bewegung (z.B. Hand heben) zu machen. Ziel ist leichte Bewegung, Fokus und Freude an Interaktion.

Beispiel: Im Stuhlkreis werfen sich die Senioren einen Luftballon zu. Jeder ruft laut seinen Namen, bevor er passt. Als Herr K. den Ballon zu Frau N. rollt, lobt ihn die Betreuungskraft: „Sehr gut, Frau N. – Sie haben den Ball gut gefangen!“ Die Atmosphäre ist fröhlich und alle klatschen mit.

Aktivierung: Spaziergang im Park

Material: Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk, ggf. Rollator oder Stock.

Anleitung: Führen Sie eine gemütliche Runde im Freien durch. Gehen Sie langsam und planen Sie Pausen (Bänke oder Ruhebereiche) ein. Sprechen Sie unterwegs über die Umgebung („Sehen Sie die Blumen dort? Wo sind Sie früher oft spazieren gegangen?“). Validieren Sie Gefühle („Es tut so gut, im Grünen zu sein, oder?“). Achten Sie stets auf Tempo und Haltedauer nach Bedürfnis der Betroffenen.

Beispiel: Eine ältere Dame verweilt am Rosenbeet. Die Pflegekraft sagt: „Sie ruhen sich aus – das haben Sie sich redlich verdient.“ Die Dame lächelt und erzählt von ihrem Gartenheimatort. Ein Herr neben ihr streicht sanft seine Hände über das Blattwerk und nickt zustimmend.

Aktivierung: Klangmassage oder Instrumentalbegleitung

Material: Klangschalen, Klangstäbe, Glockenspiel oder beruhigende Tonaufnahmen.

Anleitung: Erzeugen Sie sanfte Klänge (z.B. Schalen anstreichen). Bieten Sie den Senioren an, die Schalen selbst zu berühren oder Stäbe zu halten. Spielen Sie bekannte ruhige Melodien (Volkslieder) leise im Hintergrund. Ermuntern Sie zum Mitsummen. Die Vibrationen und Töne wirken entspannend und fördern die Achtsamkeit.

Beispiel: Die Gruppe sitzt entspannt im Stuhlkreis. Ein Betreuer schlägt eine Klangschale an, es entsteht ein langer, tiefer Ton. Die Senioren schließen für einen Moment die Augen. Dann singt die Pflegefachkraft den Refrain eines Volksliedes. Herr L. summt mit – die Musik erweckt Erinnerungen und bringt alle in eine ruhige Stimmung.

Aktivierung: Malen und Gestalten

Material: Buntstifte, Wasserfarben, Pinsel, großes Papier oder Leinwand.

Anleitung: Legen Sie einfache Vorlagen bereit (z. B. Blütenränder) oder lassen Sie freies Malen zu. Ermutigen Sie zur bunten Gestaltung. Wenn nötig, führen Sie den Stift oder Pinsel leicht mit. Sprechen Sie währenddessen über Farben oder Motive („Welche Farbe passt für den Himmel?“). Ziel ist Ausdruck und Kreativität ohne Leistungsdruck.

Beispiel: Eine Dame malt eine Landschaft mit warmen Farben. Die Betreuerin fragt: „Erinnern Sie sich an Ihr letztes Urlaubsfoto?“ Frau B. nickt und erklärt, welche Farbe die Blumen auf ihrem Bild hatten. Das schafft Gespräch über Lieblingsorte.

Aktivierung: Kneten und Tastübungen

Material: Weiche Modelliermasse oder Knete, verschiedene Materialien (Stoffe, Schwämme, Holzstücke).

Anleitung: Lassen Sie die Senioren mit der Knete Formen kneten (z.B. Bälle, Schlangen). Bieten Sie Tastboxen an, in denen verschiedene Texturen zu erfühlen sind. Fragen Sie, was sie ertasten („Was fühlt sich weich an?“). Gemeinsames Kneten entspannt die Hände und aktiviert Erinnerung („Ich habe früher gern gedreht!“).

Beispiel: Herr G. modelliert mit Tonmasse ein Herz. Die Betreuungskraft sagt: „Ihr Herz ist kunstvoll geworden – denken Sie an jemanden, den Sie sehr lieben.“ Dadurch spricht Herr G. über seine Tochter, die er vermisst.

Aktivierung: Gemeinsames Singen

Material: Liedtexte großer Schrift, einfache Instrumente (Trommel, Rassel).

Anleitung: Wählen Sie vertraute Lieder (z.B. Volks- und Kirchenlieder). Singen Sie im Kanon oder leiten Sie zum Mitsingen an. Nutzen Sie Instrumente, um den Takt zu halten. Lieder mit einfachen Refrains fördern das Erinnerungsvermögen. Belohnen Sie jeden Einsatz mit Applaus oder einem Lächeln.

Beispiel: Beim Lied „Kein schöner Land“ winken mehrere Senioren mit Taschentüchern im Takt. Frau S. singt den Refrain klar mit, was alle ermutigt. Nach dem Lied danken alle mit Applaus für das gemeinsame Erlebnis.

Aktivierung: Erinnerungsreise mit Fotos

Material: Fotoalben, alte Ansichtskarten, Familienbilder.

Anleitung: Blättern Sie gemeinsam in Fotoalben. Lassen Sie die Senioren zu jedem Bild etwas erzählen („Wer ist hier zu sehen?“). Stellen Sie Fragen zu bekannten Orten oder Menschen. Wichtig: Korrigieren Sie nicht, sondern hören Sie geduldig zu. Oft bringt das Anschauen von Familien- oder Urlaubsfotos alte Erinnerungen hervor.

Beispiel: Eine Bewohnerin zeigt auf ein Hochzeitsfoto: „Das bin ich, damals 70, mit meinem Mann.“ Die Fachkraft antwortet: „Sie strahlen vor Glück. Erzählen Sie mal von diesem Tag.“ Die Dame beginnt, lebhaft von der Feier zu berichten.

Aktivierung: Rate- und Quizspiele

Material: Bildkarten (Tiere, Fahrzeuge), einfacher Quizkarten.

Anleitung: Legen Sie Bilder verdeckt aus (Memo-Spiel). Jeder deckt reihum zwei auf – finden sich ein Paar, darf er weiterspielen. Bei Quizfragen lesen Sie eine Frage vor und bieten 3 Antwortkarten an, aus denen ausgewählt wird. Belohnen Sie richtige Antworten mit Lob. Rätselspiele halten das Gedächtnis wach und machen Spaß.

Beispiel: Beim Bilder-Memory entdeckt Herr K. zwei Katzen-Motive. Erfreut ruft er „Katze!“ – eine Pflegerin nickt: „Genau, gut erkannt!“ und lässt ihn noch einmal ziehen.

Aktivierung: Basteln mit Naturmaterialien

Material: Bunte Blätter, Tannenzapfen, Zweige, Kastanien, Klebstoff, Papier.

Anleitung: Sammeln Sie im Hof Blätter oder Zapfen. Kleben Sie gemeinsam Collagen oder formen Sie einfache Figuren (z.B. Igel aus Kastanien). Fragen Sie dabei nach den Fundstücken („Welche Farbe hat dieses Blatt?“). Naturbasteln spricht mehrere Sinne an und fördert Kreativität.

Beispiel: Die Gruppe gestaltet ein Herbstbild: Frau M. klebt goldene Blätter auf ein Blatt. Der Betreuer fragt: „Welche Blätter fielen früher in Ihrem Garten?“ – Frau M. erzählt von Ahornbäumen in ihrer Kindheit.

Aktivierung: Gedächtnistraining – Wortlisten

Material: Karten mit Bildern oder Begriffen, Hörgeschichten.

Anleitung: Zeigen Sie den Senioren nacheinander mehrere Bildkarten, die sie sich merken sollen (z.B. Tiere oder Obst). Fragen Sie danach, ob sie sich an ein Motiv erinnern. Verwenden Sie kurze, einprägsame Geschichten, die Wörter enthalten, um das Erinnerungsvermögen zu trainieren. Wiederholen Sie genau jene Begriffe, die schwer fielen.

Beispiel: Der Betreuer zeigt drei Obstbilder: Apfel, Banane, Traube. Nach einer kleinen Unterbrechung fragt er: „Welches Obst war da?“ Ein Bewohner erinnert sich an „Banane“. Die Gruppe lobt ihn: „Klasse, genau!“

Aktivierung: Rollenspiele oder Szenenspiele

Material: Verkleidungsstücke (Hüte, Schals), Alltagsgegenstände (Telefon, Kasse).

Anleitung: Inszenieren Sie eine einfache Alltagssituation, z. B. einen Einkauf oder Friseurbesuch. Freiwillige schlüpfen in Rollen und interagieren spielerisch. Die Pflegekraft führt und lädt zum Dialog ein. Solche Rollenspiele aktivieren Sprache und fördern soziale Interaktion.

Beispiel: Zwei Senioren spielen „Kaffeegespräch“: Einer sitzt am Tisch, der andere bringt imaginären Kaffee. Die Pflegerin setzt ein Plätzchen dazu und sagt: „Der Kaffee ist fertig – möchten Sie Milch oder Zucker?“ Der andere antwortet – alle werden kreativ eingebunden.

Aktivierung: Quiz zu alten und aktuellen Zeiten

Material: Fragenkarten zu historischen oder alltäglichen Themen, Bilder von alten Autos, Mode, etc.

Anleitung: Stellen Sie einfache Fragen (z.B. „Wie hieß der Bundeskanzler in den 1970ern?“ oder „Was feiert man am 1. Mai?“) und bieten Sie Antworten zur Auswahl. Zeigen Sie alte Fotos (z.B. von Stadtansichten früher) und fragen nach Details. Jede richtige Antwort wird gefeiert.

Beispiel: Ein Bild zeigt ein altes Telefon. Der Betreuer fragt: „Was für ein Gerät ist das?“. Frau G. strahlt: „Ein Telefon wie früher!“ – die Erinnerung an früheres Leben wird geteilt.

Aktivierung: Kleine Sport-Challenge

Material: Leichte Bälle, Pappbecher, Musik.

Anleitung: Veranstalten Sie einfache Wettkämpfe im Sitzen: Wer wirft den Ball am weitesten (auf kleine Ziele)? Wer stapelt am meisten Becher? Nutzen Sie Rhythmus (zählen Sie laut oder spielen Sie Musik). Wichtig sind Spaß und Bewegungsanreiz.

Beispiel: Drei Senioren versuchen, einen Ball in eine Kiste zu werfen. Jeder Treffer wird mit Applaus belohnt. Frau H. schafft es mit viel Schwung – alle freuen sich über ihren Treffer.

Aktivierung: Märchen- und Geschichtenstunde

Material: Kinderbücher, berühmte Märchen (vorbereitet als Kurztext).

Anleitung: Lesen oder erzählen Sie gemeinsam ein bekanntes Märchen (z.B. Schneewittchen). Unterbrechen Sie an spannenden Stellen und lassen Sie die Gruppe erraten, wie es weitergeht. Fragen Sie, ob sich jemand an ein Märchen aus eigener Kindheit erinnert. Märchen öffnen die Fantasie und sind oft tief im Gedächtnis verankert.

Beispiel: Die Pflegerin liest „Rotkäppchen“ vor. Frau T. ergänzt plötzlich die nächsten Sätze: „…und der Jäger rettete Rotkäppchen.“ Alle freuen sich über ihr Wissen und erinnern sich daran, das Märchen als Kinder gern gehört zu haben.

Aktivierung: Gartenarbeit oder Pflanzenpflege

Material: Blumentöpfe, Erde, Blumensamen oder -setzlinge, Gießkannen.

Anleitung: Pflanzen Sie mit den Senioren Blumen oder Kräuter in Blumentöpfe. Zeigen Sie jeden Schritt: Erde einfüllen, Samen einstreuen, gießen. Sprechen Sie über die Pflanzen („Welche Farbe hat Ihre Lieblingsblume?“). Die Verbindung mit der Natur wirkt beruhigend.

Beispiel: Frau K. pflanzt mit Hilfe von jemandem ein kleines Blumenbeet. Die Pflegefachkraft fragt: „Welches Blumenbett hatten Sie früher?“ – Frau K. erzählt von ihrem Rosengarten. Dabei kann sie sogar kleine Rosenblätter erspüren, was ihr Freude bereitet.

Aktivierung: Zeitung oder Zeitschrift vorlesen

Material: Aktuelle Zeitung (große Schrift), Zeitschriften mit großen Bildern.

Anleitung: Lesen Sie interessante Artikel oder Geschichten vor. Unterbrechen Sie, um Fragen zu stellen („Wer erkennt diese Person?“). Ermuntern Sie die Senioren, Stellung zu beziehen: „Was denken Sie darüber?“. Dieser Diskurs aktiviert Gedächtnis und Sprache.

Beispiel: Beim Vorlesen einer Meldung über ein Dorffest grinst Herr M. und sagt: „So ein Fest habe ich früher oft mitgemacht!“ – nun sprechen alle über Feste und Brauchtum.

Aktivierung: Würfelspiel (einfaches Brettspiel)

Material: Großer, weicher Würfel mit Punkten oder Symbolen, selbstgemachter Spielplan auf Papier.

Anleitung: Gestalten Sie ein einfaches Würfelspiel: Jeder würfelt und zieht seine Spielfigur entsprechend. Auf bestimmten Feldern können kleine Aufgaben stehen („Nenne ein Haustier“). Beim Würfeln helfen Sie laut mitzuzählen. Jeder Erfolg – Platz erreichen oder richtige Aufgabe – wird gelobt.

Beispiel: Eine Bewohnerin würfelt eine 5 und darf fünf Felder vorziehen. Sie kommt auf ein Feld mit einem Tierbild – „Nennen Sie ein Haustier!“. Sie sagt „Hund“ – alle jubeln: „Genau!“.

Aktivierung: Meditation mit Klangreise

Material: Ruhige Musik (z.B. Vogelgezwitscher, Meeresrauschen), weiche Kissen.

Anleitung: Bitten Sie die Senioren, sich bequem hinzulegen oder zu setzen. Spielen Sie gefühlvolle Naturklänge oder leise Melodien. Fordern Sie zu Tiefenatmung auf („Atmen Sie ruhig ein und aus“). Eine ruhige Stimme begleitet („Wir hören nun das Rauschen des Meeres…“). Diese kurze Meditation wirkt beruhigend.

Beispiel: Alle liegen mit geschlossenen Augen da. Die Stimme des Betreuers erzählt von einem Spaziergang am Strand, begleitet von Wassergeräuschen. Nach einigen Minuten fühlt sich Frau L. gelöst und berichtet: „Ich war fast auf einem Schiff…“.

Aktivierung: Basteln mit Papier und Schere

Material: Buntes Papier, Schere mit abgerundeten Spitzen, Klebstoff, Stifte.

Anleitung: Schneiden und kleben Sie mit den Senioren einfache Figuren (Herzen, Sterne, Blumen). Zeigen Sie Schritt für Schritt, wie man aus Papier ein Motiv faltet und schneidet. Verschönern Sie die Werke mit Glitzer oder Malerei. Gemeinsames Basteln fördert Konzentration und Feinmotorik.

Beispiel: Herr N. schneidet ein Herz aus rotem Papier aus. Die Pflegekraft sagt: „Ihr Herz sieht wunderschön aus! Möchten Sie jemandem damit eine Freude machen?“ – Herr N. lächelt stolz.

Aktivierung: Bewegtes Erinnern (Lieder mit Gestik)

Material: Bekannte Liedtexte (große Schrift), bunte Tücher.

Anleitung: Kombinieren Sie Singen mit einfachen Bewegungen: Beim Abspielen eines Volkslieds fordern Sie zum passenden Schwingen eines Tuchs oder Klatschen auf. Jeder singt oder summt mit, die Gesten geben Sicherheit. Diese Doppelstimulation (Hören und Bewegen) ist besonders bei Demenz hilfreich.

Beispiel: Zum Lied „Der Mond ist aufgegangen“ wedeln alle sanft mit blauen Tüchern. Herr P. sagt: „Das fühlt sich an wie ein Schiff!“ – alle nicken, und die Pflegerin verbindet das mit einer kurzen Fantasiereise, die alle genießen.

Aktivierung: Kaffeerunde mit Fotoalbum

Material: Kaffee/Tee, Kekse, Fotoalben.

Anleitung: Veranstalten Sie eine gemütliche Kaffeepause. Stellen Sie ein Fotoalbum auf den Tisch. Jeder Bewohner darf ein Foto auswählen und etwas dazu erzählen. Die Pflegekraft ermutigt: „Wer erkennt diese Person oder das Ereignis?“ Ziel ist ein vertrauter, heimeliger Austausch.

Beispiel: Beim Anblick eines Kinderfotoas fragt die Pflegende: „Waren das etwa Sie, Frau H.?“. Die Dame nickt und erinnert sich: „Da war mein jüngstes Enkelchen gerade zwei.“ – ein persönliches Gespräch entsteht.

Aktivierung: Sprach- und Zungenübungen

Material: Keine, ggf. Spiegel.

Anleitung: Führen Sie mit den Senioren einfache Mundgymnastik durch: Heben und Senken der Wangen, lautes Aussprechen von Konsonanten („Platzkartinka“). Bitten Sie sie, Wörter langsam nachzusprechen. Sie können auch leichte Zungenbrecher (selbst kreiert) einbauen. Ziel ist, Artikulation und Aussprache zu trainieren.

Beispiel: Eine Betreuungskraft spricht langsam den Satz „Fischers Fritz“ vor. Herr J. wiederholt ihn nach – mit einem Lachen, weil er stolpert. Alle lachen herzhaft mit, was die Stimmung hebt.

Aktivierung: Gedächtnispuzzles (Sudoku & Co.)

Material: Große Puzzles mit einfachen Bildern, legespielbare Puzzle-Bilder (Mandala zum Ausmalen).

Anleitung: Legen Sie Puzzles gemeinsam. Beginnen Sie mit Randteilen oder großen Farbflächen. Helfen Sie bei Bedarf mit Hinweisen („Welches Teil könnte das sein?“). Ermutigen Sie die Teilnehmer zu kleinen Erfolgen (ein richtig gelegter Teil wird gelobt). Das Zusammenbauen steigert Konzentration und Erfolgserlebnis.

Beispiel: Herr U. fügt ein Puzzleteil in den Himmel ein. Die Pflegefachkraft ruft: „Super! Jetzt sieht man schon mehr von der Landschaft.“ Herr U. strahlt über das Lob und will nun noch ein Teil suchen.

Aktivierung: Rhythmus- und Klatschspiele

Material: Keine speziellen, evtl. Trommeln oder Holzklötzchen.

Anleitung: Klopfen Sie im Takt auf den Tisch und lassen Sie die Senioren mitklatschen. Singen Sie dazu einfache Lieder mit immer wiederkehrenden Refrains. Variieren Sie das Tempo. Solche Übungen schulen Rhythmusgefühl und fördern das Gemeinschaftsgefühl.

Beispiel: Die Betreuerin klatscht den Takt des Liedes „Alle Vögel sind schon da“. Nach ein paar Takten macht jeder nach. Herr L. klopft laut mit – alle merken: „Er ist ganz dabei!“

Aktivierung: Naturbeobachtung und Vogelstimmen

Material: Fernglas (optional), Tierstimmen-CD, Bilder von Vögeln und Pflanzen.

Anleitung: Setzen Sie sich mit den Senioren ans Fenster oder nach draußen. Hören Sie Vogelgezwitscher und fragen Sie, welche Vögel sie kennen. Zeigen Sie Bilder dazu. Besprechen Sie, was man in jedem Monat im Garten sieht. Diese Aktivität stimuliert die Sinne und regt zu Gesprächen über Naturerlebnisse an.

Beispiel: Als ein Spatz erklingt, hält der Betreuer ein Vogelbild hoch: „Erkennen Sie den kleinen Kerl dort?“. Frau M. lächelt: „Das war immer unser Spatzenpärchen im Hof!“ – sie beginnt, vom Füttern im Garten zu erzählen.

Aktivierung: Sinnesparcours

Material: Stoffe mit unterschiedlichen Oberflächen (Samt, Wolle), kleine Döschen mit Duftproben (Zimt, Kaffee, Lavendel), kleine Leckerbissen.

Anleitung: Richten Sie Stationen ein: Z.B. eine mit verschiedenen Tasten (Gewebe, Fell) zum Fühlen, eine mit Duftdosen zum Riechen und eine mit kleinen Naschproben zum Schmecken. Lassen Sie die Senioren nacheinander jede Station besuchen und ihre Empfindungen beschreiben („War das weich?“, „Riecht das nach Früchten?“).

Beispiel: Frau N. riecht an einem Säckchen mit Kaffeepulver und sagt: „Das erinnert mich an das Café in meiner alten Nachbarschaft.“ Der Betreuer erkundigt sich: „Was haben Sie dort am liebsten getrunken?“ – ein Gespräch über Alltagserinnerungen beginnt.

Aktivierung: Boccia oder Zielwerfen

Material: Boccia-Kugeln oder weiche Bälle, Markierungen für Zielkreis.

Anleitung: Ziehen Sie einen kleinen Zielkreis oder –punkt im Raum auf. Jeder darf im Sitzen versuchen, eine Kugel oder einen Ball so nah wie möglich zu werfen. Zählen Sie die Punkte und loben Sie jeden guten Wurf. Dieses leichte Wurfspiel schult Auge-Hand-Koordination und bringt Spaß.

Beispiel: Herr P. wirft eine Boccia-Kugel. Sie rollt fast an den Mittelpunkt des Kreises – die Pflegekraft ruft: „Super geworfen, Herr P.!“ Erstrahlend geht er in die nächste Runde.

Aktivierung: Puzzles zusammensetzen

Material: Großer Bilder-Puzzle mit klaren, farbenfrohen Motiven (Tiere, Landschaft). Tisch oder Puzzle-Brett.

Anleitung: Beginnen Sie mit den Randteilen und großen Farbflächen. Bitten Sie die Senioren zu helfen, passende Teile zu finden. Ermutigen Sie dazu, zusammenzuarbeiten („Gemeinsam schaffen wir das!“). Bei Bedarf zeigen Sie, wohin ein Teil passen könnte. Das Erfolgserlebnis beim Zusammenfügen fördert Stolz und Freude.

Beispiel: Zwei Bewohner arbeiten gemeinsam am Puzzle. Als Herr G. ein passendes Teil findet, klatschen alle: „Bravo!“ Die Stimmung ist heiter, jeder freut sich über das wachsende Bild.

Aktivierung: Handmassage

Material: Handcreme oder -öl.

Anleitung: Setzen Sie sich gegenüber den Senioren. Massieren Sie behutsam die Hände (Finger, Handflächen, Handrücken). Sprechen Sie dabei ruhig: „Spüren Sie die Wärme?“ Eine solche Berührung entspannt und kann festgehaltene Anspannung lösen.

Beispiel: Die Pflegerin massiert Frau L.s Hand. Diese schließt genussvoll die Augen und sagt: „Danke, das war schön.“

Aktivierung: Tagesrückblick gestalten

Material: Weißes Brett oder großes Blatt, Marker, Fotos des Tages.

Anleitung: Hängen Sie ein Tafelbild mit Stichworten des Tages auf. Kleben oder malen Sie Symbole zu den Aktivitäten (z.B. Sonne für Spaziergang). Lassen Sie einen Bewohner erklären: „Zuerst haben wir gefrühstückt, dann den Spaziergang gemacht.“ Dies gibt Struktur und bindet die Angehörigen in Erinnerungen ein.

Beispiel: Nach dem Mittag setzt die Pflegekraft ein Bild mit einem Tischkarte drauf. Herr B. sagt: „Hier haben wir zusammen gegessen.“ Alle wiederholen: „Essen!“, und fühlen sich verbunden durch das gemeinsame Ritual.

Aktivierung: Bildrätsel

Material: Zeitungen und Zeitschriften, Bilder von Tieren oder Gegenständen, Kleber.

Anleitung: Schneiden Sie Bilder in zwei Hälften (oben/unten oder links/rechts). Lassen Sie die Senioren die passenden Bildhälften zusammenlegen und kleben. Dabei erraten sie das Motiv. Diese Aktivität trainiert visuellen Abgleich und bietet Gesprächsanlass, wenn ein Bild erkennbar wird.

Beispiel: Eine Dame legt ein Bild von einem Hund fertig zusammen und ruft: „Schau, ein Hund!“ Alle klatschen, und die Pflegerin sagt: „Ja, ein guter Freund vieler Menschen.“ Die Runde spricht über Haustiere.

Aktivierung: Erinnerungsbox

Material: Kiste oder Schachtel mit vertrauten Gegenständen (Foto, Taschentuch, Muschel).

Anleitung: Füllen Sie eine Box mit persönlichen Gegenständen des Bewohners oder bekannten Symbolen. Lassen Sie den Bewohner nacheinander etwas herausnehmen und erzählen. Fragen Sie: „Woran erinnert Sie das?“ und hören Sie aufmerksam zu. Dies weckt individuelle Erinnerungen.

Beispiel: Herr M. holt einen alten Schlüssel aus der Box. Die Pflegekraft fragt: „Wofür war der?“ – Herr M. erklärt stolz: „Damit habe ich mal mein erstes Auto abgeschlossen!“ – alle hören gespannt zu.

Aktivierung: Tierbesuch im Haus

Material: Ein ruhiges Haustier (z. B. Hund, Kaninchen) oder Bilder von Tieren.

Anleitung: Ermöglichen Sie einen kurzen Besuch eines gutmütigen Tieres. Lassen Sie die Senioren das Tier streicheln oder auf dem Schoß halten. Auch das Erzählen über Haustiere kann involviert werden. Tierkontakt wirkt beruhigend und schafft Freude.

Beispiel: Ein Kleinhund betritt den Raum. Frau Q. krault ihm ein wenig das Fell und lacht: „Er ist ja ganz sanft!“ Dies weckt Emotionen, und es entsteht ein kurzes Gespräch über frühere eigene Haustiere.

Aktivierung: Zeitung-Memory

Material: Ausgeschnittene Bilder aus Zeitung oder Werbung, jeweils doppelt.

Anleitung: Legen Sie die Bildpaare verdeckt aus. Jeder deckt zwei auf. Liegt ein Paar („Alt und Neu“), darf er sie behalten und noch einmal aufdecken. Die Bilder können einfache Symbole sein (Telefon, Auto, Haus). Dies verbindet Erinnern mit dem Gewöhnlichen aus dem Alltag.

Beispiel: Ein Bewohner deckt zwei gleiche Bilder eines Mannes mit Zeitung auf. Frau P. sagt: „Aha, das war im Sportteil!“ – eine Erinnerung an Lesen entsteht.

Aktivierung: Tanzen im Sitzen

Material: Rhythmisierende Musik (Tango, Walzer), ggf. Luftballons als Tanzpartner.

Anleitung: Setzen Sie die Senioren im Kreis. Spielen Sie langsame Musik und animieren Sie sie, mit dem Oberkörper im Takt zu schwingen. Geben Sie im Text Anweisungen („Stellen Sie sich vor, Sie tanzen einen Walzer“). Dies fördert die Körperwahrnehmung und hebt die Stimmung.

Beispiel: Die Gruppe summt einen Walzer mit und bewegt die Schultern langsam. Ein Bewohner lehnt sich zurück und schließt lächelnd die Augen – die sanfte Musik hat ihn beruhigt.

Aktivierung: Basteln mit Wolle (stricken/knüpfen)

Material: Dicke Wolle, große Stricknadeln oder Knüpfbretter.

Anleitung: Erklären Sie einfache Strickbewegungen (eine Masche aufnehmen, abheben). Lassen Sie die Senioren abwechselnd stricken – auch ein paar Maschen reichen. Unterstützen Sie mit ruhigen Hinweisen. Stricken fördert Ausdauer und Feinmotorik.

Beispiel: Herr N. lernt, wie man eine Schleife knüpft. Er schafft nach einiger Zeit ein kurzes Stück Wolle, das die Pflegekraft lobt: „Ihr Schal wird wunderbar bunt!“ – er strahlt vor Stolz.

Aktivierung: Fädelarbeiten (Nähen ohne Nadel)

Material: Filzstoff, vorgeschnittene Löcher oder große Perlen, Schnur.

Anleitung: Geben Sie vorgefertigte Filzteile, durch deren Löcher Schnüre gefädelt werden können (Schnurkarten). Senioren können so „nähen“, ohne Nadelgefahr. Fertige Stücke können dann verziert werden (z.B. als Anhänger). Dies schult Feinmotorik.

Beispiel: Frau Z. fädelt die Schnur geschickt durch mehrere Löcher. Beim Festziehen fragt der Betreuer: „Was soll aus Ihrer Arbeit entstehen?“ Sie überlegt: „Ein Herz für meine Enkelin.“ – eine liebevolle Idee.

Aktivierung: Gesichtsausdrucks-Mimik

Material: Spiegel oder Bildkarten mit Gesichtsausdrücken (lachend, nachdenklich, erstaunt).

Anleitung: Zeigen Sie den Senioren verschiedene Emotions-Karten oder bitten Sie sie, in einem Spiegel ihr Gesicht zu sehen. Lassen Sie sie Lächeln, Stirnrunzeln oder „Angst“ spielen. Nennen Sie dabei das Gefühl („Freude“, „Überraschung“). Das fördert Selbstwahrnehmung und emotionale Ansprache.

Beispiel: Die Pflegekraft hält eine Karte mit lachendem Gesicht hoch. Herr R. versucht nachzuziehen – dabei kichert er selbst. Alle bewundern sein gelungenes Lachen.

Aktivierung: Tuch-Tanz

Material: Bunte Stoff- oder Taschentücher, sanfte Musik.

Anleitung: Geben Sie jedem Senior ein Tuch. Lassen Sie zu Melodien Tücher wie Fahnen schwenken (hoch in die Luft, sachte im Kreis bewegen). Singen oder Summen passt gut dazu. Dieses Spiel verbindet Kreativität mit leichter Bewegung.

Beispiel: Zu einem Walzer singen alle „La la la“ und winken mit den Tüchern. Frau R. führt sanft Bewegungen vor, die alle nachmachen. Ihre Freude steckt alle an.

Aktivierung: Filmvorführung und Gespräch

Material: Kurzfilm oder Slides (z.B. altes Heimatfilmchen), Fernseher/Beamer, bequeme Stühle.

Anleitung: Zeigen Sie einen kurzen Film (z.B. Stummfilm oder eine Bildershow) über Alltagsthemen. Stoppen Sie zwischendurch und fragen Sie: „Erkennen Sie die Szene?“ oder „Was könnte als Nächstes passieren?“. Diskussionen zum Gesehenen wecken Erinnerungen. Halten Sie den Film kurz (ca. 5–10 Min).

Beispiel: Das Bild zeigt einen alten Marktplatz. Die Pflegerin fragt: „Erkennen Sie dieses Tor hier?“ Herr G. sagt: „Das war unser Markt vor 50 Jahren!“ – aus dem Austausch entsteht eine lebhafte Erzählrunde.

Aktivierung: Heimatlieder singen

Material: Volksliedertexte (großdruck), Zither oder Gitarre.

Anleitung: Wählen Sie beliebte regionale Lieder aus. Singen Sie gemeinsam und klatschen Sie dazu. Bitten Sie die Senioren, sich an eine Strophe zu erinnern. Heimatlieder sind für viele vertraut und wecken Geborgenheit.

Beispiel: Beim Lied „Komm, lieber Mai“ stimmen alle leise mit ein. Die Pflegekraft begleitet auf der Gitarre. Frau K. summt den Refrain – alle nicken: „Ja, Mai war immer schön für uns!“

Aktivierung: Zitat- und Sprichwort-Raten

Material: Karten mit Sprichwörtern, Bilderrätsel für Redewendungen.

Anleitung: Nennen Sie den Anfang eines Sprichworts („Der Apfel fällt …“) und lassen Sie raten („… nicht weit vom Stamm.“). Oder zeigen Sie z.B. einen Frosch und fragen: „Welches Sprichwort könnte hier passen?“ Solche Spiele aktivieren Allgemeinwissen und regen die Wortschatzbildung an.

Beispiel: Auf einem Bild sieht man einen gefallenenen Apfel neben dem Baum. Der Betreuer sagt: „Der Apfel fällt …“ Alle vervollständigen: „… nicht weit vom Stamm!“ Alle lachen über das gemeinsame Erraten.

Aktivierung: Ballon-Stapeln

Material: Vorher aufgeblasene Luftballons, Plastikröhren oder leere Papierbecher.

Anleitung: Setzen Sie die Senioren in Reihe und geben Sie jedem einen Luftballon. Die Aufgabe ist, eine Spirale aus Bechern zu bauen, ohne dass der Ballon umstürzt. Dies fördert Konzentration und Fingerspitzengefühl.

Beispiel: Herr Z. stapelt vorsichtig seinen 5. Becher. Als der Ballon wackelt, applaudieren alle, als er den 6. Platz dennoch hält. Er lächelt stolz und setzt den nächsten Becher.

Aktivierung: Luftballon-Tennis

Material: Aufgeblasener Luftballon, leichte Schläger (z.B. Pappteller an Stöcken).

Anleitung: Im Sitzen spielen sich die Senioren einen Luftballon zu – mit den Händen oder Schlägern. Zählen Sie die Ballwechsel („Sechsmal hin und her!“) oder erfinden kleine Regeln (z.B. jedes Motivationswort erhält einen Punkt). Ideal ist eine offene Stelle ohne Hindernisse.

Beispiel: Zwei Bewohner rollen sich den Luftballon mit den Händen zu. Bei jedem „Auf!“ und „Zu!“ lachen alle mit. Der Pfleger zählt laut mit, und nach zehn Schlägen klatschen alle.

Aktivierung: Riech- und Schmecktests

Material: Duftdöschen (z.B. Kaffee, Vanille, Zitrone), kleine Kostproben (Früchte, Kekse).

Anleitung: Lassen Sie die Senioren an den Döschen riechen und benennen. Danach dürfen sie kleine Bissen probieren. Fragen Sie nach Assoziationen („Woran erinnert Sie der Duft?“). Geruchs- und Geschmackssinne sind bei Demenz oft am längsten erhalten.

Beispiel: Frau H. riecht an Kaffee und sagt: „Frühstückskaffee von früher!“ – die Pflegekraft fragt, was sie dazu gegessen hat, und das weckt Erinnerungen.

Aktivierung: Stuhltanz

Material: Fröhliche Musik (Tanzmusik), evtl. leichte Girlanden.

Anleitung: Die Senioren sitzen im Kreis. Spielen Sie bekannte Tanzlieder. Animieren Sie sie zum rhythmischen Mitwippen oder Tischaufstampfen. Einfache Tanzbewegungen („bis einen Meter vor Ihrem Stuhl drehen“) bringen alle in Bewegung, auch im Sitzen.

Beispiel: Die Gruppe tanzt im Sitzen zu einem Schlager. Jeder winkt mit den Armen mit. Herr R. ruft scherzhaft „Jetzt drehen wir uns um!“, und alle drehen langsam ihre Oberkörper, als würden sie Karussell fahren.

Aktivierung: Seifenblasen fangen

Material: Seifenblasenflüssigkeit, Zauberstab oder Maschine.

Anleitung: Erzeugen Sie zahlreiche Seifenblasen. Ermuntern Sie die Senioren, sie zu „fangen“ oder zu berühren, bevor sie platzen. Beobachten und kommentieren Sie gemeinsam die bunten Formen. Das Kichern über zerplatzende Seifenblasen fördert Lebensfreude und überraschende Bewegungen.

Beispiel: Ein Bewohner juchzt, als er eine Seifenblase fast fängt und sie zerplatzt. Die Betreuerin lacht mit: „Da war sie weg – wie ein kleiner Regenbogen.“ Alle blicken fasziniert den nächsten Blasen nach.

Sprach-Café: Plauderrunde

Material: Kaffeetassen, Kuchen, gemütliche Sitzgruppe.

Anleitung: Richten Sie eine Teerunde wie im Café ein. Servieren Sie heiße Getränke und Snacks. Beginnen Sie ein Thema („Unser schönster Urlaub war…“) und lassen Sie alle reihum erzählen. Jeder Beitrag wird wertschätzend aufgenommen. Ein lockerer, entspannt-privater Rahmen regt dazu an, Erinnerungen und Gefühle zu teilen.

Beispiel: Bei Kaffee fragt die Begleitung: „Welche Arbeit haben Sie gern gemacht?“. Ein Bewohner erzählt von seinem Schreinerberuf, während die anderen nicken. Die Runde hört aufmerksam zu und stellt Fragen. Das Gefühl, in einer vertrauten Runde zu sprechen, vermittelt Geborgenheit.

Topic Gedächtnis & Erzählen

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