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Warum sind Videospiele so ein Ragebait?

Hi! Dennis von Indie Fresse hier.

Zwischen unseren Podcast-Folgen gibt’s kluge Gedanken zu schönen Spielen in eurem Postfach.

Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt:

Heute: Zwei Aufregerthemen aus d Games-Welt und ihre Hintergründe.

Aber bevor es losgeht:

Indie Fresse auf Twitch

Erwischt uns diese Woche live auf Twitch (Opens in a new window), am Mittwoch, den 10.06. ab 20:30.

Marcus spielt zum ersten Mal in seinem Leben Balatro und wir wollen die Gelegenheit nutzen, um entspannt mit euch zu plaudern.

Also kommt rum!

Ein kluger (?) Gedanke: Wie Games zu Ragebait werden

Unter Ragebait verstehen wir im Netz vor allem eine Sache: Einen Post, eine Meinung, einen Inhalt, der vor allem dafür dient, andere Leute ausrasten zu lassen.

Kurz: Eine Trollaktion.

Bei zwei Momenten in letzter Zeit war ich mir nicht sicher, ob das Trollen, das Ärgern und das Aufregen nicht gerade zu einer merkwürdigen Taktik geworden sind, um Spiele zu vermarkten.

Da wäre zum einen:

God of War: Laufey und der misogyne Backlash

New 'God of War: Laufey' Announcement Leaves Fans Harshly Divided - Men's  Journal

Denn im neuen Action-Mythen-Abenteuer steuern Spieler*innen nicht mehr den grummeligen Depri-Dad Kratos, sondern Faye, seine Frau, mit deren Tod God of War (2018) beginnt.

Und dann kommt es wie es kommen muss: Irgendwelche Knallkopf-Gamer auf X und Reddit regen sich drüber auf (Opens in a new window).

Faye sei nämlich “hässlich” und sehe aus wie eine alte Hexe und nicht wie eine Göttin, die sie ja sei.

Das ist komplett gaga. Ich habe mir das Video (Opens in a new window) angeschaut und kann mir beim besten Willen nicht erklären, wie man die Figur im Spiel als besonders hässlich empfinden soll und — falls doch — warum das eine so große Rolle spielen sollte. Denn, um ehrlich zu sein, ist auch Kratos kein männliches Model. Übrigens wie so viele männliche Protagonisten in Spielen, die monströs, seltsam, eigenartig sein dürfen ohne, dass sich jemand wirklich darüber aufregt.

Mich hat diese Geschichte so sehr genervt. Denn, klar, natürlich ist der wahre Grund, warum sich Gamer-Männer über den Look von Spiele-Protagonistinnen aufregen Misogynie. Aber gleichzeitig glaube ich, dass das, was gerade passiert, auch extrem der Logik von Social Media geschuldet ist.

Oder anders gesagt: Ich bin mir gar nicht sicher, ob sich wirklich nennenswert viele Gamer-Männer über die Schönheit oder Hässlichkeit von Faye echauffieren. Oder ob es nicht eher einige wenige sind, deren hasserfüllte Gaga Hot Takes von Plattformen wie X, Reddit und TikTok mit Aufmerksamkeit belohnt werden, was dann dazu führt, dass über diese Fälle geschrieben wird und man sich herrlich darüber aufregen kann auf — korrekt — Social Media Plattformen.

Ob Games-Publisher so zynisch sind, dass sie diesen Aufregungszyklus einplanen? Das will ich nicht glauben. Aber so ein bisschen war mir dann doch danach, als nämlich die zweite bizarre Nachricht diese Woche eintrudelte.

Sie haben Tupac wiederbelebt

Rapper Tupac als Videospielfigur in "Stranger Than Heaven"

In Pog-Form Yakuza-Form. Oder genauer: Als eine Figur im neuen Spiel der japanischen Yakuza-Macher RGG.

Und, Leute, ich will ganz ehrlich sein: Ich war so kurz davor wütende Posts auf Bluesky abzusetzen.

Weil — ist doch klar — da wird offensichtlich irgendeine dunkle KI-Nekromantie betrieben, um einen legendären, längst toten Künstler wiederzubeleben und ohne Rücksicht auf Verluste in ein Videospiel reinzupressen, um eine Internetkontroverse zu starten, und so mehr Aufmerksamkeit für ein Spiel zu generieren und wie geschmacklos ist das denn alles bitte, zerstört KI nicht schon genug, jetzt also noch diese Geschmacklosigkeit und MARCUS HOL DEN WATSCHENFISCH

…einatmen…

…ausatmen…

Den Post hab ich dann doch nicht geschrieben. Weil genau in dem Moment ein Newsletter von Stephen Totilo im Postfach gelandet ist. Totilo hat Publisher Sega nach Tupac gefragt und die Antwort bekommen: Da ist keine KI im Spiel. Tupacs Stimme wird nicht per KI synthetisiert. Der Nachlass von Tupac ist mit der Aktion einverstanden. Alles basiere auf Archivmaterial.

Wirklich gut finde ich das immer noch nicht. Vor allem, weil es um den Nachlass von Tupac seit Jahren Kontroversen gibt. 2022 reichte Tupac Shakurs Schwester Klage (Opens in a new window) gegen den Nachlassverwalter ein. Sie beschuldigt ihn, Millionen Dollar veruntreut zu haben.

Ein Urteil gibt es in dem Fall noch nicht. Und wirklich simpel ist diese ganze Sache sowieso nicht.

Man hätte diese komplexe Geschichte zumindest irgendwie beim Summer Game Fest, auf dem der Tupac-Trailer erstmals gezeigt wurde, erklären oder einordnen können. Man hätte mehr darauf eingehen können, warum unbedingt jetzt Tupac Shakur in einem Videospiel auftauchen sollte.

Hat man aber nicht. Stattdessen kam Snoop Dogg auf die Bühne um etwas davon zu erzählen, dass der “spirit” von Tupac eben irgendwie weiterlebe (vielleicht ja im exklusiven Tupac-Wein (Opens in a new window), den Snoop verkauft), und darum jetzt auch im Spiel sei.

Und das bietet Raum für Spekulation und Aufregung.

Ist das Kalkül? Planlosigkeit? Dummheit?

Was auch immer es ist: Ich will bitte weniger davon, liebe Games-Welt.

Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug

Tierfotos für ein besseres Internet

Ich war im Urlaub und habe euch diese sehr gute Katze aus Kyoto mitgebracht

Ihr habt auch gute Tiere, die ihr mit uns teilen wollt? Schickt rüber!

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