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„Wie strukturiere ich meine Motive, wie bestimme ich meine Arbeitsschritte?“

Manchmal sieht man ein Motiv, möchte es malen und weiß nicht, womit man anfängt und wie die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist.

Bei mir ist es immer die gleiche Reihenfolge, egal ob ich eine Landschaft, ein Porträt oder ein Stillleben male, und egal ob ich von der Natur oder vom Foto male.

1.Schritt: Verbindung zum Motiv aufbauen.

Ich fühle mich in das Motiv hinein. Was finde ich an diesem Motiv so schön? Wie ist die Atmosphäre im Bild? Ich betrachte das Motiv relativ lange und merke mir die Details. Was ist für mich das Wichtigste in diesem Motiv? Wo setze ich die Akzente?

Möchte ich bei einer Landschaft einen Akzent auf den Himmel setzen, das Weite und die Luft? Dann gebe ich mehr Raum für den Himmel in meinem Bild. Ist Himmel nicht so relevant und ich möchte die Bäume oder einen Fluss zeigen, dann bekommen sie mehr Raum. Gibt es an diesem Motiv noch etwas, was ich zeigen gerne möchte?

Ein Beispiel, was es im Video nicht gibt: Bei einem Porträt möchte ich z.B. gerne einen Akzent auf das Gesicht setzen. Dann werden die Hände und vielleicht die Kleidung nicht so detailliert gemalt. Man kann es auch anders machen: Ich möchte z.B. Hände einer älteren Dame beim Stricken zeigen. Ihre Hände verraten viel über sie: Harte Handarbeit, Erfahrung usw. Um diesen Effekt zu verstärken, male ich die Hände und ihr Strickzeug scharf und detailliert, und der Rest wird etwas unscharf gemalt. Was ich damit sagen möchte: Es hängt von der Idee ab!

2. Schritt.

Überblick über die Tonwerte verschaffen. Was ist am hellsten, was ist am dunkelsten?

Bei diesem Schritt kann man sich eine kleine Tonwertskizze erschaffen. Das ist kein Ding, was nur Anfänger machen, viele professionellen Maler, egal ob Aquarellmaler oder Öl-, Acryl-, Pastellkünstler erstellen zuerst Tonwertskizzen und sogar schnelle Etüden (eine farbige Skizze) zum Motiv. Nichts für Ungeduldige, ich weiß:)

3. Farbkarte erstellen: Welche Farben und welche Farbkombinationen werde ich verwenden? Mehr dazu im Video.

4. Highlights, Lichtreflexe finden. Was und ob ich sie mit einer Maskierflussigkeit reserviere oder wie gehe ich damit um?

5. Ich persönlich arbeite meistens von Hell nach Dunkel und von oben nach unten. Ich muss die folgende Eigenschaften von Aquarell beachten:

Die Aquarellfarben sind durchsichtig und deshalb kann man die dunkle Stellen mit hellen Farben nicht übermalen (es sei denn du hast spezielle deckende Farben und verwendest sie nicht überall, sondern schaffst damit nur Akzente). Deshalb wird zuerst das gemalt, was hell ist.

Du kannst mit viel Feuchtigkeit deine dunkel gemalte Stellen verwischen. Deshalb bietet sich an, zuerst im Nass-in-Nass Verfahren zu arbeiten. Und da in Nass-in-Nass du hervorragend die weichen Stellen erzeugen kannst, kommt zuerst das auf die Bildfläche, was weich ist. Danach werden Details Nass-auf-Trocken gemalt.

Im nächsten Beitrag malen wir dieses Bild zusammen und ich werde die Schritte nochmal durchgehen und betonen, warum ich was zuerst und was zum Schluss male.

6. Im letzten Schritt schaue ich drüber: Habe ich etwas vergessen? Wenn ja, wird das Fehlende hinzugefügt oder kleine Korrekturen vorgenommen. Erst dann entferne ich die Maskierflüssigkeit, ganz zum Schluss, wenn ich mir sicher bin, dass jetzt alles fertig ist.

Hast du Fragen, dann schreibe sie bitte hier unter diesem Beitrag. So können die anderen von Fragen und Antworte profitieren.

https://youtu.be/0TpPiRBo6v8 (Opens in a new window)

Topic Anfänger+Fortgeschritten

2 comments

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